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Sindelfingen wirft das weiße Handtuch

Von am 2. August 2013 – 14.01 Uhr 21 Kommentare

VfL Sindelfingens Trainer Niko Koutroubis hat schon vor dem ersten Saisonspiel in der Frauenfußball-Bundesliga am 8. September bei Aufsteiger TSG 1899 Hoffenheim seinem Team die Konkurrenzfähigkeit abgesprochen.

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Zugegeben: Der VfL Sindelfingen ist um seine Situation nicht zu beneiden. Sportlich in der vergangenen Saison als Tabellenelfter mit nur 3 Saisonsiegen in 22 Spielen abgestiegen, plante der Verein bis vor kurzem für die 2. Frauenfußball-Bundesliga Süd. Zahlreiche Spielerinnen zogen von dannen, doch durch die Insolvenz des SC 07 Bad Neuenahr behielt der VfL Sindelfingen seinen Startplatz in der ersten Bundesliga.

Aufgeben statt kämpfen
Dass die kommende Saison keine leichte werden dürfte und die Rekrutierung bundesligatauglicher Spielerinnen in kurzer Zeit sich äußerst schwierig gestaltet, dürfte jedem klar sein. Trainer Niko Koutroubis geht im Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“ jedoch einen Schritt weiter, wirft die Flinte bereits von vornherein ins Korn und spricht seinem Team schon vor dem ersten Spiel die Konkurrenzfähigkeit ab.

Erste Liga bereits abgehakt
„Wir haben eigentlich nur drei bundesligataugliche Spielerinnen. Andere von außen können wir nicht bezahlen, die wollen Gehalt, Wohnung, Auto. Wir wollen unsere Mannschaft mit vielen 16-Jährigen nun in der ersten Liga entwickeln, um nächstes Jahr in der zweiten Liga vielleicht oben mitspielen zu können.“ Bei derlei Aussagen des Trainers – so ehrlich und aufrichtig sie auch gemeint sein mögen – dürfte es auch um die Motivation der Spielerinnen nicht gut bestellt sein.

Nico Koutroubis

Sindelfingens Trainer Nico Koutroubis traut seinem Team den Klassenerhalt nicht zu © Volker Nagraszus / girlsplay.de

Eigenwillige Argumentation
Im  gleichen Atemzug bemängelt Koutroubis die zu geringe TV-Präsenz und erklärt: „Die Vereine müssen sich an die eigene Nase fassen, mehr auf sich aufmerksam machen. Wir müssen mehr Werbung für unseren Sport machen.“ Werbung durch Schlechtreden der eigenen Mannschaft? Welcher Zuschauer lässt sich ins Stadion locken, um ein Team anzufeuern, an das selbst der Trainer den Glauben verloren hat, noch bevor es los geht?

Sportlichen Wettkampf ad absurdum geführt
Der DFB sollte überlegen, ob er zukünftig Teams in seiner Liga haben will, die den sportlichen Wettkampf schon von vornherein für verloren erklären, oder ob er in Ausnahmefällen dann nicht lieber einem Team einen Startplatz gewährt, das größere sportliche Ambitionen hegt. Denn sonst darf man sich nicht darüber wundern, wenn die Frauenfußball-Bundesliga als Ganzes nicht ernst genommen wird und Zuschauer, Medien und Sponsoren gleichermaßen ausbleiben.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

21 Kommentare »

  • timmy sagt:

    Naja, ist halt eine besondere Situiation. Soll er sagen „Wir wollen achter werden.“?

    Nicht mal Frau Neid, immerhin mit 5 EM-Titeln im Gepäck, sagte vorher „Wir werden Europameister.“

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ich meine auch, das man es sich sicher zu einfach macht, das Zeitungsinterviwe, das auch hier als Link angeboten wurde, so zu interpretieren und das man daraus die Meinung einer „Flinte ins Korn werfen“ ableitet! Der Trainer sagt natürlich u.a. auch dieses, übt aber auch Kritik, an den z.T. nicht-VfL-gerechten Forderungen nach Gehalt etc., die ein Riegel dem Aufbieten eines BL-tauglichen Teams vorschieben. Er spricht aber auch von seinen jungen Spielerinnen, die 7x die Woche ohne einen Cent zu verdienen, trainieren und sich dennoch den Allerwertesten aufreissen.
    Koutroubi’s Aussagen klingen für mich also nachvollziehbar, aber nicht nach Aufgabe oder gar Unlust, den Trainerjob unter solchen Umständen ausführen zu müssen! Seine Autorität gegenüber seinen Spielerinnen ist entscheidend und die wird er wohl kaum bewußt in Gefahr bringen, eher als Stachel, Ansporn u.a. zu setzen.
    Ich distanziere mich also weitestgehend von der obigen Kommentierung und drücke dem gesamten Team des VfL Sindelfingen die Daumen – Totgesagte sollen bekanntlich länger leben bzw. muss der Bär erstmal erlegt sein, bevor man sein Fell veräußert!

