Bad Neuenahr: Rückzug aus Frauen-Bundesliga

Von am 20. Juni 2013 – 20.08 Uhr 15 Kommentare

Der SC 07 Bad Neuenahr wird in der kommenden Saison nicht in der Frauenfußball-Bundesliga spielen. Dies teilte der Verein in einer kargen Mitteilung auf seiner Website mit.

„Nach vielen Gesprächen mit bisherigen und potenziellen Sponsoren wurde klar, dass ein Etat für die 1. Bundesliga nicht zu stemmen ist“, heißt es. Noch stehe jedoch nicht fest, in welcher Liga der SC 07 Bad Neuenahr zukünftig spielen werde.

Hoffen auf 2. Liga
Der von der Insolvenz bedrohte Verein hofft mit seinen Nachwuchsspielerinnen und verbliebenen Erstligaspielerinnen zumindest in der 2. Frauenfußball-Bundesliga antreten zu können.

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Logo Bad Neuenahr

Logo des SC 07 Bad Neuenahr © SC 07 Bad Neuenahr

Wie der Neustart aussehen soll, will man „in den nächsten Tagen“ bekanntgeben. „Wir werden auf unsere hervorragende Jugend- und Nachwuchsarbeit setzen“, heißt es weiter. Nach einem Bericht der „Rhein-Zeitung“ wird auch geprüft, einen neuen Verein zu gründen, der schuldenfrei starten könnte.

Ungewisse Zukunft
Allerdings müsste auch hier eine finanzielle Grundlage geschaffen werden, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. „Dass wir für die Zweite Liga nicht unbedingt eine hauptamtliche Kraft benötigen, macht es ein bisschen einfacher“, glaubt Bad Neuenahrs Herbert Kommer, der im Verein für den sportlichen Bereich verantwortlich ist.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

15 Kommentare »

  • waiiy sagt:

    Nun ist leider der schlimmste Fall eingetreten. Schade, dass es so gekommen ist. Mit Bad Neuenahr verabschiedet sich ein Verein aus der 1. Liga, der immer mit sehr viel Herzblut auftritt. Ich hoffe, man kriegt den Etat für die 2. Liga zusammen und der DFB schafft eine Ausnahmeregelung, dass die Mannschaft dort starten darf. Hat Bad Neuenahr zum Lizensierungsverfahren auch die Lizenz für die 2. Liga beantragt?

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  • enthusio sagt:

    Wer sind denn die verbliebenen Erstligaspielerinnen ? Gehört Hanebeck etwa auch dazu ?

    „Mit Bad Neuenahr verabschiedet sich ein Verein aus der 1. Liga, der immer mit sehr viel Herzblut auftritt.“ Ja, das stimmt, waiiy, und in Kürze wird mit Duisburg ein weiterer folgen. Diese Saison wird daher als „Saison ohne sportlichen Absteiger“ in die Geschichte eingehen.

    Zum Glück hatte diese Saison aber auch was Schönes zu bieten: die glorreichen Wölfinnen :-).

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  • FFFan sagt:

    @ waiiy:
    „Hat Bad Neuenahr zum Lizensierungsverfahren auch die Lizenz für die 2. Liga beantragt?“

    Davon gehe ich aus, da zu diesem Zeitpunkt der Klassenerhalt noch nicht definitiv feststand.

    Sollte BN nun auch nicht in der 2.Liga antreten, würde das wohl den nachträglichen Klassenerhalt für Recklinghausen bedeuten, oder?!

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  • TurbinePaul sagt:

    Bad Neuenahr hat zwar keine großen Titel in letzter Zeit geholt, wenn sie aber bei uns im „Karli“ (oder auch bei Auswärtsspielen, wenn wir dort zu Gast waren) gespielt haben, hat man sofort gemerkt, dass das Fußball aus Leidenschaft ist und aus dem tiefstem Herzen kommt.

    Vielleicht hätte der DFB den Verein auch ein bisschen unter die Arme greifen könne.
    Wäre Frankfurt in solch einer Lage (ich weiß, dass das höchstwahrscheinlich nie passieren wird), hätte der DFB gleich die Beine in die Hand genommen und geholfen.

    P.S.: Die arme Patricia Hanebeck…
    Patti, komm zurück nach Potsdam!!!

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  • speedy75 sagt:

    Wenn wirklich beide Vereine die erste Bundesliga verlassen sollten, was ich wie gesagt sehr bedauern würde, hat das auch Folgen auf die Ligen darunter. Bad Neuenahr’s 2te stand ja in der 2ten Liga Süd auf dem 11. Platz und damit einem Abstiegsplatz.

    Es wird also einiges in Bewegung kommen in den nächsten Wochen denn ich gehe davon auss dass man spästens am 01.07. wissen wird wie es bei beiden Vereinen nun weitergeht bzw. geplant ist.

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  • Bebachter sagt:

    Bad Neuenahr hat nun hinsichtlich Realismus und Konsequenz gegenüber dem FCR Duisburg klar gepunktet.

    Sehr bitter für beide Vereine.

