Vor dem EM-Finale: die Presseschau

Von am 27. Juli 2013 – 11.26 Uhr 6 Kommentare

Mit dem – im wahrsten Sinn des Wortes – Spitzenspiel gegen Schweden hat die DFB-Elf nicht nur sich, sondern auch sämtliche Kritiker/innen in Euphorie versetzt. Die Presseschau mit Stimmen zum Halbfinalsieg der Deutschen und der Ausblick aufs Finale am Sonntag gegen Norwegen.

„Reifeprüfung bestanden“, titelt Sportschau.de, Hanno Bode widmet sich in dem Artikel dem geschlossenen Auftritt der jungen Mannschaft gegen Schweden.

Lorbeeren bekam Innenverteidigerin Saskia Bartusiak nicht nur von der Uefa mit der Auszeichnung als beste Spielerin des Spiels, sondern auch von Daniel Meuren von der FAZ: „Gerade Saskia Bartusiak war immer wieder zur Stelle. Sie unterband das schwedische Kombinationsspiel mit mutigem Eingreifen im richtigen Moment. Oder sie blockte Schüsse von Schwedens Superstar Lotta Schelin und trug somit maßgeblich dazu bei, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten.“

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Das ZDF hat das temporeiche Spiel in seiner 3-D-Analyse noch einmal unter die (Zeit-)Lupe genommen. Und Gregor Derichs urteilt für Spiegel online: „Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen steht im Finale der EM – und hat endlich zu alter Klasse gefunden. Besonders Sieg-Torschützin Dzsenifer Marozsan spielte gegen Schweden groß auf.“

Die Berliner Morgenpost befasst sich unterdessen mit der Kritik an der Mannschaft im Turnierverlauf. Autor Lutz Wöckener stellt fest: „Mit dem Sieg der deutschen Elf gegen EM-Gastgeber Schweden hat sich der Wind gedreht. Nach der überzogenen Kritik an der Bundestrainerin ist die öffentliche Meinung ins andere Extrem gewechselt.“

Am Sonntag stehen sich Deutschland und Norwegen zum zweiten Mal gegenüber. © Mirko Kappes

Am Sonntag stehen sich Deutschland und Norwegen zum zweiten Mal bei dieser EM gegenüber. © Mirko Kappes

Randnotizen

Kathrin Steinbichler verfolgt für die Süddeutsche Zeitung auch das Randgeschehen in Schweden und stellte vor dem Halbfinale fest: Die Nachricht aus Deutschland, das Bayern-Testspiel der Männer gegen Barcelona werde wegen der Übertragung des Frauen-Halbfinales vorverlegt, verwunderte die Gastgeber – aus ganz anderen Gründen als man hierzulande vermuten würde. „Die Frauen verdrängen die Männer vom besten Sendeplatz? Was deutschen Fußballfans wie eine Sensation vorkommen mag, löst bei schwedischen Beobachtern eine andere Art von Verwunderung aus: Wie konnte es überhaupt zu der Terminkollision kommen?“

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Interessant auch der Vergleich, den Zeit Online zum Standing des Frauenfußballs in Schweden, Norwegen, Dänemark und Deutschland vor den Halbfinalspielen veröffentlicht hat.  Von TV-Quoten bis zur Berichterstattung über die nationale Liga: Sören Maunz hat interessante Details zusammengetragen.

Der Ausblick: FINALE!

Die Lage im DFB-Lager vor dem Finale fasst die dpa zusammen: „Kaputt, aber glücklich – DFB-Frauen leben ihren EM-Finaltraum“.

Die ARD, die am Sonntag (ab 15.20 Uhr) ebenso wie Eurosport (ab 15.15 Uhr) überträgt, blickt auf den Gegner: „Norwegens ‚Grashüpfer‘ haben ein Turnier-Gen“ stellt Sportschau.de fest und hat einen 1:1-Teamvergleich der Finalistinnen zusammengestellt.

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6 Kommentare »

  • intersoccer sagt:

    gab es eigentlich schon mal eine so faire EM? Bisher gab es meines Wissens noch keine einzige gelb-rote oder rote Karte.

