Silvia Neid: „Jetzt soll’s endlich losgehen“

Von am 11. Juli 2013 – 9.39 Uhr 19 Kommentare

Die ersten beiden EM-Spiele am gestrigen Abend hat die deutsche Mannschaft nur ausschnittsweise am Fernsehen verfolgt, ab 20.30 Uhr wird es heute für sie ernst. Zum Auftakt trifft der Titelverteidiger in Växjö auf die Niederlande. „Wir wissen, dass wir einen starken Gegner vor der Brust haben“, sagt Bundestrainerin Silvia Neid. „Aber ich bin sehr, sehr positiv, denn ich weiß, was unsere Spielerinnen draufhaben.“

„Wir haben die Holländerinnen intensiv analysiert“, so die Bundestrainerin. „Sie sind technisch sehr versiert. Man darf ihnen keinen Raum geben, sonst nutzen sie den.“ Das klingt nicht mehr nach dem Team der Europameisterschaft 2009, das zwar das Halbfinale erreichte, aber eine wenig attraktive Defensivtaktik wählte.

Spielerisch weiterentwickelt
Damals wurde die Mannschaft noch von Vera Pauw trainiert. In der Vorbereitung auf die Titelkämpfe hatten die Niederländerinnen eine deutliche 0:6-Niederlage gegen Deutschland kassiert, was den Ausschlag für das defensive Verhalten während der EM gab und im Spiel gegen Finnland gipfelte, in dessen Anschluss Pauw die Pressekonferenz mit einer Entschuldigung für das zuvor Gesehene eröffnete. Doch die Ergebnisse gaben den „Oranje“ recht – heute rechnet Neid allerdings mit einem veränderten Gegner. „Ihre spielerischen Qualitäten haben sich in den vier Jahren weiterentwickelt. Sie versuchen immer zu kombinieren, machen das sehr gut und kommen zu guten Abschlüssen.“ Mittlerweile heißt der niederländische Trainer Roger Reijners, und schon in der gesamten Vorbereitung war seine offensivere Handschrift erkennbar.

Positive Bilanz für die DFB-Elf
Dabei kennen sich die deutsche und niederländerische Elf gut. Insgesamt 17 Mal standen sich beide Mannschaften bislang gegenüber, in elf Spielen ging die DFB-Auswahl als Sieger vom Platz, vier Partien endeten remis, und zweimal gewannen die Niederländerinnen. Mit Neid als Cheftrainerin hat es allerdings noch nie eine Niederlage gegen die „Oranje“ gegeben. Seit 2005 gewann die deutsche Mannschaft alle vier Aufeinandertreffen und hat ein Torverhältnis von 17:1. Aber auch die Spielerinnen kennen sich gut, so sind Anja Mittag und Manon Melis beim schwedischen Vize-Meister LdB FC Malmö Teamkolleginnen. „Klar ärgert man sich da ein wenig im Vorfeld“, sagt Mittag, die ihrer Kollegin vor dem Spiel auch noch eine SMS schicken möchte.

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19 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    Deutschland: Europameister
    Torschützenkönigin: Leonie Maier

    Hätte doch was ;). Ich sehe dem ganzen zumindest optimistisch entgegen. Mit Mittag, Celia, Lotzen und Marozsan haben wir 4 absolute Weltklassespielerinnen im Sturm (Lotzen wird sich zeigen, da bin ich mir sicher). Dahinter das Herz des deutschen Spiels, die früher sogenannte „Läuferreihe“ aus Cramer, Goeßling, Keßler und Maier, wobei Keßler in letzter Zeit fast eine Art vorgezogenen Libero spielt und neben der IV die defensivste Rolle auf dem Platz einnimmt.

    Zumindest in der Vorrunde sollte es eigentlich keine Probleme geben. Gegen Niederlande und Island könnte es durchaus jeweils 4-5 Tore geben, Norwegen sollte auch klar zu schlagen sein. Dann im Viertelfinale wohl gegen England und im Halbfinale gegen Frankreich, die ihrerseits wohl im Viertelfinale gegen Niederlande ranmüssen. Wenn dann noch Schweden kommt und man Europameister wird, dann hat man es wirklich verdient, diesen Titel zu tragen, da man mit Norwegen, Schweden, England und Frankreich alle hochklassigen Teams Europas geschlagen hat (außer Dänemark vielleicht).