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  • Franziskus sagt:

    Der Trainer vom VfL Sindelfingen informiert über die Lage wie sie nun mal ist. Tatsache ist, dass der Unterbau der FF BL morscher denn morsch ist. Der Trainer ist sehr ehrlich und das ist sehr ehrenwert. Ich distanziere mich von der obigen Kommentierung. Der sportliche Wettkampf im Amateurbereich Frauenfußball wird eher geschädigt durch die unkontrollierte Berater-Sintflut im Oberhaus der Liga. Das extrem neoliberale Modell des Männerfußballs ist schädlich für den sportlichen Wettkampf bei den Frauen. Es gibt sicherlich bessere Lösungen für die Liga sich konstanter zu entwickeln. Am Beispiel des 1. FFC Frankfurt steht doch fest, dass fußballerisches Investment ohne Ehrlichkeit auf Dauer die Liga spalten wird. Der DFB und seine Abteilung Frauenfußball sollten es nicht zu lassen, dass der ehrliche Trainer eines in der Jugendarbeit vorbildlichen Vereins verunglimpft wird. Ein Blick in die Historie: Der FSV Frankfurt lag in seiner letzten BL Saison mit einer Ausverkaufs-Misere schon K.O. am Boden, bevor sie (die meist 16-jährigen Mädchen) zu spielen begannen. Die wurden in Grund und Boden geschossen die noch da gebliebenen Youngster mit zweistelligen Niederlagen. Nutznießer des Zerfalls des FSV Frankfurt war der Nachbar 1.FFC Frankfurt. Darwinismus pur. Demnächst wird der 1.FFC Frankfurt am Bornheimer Hang in der Volksbank Arena aufspielen können, aber leider ohne Angerer und europäischen Nimbus. Ob das auf Dauer gut gehen wird? Wo liegt die Verantwortung und Integrität ?

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  • Bernd Zeller sagt:

    Wer soll denn objektiv beurteilen, ob ein Club wahrhafte sportliche Ambitionen hegt? Wir müssen uns schon weiterhin an gewisse Standards wie Tabellenplätze und Torverhältnisse halten … für den VfL Sindelfingen ist es sicherlich eine Ausnahmesituation, die durch die Sachverhalte beim SC 07 Bad Neuenahr eingetreten ist.

    Immerhin spricht der Trainer ehrlich aus, wie er die Situation einschätzt und ich denke, er tut dies ziemlich realistisch. Dadurch kommen auch nicht mehr oder weniger Zuschauer zu einem Spiel.

    Wichtiger Ansatzpunkt für mich: der Stellenwert der FF-Vereine für den DFB

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  • Bernd Zeller sagt:

    @Franziskus: ich stimme Dir in Deiner Einschätzung zu und stelle die Frage:

    auf welchem Rücken wird hier welche Kumpanei ausgetragen?

    Wer Frauenfussball auf einer breiten Basis in Deutschland will, kann das Interview von Herrn Koutroubis nur begrüssen !

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  • Jan sagt:

    Glosse: Die Leitung der Liga

    „Nehmt hin die Liga!“ riet der DFB
    Den Frauen. „Nehmet, sie soll euer sein!
    Euch schenk ich sie, samt Vor-Ánstoß-Defilee –
    Doch teilt euch schwesterlich darein!“

    Da kickt, was Füße hat, zum Besten,
    Es übte sich geschwinde jung und alt.
    Die Stürm’rin trifft der Kasten Netzen,
    Die Trainer lässt dies selten kalt.

    Die Torfrau hält, was ihre zarten Hände fassen,
    Die Mauer hält den Abstand ein,
    Die Frechste narrt die Anderen gelassen
    Und sprach: „Die Nummer 10 ist mein.“

    Ganz spät, als jede Ansetzung geschehen,
    stöhnt ein Prophet – er kommt aus Sindelfingen:
    „Ach! Es sei keine Chance mehr zu sehen,
    Geht es zu nach rechten Dingen!
    Weh mir! So soll denn ich allein von allen
    der Verlierer sein – ich, dein getreuer Sohn?“
    So ließ er laut der Klage Ruf erschallen
    Und äußert sich zur Si-tua-tjon.

