FCR 2001 Duisburg: Nur ein Wunder kann noch helfen

Von am 21. Juni 2013 – 16.51 Uhr 37 Kommentare

Frauenfußball-Bundesligist FCR 2001 Duisburg droht dasselbe Schicksal wie dem SC 07 Bad Neuenahr. Bis Montag muss der Verein Garantien über 200 000 Euro auftreiben, sonst  ist das Kapitel Erste Bundesliga erledigt.

Garantien über 200 000 Euro fehlen
Wie der Verein in einer Pressemitteilung erklärt, hat der Vorstand in seiner heutigen Sitzung beschlossen, dem vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Andreas Röpke zu empfehlen, „die Eröffnung des Insolvenzverfahrens bis zum 30. Juni 2013 anzuregen“, wenn nicht bis Montag, 24.Juni 2013, weitere Liquiditätszuschüsse in Höhe von 200 000 Euro belastbar zugesagt sind.

Logo des FCR 2001 Duisburg

Logo des FCR 2001 Duisburg ©FCR 2001 Duisburg

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Fusion mit VfB Homberg angestrebt
Für den Fall, dass es diese Zusagen bis zu diesem Zeitpunkt gibt, haben die betroffenen Gremien ein nachhaltiges Konzept erarbeitet – z. B. durch eine Fusion mit dem Männer-Fünftligisten VfB Homberg -,  um dauerhaft Erstliga-Fußball in Duisburg sicher zu stellen.

Sollte nach dem SC 07 Bad Neuenahr auch der FCR 2001 Duisburg seine Erstligazugehörigkeit verlieren, würden beide nominellen Erstliga-Absteiger der vergangenen Saison, VfL Sindelfingen und FSV Gütersloh 2009, in der kommenden Saison weiter erstklassig bleiben.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

37 Kommentare »

  • Lucy sagt:

    Ohje, das wäre echt traurig 🙁

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  • Bernd Zeller sagt:

    @Lucy: ja, das ist echt traurig …

    Es ist keineswegs so, dass andere Frauenmannschaften nicht ebenfalls wirtschaftlich angeschlagen wären, bei Neuenahr und Duisburg ist es lediglich besonders heftig bzw. nun in der Öffentlichkeit bekannt.

    Es müssen grundlegende Strukturen geändert werden, sonst sind die Frauenmannschaften der Liga nur noch nette Abteilungen der Bundesliga-Männermannschaften, siehe Wolfsburg und Bayern – sofern die Herren überhaupt gewillt sind, eine Frauenmannschaft zu dulden, siehe Hamburg.

    Für mich das Wort der Frauenfussball-Woche: PERSPEKTIVEN!

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  • Speedy75 sagt:

    Damit bestätigt es sich nun wohl endgültig, dass auch der FCR Duisburg weg ist aus Liga 1 und einen Neuanfang wie auch immer der aussieht wagen muss.

    Diese Sommerpause im Frauenfußball wird dann wohl noch für so manche Überraschung gut sein. Sindelfingen und Gütersloh steigen damit wohl endgültig nicht ab, die Frage ist nur wie diese beiden einen Erstligakader stellen wollen und wie man das alles zeitlich regeln will.

    Auch auf die jeweiligen 2ten Liga hat das damit Auswirkungen.
    Da haben wir hier noch einiges zu diskutieren.

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  • Bernd Zeller sagt:

    @Speedy75: ich sehe das ähnlich

    Sindelfingen und Gütersloh werden in 2013/2014 wieder in der 1. Liga dabei sein – wie ich auf der Homepage von Sindelfingen lesen konnte, ist wohl schon ein Termin zum Trainingsauftakt anberaumt, obwohl gar nicht so klar ist, wer daran teilnimmt, da Spielerinnen nach dem Abstieg den Verein wohl schon verlassen haben

    Vom Eindruck her kein gutes Management der Sachverhalte,das weiss „man“ doch alles nicht erst seit „gestern“ eine Situation, für die von Verbandseite her Ablaufregeln geschaffen werden müssen (oder sind die etwa vorhanden?)

    Jetzt noch ein wenig was Positives aus der Situation herausholen und den Vereinen wünschen, dass sie wieder einen Neuanfang hinbekommen

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  • jochen-or sagt:

    Das wäre nicht nur traurig, sondern eine Katastrophe für das Image des FF!