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  • ballander sagt:

    mit chantal de ridder bei den oranjes werden wir unsere probleme haben. im karli bei turbine hat sie mir super gefallen. bittertraurig dieser kreuzbandriss damals. aber das wird sie heute erst recht stark spielen lassen…

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  • wrack sagt:

    Ich vermute ganz stark, dass sehr viel auf die erste Viertelstunde ankommen wird. Deutschland wird versuchen, gegen die Niederlande das Pressing zu spielen, das gegen Japan erfolgreich war. Ich bin gespannt, wie die Niederlande darauf reagieren werden. Kommen sie damit nicht zurecht, kann es wirklich `ne Packung geben. Aber ich denke, die wissen auch, was auf sie zukommt und werden sich vorbereitet haben. Möglicherweise werden sie versuchen, ähnlich wie Dänemark selbst sehr offensiv zu spielen nach dem Motto: Wir haben nix zu verlieren. Allerdings ist Deutschland nicht Schweden. Im deutschen Spiel gibt es hoffentlich auch Flügel 😉

    @ ballander: Nicht nur vor De Ridder habe ich Respekt, auch Sherida Spitse, Manon Melis und besonders natürlich Lieke Martens verdienen höchste Aufmerksamkeit.

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  • Krissi sagt:

    @Sheldon: dein Optimismus in allen Ehren, aber ich bin da ein wenig zurückhaltender….ich denke, man sollte das Fell des Bären noch nicht verteilen, bevor es erlegt ist. Ich rechne schon gegen die Niederlande mit einem recht engen Spiel und einem knappen deutschen Sieg – ich lasse mich aber gern auch eines Besseren belehren 😉 Ich wünsche unserer N11 alles Gute für das Turnier – und hoffentlich einen gelungenen Start..

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  • Bernd Zeller sagt:

    @Krissi: ich stimme Dir zu, der erste Tag hat gezeigt, dass diese EM voller Überraschungen stecken könnte 🙂

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  • Sheldon sagt:

    @ballander und wrack: Ja, Melis, Martens, de Ridder mögen gut sein. Doch wir sollten das Ganze mal in Relation zu den deutschen Spielerinnen sehen. Martens hat für Duisburg in der Bundesliga 5 Tore geschossen und das auch nur gegen direkte Mitkonkurrenten um den Abstieg (Jena, Sindelfingen und Gütersloh).

    De Ridder hat zwar mit 7 Toren in 13 Spielen eine deutlich bessere Torquote, doch das nur in der niederländischen Liga, die international keinen wirklichen Stellenwert hat.

    Manon Melis ist von denen vielleicht noch am stärksten mit 16 Toren im letzten Jahr.

    Generell muss man aber die deutschen Spielerinnen dagegen sehen: Da hast du im Sturm mit Celia die europäische Spielerin mit den meisten Toren in Länderspielen (nur Morgan noch mehr), mit Anja Mittag die Torschützenkönigin in Schweden und mit Lena Lotzen die Torschützenkönigin der U20 und die 4.-beste Torschützin der deutschen Liga.

    Dazu besitzt man mit Keßler und Goeßling im zentralen Mittelfeld zwei Champions League-Siegerinnen. Natürlich kann das immer mal schief gehen. Doch eigentlich ist das, was Holland aufbieten kann, gegen die deutsche Klasse nicht großartig erwähnenswert, wenn man mal ehrlich-realistisch ist.
    Und man sollte auch bedenken: Wir haben mit Kanada und Japan zwei der drei besten Mannschaften des letzten Jahres geschlagen, darunter den Weltmeister. Die letzte Niederlage gegen eine europäische Mannschaft ist dazu über 4 Jahre her (damals Algarve Cup – Spiel um Platz 3 gegen Dänemark).

    Alles andere als ein klarer Sieg wäre eine Überraschung.