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  • Jan sagt:

    * Glosse: Das Nigeria-Nachspiel *

    Wie jüngste Enthüllungen von Edward Snowden in der NSA-Spionage-Affäre nun offenbar zu belegen scheinen, waren Silvia Neid und ihr Trainerstab wohl einigermaßen ratlos ob der Besorgnis erregend schwachen dt. Mannschaftsleistung im 2. WM-Gruppenspiel 2011 gegen Nigeria, und über weite Strecken auch schon gegen Kanada im WM-Eröffnungsspiel. Deswegen wandte sich Frau Neid vermutlich diskret an die graue Emanzipenz und angeblich DIE heimliche Frauenfußballversteherin schlechthin, und zwar eine Dame namens Giovanna Drabbadoni, welche mit der folgenden, von ihr für Frau Neid verfassten Rede zur damaligen Pressekonferenz der dt. Nationaltrainerin etwas aus der Patsche helfen sollte; sicher auch verbunden in der (vergeblichen) Hoffnung, dass sich so ein ideenloser Kick nicht wiederholen möge:

    „Es gibt im Moment in die deutsche Mannschaft …aber einige Spielerinnen vergessen, es ist WM, und warum sie hier sind! Ich lese nicht viele Zeitungen, aber ich habe gehört viele Situationen:

    1.) Wir haben nicht gut offensiv gespielt. Es gibt keine Mannschaft, die spielt so offensiv gut wie deutsche Mannschaft. Letzte Spiel [gegen Nigeria] hatten wir auf Platz drei Spitzen: Prinz, Garefrekes und Mbabi. – Sind diese Wörter klar? Danke. – Offensiv! Offensiv ist, wie wir machen auf Platz.

    2.) Ich habe erklärt mit alle drei Spielerinnen: Nach 1. Spiel gegen Kanada brauchen sie in 2. Spiel gegen Nigeria vielleicht Halbzeitpause [d.h. Auswechslung kurz danach]. Ich habe auch andere Mannschaften gesehen bei diese WM. Ich habe gesehen auch zwei Tage die Training. Eine Trainerin ist nicht ein Idiot! Eine Trainerin sieht, was passiert auf Platz! In diese Spiel [gegen Nigeria] es waren acht, neun oder zehn Spielerinnen, die waren schwach wie eine Flasche leer!

    3.) Haben Sie gesehen, ob eine Mannschaft hat gespielt gegen Nigeria? Haben etwa (gut) gespielt Bresonik, Grings oder Krahn?? Diese Spielerinnen beklagen mehr als spielen! Wissen Sie, warum Vereine von Bundesliga nicht kaufen wollen diese Spielerinnen?! Weil sie haben gesehen viele Male solche Spiele, und haben gesagt, es sind nicht Spielerinnen für eine deutsche Meister!

    4.) Prinz! Was erlauben Prinz!? Ist viele Jahre Meister geworden mit Potsdam! Oder war’s Frankfurt? Jedenfalls hat gespielt über 200 Spiele in deutsche Trikot! Wird dann ausgewechselt und zickt! Aber sie muss respektieren die andere Kolleginnen! Sind viel nette Kolleginnen. Stellen sie den Kolleginnen die Frage! Haben keinen Mut an Worten, aber ich weiß, was die Kolleginnen dachten in diese Moment über die Spielerin Prinz!

    5.) Mussen zeigen jetzt in nächste Spiel. Diese Spielerinnen mussen zeigen mich und ihre Fans! Mussen alleine die Spiel gewinnen! MUSSEN ALLEINE DIE SPIEL GEWINNEN!! Ich verteidige immer diese Spielerinnen! Ich habe immer die Schuld über diese Spielerinnen! Eine ist Behringer – und Fuss und Mittag gar nicht zur WM. Prinz dagegen fatal; hat nur gespielt 25% von Leistung in diese Spiel. – Ich habe fertig!“

    * * *

    Soweit also die Rede von Giovanna Drabbadoni für Frau Neid. Wer weiß, hätte Silvia Neid damals statt eigener Worte o.g. präzise Analyse auf der Pressekonferenz gesagt wie ursprünglich geplant, hätte Deutschland die kommenden WM-Partien womöglich ja erfolgreicher gestalten können. Oder ob Frau Neid in Mannschaftsbesprechungen bei der EM 2013 nun gar auf ganz ähnliche Einschätzungen zurückgreifen muss(te)? 😉

