Neulengbach im Foto-Finish zum 11. Meistertitel

Von am 4. Juni 2013 – 11.23 Uhr 3 Kommentare

Der SV Neulengbach ist in Österreich weiter das Maß aller Dinge. Zum elften Mal in Folge holte sich die Elf aus dem Wienerwald den Titel, doch so knapp wie diesmal war es noch nie, denn nur dank der besseren Tordifferenz hatte das Team diesmal die Nase vorn.

In der ÖFB-Frauenliga sicherte sich der SV Neulengbach seinen elften Meistertitel in Folge punktgleich, aber mit einem um 37 Tore besseren Torverhältnis vor dem ASV Simacek Spratzern. Dennoch dürfte auch beim Vizemeister die Freude groß sein, denn neben Neulengbach wird Spratzern Österreich in der Saison 2013/14 in der UEFA Women’s Champions League vertreten. In die 2. Frauen-Liga Mitte/West absteigen muss die SG FC Bergheim/USK Hof.

Die ÖFB-Frauenliga, Saison 2012/13 im Überblick

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Diesmal besseres Ende für Neulengbach
Zuletzt entschied das bessere Torverhältnis 2001 die Meisterschaft, damals für den USC Landhaus gegen Neulengbach, auch 1994/95 profitierte der USC Landhaus gegenüber der Union Kleinmünchen vom besseren Torverhältnis. Dem SV Neulengbach fehlt somit nur noch ein Meistertitel, um mit dem USC Landhaus gleichzuziehen, der 12 Mal die nationale Meisterschaft in der höchsten Frauenklasse Österreichs gewann.

Jubel des SV Neulengbach

11. Meistertitel in Folge: SV Neulengbach © SV Neulengbach

„Torfabrik“ setzte sich gegen „Abwehr-Riegel“ durch
Die beiden Dominatoren der Saison 2012/2013 fügten sich gegenseitig jeweils die einzige Niederlage zu, im Herbst setzte sich der Serienmeister Neulengbach auswärts mit 4:2 (3:1) durch, im Frühjahr revanchierten sich die St. Pöltnerinnen mit einem 1:0 im Wienerwaldstadion, wobei der Ex-Neulengbacherin De Souza Reguera „Darlene“ schon in der 1. Minute der goldene Treffer gelang.

Maria Gstötter und Nina Burger, die 500-Tore-Strikerinnen
An den 104 Toren des Meisters hatten Torschützenkönigin Maria Gstöttner mit 36 und ihre Vereinskollegin Nina Burger mit 33 Toren den größten Anteil. Zusammen erzielten sie ein Tor mehr als Rivale ASV Simacek Spratzern insgesamt. Mit nunmehr 313 Toren (seit 1999) hat die 6-fache Torschützenkönigin Maria „Mary“ Gstöttner (früher: „Toni“ nach Toni Polster) in dieser Saison die 300-er-Marke überschritten.

Dazu gesellen sich zahlreiche und wichtige Pokal-Tore, fünf Treffer in der österreichischen A-Nationalelf und als bisher einzige Österreicherin 2004 der Titel „Beste Torschützin im UEFA Women’s Cup“, Vorgänger der UEFA Women´s Champions-League. Damals gelangen der 29-jährigen St. Pöltnerin elf Tore im europäischen Wettbewerb, übrigens in bester Gesellschaft, denn z.B. auch Hanna Ljungberg (Umeå), Conny Pohlers (1. FFC Turbine Potsdam) oder Vanessa Bürki (FC Bayern München) eroberten in anderen Jahren diese begehrte UEFA-Trophäe.

Auf den Spuren Gstöttners wandelt auch Nina Burger, Kapitänin der österreichischen A-Nationalelf, die in 43 Länderspielen 23 mal getroffen hat. In der Meisterschaft hat die 25-jährige Tullnerin seit 2005 219 Treffer erzielt und in der abgelaufenen Saison die 200-Tore-Marke geknackt.