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  • balea sagt:

    Bernd Schröder mit Liebesgrüssen an Silvia Neid:
    http://www.maz-online.de/Nachrichten/Sport/Der-EM-Titel-ist-Pflicht

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  • Markus Juchem sagt:

    Die Aufstellungen:

    Deutschland: Angerer – Maier, Krahn, Bartusiak, Cramer – Keßler, Goeßling – Lotzen, Marozsan, Mittag – Okoyino da Mbabi
    Niederlande: Geurts – Bito, Koster, Hoogendijk, van den Heiligenberg – Stegers, Spitse – van de Ven, van de Donk, Martens – Melis

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  • Sheldon sagt:

    Deutsche Aufstellung: Was für eine Überraschung! 😀 Find ich super, dass nicht auf einmal Behringer auf links und Schmidt als Rechtsverteidigerin spielt^^

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  • Grace Kelly sagt:

    Hui Deutschland spielt ja vorne genauso ideenreich wie Schweden.

    Und an aller Lästerer: Krahn gefällt mir gut, von Maier und Cramer bin ich nach der tollen Vorbereitung etwas enttäuscht. Und Marozsan und Lotzen stehen sich ständig auf den Füßen.

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  • Fuxi sagt:

    “Jetzt soll’s endlich losgehen”, sagt Neid.

    Ohne die niederländische Leistung klein reden zu wollen: Und wann fängt die deutsche Mannschaft jetzt an?

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  • gerd.karl sagt:

    ja leute, erstes spiel in einer europameisterschaft und du hast gesehen wie die jungen spielerinnen etwas gehemmt waren.
    das nächste spiel wird besser.

    achtung kretik von mir am deutschen team, kessler, gössling, MITTAG, marozsan müssen sich steigern.

    am schlimmsten fand ich mittag, keine lust zum spielen gehabt, sowas darf nicht sein.

    aber diese junge mannschaft hat das erste spiel überstanden und wird sich steigern.

    schiedsrichterleistung, ok über die gelben karten die nur deutsche spielerinnen bekommen haben kann man sich wundern aber die zwei nicht gegebenen elfmeter, das ist ein starkes stück.

    gut gespielt von holland, der trainer hat eine gute video analyse betrieben.

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  • laasee sagt:

    „Zumindest in der Vorrunde sollte es eigentlich keine Probleme geben. Gegen Niederlande und Island könnte es durchaus jeweils 4-5 Tore geben, Norwegen sollte auch klar zu schlagen sein.“

    hmmmmm

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  • wrack sagt:

    @ Sheldon: „Alles andere als ein klarer Sieg wäre eine Überraschung.“

    Du Unglücksrabe mit deinen Voraussagen ! Abergläubische Menschen würden dir wahrscheinlich mal langsam ein Wahrsage-Verbot erteilen 😉

    „Doch eigentlich ist das, was Holland aufbieten kann, gegen die deutsche Klasse nicht großartig erwähnenswert, wenn man mal ehrlich-realistisch ist.“

    Wenn man mal ehrlich realistisch ist, verstehst du mehr vom MF 😉

    Es ist eine junge deutsche Mannschaft, der von den Niederländerinnen die Grenzen aufgezeigt wurden. EM ist eben EM und Testspiel ist Testspiel. Die Meisjes waren glänzend vorbereitet, die Deutschen haben in der ersten halben Stunde den Respekt bei ihren Gegnerinnen weitgehend verspielt und in der zweiten Halbzeit offensichtlich keine Körner mehr gehabt. Das Unentschieden war sehr verdient.
    Die jungen Wilden waren nicht mehr wild und im Mittelfeld merkte man schmerzlich die Möglichkeit, mehr als eine ganz gute, aber noch immer nicht sehr gute Laudehr zu bringen. Deutschland hatte, wie ich oben so gern erhofft hatte, „keine Flügel“.
    Ist kein Beinbruch, da läßt sich noch was machen. Nur wird der Gruppensieg kein Selbstläufer und an den EM-Titel sollte man erst einmal gar nicht denken.

    PS: Frau Spinelli wird in der KO-Runde wohl nicht mehr pfeifen. Ein Gutes hat ihre Leistung also, sie wird beizeiten entfernt 🙂

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  • shane sagt:

    haha, grossartige vorhersage sheldon! du bist der oberexperte, my absolute hero :rofl:

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  • Doc sagt:

    …und WIE es losgegangen ist, Frau Neid!

