Linda Bresonik muss EM in Schweden absagen

Von am 13. Juni 2013 – 12.12 Uhr 18 Kommentare

Hiobsbotschaft für die deutsche Frauenfußball-Nationalelf: Linda Bresonik muss ihre Teilnahme an der EM in Schweden (10. bis 28. Juli) absagen. Bundestrainerin Silvia Neid muss somit nach Viola Odebrecht, Verena Faißt und Alexandra Popp auf eine vierte wichtige Spielerin verzichten.

Die Defensivspielerin von Paris Saint Germain leidet an einer Achillessehnen-Entzündung im linken Fuß. Die Beschwerden beinträchtigen die 84-malige Nationalspielerin schon seit einigen Monaten, weshalb schon beim ersten EM-Vorbereitungslehrgang der Frauenfußball-Nationalelf vergangene Woche in Kaiserau nur ein reduziertes Training möglich war.

Operation unumgänglich
„Es macht keinen Sinn, so weiterzumachen”, so Bresonik. „Natürlich ist das keine einfache Situation für mich, weil ich unheimlich gerne in Schweden dabei gewesen wäre. Mein Ziel ist jetzt aber erst mal, mich sobald wie möglich operieren zu lassen, um endlich völlig beschwerdefrei zu werden.”

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Linda Bresonik

Verpasst die EM in Schweden: Linda Bresonik © Nora Kruse, ff-archiv.de

Neid: „Herber Schlag“
Bundestrainerin Silvia Neid sagt: „Das ist für uns ein weiterer herber Schlag. Mit Linda müssen wir auf eine erfahrene Spielerin verzichten, die uns bei der EM sehr fehlen wird. Eine intensive Vorbereitung wäre angesichts ihrer Beschwerden nicht möglich gewesen, hinzu kommt die hohe Belastung durch die Spiele innerhalb kürzester Zeit während eines Turniers. Ein Start bei der EM ist so nicht zu verantworten.” Neid erklärt weiter: „Für uns ist das besonders bitter, weil nach Viola Odebrecht, Verena Faißt und Alexandra Popp mit Linda Bresonik schon die vierte wichtige Spielerin auf Grund von Verletzungen oder Krankheit nicht dabei sein kann.”

Keine Nachnominierung
Auf eine Nachnominierung verzichtet Neid. Derzeit stehen noch 27 Spielerinnen im erweiterten EM-Kader. Das 23-köpfige Aufgebot für die Europameisterschaft soll nach den beiden Länderspielen am Samstag (ab 15.30 Uhr, live im ZDF) gegen Schottland in Essen und am Mittwoch (ab 17.45 Uhr, live in der ARD) in Paderborn gegen Kanada benannt werden.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

18 Kommentare »

  • Michele sagt:

    Ich finde den Ausfall von Linda extrem bitter und ich bin sehr traurig darüber!
    Kopf hoch, Linda!

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  • Andreas sagt:

    Mir tut es vor allem für Linda Bresonik leid. Ist immer extrem bitter, wenn man so ein Highlight absagen muss.

    Spielerisch finde ich persönlich es nicht so bitter. Meine Meinung zu Bresonik ist ja bekannt. Sie hat mich seit der WM eigentlich im Nationaldress nie überzeugt. Da finde ich den Ausfall von Odebrecht und Popp schon schlimmer.

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  • Sheldon sagt:

    Natürlich mag das bitter für Bresonik sein, aber auch hier gilt wie bei Odebrecht: Hätte man im richtigen Moment vorgesorgt, wäre sie jetzt dabei!

    Es ist schon erstaunlich, wie teilweise naiv solche gestandenen Spielerinnen mit Verletzungen umgehen und wie sie für ein paar Ligaspiele ihre Gesundheit langfristig aufs Spiel setzen. Man kann als Profi eine Verletzung nicht einfach über Monate verschleppen, das ist einfach nur dumm.

    Wenn man sich den Kader anschaut, wer da alles spielt, darf man nicht viel erwarten.

    Auf der Torwartposition und in der Abwehr ist man noch am besten besetzt, doch generell wirkt der Kader wie die Mobilisierung der letzten deutschen Reserven:

    Krahn, Kulig, Schmidt außer Form, Bajramaj und Laudehr langzeitverletzt, Däbritz, Leupolz, Linden ohne Einsatz bisher, Cramer, Maier, Kershowski, Lotzen und Huth ohne Erfahrung, das sind 13 von 23 noch verbliebenen Feldspielerinnen. Da bleiben noch genau 10 Spielerinnen übrig für die 10 Feldpositionen.

    Wenn man dann bedenkt, dass es unter diesen Bedingungen fast unausweichlich ist, dass eine Spielerin wie Melanie Behringer spielt, fragt man sich schon, was aus unserer N11 geworden ist!

