Schwedens EM-Kader mit Therese Sjögran

Von am 25. Juni 2013 – 23.17 Uhr 14 Kommentare

Schwedens Nationaltrainerin Pia Sundhage hat am Dienstag in Göteborg ihren Kader für die Frauenfußball-EM (10. bis 28. Juli) im eigenen Land bekanntgeben. Im letzten Moment sprang die lange verletzte Therese Sjögran auf den EM-Zug.

Die 36-Jährige freute sich: „Das ist eigentlich total verrückt. Ich hatte zuletzt kaum noch Hoffnung, aber ich habe nie ganz aufgegeben.“

Kaum Spielpraxis
Im März 2012 bestritt sie gegen Kanada in Malmö ihr letztes Länderspiel, wegen eines Kreuzbandrisses konnte sich auch nicht am Olympischen Frauenfußball-Turnier in London teilnehmen. Und bei ihrem Verein LdB Malmö bekam sie in den vergangenen Monaten kaum Spielzeit und somit auch keine Nominierung für die Nationalelf. Und so hatte sie sich bereits EM-Tickets gekauft, um die Spiele der schwedischen Mannschaft im Stadion zu verfolgen.

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Erfahrung verhilft zur Nominierung
Sundhage erklärt: „Therese hat jede Menge Erfahrung bei großen Turnieren, das hat am Ende den Ausschlag gegeben.“ Doch sie räumt auch ein, dass die Nominierung ein gewisses Risiko birgt. „Sie ist die einzige Spielerin im Kader, die in ihrem Verein nicht viel Spielzeit bekommen hat. Wir wissen also nicht, wie sie sich im Spiel schlagen wird.“ Und so erwartet Sundhage von ihrem Schützling, dass er in jedem Training verausgabt alles gibt.

Therese Sjögran

Therese Sjögran sprang im letzten Moment auf den EM-Zug © Nora Kruse, ff-archiv.de

Hjohlman als Backup-Lösung
Neben Sjögran ergatterte auch Jenny Hjohlman einen der letzten freien Plätze im Team und auch Neuling Amanda Ilestedt, im Vorjahr U19-Europameisterin, ergatterte einen Platz im Kader.

Hjohlman, die beim Testspiel gegen Norwegen im Kader stand, dient als Backup-Lösung für Lotta Schelin. „Sie ist schnell und hat einen guten Torriecher und Abschluss. In einem langen Turnier braucht man genug Alternativen“, so Sundhage. Schweden ist guter Dinge, für das Turnier gut gerüstet zu sein. „Sieht man sich den Kader als Ganzes an, sind wir auf allen Positionen gut besetzt.“

Schwedens Kader trifft sich am Samstag, 29. Juni, in Stenungsund, am Donnerstag, 4. Juli, folgt die Generalprobe gegen England. Am Mittwoch, 10. Juli, geht es dann zum EM-Auftakt in Göteborg gegen Dänemark.

Kader Schweden

Tor: Kristin Hammarström (Kopparbergs/Göteborg FC), Hedvig Lindahl (Kristianstads DFF), Sofia Lundgren (Linköpings FC)

Abwehr: Nilla Fischer (Linköpings FC), Amana Ilestedt (LdB FC Malmö), Elin Magnusson (KIF Örebro DFF), Lina Nilsson (LdB FC Malmö), Charlotte Rohlin (Linköpings FC), Jessica Samuelsson (Linköpings FC), Stina Segerström (Kopparbergs/Göteborg FC), Sara Thunebro (Tyresö FF)

Mittelfeld: Lisa Dahlkvist (Tyresö FF), Antonia Göransson (1. FFC Turbine Potsdam), Marie Hammarström (Kopparbergs/Göteborg FC), Emmelie Konradsson (Umeå IK), Olivia Schough (Kopparbergs/Göteborg FC), Caroline Seger (Tyresö FF), Therese Sjögran (LdB FC Malmö), Josefine Öqvist (Kristianstads DFF)

Angriff:  Lotta Schelin (Olympique Lyonnais), Sofia Jakobsson (Chelsea Ladies FC), Jenny Hjohlman (Umeå IK), Kosovare Asllani (Paris Saint-Germain FC)

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

14 Kommentare »

  • kunigunde sagt:

    Diese Frage muss sich auch unsere bundestrainerin stellen lassen..Erfahrung statt spielpraxis. Siehe laudehr und bajramaj

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  • enthusio sagt:

    Erfahrung statt Jugend, denn die beiden 17jährigen Talente Hurtig und Banusic sind nun doch nicht dabei, dafür aber die 36jährige Sjögran. Das zumindest unterscheidet Sundhage von Neid :-).