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  • gerd.karl sagt:

    wie jüngste enthüllungen von edward snowden jetzt beweisen ist frankreich ausgeschieden weil einige spielerinnen eine einladung von chanel bekommen haben und rechtzeitig abfliegen mussten.

    necib hat nach informationen von snowden beim elfmeter daran gedacht, oh mein gott wenn ich den elfer jetzt reinmache dann verpasse ich die chanel show und die party danach, also hat sie verschossen

    und laut edward snowden, spielten die englishen spielerinnen so grottig damit sie zur geburt des brittischen thronfolgers wieder rechtzeitig zu hause sind.

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  • Dummkopf sagt:

    Danke, besonders für den 1:1 ARD-Vergleichslink!

    Man weiss ja, wie übel Lufen & Co „Bericht“ erstatten.
    Und man versteht ja auch, dass diese „Berichte“ mehr den Einschaltquoten und den „Beziehungen“ zum DFB, als realistischen Einschätzungen verpflichtet sind.

    Aber es ist doch interessant zu sehen, wieviel sich mit Grausen Eurosport zuwenden (obwohl die weniger als 5% Übertragungsbudget ausgeben können)

    Aber im 1:1 Vergleich kann sich jeder sein eigenes Bild machen.
    Zusatzinfos:
    Bis auf die Potsdamerinnen spielen alle in Norwegen.
    Keine Mannschaft aus Norwegen schaffte es in den letzten 3 Jahren wenigstens einmal wenigstens bis ins Viertelfinale der Championsleague.
    Norweger würden (entsprechende Eignung vorausgesetzt) zB auch gerne einmal in England oder Schweden eingekauft, wo es bessere und zahlungskräftige Ligen gibt.
    Hansen(18) und Hegerberg(gerade 19) zB sind gute Spielerinnen und grosse Talente.
    Allerdings spielt Hegerberg in Potsdam meist nur Ersatz.

    (Das ist die, die laut ARD besser ist als Mittag, die gerade zur besten Spielerin in der schwedischen Liga gewählt wurde)

    Und laut ARD ist Goesling (wohl die beste Spielerin der ebgelaufenen BL-Saison, des Pokalendspiels, und gewählt zur Spielerin des Spiels im CL-Finale) schwächer als Gulbrandsen (tolle Spielerin, nichts gegen reaktiviert werden mit 32 und 2 Kinder). Trotzdem: Alles klar.

    Man kann geteilter Meinung sein, ob Neid wirklich überall die besten Spielerinnen auflaufen lässt, aber eins ist ziemlich klar:

    Wenn man auf jeder Position Deutschlands zweitbeste nimmt, geht der Vergleich immer noch 11:0 für Deutschland aus.
    (Ok, lass es dann 10:1 sein)

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  • Bernd Zeller sagt:

    … ist das von Sportschau.de bei den Norwegerinnen nachgewiesene „Turnier-Gen“ überhaupt zulässig? Das sind doch „unerlaubte Substanzen“! Was sagt das UEFA-Reglement dazu? Ich bin für eine sofortige Protestnote 🙂 a) vorzeitig den Sommerurlaub antreten oder b) den Pokal freiwillig nach Frankfurt bringen, nach dem evtl. gewonnen Titel … und überhaupt „Grashüpfer“, ich dachte immer, die Rasenfläche wird gepflegt … PEACE

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  • switch sagt:

    oooh man, das sind genau die sprüche die kontraproduktiv sind, denn 11 klasse-einzelspielerinnen können gegen ein kompaktes team durchaus mal verlieren, wie in der vorrunde geschehen oder bei der wm dahoam gegen den späteren weltmeister japan!!

    ich kann solche überheblichen labereien überhaupt nicht ab, mit einer solchen hat der omnipräsente kaiser seinerzeit dem berti eine totale favoritenbürde übergestülpt, als er nach der einheit und der wm 1990 den deutschen fussball auf jahre unschlagbar einstufte! mit den bekannten folgen …

    einfach rausgehen und fussball spielen, dann klappt das schon!

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