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  • wrack sagt:

    Alles Gute von meiner Seite für Linda Bresonik. Sie wird der Natio und den Fans natürlich fehlen.
    Faißt, Odebrecht, Popp und jetzt Bresonik abgesagt, Bajramaj, Laudehr und Krahn noch nicht definitiv reintegriert – Diese EM scheint aktuell unter keinem guten Stern für das deutsche Team zu stehen.
    Odebrecht, Popp und Bresonik hatten ihr Zipperlein mehr oder weniger mit durch die Saison geschleppt. Ich befürchte, dass sie dieses Schicksal mit anderen Spielerinnen teilten und ergo, dass wir bei den Ausfällen noch nicht am Ende der Liste sind. Man muß als Fan also schon zittern, lange bevor die Spiele beginnen 🙁

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  • Sheldon sagt:

    Ich sehe darin eine viel größere Chance als ein Problem. Bresonik hat in der N11 zuletzt auf einer Position gespielt, die sie absolut nicht beherrschte und auf der sie völlig deplaziert war.

    Die Tatsache, dass Popp, Odebrecht, Faißt und Bresonik ausfallen, sehe ich als eine Möglichkeit an, endlich die richtigen Spielerinnen einzusetzen.

    Ich stelle mir das so vor:

    Angerer/Schult – Maier/Huth, Wensing/Cramer, Bartusiak/Henning, Peter/Schmidt – Goeßling/Däbritz, Keßler/Behringer – Bajramaj/Linden, Marozsan/Leupolz, Mittag/Kershowski – Celia/Lotzen

    Ich glaube, dass diese Elf nicht einmal so schlechte Karten hätte. Spielerinnen wie Däbritz, Linden, Leupolz, Lotzen, Huth, Maier und Cramer bringen zumindest noch die nötige Motivation mit!

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  • Michael sagt:

    Man sollte jetzt nach den vier Ausfällen auf jeden Fall noch Lina Magull nachnominieren und die dann auch definitiv mitnehmen!

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  • Andreas sagt:

    Erstmal bleibt für mich das Fragezeichen zum Fitnesszustand von Bajramaj und Laudehr und in wie weit sie bis zur EM die nötige Wettkampfhärte und Form erreichen können. Hoffentlich gibt da das Spiel am Samstag erste Erkenntnisse. Die beiden halte ich für schwer ersetzbar (jedenfalls auf die Dauer eines ganzen Turnieres berechnet). Ich halte nach wie vor Leonie Maier für eine Option für die rechte offensive Seite, vor allem wenn Bajramaj noch keine Option für die Startelf sein sollte. Auf der rechten Verteidigerposition kann dann wieder Schmidt spielen.

    @Sheldon: Für mich fehlt da noch Kulig.

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  • gerd.karl sagt:

    da hab ich doch eine sehr gute vorhersage getrofen.

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  • never-rest sagt:

    @sheldon: Sehe ich genauso. So schade die Ausfälle der Stammspielerinnnen auch sind, bietet sich jetzt bei der EM die Chance gerade für die jungen bzw. unerfahrenen Kräfte wie Maier, Lotzen, Leupolz etc. sich in den Vordergrund zu spielen, wenn SN den Mut hat, sie auch zu bringen. Talent ist m.E. genug da.

    Außerdem können Keßler, Goeßling u.a.nun auch in der Natio eine Führungsrolle wie im Verein übernehmen.

    Wichtig ist, dass es SN gelingt, einen eingeschworenes Team zu formen. Für das Halbfinale oder Finale müsste es allemal reichen.

    Wie schon bei Faißt, Popp und Odebrecht ist es für Bresonik persönlich natürlich traurig, nicht dabei zu sein. Wenngleich letztere mich längst nicht immer überzeugt hat. Vielleicht hing das schon mit der verschleppten Verletzung zusammen.

    Habe schon vor Wochen vorhergesagt, dass sich die Streichkandidaten aufgrund von Verletzungen vielleicht von selbst ergeben. Leider ist es so eingetreten.

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  • Sheldon sagt:

    @Andreas: Kulig hat mich seit ihrer Verletzung noch nicht einmal in einem wirklich wichtigen Spiel überzeugen können. Sie hat für mich zur Zeit einfach absolut kein N11-Niveau, weil ihre Leistungen viel zu schwankend, viel zu unsicher sind!

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  • Jan sagt:

    Zu vielen Dingen gibt’s ja gegensätzliche Sprichwörter, sodass man sich dass passende raussuchen kann, wie z.B. über das Unglück:

    – Ein Unglück kommt selten allein: Eine Spielerin nach der anderen fällt für die EM aus.