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  • Pauli, Potsdam sagt:

    Schade um diese zwei Vereine, die in Potsdam eine große Sympathie genossen.
    Ein vorgezeichneter Weg. Profi-Fußball bei den Frauen, wie es ein Herr Dietrich fordert, wo führt das hin, bei 100 bis 300 Zuschauern, wo lebt dieser Mann?
    Mein Vorschlag: Deutsche Meisterschaft mit zwei Vereinen, Frankfurt und Wolfsburg, wie zu DDR-Zeiten Eishockey. Deutsche Spitzenfußballerinnen wurden ja schon zusammengekauft. Dann lästert man über den Anteil ausländischer Spitzenfußballerinnen in Potsdam, woher nehmen, wenn man das Geld nicht hat?
    Trauriger Frauenfußball! Schade!
    Mit Gruß
    Pauli

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  • Detlef sagt:

    @jochen-or,
    Eine Katastrophe ist schon der Zwangsabstieg der Kurstädterinnen!!!
    Wenn auch die Löwinnen mindestens eine Etage tiefer fallen, muß man erst ein neues Wort erfinden, was diesen Tatbestand annähernd beschreiben könnte!!!

    „Wunder geschehen“ wußte Nena mal zu singen, aber im wahren Leben passieren die eher selten!!!
    All die Solidaritätsbekundungen aus der gesamten FF-Gemeinschaft, all die Retter-Schals und Retter-T-Shirts aus Duisburg und Potsdam, all die vielen versteigerten Fußballutensilien der TURBINEN, und schließlich auch das Benefizspiel gegen den FFC Deutschland, all das konnte keinen Sponsor anlocken, der für die Verbindlichkeiten des FCR bürgt!!!

    All das sind „Sünden der Vergangenheit“, die beide Vereine nun in die Insolvenz treiben!!!

    Bernd Zeller forderte eine grundlegende Änderung der Strukturen!!!
    Könntest Du uns dies bitte etwas genauer erläutern, wie Du Dir das vorstellst???

    Für mich gibt es nur zwei Wege;
    -entweder Richtung Professionalisierung, und damit noch viel mehr Geld in den FF „reinpumpen“!!!
    Dafür braucht es vor allem mehr Zuschauer bei verdreifachten Eintrittspreisen, und es braucht vor allem eine hohe Medienpräsenz, vor allem im TV!!!
    Alle „popligen“ FF-Vereine werden dann in Liga 2 und tiefer spielen!!!
    Nur Frankfurt und Potsdam behaupten sich irgendwie in Liga Eins, müssen aber jedes Jahr beide das Abstiegsgespenst verjagen!!!

    -oder es geht wieder zurück zu den Anfängen, mit Training 2-3 mal die Woche, auf total runtergekommenen Kartoffeläckern, auf denen auch die Spiele ausgetragen werden, in einer 4-5 gleisigen Bundesliga, um die Fahrtkosten so gering wie möglich zu halten, denn Aufwandsentschädigung ist in den meisten Vereinen dann ein Fremdwort, jede Spielerin muß dann für ihr „Hobby“ selber aufkommen, denn Zuschauer (so es denn welche gibt) müssen für das Freizeitgekicke natürlich keinen Eintritt zahlen!!!
    Dann werden unsere Freizeit-Nationalspielerinnen in ihrem Jahresurlaub gegen Kasachstan wahrscheinlich die Quali für die EM 2053 nicht schaffen!!!

    Einen Mittelweg sehe ich zumindest nicht!!!

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  • Kuno sagt:

    2009 Uefacup- (= Champions League)-Sieger mit Grings, Laudehr, Bajramaj, Popp, Bresonik, Krahn, Längert, Wensing im Kader, und dann so ein Absturz.

    Nach dem Rückzug des HSV und der Insolvenz von Neuenahr der dritte etablierte FF-BL-Verein, der weg vom Fenster sei wird.

    Kümmert es beim DFB eigentlich jemanden, was hier passiert – keine zwei Jahre nach der für den FF in D angeblich so erfolgreichen WM ein solches Ausbluten der FF-Bundesliga?

    Pech gehabt, selbst schuld, kein Grund zur Beunruhigung, weiter so – oder wie lautet das Fazit?

    M.E. eine Katastrophe …

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  • fisch sagt:

    Erfolge und Titel werden auch im FF seit einiger Zeit überwiegend eingekauft. So will man das in Frankfurt beim FFC und DFB. Wer da nicht mithalten kann, fällt eben durch den Rost.
    Der Sport bleibt immer mehr auf der Strecke.

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  • Sheldon sagt:

    @Detlef: Doch, es gibt einen Mittelweg, und zwar gute und saubere Arbeit in allen Bereichen! So hat es im MF auch mal begonnen. Eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen DFB und BuLi würde hier schon einmal große Steine aus dem Weg räumen.