    „Wenn du, der im Frauenfußball weilet“,
    Versetzt der DFB, „so hadre nicht mit mir.
    Wo warst du denn, als man die Liga eingeteilet?“

    „Ich war“ – sprach Niko – „bei dir:
    Mein Plan hing ab von deinem Los,
    An deiner Meister-Schale hing mein Ohr –
    Verzeih dem Geiste, der, in deinem Schoß
    NICHT! die Re-a-li-tät verlor!“

    „Was tun?“ – ’spricht Zeus‘ – „der Abstieg ist vergeben:
    Platz 1 bis 10 scheint nimmer dein.
    Willst nach Machbarem du streben –
    Muss es die 2. Liga sein!“

    (frei nach Schillers Gedicht „Die Teilung der Erde“)

    😉

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  • Manny sagt:

    Ja, da ist wohl ein ehrlicher Trainer der offen sagt was er denkt. Ob man den jungen Mädels aber einen gefallen damit tut, in der 1 Liga Woche für Woche Niederlagen zu kassieren und ob das für die Entwicklung der Spielerinnen förderlich ist, bezweifele ich doch sehr stark. Ich stimme der obrigen Kommentierung voll zu, es ist für den FF allgemein und die Liga kontraproduktiv, wenn nicht konkurenzfähige Mannschaften in der Bundesliga spielen. Der DFB sollte sich für die Zukunft überlegen, wie man den FF in Deutschland fördern kann, so dass zu einem Spiel in der Bundesliga nicht nur ein paar hundert Zuschauer kommen. So sicher nicht!!

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  • ziefle sagt:

    Ich teile die Meinung von Markus Juchem.

    Allerdings weiß ich nicht, ob das die Meinung des restlichen Vorstandes ist. Auf Framba hat Jogi gepostet, dass Koutrobis nach Sand will.
    Solche vereinsschädigende Statements sind wohl auch ein Weg rausgeschmissen zu werden.

    Im Frühjahr habe ich eine Pressekonferenz gesehen (weiß nicht mehr wo), da hat Koutrobis auf die Frage geantwortet (der Abstieg war klar) gehen sie auch und suchen eine neue Herausforderung? „Nein Sindelfingen ist mein Verein und wir wollen hier etwas aufbauen!“

    Ich habe mich eigentlich gefreut, da man so etwas selten hört (deshalb kann ich mich noch erinnern).

    Jetzt steckt er den Kopf in den Sand und sieht keine Zukunft für den ganzen Verein (immerhin Gründungsmitglied der Bundesliga). Hier auf Womensoccer wurde gepostet, dass Sindelfingen alle Altschulden bezahlt hat und ein kleines Plus erwirtschaftet. Demnach hat der Trainer wohl sein Gehalt bekommen. […]

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • Wilco sagt:

    @ Franziskus:

    – welche Unehrlichkeit des FFC Frankfurt spaltet die Liga?
    – sollte der DFB wirklich für Zensur sorgen? (abgesehen davon, dass er das glücklicherweise nicht kann)
    – Was genau wirfst Du dem FFC Frankfurt im Zusammenhang mit den Problemen und des Niedergangs der Frauenabteilung des FSV Frankfurt vor?

    Im Verhalten des VFL Sindelfingen sehe ich auch nichts anrüchiges. Der Verein hat sich meiner Meinung nach jahrelang vorbildlich um die Jugendentwicklung gekümmert. Dass der Verein jetzt durch die Probleme des SC Bad Neuenahr noch einmal die Gelegenheit bekommmt, von der finanziell für den Verein offensichtlich angenehmeren Situation als Erstligist zu profitieren, ist legitim.

    Anderseits hätte Herr Koutroubis sich durchaus in einigen Passagen ein wenig geschickter äußern können.

