Erster Härtetest für deutschen Rumpfkader

Von am 15. Juni 2013 – 10.17 Uhr 8 Kommentare

Die personell geschwächte deutsche Frauenfußball-Nationalelf bestreitet heute in Essen (ab 15.15 Uhr live im ZDF) gegen Schottland den ersten Härtetest für die Frauenfußball-EM in Schweden (10. bis 28. Juli). Und womöglich wird dabei eine junge Nachwuchsspielerin ihr Debüt im Trikot der A-Nationalelf feiern.

Gut drei Wochen vor Beginn der EM hat das Trainerteam derzeit alle Hände voll zu tun. Denn aufgrund der zahlreichen Verletzungen gilt es permanent, sich neue Gedanken über den Kader, seine Zusammensetzung und die Positionen zu machen, auf denen die verbliebenen Spielerinnen eingesetzt werden können.

Serie von Verletzungen reißt nicht ab
„Ich habe schon vieles erlebt, aber dass wir über eineinhalb Jahre uns immer wieder über verletzte Spielerinnen beklagen müssen, immer einen anderen Kader haben und immer neu improvisieren müssen, das gab es bisher noch nicht und das hat sich jetzt in der Vorbereitung fortgesetzt“, so Neid.

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Team muss noch enger zusammenrücken
Doch alles Wehklagen hilft nichts: „Mit dieser Situation müssen wir leben, natürlich hätten wir es gerne anders“, spielt Neid darauf an, dass neben dem EM-Aus von Viola Odebrecht (Knie-OP), Verena Faißt (Pfeiffersches Drüsenfieber), Alexandra Popp (Außenbandriss im Sprunggelenk) und Linda Bresonik (Achillessehnenentzündung) nun auch die Teilnahme von Kim Kulig auf der Kippe steht. „Wir müssen als gesamtes Team noch enger zusammenrücken.“ Das Duell gegen die robusten Schottinnen dürfte einen ersten Vorgeschmack darauf liefern, was die DFB-Elf bei der EM erwarten wird.

Gegner zur rechten Zeit
Der Gegner verpasste nur knapp nach einem dramatischen Playoff-Duell mit Spanien die EM-Teilnahme. Neid meint: „Ich kenne Anna Signeul schon lange, sie hat in Schottland einen sehr guten Job gemacht und die Schottinnen dahin gebracht, dass sie Fußball spielen wollen und von hinten heraus gut kombinieren. Sie haben schnelle Spielerinnen und sind sehr selbstbewusst. Es ist eine Mannschaft, die für uns zur rechten Zeit kommt. Die Schottinnen werden uns fordern, aber nicht überfordern.“

Melanie Leupolz

Steht bei Bundestrainerin Silvia Neid hoch im Kurs: Melanie Leupolz © Nora Kruse / ff-archiv.de

Debüt für Leupolz?
Neid will aus der Not eine Tugend machen. „Wir haben viele junge, hungrige Spielerinnen, die etwas erreichen wollen, die Lust haben, spielintelligent und technisch versiert sind.“ Eine von ihnen heißt Melanie Leupolz und die Anwesenheit der 19-jährigen Mittelfeldspielerin vom SC Freiburg in der Abschlusspressekonferenz am Freitag könnte ein Fingerzeig sein, dass sie gegen Schottland womöglich ihr Debüt in der A-Nationalelf feiern wird.

Schnell an höheres Niveau gewöhnt
Leupolz erklärt: „Das Niveau und die Intensität sind viel höher, aber ich habe mich gut eingefunden und es macht auch Spaß. Klar gibt es noch ein paar Abstimmungsfehler, aber die werden immer weniger und weniger. Ich freue mich auf jeden Fall im Kader dabei zu sein und würde mich über einen Einsatz freuen.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

8 Kommentare »

  • Jennifer sagt:

    Kim Kulig wird definitiv bei der EM nicht dabei sein. Gute Besserung von hier aus an alle verletzten Spielerinnen!

    Auf der anderen Seite sehe ich die vielen Ausfälle gar nicht so super negativ. Viele Spielerinnen haben dadurch eine Chance regelmäßiger zum Einsatz zu kommen. SN wird „gezwungen“ von ihrer etwas störrischen Linie abzuweichen und auch mal andere zu nominieren und spielen zu lassen. Das kann dem gesamten Team auch gut tun! Wenn man den Artikeln und TV-Berichten glauben schenken darf, dann scheinen alle sehr gut motiviert zu sein – wir werden es heute nachmittag erleben …

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  • Sheldon sagt:

    @Jennifer: Sehr wahr!

    Übrigens bin ich bei Bajramaj sehr positiv gestimmt, was ihre Einsatzchancen betrifft. Bei Soccerdonna spricht sie darüber, dass sie die Reha zusammen mit ihrem Freund bestritten hat und sie sich dabei an ihm orientieren konnte und er sie „gepusht“ hat. Sollte die Professionalität eines Zweitligaprofis hier auf Bajramaj umgesprungen sein, muss man sich keine Sorgen machen, dass sie nicht vollständig wiederhergestellt und gesundheitlich topfit ist.

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  • Speedy75 sagt:

    Nun wird sich auch zeigen wie das Team auf die vielen Ausfälle reagiert. Wie aber Jenniger schon richtig erkannt hat bietet das auch viele Chancen für die anderen Spielerinnen.

    Wünsche allen verletzten Spielerinnen gute Besserung.

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  • Marcel sagt:

    In einem ZDF- Interview hat Frau Neid Melanie Leupolz ziemlich lobend erwähnt und ihre nicht Nominierung für den U19-Lehrgang sind starke Indizien das sie wohl mitfährt nach Schweden.
    So des anderen Leid ist halt des anderen Glück aber sie hat sichs auch wirklich verdient wenns dazu wirklich kommt 🙂

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  • Nora Kruse sagt:

    AUFSTELLUNGEN

    Deutschland:
    Angerer, Schmidt, Bartusiak, Peter, Krahn, Mittag, Okoyino da Mbabi, Marozsán, Goeßling, Maier, Keßler

    Schottland:
    Fay, L. Ross, J. Love, Lauder, Little, Sneddon, Beattie, Evans, J. Ross, Crichton, Brown

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  • Sheldon sagt:

    Hm… was soll man dazu sagen? Krahn für Wensing in der Startelf? Das tut schon weh! Gerade, weil sie in diesem Jahr bisher kaum eingesetzt wurde.

    Schmidt auf Rechtsaußen kann man so machen, schade, dass Lena Lotzen diese Chance nicht bekommt, gerade weil Schmidt ja in diesem Jahr in Frankfurt nur noch Bankdrückerin war!

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  • Pauline sagt:

    Warum war Schmidt Bankdrücker? weil sie Ihre Verletzung auskuriert hat — dann war eben der Stammplatz weg…. bei den anderen der EM….

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  • Sheldon sagt:

    @Pauline: Das mit Schmidt hatte bei Frankfurt auch Leistungsgründe, weil Huth ihr einfach den Platz im Team weggenommen hat.

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