Senkrechtstarter Spratzern will nach oben

Von am 30. August 2013 – 11.48 Uhr 3 Kommentare

In der Vorsaison verpasste der FSK St. Pölten/Spratzern in Österreich nur aufgrund der schlechteren Torbilanz die Meisterschaft, doch diesmal ist für das Team noch mehr drin, ist sich Trainerin Brigitte Entacher im Interview mit Womensoccer sicher.

Womensoccer: Frau Entacher, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer beindruckenden Erfolgsserie, insbesondere dem tollen Frühjahr mit der Krönung durch den Cupsieg. Worin besteht das Erfolgsrezept Ihrer Elf?

Brigitte Entacher: Zuerst einmal danke für die Glückwünsche. Wir haben eigentlich schon seit dem Herbst des Vorjahres einen „Erfolgsrun“: Seit Oktober 2012 sind wir ungeschlagen, wurden mit dem Punktemaximum aus neun Spielen „Frühjahrsmeister“ und kassierten keinen einzigen Gegentreffer. Als „Erfolgsgrundlage“ würde ich die Mischung aus der erfolgreichen Aufbauarbeit und vor allem die Entwicklung des Teamgeistes und den Erfolgswillen  im letzten halben Jahr ansehen. Am aktuellen Erfolg ist aber sicher das Gesamtpaket „Spratzern“ wesentlich beteiligt, nicht nur meine persönliche Trainertätigkeit. Das ganze „Rundherum“, die Unterstützung durch den Verein, das Engagement des Sponsors SIMACEK und vieles mehr spielen eine enorme Rolle.

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Womensoccer: Seit wann trainieren Sie Mannschaft?

Entacher: Ich habe die Mannschaft 2011 übernommen, nachdem der Aufstieg in die ÖFB-Frauenliga durch das Trainerduo Haller/Mag. Braunstorfer fixiert worden war. Unser, das heißt, das Ziel des Vereines, des Managements und des Trainerteams war es, im ersten Jahr in Österreichs höchster Spielklasse auszuloten, wo wir stehen, wie stark das neu zusammengestellte Team ist und wie  sich die Mannschaft 2011/2012 in der Tabelle etablieren kann. Dass uns auf Anhieb der Vizemeistertitel gelang, war eine Sensation.

Womensoccer: Ihr Team weist eine ganze Reihe von A- und Juniorinnen-Nationalspielerinnen auf, wer sind Ihre absoluten „Erfolgsgaranten“?

Entacher: Es wäre sehr unfair, würde ich einzelne Spielerinnen hervorheben, denn jede unserer Aktiven ist für sich ein Unikum mit besonderen Stärken und Schwächen. Die Mannschaft selbst stellt eine tolle Mischung aus kreativen Köpfen und zweikampfstarken Typen dar.

Womensoccer:  Wie werden Sie der Mehrfachbelastung Ihrer Akteurinnen durch Meisterschaft, Cup, Teamberufungen und Champions League entgegenwirken?

Entacher: Wir nehmen individuell auf die Belastungen der Spielerinnen Rücksicht,  bzw. klappt  die Abstimmung und Zusammenarbeit mit den ÖFB-Teamtrainern sehr gut. Es gelingt uns auch nicht zuletzt durch unsere Physios, die einen Super-Job machen und bei jedem Training anwesend sind!

Womensoccer: Thema Verstärkungen: Ihre Mannschaft hat sich mit zahlreichen Spielerinnen verstärkt etwa mit Rekordtorschützin Nicole Billa (31 Tore in 20 U17-Länderspielen) oder den Deutschland-Legionärinnen Jasmin Eder (Cloppenburg, Sindelfngen) und Susanna Höller (Sindelfingen). Welchen Eindruck haben die Neuerwerbungen bisher hinterlassen?

Entacher: Alle Neuzugänge haben sich sehr rasch hervorragend integriert und wurden sehr gut vom übrigen Team aufgenommen. Alle „Neuen“ sind eine absolute Bereicherung und verstärken unser Team!

Teamfoto des FSK St. Pölten/Spratzern

Der FSK St. Pölten/Spratzern will die Dominanz des SV Neulengbach brechen

Womensoccer: Warum  wurden derart viele Spielerinnen verpflichtet?
Entacher:
Erstens müssen wir die Abgänge der beiden Brasilianerinnen Darlene und Nina verkraften, die in ihre Heimat zurückkehren. Außerdem haben uns Isabell Grössinger (FC Bergheim/USK Hof) und Desiree Olbrich (Ardagger) verlassen. Und zweitens und vielleicht  noch weit wichtiger: wir wollen den internen Konkurrenzkampf für die Weiterentwicklung der Spielerinnen schüren.

Womensoccer: Ist mit der Namensänderung des ASV Simacek SPRATZERN in FSK SIMACEK St. Pölten-Spratzern eine gravierende Änderung verbunden?

Entacher: Nein, wir trainieren seit 15 Monaten in Stattersdorf auf dem ehemaligen Platz der Voith St. Pölten und nehmen jetzt unter der Bezeichnung  FSK SIMACEK St.Pölten/Spratzern am Meisterschaftsbewerb teil.

Womensoccer: Wie oft können Sie mit dem gesamten Kader auf Grund der schulischen und (beruflichen) Belastungen wöchentlich trainieren?

Entacher: Aufgrund der Verpflichtungen einiger Talente in der Fußball-Akademie (Austria Wien, Nachwuchs-Fußball-Zentrum St. Pölten) habe ich den gesamten Kader  genau einmal wöchentlich zur Verfügung.

Womensoccer: Eine fast unvermeidliche Frage: Wird Ihrer Meinung nach Ihre Elf in den kommenden Jahren Serienmeister Neulengbach an der Spitze der ÖFB-Frauenliga ablösen können?

Entacher: Ich hoffe sehr, dass uns der  erste Meistertitel gelingt und wir uns damit auch wieder für die Champions League qualifizieren können. Außerdem wollen wir natürlich den Cup-Sieg erfolgreich verteidigen. Wir können Neulengbach Paroli bieten, denn wir sind fast gleich auf, schließlich wurden wir heuer nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses Zweiter.

Womensoccer: Mit welchen Hoffnungen steigt der FSK im Oktober in die Runde der letzten 32 in der Champions League ein?

Entacher: Wir lassen das Abenteuer Champions League positiv auf uns zukommen und hoffen auf etwas Losglück.

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3 Kommentare »

  • MICHAEL LEVITSCHNIG sagt:

    Danke für den guten Beitrag!

    Schön zu lesen wäre auch im nächsten Beitrag ein Bericht von Meister Neulengbach . Mit etwas mehr Würze auf gewisse Fragen.
    Wir würden uns freuen wenn es darüber was zu lesen gibt bei Euch.

    m.f.G Michi

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  • Thomas sagt:

    Wie kam es eigentlich das Neulengbach seine Vormachtstellung verloren hat? Sie waren die letzten Jahre doch eigentlich unangreifbar.

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  • MICHAEL LEVITSCHNIG sagt:

    Hallo Thomas!

    Danke für das Warum ! Das wäre mal eine Frage an den Meister Sv Neulengbach . lg michi

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