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  • waiiy sagt:

    Insgesamt wirkt der Kader der Schwedinnen aber sehr erfahren. Mal sehen, ob Erfahrung oder Jugend ein Vorteil sein wird bei diesem Turnier.

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  • speedy75 sagt:

    Bin sehr gespannt was dieser Kader im Stande zu leisten ist bei der EM. Während Neid nun einer auf die Jugend setzt, hält es Sundhage eher mit der Erfahrung.

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  • Zaunreiter sagt:

    Da muss ich kunigunde zustimmen.
    Ich sehe das auch zwiespältig. Aber ich vertrau da der Erfahrung und Weisheit einer Pia Sundhage. 😉

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  • Detlef sagt:

    speedy75 sagt,
    „Während Neid nun einer auf die Jugend setzt, hält es Sundhage eher mit der Erfahrung.“

    Bei diesem Satz hauts mir den Vogel naus!!! 🙂
    Welche „Erfahrene“ hätte die Bundesgöttin denn noch zur Verfügung gehabt??? 😉
    Alle „Erfahrenen“ sind entweder verletzt oder haben ihren Dienst schon lange quittiert, oder sind gerade auf USA-Tour!!! 🙂

    Sie hatte gar keine andere Wahl, als der Jugend eine Chance zu geben!!! 😉

    Na da wollen wir mal sehen, wie die Gastgeberinnen mit diesem Kader zurechtkommen!!!

    Das Pia Sundhage nun aber doch Hedvig Lindahl nominiert hat, stimmt mich doch einigermaßen nachdenklich!!!
    Aber solange sie Nummer 2 bleibt, stehen die Chancen für die Trekronors gar nicht mal so schlecht, endlich mal wieder Europameister zu werden!!! 🙂

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  • Rainer sagt:

    @Detlef: Ich denke, dass Hedvig Lindahl sogar nur die Nummer 3 ist, denn zuletzt gegen Brasilien, als Hammarström eine kleine Blutung in der Hüfte hatte, spielte Sofia Lundgren 90 Minuten. Schweden hat mit Schelin und Asllani ein brillantes Stürmerpaar, Asllani ist seit ihrem Wechsel nach Paris SG deutlich stärker und auch reifer geworden.

    Insgesamt scheint mir, ohne dass konkret überprüft zu haben, dass Sundhage schon immer sehr viel Wert auf Erfahrung gelegt hat, auch in den USA, wo eine Reihe älterer Spielerinnen immer dabei waren und auch den Kader dominierten. Ich denke, dass das auch der Grund ist, warum Lindahl und Sjögran dabei sind.

    Im Tor hätte ich definitiv die 21-Jährige Susanne Nilsson mitgenommen, die sich jetzt möglicherweise noch im Sommer für die serbische Nationalmannschaft entscheidet, da sie beide Pässe hat und sie bei den Serben sofort Nummer 1 wäre,

    Sjögran wird „nur“ Joker sein. Caroline Seger, Antonia Göransson und Josefine Öqvist dürften im Mittelfeld gesetzt sein, ergänzt durch entweder die robuste Lisa Dahlkvist oder die technisch etwas versiertere Zwillingsschwester der Keeperin, Marie Hammarström.

    Meiner Meinung nach ist die Schwäche der schwedischen Mannschaft die Außenposition in der Abwehr, rechts wie links. Samuelsson und Thunebro sind solide, aber eben auch nicht viel mehr.

    Das schwerste Spiel auf dem Weg ins Finale ist das gegen Dänemark am Anfang. Da ein überzeugender Sieg und das Tor zum Endspiel ist bei der extrem glücklichen Auslosung weit offen.