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  • Jennifer sagt:

    Steffi Jones hat sich auf DFB.de geäußert wie sich der DFB einbringt und wie sich die Vereine stärker einbringen sollen:

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  • Sylvijaaa sagt:

    „…wirft das weiße Handtuch“? Ich glaube, diese Redewendung existiert nicht.
    Entweder: „…wirft das Handtuch“
    oder „…hisst die weiße Fahne/Flagge“

    *** BesserWisserModus off ***

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  • FF-Fan sagt:

    Jeder, der sich ein bißchen mit der FF-Bundesliga beschäftigt weiß genau, dass Herr Koutrobis inhaltlich recht hat. ABER das darf er als „Führungsfigur“ in Sindelfingen niemals so kommunizieren, nicht nach aussen. Es wäre fair bspw. gg über potentiellen neuen Spielerinnen. Aber was sollen die denken, die da sind und was soll sich ein Sponsor denken der dort Geld rein steckt (in welchem Umfang auch immer). Von neuen Sponsoren ganz zu schweigen….
    Bei der ganzen Diskussion gilt es aber eines zu bedenken: wo kommt dieses „Problem“ überhaupt her? Der EM-Titel (nach einer spielerischen Turnierleistung, die leider KEINE Werbung für den FF war!) scheint schon wieder alle Probleme vergessen zu machen. Duisburg, Bad Neuenahr, klingelt es bei diesen Namen? Das wäre, wie wenn bei den Männern Gladbach und der VfB am Ende sind, oder zumindest kurz davor.
    Die alles entscheidende Frage: WAS MACHT EIGENTLICH DER DFB? Es waren tolle Bilder: Herr Niersbach inmitten der feiernden Meute, fast schon väterlich. Gibt es auch ein Foto vom DFB-Präsidenten bei einem FF-Bundesliga-Spiel? Was hat Frau Jones gerade an Aufgaben im FF? Welches Marketing betreubt Frau Fitschen? Die Bundesliga hat existentielle Probleme und die einzigen Statements, die dazu zu hören waren lauten „das ist das Problem der Vereine“. Es ist leider nicht möglich auf ehrenamtlicher Basis die gewünschten Fortschritte zu erzielen. Der DFB läßt die Bundesliga verhungern – und die Folge sind dann solche Situation wie jetzt in Sindelfingen.
    Es wäre schön, wenn Sie Herr Juchem auch mal ein Interview zu diesen Problemem mit dem DFB führen, nachfragen, vor allem nach Lösungsansätzen. Aber natürlich sind die Vereinsverantwortlichen in allererster Linie gefordert, sich ggü dem DFB zu positionieren und auf die Probleme in aller Deutlichkeit aufmerksam zu machen. So kann es jedenfalls nicht weiter gehen. Nur noch extreme Optimisten können an eine positive Zukunft der FF-Bundesliga glauben…..

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  • Altwolf sagt:

    Ich sehe das „Szenario“ etwas andes.Wenn ein Trainer,der, aufgrund der sportlichen Situation, bereit ist in der 2.Buli wieder eine konkurenzfähige Mannschaft aufzubauen und nicht wieder eine sogg. “ neue Herausforderung „sucht, solche Statements in der Öffentlichkeit abgibt, ist das für mich auf der einen Seite eine Maßnahme die eigene Reputation nicht darunter allzu leiden zu lassen (was hält man von einem Trainer,der evtl.nur hohe Niederliagen einspielt) und auf der anderen Seite ein Hilferruf nach Außen, da offenbar die Vereinsführung nicht abstiegsentsprechend mit ihm ohne wenn und aber in die 2.Lige geht,sondern jetzt offenbar ohne entsprechende Finanzierung in der 1.Buli bleiben will. Sindelfingen (Raum Stuttgart mit massiver Wirtschaftskraft) hat ein deutlich „besseres“ Umfeld als Bad Neuenahr u.einige andere Standorte) und ich denke, bei der Entscheidung des Vorstandes in der 1.Buli bleiben zu wollen, hätten sie für die Finanzierung eines entsprechend „Buli-tauglichen Kaders“,bei in Frage kommenden Sponsoren „Klinkenputzen“ gehen müssen,was scheinbar nicht der Fall ist.

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  • fußball sagt:

    Ich finde, hier ist ein aufrichtiger Trainer am Werk, der die Anerkennung aller verdient. Er benennt die Probleme des Fußballs von Frauen. Ob es eine gute Entscheidung des Vereins war, in die Bundesliga zurück zu kehren, bezweifel ich mal. Dem Verein konnte dadurch kein Vorteil erwachsen. Ich selbst hätte auch anders entschieden.