    Deine beiden Wege sind Horrorszenarien, die sich kein echter FF-Fan wünschen kann! Denn das würde bedeuten, dass Geld nicht nur die Welt, sondern auch den Fußball regiert. Wir wissen alle, dass das nur in begrenztem Maße stimmt.

    Jeder, der FF macht, muss wissen, dass er das aus Passion machen muss. Gerüste wie in Wolfsburg oder Hoffenheim werden irgendwann genau denselben Kollateralschaden erleiden wie wir es in Frankfurt zur Zeit erleben. Wer übermäßig Geld hineinpumpt, der hat vielleicht ein bis zwei Jahre Erfolg und kann vielleicht mal ein Jahrzehnt ganz oben mitspielen, doch am Ende werden sie alle wieder dahin zurückkehren, woher sie gekommen sind.

    Das sieht man doch selbst bei den Männern: Alle engländischen Klubs in der CL spätestens nach dem Achtelfinale raus, bei Spanien konnten sich nur Real und Barca oben festsetzen, Italien ist seit dem Wettskandal völlig abgetaucht, und auch die französischen Ölscheichs sind auf nicht weniger als einen CL-Sieg fokussiert. Am Ende aber triumphiert in großer Manier das deutsche Nachwuchssystem: 11 deutsche Nationalspieler standen im CL-Finale auf dem Platz. Und das alles ohne das ganz große Geld, sondern weil in Dortmund und Bayern Personen da sind, die was davon verstehen.

    Bei den Frauen wird es nicht viel anders sein: Wer nur meint, viel investieren zu können und sich den Erfolg einfach mitzunehmen, der wird sich getäuscht sehen müssen, im Gegenteil: Wir erleben gerade, dass auch eine Mannschaft wie Wolfsburg sich bereits im nächsten Jahr strecken muss, um die frisch frisierten Vereine Turbine Potsdam, FFC Frankfurt und auch den FC Bayern München aufzuhalten.

    Der Weg wird nur über Leute wie Bell, Schröder oder auch Wörle gehen, die gar nicht soviel Geld brauchen, aber wissen, wie sie es einsetzen müssen, um maximalen Gewinn zu erzielen! Und ich denke auch nicht, dass das von diesen Modeerscheinungen a la Wolfsburg/Hoffenheim etc. im Wesentlichen zerstört werden kann!

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  • timmy sagt:

    Es bräuchte ne deutsche Firma, die gleich die ganze Frauenbundesliga sponsort.

    Sagen wir das Paket gäbe es für 12 Mille im Jahr. 6 gehen an den DfB und 500.000 an jeden Bundesligaclub. Das wäre doch nett.

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  • wolle sagt:

    Ohne Unterstützung von DFB und Politik sind strukturelle Änderungen doch gar nicht möglich. Wenn man wie in BN von 11 Heimspielen mitten in der Woche 3x Nachmittags um 14 Uhr antreten muss weil kein Flutlicht vorhanden ist und die Terminplanung des DFB keine anderen Termine zulässt, wird man keine Zuschauer in die Stadien bekommen. Wenn ich dann noch die Äußerungen von […] Ratzeburg + Jones zur Insolvenz zu BN lese wird sich in Zukunft nicht viel ändern.

    Mein Eindruck ist eher der, dass man hofft das zukünftig mehr „Männervereine“ in die Frauen-Buli kommen. FC-Hopp ist gerade aufgestiegen, nächstes Jahr vielleicht endlich Köln.
    Und die Politik? Grundsätzlich bin ich auch gegen Steuer-Finanzspritzen. Aber wenn ich sehe wie in RLP Steuer-Millionen für den Stadionausbau in Klautern investiert wurden damit König Kurt bei der Heim-WM 2006 3x im Sadion sitzen könnte, ist die Summe zur Rettung in BN eigentlich lächerlich. Auch Mainz hat man zu einem schönen neuen Stadion verholfen.
    Zur Einweihung des Fussballinternates in BN sind 20er & Co gekommen und waren voll des Lobes, heute wo Hilfe gebraucht wird sind die Herren von der Bildfläche verschwunden.
    Wenn im SWR-Fernsehen gefühlte 3 Spielberichte/Saison gezeigt werden und 80% der Sportberichte von Klautern und Mainz handeln, ist es schwierig Sponsoren zu finden. Selbst als TUS Koblenz 2. Liga spielte waren die Berichte über di TUS eher spärlich. Da wird lieber mit dem Platzwart vom FCK von 1984 über die guten alten Zeiten gelabert bevor über andere aktuelle Ereignisse berichtet wird. Ich schalte „Flutlicht“ schon gar nicht mehr ein. Lautern krebst in der 2. Liga rum, Nationalspieler Fehlanzeige.
    Ich weiß nicht wie es in Dui und den anderen Vereinen läuft, aber so lange FF-Buli in den Medien so schwach vertreten ist, haben die Frauenvereine langfristig keine Chance zu überleben.