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  • Sheldon sagt:

    Nun, ich sehe nicht unbedingt Schweden in der Hauptfavoritenstellung. Und das hat zwei Gründe: Wie ich hier bereits dargelegt habe, sehe ich Schelin nicht als die Übertorjägerin an, als die sie gehandelt wird. Und das, weil sie in wichtigen Turnieren bisher nie wirklich durch Tore auf sich aufmerksam gemacht hat.

    Zum anderen denke ich auch, dass das Mittelfeld nicht mehr das ist, was es mal früher war. Klar, Seger und Göransson bringen schon eine große Qualität mit, doch gegen einen Gegner mit gutem Stellungsspiel werden ihnen relativ schnell die Zähne gezogen werden. Wenn Deutschland hier so verteidigt wie gegen Kanada (mal abgesehen von den Schnitzern von Krahn und Wensing), werden sie beide kaum einen Zugriff auf das Spiel haben.
    Öqvist und Dahlkvist/Hammerström sehe ich sowieso nicht als Gefahr an.

    Generell muss man sagen, dass die Torquoten für die Erfahrung, die die Spielerinnen mitbringen, ziemlich schlecht sind. Schelin hat da mit 52 Toren in 119 noch die mit Abstand beste, doch für Toptorjägerinnenverhältnisse ist diese Quote deutlich unterm Durchschnitt (0,437). Hier ist Celia sogar besser mit 39 Toren in 78 Spielen.
    Aber die anderen Spielerinnen wie Josefine Öqvist (71/1), Seger (105/13), Asllani (48/11), Dahlkvist (68/9), Göransson (34/6), Hammerström (33/4), Jakobsson (29/5) oder Nilla Fischer (100/14) sind allesamt nicht unbedingt wettbewerbsfähig in dieser Hinsicht. Quoten von 0,23 bis runter zu 0,12, das sind Werte, die nicht einmal an Behringer rankommen, und mit denen eine Marozsan, eine Keßler, eine Mittag, eine Bajramaj und eine Laudehr sich eindeutig messen können.
    Und das, obwohl gerade die ersten beiden fast nur gegen sehr starke Gegner eingesetzt wurden!

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  • Detlef sagt:

    Rainer schrieb;
    „Insgesamt scheint mir, ohne dass konkret überprüft zu haben, dass Sundhage schon immer sehr viel Wert auf Erfahrung gelegt hat“

    Immerhin gibt Pia unumwunden zu, daß die Nominierung von Sjögran ein gewisses Risiko ist, da ihr nach ihrer langen Verletzung die Spielpraxis, und ich denke auch die Kondition fehlt!!!
    Solche Worte hat man von der Bundesgöttin noch niemals vernommen, weder in der Vergangenheit, noch in der Gegenwart!!!
    Da ist mir die Schwedin wesentlich sympathischer, die auch nach außen gewisse Zweifel an ihrer Entscheidung zugibt!!!
    Aber Göttinnen zweifeln bekanntlich niemals!!!
    Und falls es doch schief gehen sollte, dann lag es eben am zu hohen Druck, oder am miesen Wetter, oder…….!!! 😉

    Auch die Nominierung von Sara Thunebro wundert mich ziemlich!!!
    Sie hat eine sensationelle EM in Finnland gespielt, aber in Frankfurt war sie zumeist nur Bankdrückerin!!!
    Ihre Leistungen in Tyresö kannst Du natürlich viel besser einschätzen!!!
    Aber Beurteilungen wie;
    „Sara Thunebro kommt mit 34 Jahren dem Karriereende näher. Ihre Flankenläufe sind längst nicht mehr so spektakulär und häufig wie vor Jahren, bevor sie nach Frankfurt wechselte, wo sie am Ende keine Spielzeit mehr bekam.“
    …lassen im Grunde keinen Zweifel daran, daß sie weit weg ist von ihrer Topform bei der EM 2009!!!
    Es scheint fraglich, ob ihre Erfahrungen ausreichen, um so schnelle Stürmerinnen wie Thomis oder Celia zu stellen??? 🙁

    Und wenn es schon um Erfahrung geht, wo ist eigentlich Jessica Landström???
    Sie war in Finnland neben Sjögran und Thunebro die beste Schwedin auf dem Platz, wesentlich gefährlicher als Lotta Schelin!!!
    Wo steckt sie eigentlich???
    Ist sie etwa mit DIF in die zweite Liga gegangen, und wird deshalb von Sundhage nicht beachtet??? 🙁