    Anja Mittag: Wenn sie sich zeigen MUSS, versagt sie. Als ob das nicht bekannt wäre.
    Celia: Sie anzuspielen, bedeutet Ballverlust. Sie NICHT anzuspielen, heute jedoch das gleiche.
    Nadine Keßler: Sie ist entweder grandios oder GAR NICHT vorhanden. Heute war sie nicht grandios.
    Nadine Angerer: Verblüffend und unerwartet gut. Besonders beim Herumbrüllen. Da hatte sie beste Gründe für.
    Lena Goeßling: „Sie hat sich bemüht!“ Was das in einem Arbeitszeugnis bedeutet, ist bekannt.
    Leonie Maier: Trägt schwer an dem bescheuerten Hype um ihre Person. Einfach mal in Ruhe lassen, das Mädchen. Also Finger und Mikrofone weg, ihr Medienzecken.
    D. Maroszan: Keiner dieser oberschlauen Kommentatoren wird müde, sie als die technisch versierteste Spielerin diesseits des Mississippi zu loben…seit gefühlten 15 Jahren. Kriegt denn keiner dieser Honks mit, dass sie seit langem stagniert. Wer jahrelang „Talent“ genannt wird, hat irgendwann ein Problem. Im Männerfußball nennt man dieses Phänomen „Lars Ricken“.
    J. Cramer: Überfordert.
    Annike „Herzinfarktauslöser“ Krahn: Tat, was sie meistens tut; Extrasystolen verursachen.
    S. Bartusiak: Versuchte, ihre Kollegin neben sich beim Auslösen von spontanen Herzkranzgefäßverengungen zu übertrumpfen.
    S. Laudehr: Schnellste Anpassung an den Gesamtzustand um sie herum.
    Lena Lotzen: siehe L. Goeßling.
    Fräulein Leupold: Wurde von der genialen Bundesneid in die Schlacht geworfen, um einer bis ins Schienbeinmark verunsicherten Truppe wieder Selbstbewusstsein zurückzugeben. Ich suche mir in solch‘ Situationen auch die Jüngsten und Unerfahrensten aus. Das macht nicht nur keinen Sinn…sondern auch Spaß.
    S. Neid: res ipsa loquitur.

    Ich fühle mich fatal an 2011 erinnert. Eine Frauenschaft, medial präsent vom „Dingsda“ spielen bis zum lächelnden Bewerben von Waschmaschinen, auf dem Platz dann aber trotz nicht aufhörender Beweihräucherung des achsoguten Zusammenhalts beim Ballzuschupsen am Ende der heute mitgebrachten Fähigkeiten angekommen. Ham‘ die denn aus der WM-Nummer nix gelernt, die Neids & Ballwegs? Mir ist wurscht, ob die sich im Hotel alle furchtbar lieb haben. Die sollen sich lieber anzicken, wenn sie dann nur ausreichend geladen und selbstsicher auf den Platz kommen.

    Wenn die Ladies beim nächsten Spiel nicht gleich vom Anstoß an ’n anderes Gesicht zeigen, endet das mindestens so schnell wie vor 2 Jahren.
    Schade nur, dass beim frühen Ausscheiden die Bundesneid ihren Publikumsjoker setzen kann, der da heißt „großes Verletzungspech“.

    Frankreich wird Europameister.

    Gute Nacht! 🙂

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  • shane sagt:

    @Doc: der dt. analyse stimm ich voll zu. aber bevor wir jetzt frankreich schon mal vor-ernennen, warten wir mal die morgigen untentschieden ab, oder?

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  • micky sagt:

    Schade das wir nicht in`s Spiel gefunden haben. Wir können es besser! Alle rackerten, aber der „Beckenbauer“ war nicht zu erkennen. Einer der das Spiel – wenn es denn nicht läuft – an sich reissen kann, ordnet, aubaut und antreibt. Maro war eindeutig überfordert und konnte diese Rolle zu keinem Zeitpunkt
    ausfüllen. Schade!
    Ich bin sicher, dass wir die Lehren aus diesem Spiel ziehen können. Aber bitte liebe Medienvertreter, Kommentatoren und Fans: Nicht so großkotzig ! Andere Länder können auch Fußball spielen.(„Ist die DFB Elf zu stoppen?“ (womensoccer), „4-5 Tore gegen die Niederländer“ (sheldon) usw.

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  • sitac sagt:

    @Doc, als Humanist freue ich mich natürlich sehr, dass neben dem Englischen durch dich nun auch das Lateinische hier Forumssprache wird.

    Ceterum censeo ad Galliam: Senectus (S.S.) et confusio (B.B.) victoriam prohibebunt!

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