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • FF-Fan sagt:

    Der Frauenfußball ist an einem ganz dramatischen und existenzgefährdeten Punkt angekommen! Alles wurde (im Rahmen des FF) gehypt zur WM im eigenen Land. Die Vereine wurden angetrieben, höheres Risiko zu gehen, zu investieren, dass man danach vom „ganz großen Kuchen“ das größtmögliche Stück abbekommt. Die WM war ein Desaster und der FF wurde fallen gelassen, wie eine heiße Kartoffel, das muss man in aller Deutlichkeit so sagen. Bad Neuenahr hatte, sicher auch gerade dank diesen Hoffnungen auf eine vielversprechende Entwicklung, größere Sponsoren angelockt – die haben gesehen, dass sich rein gar nichts tut, ihre Engagements beendet und die Lücke war nicht zu schließen. Die aktuelle Entwicklung (HSV, BN, Duisburg) lockt garantiert niemanden mit „frischem Geld“ an. Die Perspektive, dass ein bereits im letzten Jahr überforderter Verein wie Sindelfingen nun noch mal in der ersten Liga antreten muss, mit einem noch vollkommen offenem Kader, evt. noch das Gleiche in Gütersloh, machen die Liga doch langsam zu einer Farce! Der FF ist ein Produkt, welches für Geldgeber inzwischen komplett uninteressant wurde. Denn, so schön der Sport ja ist, ein Sponsor gibt nur dann Geld, wenn er sich etwas davon erhofft, etwas geboten bekommt, eine Botschaft transportieren kann! Was ist vom DFB zu hören? NICHTS! Es ist ein Skandal, wie die Vereine alleine gelassen werden. Der DFB gibt einen Zuschuss von unter 200.000 Euro, fordert dafür zwei hauptamtliche Kräfte und lässt die Vereine dann alleine. Das reicht vorne und hinten nicht! Eine hauptamtliche Kraft ist dann der Trainer, eine sitzt im administrativen Bereich, so ist es bei den meisten Vereinen. Wer einmal im Verein geholfen hat, auch nur auf absoluter Amateurebene, der weiß, was es gerade im Admnistrativen an Aufgaben zu bewältigen gibt. Wie soll sich denn einer alleine um das alles kümmern und dann auch noch um die Sponsoren? Ich gewinne ja keine neuen Geldgeber, weil ich denen mal eine E-Mail schicke, sie mögen mir doch netterweise Geld überweisen, irgendwann steht dann auch mal eine Bande dafür im Stadion, sobald jemand Zeit hat, sich darum zu kümmern! Wenn es schon immer weniger Argumente gibt für Sponsoren, sich im FF zu engagieren, dann muss der DFB wenigstens dabei helfen, die Sponsoren „einzufangen“, er muss dabei helfen, dass sich im Verein jemand ausschließlich darum kümmert, potentielle Geldgeber zu finden um denen ein Engagement schmackhaft zu machen. In meinen Augen muss der DFB die Schatulle öffnen um weitere Hauptamtlichkeit in den Vereinen zu ermöglichen, evt. sogar mit einer direkten Anstellung der „Marketing-Verantwortlichen“, dass das Geld nicht sonstwo versickert. Ohne mehr Professionalität sehe ich schwarz. Oder der DFB sorgt dafür, dass nur noch „Männer-Ableger“ in der BuLi spielen, dass hier wenigstens ein bißchen Chancengleichheit herrscht und der FF an sich auf einem anständigen Niveau weiter gespielt werden kann, mit Chancengleichheit. Aber so geht´s auf keinen Fall weiter!

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  • M. aus H. sagt:

    @timmy
    Sagen wir das Paket gäbe es für 12 Mille im Jahr. 6 gehen an den DfB und 500.000 an jeden Bundesligaclub.

    wozu braucht der DFB 6 Mio. eher sollter der größte Verband der Welt nochmals 12 Mio. drauflegen und dies, ganz wichtig, auch an die 2. und Regionalliga als Ausbildungsförderung für gute Jugendarbeit verteilen und nicht nur 4stelliges Nasenwasser.

    So wie ich das auf der Wechselbörse sehe, startet Gütersloh mit seiner guten und erfolgreichen U17 in die Bundesliga.

