Deutschland gegen Japan: Fällt der Europarekord?

Von am 26. Juni 2013 – 12.30 Uhr 10 Kommentare

Wenn am Samstag, 29. Juni (ab 17.45 Uhr live in der ARD), in der Allianz Arena vor den Toren Münchens Europameister Deutschland Weltmeister Japan empfängt, dürfte der Europarekord für Freundschaftsspiele fallen.

2009 verfolgten 44 825 Zuschauer das 1:1 zwischen Deutschland und Brasilien in der Frankfurter Commerzbank-Arena, doch diese Marke dürfte am Samstag Geschichte sein.  Denn am Dienstag waren bereits 43 935 Tickets für die Partie zwischen Deutschland und Japan abgesetzt.

Weniger als 1 000 Tickets fehlen zum Rekord
„Es fehlen nun noch knapp 1 000 Tickets und ich bin überzeugt, dass wir diese noch verkaufen werden“, freut sich DFB-Teammanagerin Doris Fitschen. „Das Spiel wird ein echtes Highlight für den Frauenfußball, es ist eine sehr gute Uhrzeit für eine TV-Übertragung. Wir können richtig auf uns aufmerksam machen und ein großes Fußballfest feiern.“

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Kaum Freikarten
Dabei legt der DFB Wert darauf, dass nur wenige dieser Karten Freikarten sind. „Das waren für die Medienpartner dieses Mal mehr als sonst, 500 Stück, das ist ziemlich gering“, sagt DFB-Pressesprecherin Annette Seitz. Sie erklärt: „Das Geheimnis sind die Gruppentickets, die Vereine nehmen dieses Spiel unheimlich gut an.“

Lob an den BFV
Fitschen lobt den Bayerischen Fußball-Verband (BFV): „Der BFV ist personell sehr gut aufgestellt und sie haben es wirklich verstanden, die Vereine zu aktivieren. Es wurden unglaublich viele Gruppenkarten verkauft, der Verband hat offenbar einen sehr guten Zugang zu den Vereinen.“  Die Erleichterung ist groß, denn Fitschen räumt ein: „Das war natürlich schon mit einem Risiko verbunden, dass wir das Spiel in einem großen Stadion geplant haben, in dem die Atmosphäre nur bei vielen Zuschauern gut ist.“

Doris Fitschen

Doris Fitschen ist sich sicher, dass der Europarekord geknackt wird © Framba-Fotos.de

Großes Fanfest
Doch auch rund um das Spiel sollen die Fans unterhalten werden. „Wir bieten ab 14 Uhr ein großes Fanfest auf der Esplanade, wo unserer Partner verschiedene Mitmachmodule aufgebaut haben. Es gibt auch eine gemeinsame Bühne mit dem Kinderkanal KIKA mit einem dreistündigen Programm insbesondere für das junge Publikum. Wir freuen uns auf ein echtes Fußballfest.“ Dabei hofft man auch, Sponsoren auf sich aufmerksam zu machen.

Verhandlungen hinter den Kulissen
„Das ist eine Chance zu zeigen, dass der Frauenfußball auch für Partner attraktiv ist. Die Bemühungen des DFB sind da, wir sind auf der Suche nach einem Partner für die Frauen-Bundesliga, wollen aber nichts über das Knie brechen.“ Und auch mit Eurosport laufen nach Womensoccer-Informationen Verhandlungen, in der kommenden Saison ein Live-Spiel pro Spieltag im Fernsehen zu übertragen.

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Highlight für die Spielerinnen
Für die Spielerinnen wird das Spiel in der Allianz Arena ein ganz persönliches Highlight. „Sie freuen sich unheimlich auf das Spiel, man spielt nicht jede Woche vor so einer Kulisse. Es ist noch mal ein echtes Highlight zum Abschluss der Vorbereitung. Es wird ein Spiel, das die Spielerinnen nicht vergessen werden“, ist sich Fitschen sicher.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

  • timmy sagt:

    Bundesliga-Partner, Eurosportverhandlungen. Na das ist ja wunderbar. Davon haben wir doch alle noch geträumt die letzten Tage, und nun ist es so nah vielleicht.

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  • intersoccer sagt:

    Für Eurosport würde ich gern GEZ-Gebühren zahlen. Mein inoffizieller öffentlich-rechtlicher Sender 😉 Eurosport tut weitaus mehr für die mediale Verbreitung des FF, als ARD/ZDF. Und das offenbar auch mit Gewinn aus Werbeeinnahmen, sonst würden sie es ja nicht übertragen.

