U17-EM: Polen triumphiert, Spanien Dritter

Von am 28. Juni 2013 – 16.12 Uhr 9 Kommentare

Die Überraschung ist perfekt: Die polnische U17-Frauenfußball-Nationalelf hat sich angetrieben von der starken Ewa Pajor mit einem Sieg im Finale gegen Schweden in Nyon erstmals den EM-Titel gesichert. Spanien holte mit einem klaren Sieg Platz 3.

Beim 1:0 (1:0)-Sieg gegen die Skandinavierinnen erzielte Ewelina Kamczyk nach einer Viertelstunde den Treffer des Tages, der für den viel umjubelten ersten Frauenfußball-Titels Polens sorgte, den sich das Team vor allem dank einer starken ersten Halbzeit verdiente.

Schweden trifft Pfosten, Polen ins Tor
Von Beginn an dominierte Polen die Partie und erspielte sich zahlreiche gute Chancen, in der Anfangsphase hatte das Team aber Glück, dass Stina Blackstenius für die Schwedinnen nur den Pfosten traf (8.). Doch Polen ließ sich nicht beirren, nach Flanke von Dominika Dereń fiel der Ball vor die Füße von Ewelina Kamczyk, die fackelte nicht lange und verwertete flach zur verdienten Führung (15.).

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Pajor mit drei Hochkarätern
In der Folge kamen die Polinnen zu weiteren guten Torchancen, zwischen der 24. und 34. Minute verfehlte Pajor gleich dreimal nur knapp das schwedische Gehäuse. Schweden, zur zweiten Halbzeit mit Halbfinal-Torschützin Jennifer Karlsson, kam mit mehr Entschlossenheit aus der Kabine. Doch Polen blieb gefährlich, etwa bei einer scharfen Hereingabe von Torschützin Kamczyk  und dem anschließenden Eckball (51.).

Frauenfußball - Logo der UEFA U17-Europameisterschaft der Frauen

Offizielles Logo der UEFA U17-Europameisterschaft der Frauen © UEFA

Lattentreffer auf beiden Seiten
Schweden hatte erneut Pech, als Filippa Angeldal aus 20 Metern nur die Latte traf (56.). Auf der Gegenseite lenkte Schwedens Torhüterin Emma Holmgren einen Freistoß von Patrycja Michalczyk mit den Fingerspitzen an die Latte (58.).

Polen schaukelt den Titel heim
Schweden war zwar in der Schlussphase bemüht, den Ausgleichstreffer zu erzielen, doch in der Offensive agierte das Team zu ideenlos, um die meist gut sortierte polnische Hintermannschaft in Verlegenheit zu bringen. Und so blieb es beim 1:0-Erfolg der Polinnen. Die Hereingabe von Anna Oskarsson war die letzte gute Chance der Schwedinnen, doch Karlsson verpasste (80.+2).

Spanien wird Dritter
Im Spiel um Platz 3 setzte sich zuvor Spanien mit 4:0 (3:0) gegen Belgien klar durch. In der von den Spanierinnen überlegen geführten Partie erzielten Laura Baetens (21. Eigentor), Nahikari García (31.), Maria Caldentey (40.+2) und Patricia Guijaro (57.) die Treffer.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

9 Kommentare »

  • pinkpanther sagt:

    ähm, Herr Juchem, war nicht Deutschland Titelverteidiger?
    Glückwunsch an Polen!
    Mal nicht die üblichen Verdächtigen ganz oben …

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  • Markus Juchem sagt:

    @pinkpanther: Oops ja, das war ja schon vor zwei Jahren.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Hm, ich habe beide Spiele komplett verfolgt und bin recht zwiespältig von den gezeigten Leistungen dieser 4 Team beeindruckt! Aus dem Gesehenen schlußfolgere ich nun, wie schlecht muss denn nun eigentlich die dt. U17 sein, wenn die nicht mal durch die Quali gekommen sind?
    Da waren die Finals der vorausgegangenen Jahre allemale wertiger!
    Beide Endspielteams agierten zwar kampfstark, aber einfallslos, ohne jeglichen Spielwitz und ziemlich schematisch. Offenbarten häufig Schwächen in der Übersicht und dem geordneten Spielaufbau.
    Gerade das es die Belgierinnen waren, die letztendlich unserer U17 die Teilnahme verwehrten, gibt mir bei deren deutlicher Niederlage gegen die Spanierinnen, viel Anlaß zum Kopfschütteln!

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  • Karl sagt:

    @Schenschtschina Futbolista: Das geht mir aehnlich. Entweder nur ein besonders schwacher Jahrgang oder muss man schon um die Zukunft der N11 bangen? Schwer zu sagen , aber die naechsten Jahre werden es wohl zeigen.

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  • intersoccer sagt:

    Glückwunsch an Polen! War ein verdienter Sieg gegen Schweden, die mich persönlich enttäuscht haben.

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  • Bernd Zeller sagt:

    Die U17 Endrunde ist das Einstiegsturnier für Nachwuchs-Fußballerinnen und wird ab 2014 mit acht Mannschaften ausgetragen, wodurch seine Qualität sowohl in der Qualifikationsphase, als auch in der Endrunde sicherlich noch zunehmen wird.

    Es zeigt sich, dass die europäischen Frauenligen in ihrer Qualität aufholen und das ist zu begrüssen.

    Die Belgierinnen können sich durchaus unterm Strich über ihre Leistung freuen, die ja noch nichtmal eine eigenständige Liga haben, sondern eine mit den Niederländerinnen bilden.

    Die Spanierinnen haben eine tolle Werbung für den spanischen Frauenfussball gemacht und ich bin gespannt auf das A-Team bei der EM.

    Von den Schwedinnen habe ich allerdings etwas mehr erwartet, ihr Finalspiel war enttäuschend.

    Glückwunsch an die Polinnen zum 1. internationalen Titel im Frauenfussball.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ein größeres Teilnehmerfeld war noch nie ein Garant für steigende Qualität, eher dafür das die Torausbeute in so manchem Spiel wieder 2-stellig werden könnte, wenn z.B. Spanien gegen Albanien spielt. Und ob das dann die beabsichtigte Werbung für den FF darstellt, bezweifle ich stark.
    Besinne mich noch, wie die Fifa hohe Siege zum Nachteil des Siegers kritisierte, so z.B. DEU-ARG 11:0 bei WM in China!

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  • Tiberias sagt:

    Glückwunsch an die Polinnen! Endlich mal kein „üblicher Verdächtiger“ (…wobei die ja z.T. vorher schon die Segel gestrichen haben, D. eingeschlossen), sondern ein Team, dass mal frischen Wind bringen kann. Die Schwedinnen haben mich sehr enttäuscht. Je länger das Spiel lief, desto weniger fiel ihnen fußballerisch ein; versuchten es stattdessen mit „griechisch-römisch“.

    Polen hat die Räume gut zugemacht, klug verteidigt und das ganze Feld genutzt. Ewa Pajor spielen zu sehen, war eine Freude, auch wenn ihre Kräfte später nachließen. Sie braucht ein Team, dass sie besser einsetzen kann.

    Spanien hat mich ebenfalls überzeugt, auch wenn sie um den 3. Platz spielten und der Gegner „nur“ Belgien hieß. Alles in allem – es kann dem FF nur guttun, wenn man sich an neue Namen, neue Teams und neue Titelgewinner gewöhnt!

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  • timmy sagt:

    Naja, Belgien hatte vorher auch eine eigene Liga.
    Nächste Woche gehen übrigens schon die ersten Qualifikationsspiele für nächste Saison ausgetragen.

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