    Find ich gut. Gebt den Mädels eine Chance, auch wenn sie mit Sicherheit ab und zu an einer Niederlage zu knappern haben. Aber viel schlimmer wie ein 10:0 wie letzte Saison gegen VW wird´s auch nicht werden.

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  • sitac sagt:

    Meiner Meinung nach, um es erneut zu sagen, sind die Zuschauerzahlen der Haupt-Knackpunkt. Finanziell ist es durchaus ein Unterschied, ob 500 oder 1500 Zuschauer da sind. Bei einem Eintrittspreis von 5 Euro sind das 55000 Euro/Saison. Soweit ich es mitbekommen habe, geht es bei den Insolvenzen um nur gering höhere Beträge.
    Die Medienpräsenz würde mit den Zuschauerzahlen auch steigen. Printmedien und Fernsehen könnten dann den Frauenfußball nicht mehr so ignorieren und ausblenden wie bisher. Auch für Sponsoren wäre der Verein dann attraktiver.
    Wobei ich nicht sicher bin, ob die Medienpräsenz so entscheidend ist für den Zuschauerzuspruch. In Jena z.B. ist die Bundesligamannschaft durchaus oft und regelmäßig in den Medien (OTZ,TLZ,MDR). Und dennoch 4.schlechteste Zuschauerbilanz der Bundesliga.
    Ich weiß nicht, ob das machbar ist für „normale“ Ligaspiele, aber offensichtlich zieht doch der Eventcharakter a la Länderspiele und Pokalfinale in Köln die Leute an.
    Zu diesem Eventcharakter würden Wettbewerbe gehören wie Torwandschießen, Blechbüchsenwerfen etc. mit jeweils kleinen Gewinnen. Auf einem Nebenplatz so eine Art Probetraining, Spaßtraining für mitgekommene Kinder und Jugendliche. Angeleitetes Jonglier-Üben etc. etc.. Vielleicht sogar kleine kulturelle Darbietung ohne viel Aufwand: Sänger/in mit Gitarre und Verstärker würde reichen.

    Dass man sagt, ab 2 Stunden oder 1 Stunde vor dem Spiel bis zum Anpfiff gibt es solche Möglichkeiten – mit entsprechender Voraus-Werbung natürlich. Es muss ja kein perfektes und gigantisches Programm sein, aber interessant für Kinder und Jugendliche und vielleicht auch was dabei für Erwachsene.

    Wurde so was schon mal ausprobiert für den Ligabetrieb?

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  • FF-Fan sagt:

    @sitac: es gibt sicher viele Möglichkeiten und gute Ideen in den Schubladen der einzelnen Vereine, um mehr Zuschauer (und somit auch Sponsoren) anzuziehen. Aber ein von dir beispielhaft angesprochenes Rahmenprogramm bedarf einer geeigneten Fläche und noch viel mehr einer Vorbereitungszeit. Wieder muss jemand vom Verein auf solche „Kooperationspartner“ zugehen, alles organisieren, beim Aufbau verschiedenste Dinge beachten (Strom, Lage vor Ort, Ordnungsdienst, Wegeführung) und dann muss das auch noch entsprechend lokal, evt. auch überregional, beworben werden. Dies alles können die hauptsächlich auf ehrenamtlicher Basis betriebenen Vereine einfach nicht gewährleisten. Denn wenn ein Verein so etwas organisiert, dann muss der „Event“ schon so gut sein, dass tatsächlich auch ein Erstbesucher sagt: das war toll ich komme wieder! Diese Ideen müssten professionell – sprich von hauptamtlichen Personal – umgesetzt werden. Aber hier wären wir wieder bei der Problematik der finanziellen Unterstützung…

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  • Sheldon sagt:

    @sitac: Selbst, wenn man hier und da solche Events auf die Reihe bekommt, erstens fehlt den Vereinen meist das Personal, zweitens werden momentan auch noch mindestens drei Heimspiele pro Team verlegt. Das zieht den Zuschauerschnitt gleich mal enorm nach unten, bei immerhin 30% Spielausfall.

    Dass du gerade Jena anführst, ist dabei schon verwunderlich, denn Jena hat es bisher immer noch geschafft, die Liga sportlich wie auch finanziell zu halten.

    Und auch höhere Zuschauerzahlen machen den Braten zumeist nicht wirklich fett. Bei Duisburg müssten es dann nicht 1000, sondern gleichmal 4000 Zuschauer mehr sein. Und das ist absolut fern jeder Realität.