    – Glück im Unglück: Es ist (nur) EM und nicht WM.

    Bei all diesen Ausfällen kann es für Frau Neid & Co. eigtl. nur heißen, aus der Not eine Tugend zu machen. Deutschland bleibt dennoch gefühlter ~50%iger Titelanwärter.

    @Michael: Der Vorschlag mit Magull klingt vielversprechend. Doch ist von Frau Neid auch genug Bauchgefühl für eine Nachnominierung dieses ‚Wirbelwindes‘ zu erwarten?

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  • Michael sagt:

    @Jan: Magull ist meiner Meinung nach offensiv ziemlich stark, vor allem im 1:1 und Dribbling, ausserdem auch torgefährlich. Ich sehe sie auch aufgrund ihrer CL-Erfahrung noch vor Däbritz und Leupolz. Mich wundert es deshalb schon sehr, dass SN Lina Magull nicht schon längst nominiert hat.

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  • Altwolf sagt:

    @Sheldon.Bei deiner Einschätzung zu Behringer u. Kulig bin ich bei dir und sehe auch gute Chancen für Maier,Leupolz u. Lotzen sich gut in dieser Mannschaft entwickeln zu können und traue ihnen in Verbindung mit den noch übrig gebliebenen Etablierten auch gute Leistungen zu.Wenn SN es zuläßt,könnten N.Keßler u. L.Gößling in Verbindung mit.Z.Marozan die Taktgeber des Spieles und auch die kämpferischen Akzente setzen.

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  • wfm sagt:

    @sheldon
    Nun Dahm, von dem du doch sehr angetan warst, hat Kulig dagegen hervorgehoben und ihr zuletzt für den FFC großartige Spiele bescheinigt. Aber er kann natürlich auch mal daneben liegen…
    Sie hat in meinen Augen auch beim 3:3 gegen die USA gut gespielt, weniger weil sie das 1:2 erziel hat, sondern in dem sie z.b. in der 2. Halbzeit die vielen verlorenen Bälle durch die zahllosen Fehlpässe der gefeierten Leonie Maier gemeinsam mit Keßler und Marozsan zurückerobern konnte.

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  • wrack sagt:

    @ Sheldon: „Die Tatsache, dass Popp, Odebrecht, Faißt und Bresonik ausfallen, sehe ich als eine Möglichkeit an, endlich die richtigen Spielerinnen einzusetzen.“

    Klar, angesichts der Unabänderlichkeiten kann man auch MÖGLICHERWEISE positive Aspekte einer Negativserie betonen.
    Und für mich sind die von @ Altwolf genannten Keßler, Goeßling und Maro und natürlich Celia auch noch Hoffnungsträgerinnen. Aber bitte einmal ein Blick auf Zahlen: Immerhin fehlen dem Team inzwischen die geballte Erfahrung von rund 170 Länderspielen und rund 30 Länderspieltoren und zumindest (ich vermute hier einen breiten Konsens) mit Faißt und Odebrecht Spielerinnen, die seit Ende 2011 wichtige Elemente im Mittelfeld und auf dem Flügel waren. Das ist schon heavy im Hinblick auf ein Turnier, wo der Weg zum Titel über (hoffentlich) 6 Spiele und wahrscheinlich durch 3 hohle Gassen (England, Frankreich, Schweden) führt und wo wir m.E. jede Feldspielerin brauchen werden.

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  • waiiy sagt:

    Vielleicht ist es ganz gut, wenn die deutsche Mannschaft gar nicht mehr so sehr als Favorit gesehen wird. Da kann es sich unter Umständen leichter spielen.

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  • timmy sagt:

    Deutschland bleibt hoher Favorit und muss den Titel holen.

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  • Sheldon sagt:

    @timmy: Wenns nach den Quoten geht, ja. Nur dass ich nicht glaube, dass diese Quoten bereits auf die Ausfälle reagiert haben.

    Klar kann Deutschland die EM gewinnen, vielleicht dies Jahr mehr als andere Jahre.
    Und ich denke, dass die ein oder andere Spielerin durchaus das Müller-Gen haben kann. Der hatte vor seiner WM-Nominierung 2010 nur ein Spiel gegen Argentinien bestritten, das verloren ging. Und prompt wurde er Torschützenkönig.

    Ich denke, dass Lotzen oder Leupolz diese Qualität mitbringen könnten.

    Vielleicht ist das Manko von Lina Magull, weswegen sie nicht nominiert wird, ihre selbstbewusste Art, womit Neid ja offensichtlich Probleme hat.

    Ich hoffe für sie, dass Neid doch noch ein Einsehen hat und sie nachnominiert. Sie könnte nützlich sein, ein dreckiges 1:0 nach Hause in den letzten 10 Minuten über die Zeit zu retten.

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