    Unterstreichen muß ich, das die Präsenz sehr schlecht ist. Aber auch das Leistungsgefälle unter den Vereinen der Bundesliga ist nicht schön. Drei, mit viel Glück (wenn Bayern wieder so agiert wie lwtzte Saison) gegen den Rest, reicht einfach nicht. Und trotzdem ist der Präsident voll Lob über die sehr vorteilhafte Situation bei uns. Es ist einfach zu viel im argen. Auch ist es nicht hilfreich, wenn man sich dabei in die eigene Tasche lügt.

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  • Speedy75 sagt:

    @FF-Fan
    Sehr guter Kommentar.

    Das Interview von Steffi Jons lässt leider auch viele Fragen offen, allein durch Professionalisierung im Vorstand eines Vereins erreicht man auch nichts.

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  • wolle sagt:

    „Die Vereine müssen professioneller arbeiten“. Super Frau Jones, da ist bis jetzt noch keiner drauf gekommen, etwas völlig neues.
    Vielleicht sollten die Damen Jones, Ratzeburg, Neid und Fitchen mal ihren goldenen Käfig beim DFB verlassen und den Vereinen in der Provinz zeigen wie man professionell arbeitet. Auf nach Duisburg, BN, Sindelfingen.
    Zunächst einmal besuchen sie die ortsansässigen Firmen und gewinnen diese als Sponsor. Dann wird ein vereinseigenes Stadion mit Rasenheizung und Flutlicht gebaut, damit man auch im Winter abends spielen und trainieren kann.
    Mal ebenso schnell die Welt gerettet, komisch das da keiner vorher drauf gekommen ist.

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  • Fuxi sagt:

    Was, lieber Markus, soll Koutroubis machen? Soll er sich hinstellen und sagen „Wir sind uneingeschränkt bundesligatauglich“? Dann gibt’s in Hoffenheim 5 Stück und gegen Turbine im ersten Heimspiel 15, und dann? Dann ist er der Depp, der nicht fähig ist, eine Mannschaft vorzubereiten, und kann, nachdem er Mitte der Saison als Sündenbock mit 0 Punkten und 3:70 Toren geschasst wurde, sich eine höherklassige Trainerlaufbahn auf die Glatze schmieren… und was dann in den Köpfen seiner „uneingeschränkt bundesligatauglichen“ Spielerinnen los ist – kann Dir ja egal sein, Du musst es ja nicht richten…

    Kurze Frage: Trainierst Du eigentlich eine Mannschaft? Und wenn nein: Warum eigentlich nicht?

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  • ziefle sagt:

    @Fuxi
    Interesant Deine Sichtweise.
    Hier geht es nur um Egoismus.

    Verein – egal
    Spielerinnen – sch…egal

    Haupsache ungeschoren und ohne Verantwortung zu übernehmen da raus kommen.
    Kann sein, dass das die Motivation von Koutrobis in dem Interview war. Dies würde ich zwar nicht gut heißen, aber nachvollziehen können.

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  • FF-Talent (Goldstatue für Angerer!) sagt:

    SiFi ist das Thema „1. Liga“ nach Neuenahrs Rückzug offensichtlich doch viel zu naiv angegangen und langsam kommt der pure Realismus und sie machen daraus noch das Beste was geht. Völlig legitim. Wie man das werten soll, ist nochmal eine andere Frage. Punkt.

    Zitat: „Der DFB sollte überlegen, ob er zukünftig Teams in seiner Liga haben will, die den sportlichen Wettkampf schon von vornherein für verloren erklären, oder ob er in Ausnahmefällen dann nicht lieber einem Team einen Startplatz gewährt, das größere sportliche Ambitionen hegt. Denn sonst darf man sich nicht darüber wundern, wenn die Frauenfußball-Bundesliga als Ganzes nicht ernst genommen wird und Zuschauer, Medien und Sponsoren gleichermaßen ausbleiben.“

    Genau wie viele andere hier, kann ich mich dieser Meinung auch nicht im geringsten anschließen! Die Schlussfolgerung „SiFi hat sportlich keine Lust“ ist doch ein wenig grob. Zumal der Grundsatzfehler: „null Bock“ und „sportliche Ambitionen“, beides lässt sich nicht erfassen oder exakt definieren. Wie um alles in der Welt sollte also jemals ein DFB-Lizenzierungsgesetz juristisch korrekt sowas für den Aufstiegs- oder Abstiegsfall regeln können? Und Stichwort Ausnahmefall: SiFi hat sich (sportlich) in der Rückrunde den vorletzten Platz gesichert. Gütersloh ist selbst schuld, dass sie (trotz finanzieller und struktureller Möglichkeiten) nächste Saison nicht BuLi spielen.