    Vielleicht gibt es über die Vermarktung nicht unbedingt höhere Stadionzuschauerzahlen, aber es würde mehr Geld in die Kassen spülen, wenn man die Bundesligaspiele der Frauen beispielsweise über Eurosport vermarkten würde und die Rechte nicht an die Männer-BuLi koppeln würde.
    1. Eurosport zeigt sowieso so ziemlich alles, was nirgendwo anders unterkommt. Insofern hätte man da ne gute Möglichkeit, sogar live ausgestrahlt zu werden.
    2. Eurosport kann Geld für Fernsehrechte zahlen, genug, um erst einmal die BuLi weitestgehend zu stabilisieren. Denn Eurosport finanziert sich über Werbeträger und ist nicht GEZ-gebunden.

    Und ganz ehrlich: Wenn es im Fernsehen (und zwar auf den Sportsendern) läuft, dann gucken es auch viel mehr Leute, die sowieso Spartengucker sind. Und darüber könnte man durchaus ein Klientel erreichen, die auch in die Stadien kommen.

    Was lernen wir aus der ganzen Geschichte? Wenn du so etwas wie den FF wirklich professionalisieren willst, dann musst du die nötigen Mittel den richtigen Leuten in die Hand drücken.

    Das heißt konkret: Ein Gremium aus Leuten, die in Sachen Vereins- und Ligenaufbau positiv bekannt sind, mit einem ordentlichen Batzen Geld, sagen wir mal: 10-15 Millionen Euro ausstatten, um die nötigen Strukturen in Ligen und Vereinen zu schaffen, um diese erfolgreich vermarkten zu können!

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  • labersack sagt:

    Wenn ich Kaiser von Deutschland wäre, würde ich folgendes Dekret erlassn:

    Die abgestiegenen und die insolventen Vereine müssen die 1.BL verlassen. Cloppenburg und Hoffenheim wird der Aufstieg verwehrt.
    Die verbleibenden Mannschaften haben dadurch weniger Pflichtspiele zu absolvieren, die CL-Teilnehmer geraten nicht in Terminnot. Es wird mehr Freiraum für Veranstaltungen der N11 geben und dadurch für die Verantwortlichen des DFB mehr Möglichkeiten sich öffentlich zu präsentieren. Ab der nächsten Saison darf die beste Mannschaft der 2.Bl in einem Relegationsspiel gegen den letzten der 1.BL um den Aufstieg spielen. Voraussetzung für diese Mannschaft ist ein Zuschauerdurchschnitt von mehr als 500 Zuschauern. Die Aufstiegsmodalitäten sind verhandelbar wenn mehrere Mannschaften einen Zuschauerdurchschnitt von mehr als 1000 erreichen.

    Ende meiner Regentschaft.

    Was würede erreicht:

    Das Leistungsgefälle in der 1. BL ist geringer, die Spiele werden attraktiver und die Zuschauerzahlen steigen. Möglicherweise finden sich mehr Sponsoren. Es können mehr Länderspiele stattfinden, der Frauenfußball findet mehr Beachtung in den Medien und im DFB.
    Die Gefahr von Insolvenzen in der 1.BL werden verringert und aufsteigen können nur gesunde Vereine.
    Das kostet alles kein Geld, nur ein Machtwort.

    Jetzt dürft ihr mich verbal erschlagen.

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  • Silberlocke sagt:

    Die strukturellen Probleme des Frauenfußballs werden nicht in naher Zukunft behoben werden können. Die Überschuldung der Vereine, die nicht an Männer-Erstligisten angeschlossen sind, ist zwangsläufig vorgegeben, wenn der sportliche Erfolg (1.BuLi) gesichert sein soll. Entweder Frauenverein findet einen Sponsor, der bereit ist einen deutlichen 6-stelligen Betrag jedes Jahr zu sponsern, oder der DFB erhöht die Zuschüsse an die Vereine. Andernfalls gibt es keine Chance für die reinen Frauenvereine. Der Anschluß an Männervereine ist eine Bankrotterklärung des Frauenfußballs. Schon jetzt zeigt sich die 2-Klassenliga, die Schere wird aber noch weiter auseinandergehen. Am Besten wird es sein, die Erstligisten ohne entsprechende finanzielle Mittel ziehen sich in BuLi 2 zurück und die 4-6 finanziell gut ausgestatteten Erstligaclubs spielen unter sich. Horrorvision: In zwei / drei Jahren gibt es dann kaum noch gut ausgebildeten Nachwuchs für die Erstligisten. Allerdings – obwohl ich es Duisburg gönnen würde – wäre es gegenüber den finanziell richtig handelnden Vereinen, die Qualität nicht über Schulden finanzieren, unfair sie in der Liga zu lassen.