Spielszene Spratzern gegen Neulengbach

Der SV Neulengbach und der ASV Simacek Spratzern lieferten sich ein packendes Duell um den Titel © SV Neulengbach

Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Schluss
Mit einer tollen Leistung warteten die Schützlinge von Spratzern-Cheftrainerin Brigitte Entacher auf. Im Vorjahr als Aufsteiger 2011 sensationeller Zweiter mit noch sieben Punkten Rückstand auf Meister Neulengbach, ließ der Abwehr-Riegel in dieser Saison nur ein Gegentor mehr zu als die Defensive Neulengbachs.

Ohne Gegentor seit Oktober 2012
Der Vizemeister hat das letzte Meisterschafts-Gegentor am  7.10.2012 kassiert, seitdem blieb das Team in zwölf Meisterschaftsspielen ohne Gegentreffer. Und offensiv? Für den Vizemeister traf ÖFB-Teamstürmerin Lisa-Marie Makas 19 Mal, „Darlene“ brachte es auf 11 Tore. Der knappe Endstand ist bekannt, ein „Foto-Finish“, aber die erstmalige Teilnahme von zwei Teams aus Niederösterreich im in der UEFA Women’s Champions League unterstreicht  die Stärke des Frauenfußballs in diesem Bundesland! Beide Vereine sind  nicht zuletzt dank der bisherigen hervorragenden Leistungen Neulengbachs in der UEFA Women’s Champions-League in der UEFA-Länderwertung der Frauen fix für die UEFA Women´s Champions League 2013/14 qualifiziert (Auslosung 5. September – 1. Spieltermin Runde der letzten 32 am 9./10. Oktober 2013).

„Zweite Chance“ für den Vizemeister
Am Samstag, 8. Juni,  treffen SV Neulengbach und Vizemeister ASV Simacek Spratzern im ÖFB Frauen-Cupfinale um 17.00 Uhr auf dem FAC–Platz in Wien erneut aufeinander. Den Schützlingen von Dr. Johannes Uhlig bietet sich dabei die Chance auf das 11. Double in Folge, „Vize“ Spratzern könnte sich erstmals den Pokal sichern.

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3 Kommentare »

  • timmy sagt:

    Ja, das Teilnehmerfeld füllt sich.

    http://en.wikipedia.org/wiki/2013–14_UEFA_Women's_Champions_League

    Fehlen eigentlich nur noch Polen, Slowakei und Ungarn. Freu mich schon auf die neue CL-Saison.

    Der 2. Startplatz hat Österreich übrigens direkt wieder verloren. 2014/15 sehen wir dann zwei tschechische Mannschaften, dh. Sparta und Slavia Prag.

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  • Markus Juchem sagt:

    @timmy: Ungarn steht auch schon zu 99,99% fest, da MTK Hungária FC seine drei letzten Spiele allesamt verlieren und Astra-Bíró-Kert FC zudem 24 Tore gut machen müsste.

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  • Detlef sagt:

    Glückwunsch an die sympathischen Serienmeisterinnen aus Österreich!!!
    Na, das ging ja gerade noch einmal gut!!!
    Ich hoffe man sieht Euch nächstes Jahr wieder beim TURBINE-Hallen-Cup!!!

    Glückwunsch aber auch an die Zweitplazierten, und damit ebenfalls CL-Teilnehmerinnen!!!
    Dann wird es ja auch in unserem südlichen Nachbarland in Zukunft richtig spannend!!!

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1 Pingbacks »

  • […] und verwies dabei als Neuling den traditionellen Titelrivalen Wacker Innsbruck auf Rang 3. Das Foto-Finish aus der gerade zu Ende gegangenen Saison 2012/2013 ist noch bestens im Gedächtnis, nun feierten die Fußballerinnen aus Niederösterreich ihren ersten großen Erfolg gegen das […]

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