    Hätte SiFi verzichtet, wäre die BuLi mit 11 statt 12 Teams gestartet. Niemand außerhalb des FF-Interessentenkreis hätte sich nachhaltig dafür interessiert. Wieso dann einen Bedeutungsverlust der FF-BuLi herbeireden, nur weil dann doch alle 12 Plätze belegt werden?
    Den Startplatz an ein Zweitliga-Team verschenken als „Ausnahmefall“? Wenn Sand, Köln, Bremen etc. BuLi spielen wollen, sollen die das bitteschön von allein schaffen (werden sie auch früher oder später)! Dass ein Verein in der baden-württembergischen Nachbarschaft wie Sand für sein teuer zu bezahlendes Team um Hanebeck, Lanken, Van Bonn etc. nur die 2. Liga bekommt, ist ja nun auch nicht SiFis Problem!

    Ehrenwert ist die realistische Offenheit Koutroubis (wurde hier auch schon mehrfach erwähnt) bei der ganzen Sache. Eigenartig ist nur: Wenn die nächste BuLi-Saison von der SiFi-Vereinsführung nur als Vorspann für eine darauffolgende (viel versprechendere) Zweitliga-Zukunft gedacht ist… wieso dann heute schon alles „kaputtreden“ statt schon jetzt für diese Zukunft zu planen (öffentlichkeitswirksam Sponsoren für die übernächste Saison im Zeitungsinterview anwerben etc.)?
    Der VfB zieht natürlich bestimmt als Hingucker im Sportteil der baden-württembergischen Tagespresse, aber nur den VfB Stuttgart für dessen Kooperationsverweigerung zu kritisieren, ist in diesem Zusammenhang aber auch zu wenig von Koutroubis! Altwolf hat es hier in einem Kommentar schon angedeutet: Der Großraum Stuttgart müsste (finanziell) viel mehr Potenzial für einen FF-Club bieten können, statt nur dieses „gemachte Nest“ bei diesem einen (seit Jahren stagnierenden) Männer-Bundesligisten.

    Insgesamt: Nicht sogenannte „sportlich ambitionslose“ Vereine wie SiFi kratzen am Image einer Sportart.
    Im Gegenteil: Gerade Sportarten, in denen zuerst Finanzkraft und dann erst sportliche Leistung kommt, gerade solche Sportarten haben hierzulande (im Gegensatz zu den USA) ein gewaltiges Akzeptanzproblem! Bestes Bsp. z.Zt.: Eishockey, der Traditionsclub Hannover Scorpions inkl. Lizenz und Spieler wurde an einen kaufkräftigen Zweitligisten (Schwenningen) verhökert, BuLi-Spielrecht ohne sportlichen Verdienst. Neue Fans kriegt das Eishockey z.Zt. nicht, stattdessen sind viele Fans enttäuscht und Medien lästern über die (in Anführungszeichen) „Sportart“ Eishockey. Nebenbei: Von der Beliebtheit hierzulande der versch. kommerziell durchorganisierten US-Frauenfußballligen (Zitat „Witzligen“) ganz zu schweigen.
    Der deutsche Frauenfußball tut jedenfalls gut daran, sich nicht auf solche Wege zu begeben! Ein Jahr „Weißes-Handtuch“-Sindelfingen müsste der dt. Frauenfußball ohne Kollateralschäden überstehen dürfen (und er wird es auch können)!

    PS: Die Stuttgarter Zeitung hat jetzt in der EM-Zeit und Sommerpause schon mehr Aussagekräftiges produziert als während der kompletten letzten Sindelfinger BuLi-Saison zusammen. Glückwunsch.

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  • speedy75 sagt:

    Der VfL Sindelfingen hat Anja Selensky verpflichtet. Diese spielte bisher in Bad Neuenahr.

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  • enthusio sagt:

    Sindelfingen hat sich von seinem Trainer Koutroubis getrennt.

    Hier die Infos:

    Interessant ist allerdings, dass die von der Sindelfinger Abteilungsleiterin gewünschte Fusion mit dem VfB Stuttgart mit keinem Sterbenswörtchen erwähnt wird.

    http://www.zvw.de/inhalt.vfb-stuttgart-frauenteam-bernd-wahler-ist-nicht-abgeneigt.fe75fb8f-dca2-4ed3-921f-d4fb7a9bcd86.html

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