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  • Sheldon sagt:

    @labersack: Filmzitat: „Wenn ich reich wäre, würde ich was für die Ungerechtigkeit tun und für alle Menschen Bier kaufen“
    oder Pippi Langstrumpf: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“

    Wir müssen die Situation nehmen, wie sie ist. Es hat keinen Zweck, die finanziell schwächeren Vereine, die mit Herzblut dabei sind, dauerhaft abzustufen.

    Wer waren denn die Ausbildervereine, neben Potsdam? Wo kommen den unsere Mädels her, die in der N11 spielen?
    Saarbrücken, Bad Neuenahr, Duisburg, Sindelfingen – nahezu jede der neueren N11-Spielerin hat in ihrer Jugendzeit bei einem dieser Vereine gespielt.

    Das Horrorszenario von Silberlocke, ist doch schon längst eingetreten. Die ganzen Jugendmannschaften haben doch schon arge Probleme, sich für EM und WM überhaupt noch zu qualifizieren! Da hilft auch keine U17-Bundesliga.

    Oder die Probleme, die man hatte, bei der Kadernominierung für die EM…

    […]

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • Michele sagt:

    Was passiert dann mit einer Mandy Islacker? So eine Spielerin gehört nicht in die 2. Bundesliga!

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  • Speedy75 sagt:

    Um die strukturellen Probleme im FF zu beheben müsste auch endlich mal der DFB mehr tun. Die Aussage alle Verantwortlichen beim DFB deuten aber in andere Richtungen. Ich gehe daher auch nicht davon aus dass diese Probleme in naher Zukunft behoben werden bzw. sich grundsätlich zum positiven wenden.

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  • enthusio sagt:

    @ Markus Juchem:
    In einem Kommentar eine Users zu der Entwicklung beim FCR Duisburg in „Der Westen“ war folgendes zu lesen:
    „Der VfB Homberg täte gut daran, sich auf sein Ursprungsprodukt HERREN-Amateurfußball zu konzentrieren. Denn eine Fusion bringt die Probleme nur zeitversetzt. Ab 2014 sollen DFB-Liquiditätsprüfungen auch bei den Bundesliga-Damen folgen … und der FCR-VfB Duisburg-Homberg wäre endgültig platt.“

    Meine Frage: ist diese Aussage über die „Liquiditätsprüfungen“ richtig ? Und teilen Sie diese Auffassung, dass eine Fusion die Probleme nur aufschiebt, aber nicht löst ?

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  • Markus Juchem sagt:

    @enthusio: Die Aussage ist richtig, das Thema wurde hier auch bereits vor einigen Monaten aufgegriffen: http://www.womensoccer.de/2013/01/30/dfb-will-zulassung-zur-frauen-bundesliga-verschaerfen/

    Zur zweiten Frage kann ich mir kein Urteil erlauben, weil ich die Details der geplanten Fusion und somit auch die wirtschaflichen Rahmenbedingungen, unter denen sie vollzogen würde, nicht kenne. Aber ich meine, die Frage ließe sich derzeit sowieso nicht seriös beantworten, da durch die Fusion und ihre Entwicklung sich möglicherweise neue wirtschaftliche Möglichkeiten auftun könnten, die jetzt noch gar nicht absehbar sind.

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  • enthusio sagt:

    @Markus Juchem:

    alles klar, vielen Dank !

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  • Silberlocke sagt:

    @Sheldon

    Die Ausbildungsvereine heissen auch Freiburg und Gütersloh. Während die Freiburgerinnen es geschafft haben, hier und da mal eine U17 bzw. U19 N11-spielerin in den eigenen Reihen zu halten, hat Gütersloh die Spielerinnen (z.B. Gößling) nicht halten können. Vereine wie Bad Neuenahr oder Wolfsburg haben dankend übernommen.

    Die Einführung der U17 BuLi ist sportlich sicherlich reizvoll und kann vielleicht helfen, Spielerinnen zu sichten und intensiv zu fördern, aber welche Vereine können das noch aus eigener Kraft leisten? Der DFB sollte ein ureigenes Interesse daran haben und das entsprechend finanzieren.

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  • enthusio sagt:

    Zur unklaren Situation beim FCR Duisburg hier noch ein Link:

    http://www.derwesten.de/sport/lokalsport/duisburg/tag-der-entscheidung-fuer-die-duisburger-vereine-msv-und-fcr-2001-id8110453.html

    Heute wird ja wohl im Laufe des Tages bekanntgegeben, wie es mit dem Traditionsverein weitergeht.

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  • speedy75 sagt:

    In Duisburg werden wohl alle möglichen Optionen ausgelotet und das bis auf den letzten Punkt.

