Vor dem Halbfinale: die Presseschau

Von am 23. Juli 2013 – 9.04 Uhr 1 Kommentar

Im Halbfinale der Europameisterschaft wartet Schweden auf die deutsche Mannschaft. Endlich kein Favorit mehr, lautet der Tenor der deutschen Berichterstattung. Welche Stimmung im DFB-Lager nach dem 1:0-Gewinn gegen Italien herrscht und wie Berichterstatter den Viertelfinalsieg beurteilten, fasst die Presseschau zusammen.

Nach dem knappen, kampfbetonten Gewinn des Viertelfinales gegen Italien titelt die Süddeutsche Zeitung „Gewagte Wechsel zahlen sich aus“ und meint: „Auslöser für den verbesserten Auftritt der deutschen Auswahl war ein überraschender Wechsel in der taktischen Formation: Dzsenifer Marozsán, die erst 21-jährige und zuletzt wegen ihrer Ineffektivität kritisierte Spielmacherin vom 1. FFC Frankfurt, fand sich erstmals im Turnier auf der Bank wieder.“

Der Sportinformationsdienst (sid) widmete sich nach dem Spiel inbesondere der Personalie Simone Laudehr: „Das Interesse an der Matchwinnerin wurde allerdings nicht nur durch Laudehrs Tor beim 1:0 (1:0) der deutschen Fußballerinnen im EM-Viertelfinale gegen die Squadra Azzurra geweckt – allein die Anwesenheit der 27-Jährigen bei der Endrunde ist eigentlich eine Sensation.“

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Für die  FAZ ist unterdessen klar: „Gegen Schweden ist mehr als eine kämpferisch überzeugende Leistung nötig, um ins Endspiel einzuziehen.“

DFB-Elf in Aktion

Auf Simone Laudehr (l.), Célia Okoyino da Mbabi und Melanie Behringer (r.) wartet im Halbfinale der EM-Gastgeber. © Volker Nagraszus / girlsplay.de

Teammanagerin Doris Fitschen blickt im Mini-Interview mit dem Kicker auf das Halbfinale gegen Schweden voraus und meint: „Schweden hat hier die Last des Gastgebers, die Erwartungen sind hoch. Wenn sie mal in Führung liegen, dann werden sie vom Publikum getragen. Da ist es eben wichtig, dass man sie gar nicht erst ins Rollen kommen lässt.“

Auch ARD und ZDF stimmen auf den Halbfinalgegner am Mittwoch ein. Im Radiointerview mit der ARD stellt Torhüterin Nadine Angerer die These auf: Wenn die deutsche Mannschaft wie in der letzten halben Stunden gegen Italien spielt, kann sie Schweden schlagen. Fakt ist laut Angerer: „Alles was jetzt kommt, ist Bonus.“

Jenseits der EM

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Während in Schweden gekickt wird, machte eine Meldung wieder einmal deutlich, dass es nicht überall auf der Welt für Frauen selbstverständlich ist, Fußball zu spielen. „Mutmaßlich wegen Widerständen islamischer Extremisten hat die libysche Nationalmannschaft ihre Teilnahme am Berliner Frauenfußball-Festival ‚Discover Football (Entdecke Fußball)‘ absagen müssen“, informiert der Sportinformationsdienst. Das arabisch-europäische Frauen-Fußball-Festival wird heute in Berlin angepfiffen.

Wer sich unterdessen schon einmal auf den deutschen Vereinsfußball einstimmen will: Der rbb hat seine halbstündige Doku „Der Frauenfußball-Versteher – Bernd Schröder“ online gestellt. Abgesehen vom Titel: Der Film ist lohnenswert und mit viel Archivmaterial unterfüttert.

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1 Kommentar »

  • Tiberias sagt:

    Kurz zwei Dinge:

    1.) Die dänische Presse schreibt ganz ungeniert von „Sensation“:

    http://www.b.dk/sport/sensation-danske-kvinder-klar-til-em-semifinale

    („Berlingske Tidende“ / Übersetzung etwa: Sensation – Dänemarks Frauen machen Halbfinale klar)

    2.) Ansonsten sollte jeden Frauenfußball-Fan, egal für oder gegen wen er ist, die Meldung vom Verzicht Libyens am Turnier „Discover Football“ traurig stimmen.

    Wir zerreißen uns hier in diesem Forum oftmals den Mund darüber, wer jetzt wo und taktisch sowieso falsch aufgestellt wird, dass Fans des Clubs ABC automatisch Gegner der (National-)Mannschaft XYZ sein müssen und wieso „die“ statt „der anderen“ spielt usw.usf.

    Eines Tages sollten das auch die Sorgen sein, die sich zum Beispiel das Frauenfußball-Team aus Libyen mit seinen Fans macht. Und nicht eine Absage, über die man als FF-Fan, als Sportbegeisterter überhaupt, von Europa aus gesehen nur den Kopf schütteln kann. Es gibt noch genug zu tun.

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