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  • Sheldon sagt:

    So langsam habe ich echt das Gefühl und die Hoffnung, dass die Verantwortlichen aus Mangel an eigenen Ideen hier mitlesen, um sich Anregungen zu holen! Fragt sich nur, ob das, was wir möchten, dann auch umgesetzt wird, nämlich, dass die Gelder direkt an die Klubs weiter geleitet werden und zwar gleichmäßig, an jeden Klub, und sie nicht einfach beim DFB versiegen. Denn wenn das passiert, könnte Eurosport selbst jedes Spiel der Bundesliga übertragen, es würde nichts nützen!

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  • Markus Juchem sagt:

    Hier gibt es jetzt gleich die Partie England gegen Japan im Live-Stream von FA-TV:

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  • intersoccer sagt:

    danke für den Link!

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  • Pudel sagt:

    TV Gelder bekommen die BL-Clubs doch schon vom DFB, da glaub ich nicht das es mehr wird. In Verhandlungen mit neuen Sponsoren ist natürlich eine TV-Übertragung ein Pfund was die Clubs dann hätten, nur wenn ich mir Eurosport-France anschaue, sind 90% der Spiele mit OL was für die BL bedeuten könnte das am Ende nur die 3-4 großen Clubs die eh schon das Geld haben dann die einzigesten sind, die davon profitieren. Es wäre nur Sinvoll wenn allen Teams mindestens 2 Spiele pro Saison garantiert würden dann kann man sagen es bringt der Liga im gesamten etwas. Darüber hinaus wäre es mal interessant, wie hoch die Einschaltquote bei Eurosport-France ist, wenn sie die Französisch Liga übertragen.

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  • Fränkie.1970 sagt:

    zu: intersoccer vom 26. Juni 2013 um 14.18 Uhr

    Begrenzte Werbezeiten im ör-Rundfunk

    Meines Wissens dürfen die ör-Sender in Deutschland an Sonntagen keine Werbeblöcke ausstrahlen, so daß eine Refinanzierung durch Werbung bei sonntäglichen Übertragungen nicht möglich ist, und Frauen-BuLi-Spiele finden nun mal i. d. R. sonntags statt. Vielleicht ist das ein Grund, warum ARD, ZDF & Co. selten bis nie BuLi-Spiele übertragen. Und selbst Produktionen auf eher einfachem Niveau wie bei DFB-TV kosten Geld. Außerdem ist Frauen-FB nun mal ein Nischenthema mit entsprechend niedrigen Einschaltquoten und wird es wohl noch lange bleiben. Das gilt ja selbst für hochklassige Natio-Spiele, da sollten wir uns nichts vormachen. Genauso könnte man ja die Übertragung der vielen anderen ähnlich randständigen Sportarten im gleichen Umfang fordern.

    Eurosport ist an solche Werbe-Begrenzungen nicht gebunden.

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  • Sheldon sagt:

    @Pudel: Ich sehe das eher so: Das Geld, was Eurosport für die Vermarktung zahlt, heimst der DFB komplett ein, und verteilt das gleichmäßig an alle 12 Klubs. Wie bisher auch. Doch die 180.000, die jeder Verein bekommt, sind absolut lächerlich.

    @Fränkie: Die ÖR bekommen GEZ. Da muss nichts über Werbung laufen, was überhaupt erst seit kürzerer Zeit am Start bei den ÖR ist.
    Und MDR, RBB, auch HR haben ja hier und da schon Spiele übertragen, es hängt also nicht an den Finanzen, es hängt bei ARD und ZDF einfach bloß am Willen!

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  • intersoccer sagt:

    @Fränkie.1970: die ÖR müssen zwingend gar keine Werbung zeigen, dafür zahlt ja jeder Gebühren. Eurosport bekommt keine GEZ-Gebühr und muss also sein Programm komplett durch Werbung finanzieren. Und trotz Nischenprogramm kann offenbar Eurosport genügend Werbeeinnahmen durch Übertragungen von Championsleague, WM, EM und Juniorenturieren generieren, um sein Programm zu finanzieren. Das ist doch ein hoffnungsvolles Zeichen, wie ich finde.

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  • Sheldon sagt:

    Wie es scheint, dürften auch die letzten Hoffnungen einiger hier erfüllt werden, nämlich, dass Annike Krahn nicht spielt. Sie ist bis morgen aus dem Training genommen worden wegen Muskelverhärtung (Quelle: Kicker)

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1 Pingbacks »

  • […] Die Tatsache, dass die Partie auf Samstag, den 7. September, terminiert wurde, deutet auf eine mögliche Live-Übertragung im Fernsehen hin, entsprechende Verhandlungen sind derzeit im Gang. […]

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