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  • Fritz W. sagt:

    Der SC wird versuchen, eine Mannschaft in der 2. Liga zu halten.

    Die Regionalliga kann nur Plan B für den absoluten Notfall sein.

    Das hängt ja alles davon ab, ob der Verein erhalten bleibt – dann mit Tilgungsplan und Teilen der ursprünglichen Lasten.

    Oder ob eine Neugründung erfolgen muss – mit vielen Nachteilen im sportlichen Bereich aber ganz ohne Schulden.

    Den Tilgungsplan wird der Insolvenzverwalter mit den Gläubigern aushandeln. Das Ergebnis der Verhandlungen muss man abwarten. Mal wieder.

    Beide Lösungen sind imho aber besser wie ein Club mit riesiger Schuldenlast, der sich von Spielzeit zu Spielzeit schleppt – siehe TUS Koblenz bei den Männern. Die sind auch nur noch in der Regio, haben aber ihr Schuldenpaket weiterhin zu tragen.

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  • Ceci sagt:

    Das tut mir unheimlich leid für diesen Verein! Hoffentlich bekommen sie die nötige Unterstützung vom DFB und auch von den Sponsoren.

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  • noworever sagt:

    @TurbinePaul
    „Wäre Frankfurt in solch einer Lage (ich weiß, dass das höchstwahrscheinlich nie passieren wird), hätte der DFB gleich die Beine in die Hand genommen und geholfen.“

    warum hier der ‚erzfeind‘ sofort wieder mit ins spiel gebracht wird? … erschließt sich wohl auch nur der illustren vorstellungswelt des sog. ‚turbine-fans‘.

    it’s like an a addiction.

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  • Sheldon sagt:

    Tja, die Bundesliga wird so langsam, aber sicher leider zu einer Spielerei, die man nicht sportlich, sondern in erster Linie finanziell bewältigen können muss. Sehr schade, ich hoffe, wir kriegen keine Eishockey-Zustände, wo irgendwann jedes Jahr nur noch die gleichen 16 (bzw. hier 12) Mannschaften die Lizenz für die Bundesliga beantragen und die Mannschaften aus Liga 2 es gar nicht erst versuchen, dieses Projekt zu stemmen, sondern lieber ihren eigenen Amateurmeister ausspielen!

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  • thom sagt:

    ich fürchte, so wird es kommen. abstiege werden in zukunft am finanziellen tisch entschieden, sofern nicht eine finanzkräftige männermannschaft dahinter steht.

    wie das ausgehen kann, sieht man aber in Hamburg und Leipzig nicht zu vergessen. Hier hatte der Männerverein auch keine Lust mehr auf das Anhängsel. Oder ein Beispiel aus der Schweiz: Die FC Thun AG hat die Frauen nach dem Abstieg ebenfalls ausgegliedert und diese kämpfen nun mit der Situation. Um Geld aufzubringen, muss nun jede Spielerin 1200 Franken pro Jahr zahlen, wenn sie dort spielen möchte.

    Das ist die Zukunft des Frauenfußballs. Vielen Dank, Frau Ratzeburg, Frau Jones. Hier werden auch weder Bad Neuenahr, noch Duisburg oder andere Vereine in absehbarer Zukunft Unterstützung erhalten. Ich verweise nur auf die anstehende Tagung des Frauenfußballs beim DFB – hier ist überhaupt nicht beabsichtigt eine Grundsatzdiskussion anzuregen. Die Zeit ist absichtlich so knapp bemessen, damit ja niemand auf die Idee kommt, die Allmächtigen des DFB in Frage zu stellen.

    Nur mal eine kleine Rechnung zur finanziellen Unterstützung der Vereine. Die Drittligisten (Männer) erhalten umgerechnet pro Spiel 20.000 Euro an Fernsehgeldern. Frauen-Bundesligisten gerade mal 8.000 Euro.

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  • M. aus H. sagt:

    @thom

    Hier ist nicht nur Frau Ratzeburg und Jones zu nennen.
    Ganz oben interessiert seit dem 20iger nicht mehr da ist, FF keinen mehr.

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  • Lucy sagt:

    Jetzt ist auch das amtlich…

    „Nationalstürmerin Celia Okoyino da Mbabi wechselt mit großen Ambitionen zum 1. FFC Frankfurt und unterschreibt einen Dreijahresvertrag“

    Quelle: FFC-HP

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  • Kuno sagt:

    Schon gemerkt? Die Pleite von Neuenahr interessiert nicht nur beim DFB niemanden – weder Jones noch Ratzeburg noch gar Niersbach – sie hat auf dieser Seite nur 13 Kommentare hervorgerufen, jetzt 14 – ein Echo in der gleichen Dimension wie

    „Frankfurt modernisiert Brentanobad-Stadion“

    oder

    „Spielpläne der 2. Frauen-Bundesliga veröffentlicht“

    Krass.

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  • FFFan sagt:

    @ Kuno:

    Die Frage ist, wer hier nichts merkt…

    Krass!

    P.S.: hier ist die Party: 😉

    http://www.womensoccer.de/2013/05/27/sc-07-bad-neuenahr-stellt-insolvenzantrag/

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