    Hoffen wir dass die dort doch noch eine tragfähige Lösung finden, wenn nicht wird es auch dort richtig düster.

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  • Beobachter sagt:

    Bereits im Januar wurden 200 000 Euro Defizit angegeben. Heute wird immer noch von 200 000 Euro Defizit gesprochen. In den vergangenen Monaten hat es verschiedene Aktionen, u.a. von anderen Vereinen gegeben, Spenden, Versteigerungen, Rettungsschals, Spielerinnen haben den FCR verlassen und stehen nicht mehr auf der Lohnliste, etc., etc.
    Es ändert sich aber nichts an der Höhe des Defizits. Bitte? Doch das Ende der Fahnenstange?

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  • Markus Juchem sagt:

    @Beobachter: Ich vermute, die 200 000 Euro aus dem Januar waren eine Deckungslücke für die aktuelle Saison, während die 200 000 Euro von denen jetzt die Rede ist, wohl zu erwartende Ausgaben für die kommende Saison sind, für die Garantien abgegeben werden müssen.

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  • Beobachter sagt:

    @Markus Juchem: Danke – Ja, das könnte so sein, wollen wir’s hoffen.

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  • Beobachter sagt:

    Alle warten heute gespannt.

    RevierSport online meldet aktuell, dass der Sportvorstand [des FCR] davon ausgehe, dass bis zum Nachmittag eine Entscheidung fällt.

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  • Obresa sagt:

    Der FCR 2009 an Europas Spitze, 2013 am Abgrund.
    Wer ist verantwortlich? Sind es die „bösen“ Sponsoren,
    die sich zurückziehen? Ist es der DFB, deren Interessen
    mehr oder weniger der Nationalmannschaft als der Liga vorbehalten sind?

    Sicherlich nicht unerhebliche Faktoren, aber wer will es einem verübeln, wenn
    das Geld, gerade in einer Region wie Duisburg, nicht mehr so locker sitzt bzw.
    was bekommt man noch an „Gegenleistung“ für das finanzielle Engagement?
    Die renommierten Nationalspielerinnen sind ausnahmslos von der Bühne verschwunden.

    Und der DFB hat noch nie ein wirklich professionelles Konzept auf die Beine gestellt.
    Der Frauenfußball immer noch Lichtjahre vom finanzträchtigen Männerfußball entfernt.

    Doch erscheinen die Probleme vor allem in Duisburg hausgemacht.
    Wechselspielchen und Machtkämfe in der „oberen“ Etage haben mehr kaputt gemacht als geholfen. Viel mehr wurden Selbstdarstellern und inkompetenten Leuten die Türen geöffnet. Nach außen Säbener Straße (Vergleich FC Bayern), in Wirklichkeit aber trostloses Duisburg.
    Leidtragende die Spielerinnen und Trainer, die immer noch das Beste daraus gemacht haben. Aber auch die hatten irgendwann die Nase voll und suchten das Weite oder mussten gehen.
    Skurrile Vertragsverhandlungen in der Vergangenheit, nicht eingehaltene Zusagen und im Stich gelassene Spielerinnen führten nicht gerade zu einem positiven Image und das machte die Runde.
    Haarsträubende Personalpolitik führte u.a. zu Spielabsagen (Junioreinnen-Bundesliga) oder dazu, dass es schon häufiger vorkam, dass Feldspielerinnen als Torhüterin, selbst beim Bundesligateam, nominiert wurden.
    So eklatante Fehlgriffe schrecken ab und führen letztlich zum endgültigen Aus.
    Den Kopf dafür hinhalten, wer sollte das tun? Ist ja keiner mehr da, außer der, der nun das Licht ausmacht. „Gute Nacht“, Duisburg.

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  • Beobachter sagt:

    Obresa kann man kaum widersprechen.

    … leider ließen sich sogar noch viele weitere Beispiele anführen.

    Für mich das beste Beispiel für heiße Luft: der Kooperationsvertrag zwischen dem FCR Duisburg und dem VVV Venlo, der im Oktober 2011 feierlichst unterzeichnet wurde und von dem die Verantwortlichen sich viel versprachen. Und was brachte der am Ende? Nichts.

    Bleibt wirklich nur zu hoffen, dass die jetzt Handelnden Lösungen erarbeiten, die auch in der Zukunft Bestand haben können.

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  • speedy75 sagt:

    Die Entscheidung wurde nun wohl auf den morgigen Mittwoch 26.06. verschoben. Entweder die schaffen die Lösung wirklich in aller letzter Sekunde oder das ist Hinhaltetaktik.

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