    Eigentlich Schade, daß man jetzt durch die übermäßige „Inanspruchnahme“ von Erfahrung, die (auch von Dir) immer so hochgelobten Supertalente wie Marija Banusic und Elin Rubensson nicht zu Gesicht bekommt!!! 🙁

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  • Rainer sagt:

    Bei allem Respekt vor Frau Neid kann man sie wohl gar nicht mit Pia Sundhage vergleichen. Pia Sundhage hat sich zur Lebensaufgabe gemacht, den Frauenfußball weiterzubringen, das ist ihre Mission und an der strickt sie mit einer Begeisterung, einer Freundlichkeit allen gegenüber, die ansteckt.

    Kristine Lilly hat zu Sundhage gesagt: „Deine Begeisterung für unseren Sport ist ansteckend.“

    Abby Wambach sagte kürzlich in einem Sundhage-Porträt, dass Pia Sundhage es liebte, mit der US-Mannschaft zweimal täglich hart zu trainieren. Gegen Ende der zweiten Einheit sei man immer ziemlich fertig und müde gewesen. „Aber wenn du dann aufschaust und deine Trainerin siehst, die mit derselben Begeisterung, freudestrahlender Miene da steht und dich anfeuert, dann kannst du gar nicht anders als durchhalten.“

    Sara Thunebro ist über ihren Zenit hinaus, ganz klar. Aber sie hält immer noch gute internationale Klasse, dabei muss man aber sagen, dass sie wohl mal eine der Weltbesten auf ihrer Position war. In Schweden wächst da erst langsam Konkurrenz heran und sie war von Anfang an Pias erste Wahl mit genau diesem Argument.

    Jessica Landström hat sozusagen zweimal falsch gewechselt. Letztes Jahr von Frankfurt zu Djurgården, wo sie bei einem Abstiegskandidaten landete, wo man als Stürmerin in der Regel selten Bälle bekommt. Und dann nach Göteborg, wo sie schnell von der sich als Nationalspielerin etablierenden, giftigen Olivia Schough aber auch und vor allem von der sensationell einschlagenden Jodie Taylor (weiß der Teufel, warum Hope Powell die kein einziges Mal nominiert hat) verdrängt wurde.

    Lotta Schelin war 09 sicher nicht in der Form, in der sie jetzt war. 2012/13 hatte sie eine sensationelle Saison mit Olympique Lyon und schöpfte ihr Potential endlich einmal aus. Jetzt war da eine gewisse Müdigkeit zu sehen, zuletzt, die schon mit dem Rat Pia Sundhages verbunden wurde, endlich mal Urlaub zu machen. Schelin in Topform und Schweden kann sehr weit kommen.

    Pia Sundhage sagt, dass die anderen Schwedinnen alles tun müssen, damit Schelin glänzen kann. Sie sei der Star des Teams. Am 10. Juli sehen wir, wohin der Weg geht…

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  • Sheldon sagt:

    @Rainer: Nur bei einem Spiel, da hat Schelin auch dieses Jahr wieder vollkommen versagt und wurde komplett aus dem Spiel genommen, und das war im CL-Finale.

    Wann hat sie schon jemals bei irgendeinem großen Turnier geglänzt?

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  • Detlef sagt:

    @Sheldon,
    Einmal ist immer das erste Mal!!! 🙂
    Und wann, wenn nicht bei der EM im eigenen Land??? 😉

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  • Sheldon sagt:

    Hat man ja bei Deutschland gemerkt, wie befreiend so ein Turnier im eigenen Land wirken kann, ich erinnere mich 😀

    Mal sehen, ob Schelin genauso glänzt wie Prinz, Bajramaj, Popp, Kulig und die ganzen anderen 🙂

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  • Detlef sagt:

    @Sheldon,
    Schweden ist aber nicht Deutschland!!!
    Der Medienhype wird ganz sicher nicht so groß werden!!!
    Außerdem hat Sverige einen Vollprofi als Trainerin, der den Umgang mit den Medien im Amiland sehr gut gelernt hat!!!

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