Frankreichs EM-Kader mit Brétigny, ohne Bompastor

Von am 1. Juni 2013 – 18.08 Uhr 16 Kommentare

Frankreichs Nationaltrainer Bruno Bini hat am Freitag in der Halle Freycinet von Paris seinen 23 Spielerinnen umfassenden Kader für die Frauenfußball-EM in Schweden (10. bis 28. Juli) bekanntgeben. Dabei verzichtet Bini nach wie vor auf eine der besten französischen Abwehrspielerinnen.

Lyon-Spielerinnen beherrschen EM-Kader
Den Großteil des Teams stellt weiterhin der entthronte Champions-League-Sieger Olympique Lyonnais mit mehr als der Hälfte aller Spielerinnen (12), gefolgt von Paris Saint-Germain (4), FCF Juvisy (4), Montpellier Hérault SC (2) und dem 1. FFC Frankfurt (1), denn Sandrine Brétigny hat den Sprung in den EM-Kader geschafft.

Bompastor und Makanza fehlen
Nicht mit dabei ist Marina Makanza, die bis zuletzt beim SC Freiburg spielte. Keine Berücksichtigung fand nach wie vor Abwehrspielerin Sonia Bompastor, die bereits seit mehreren Länderspielen nicht mehr nominiert worden war.

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Sonia Bompastor und Bruno Bini

Frankreichs Trainer Bruno Bini (re.) verzichtet bei der EM auf Sonia Bompastor © Markus Juchem

Zwischen Hoffen und Bangen
Bretigny:„Ich bin natürlich sehr zufrieden, ich habe schon sehr ungeduldig auf die Bekanntgabe des Kaders gewartet. Die Bundesliga ging ja schon am 12. Mai  zu Ende, das war eine lange Zeit, aber umso zufriedener bin ich, dass ich im Kader stehe.“

Le Sommer: „Wollen den Titel holen“
Keine Zweifel lässt Stürmerin Eugénie Le Sommer an den Ambitionen Frankreichs aufkommen. „Schön, dass ich auf der Liste bin. Wir fahren mit viel Ehrgeiz nach Schweden, um den Titel zu holen und wir hoffen, dass wir dort ein gutes Ergebnis erzielen können, auch wenn uns einige immer noch als Außenseiter ansehen.“

Gesunde Mischung
Bini erklärt: „Es ist eine Mischung aus jungen und erfahrenen Spielerinnen. Wir wollen die EM gewinnen, auch wenn wir wissen, wie schwierig K.-o.-Spiele sind. Zumindest wollen wir wieder das Halbfinale erreichen, wie bei den letzten beiden großen Turnieren.“

Kader Frankreich

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Tor: Karima Benameur (Paris Saint-Germain), Sarah Bouhaddi (Olympique Lyonnais), Céline Deville (Olympique Lyonnais)

Abwehr: Laure Boulleau (Paris Saint-Germain), Sabrina Delannoy (Paris Saint-Germain), Corina Franco (Olympique Lyonnais), Laura Georges (Olympique Lyonnais), Jessica Houara (Paris Saint-Germain), Ophélie Meilleroux (Montpellier Hérault SC), Wendie Renard (Olympique Lyonnais), Julie Soyer (FCF Juvisy)

Mittelfeld: Camille Abily (Olympique Lyonnais), Elise Bussaglia (Olympique Lyonnais), Camille Catala (FCF Juvisy), Amandine Henry (Olympique Lyonnais), Louisa Necib (Olympique Lyonnais), Sandrine Soubeyrand (FCF Juvisy), Gaetane Thiney (FCF Juvisy)

Angriff: Sandrine Brétigny (1. FFC Frankfurt), Marie-Laure Delie (Montpellier Hérault SC), Eugénie Le Sommer (Olympique Lyonnais), Elodie Thomis (Olympique Lyonnais), Laetitia Tonazzi (Olympique Lyonnais)

Video zur Kader-Bekanntgabe (Französisch)

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

16 Kommentare »

  • Zaunreiter sagt:

    Es ist mir völlig unverständlich, dass Bruno Bini Frau Bompastor zuhause lässt. Aber vielleicht ist das ja auch so eine Neid/Grings-Geschichte

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  • Detlef sagt:

    Ein starker Kader!!!
    Bin wirklich gespannt darauf, wie weit es diesmal geht für die Blauen!!!

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  • FFFan sagt:

    @ Zaunreiter:

    Was ist mit „Neid/Grings-Geschichte“ gemeint?

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  • wrack sagt:

    Das ist der bekannte eingespielte Weltklasse-Kader und Frankreich ist auch einer der Topfavoriten. Es sind natürlich „alte Bekannte“ und ich rechne auch bei der EM im Spiel der Französinnen nicht mit großen Überraschungen und Umstellungen. Sowohl im Kader wie auch der Stammelf gibt es kaum Fluktuation. Man weiß, wer auflaufen wird, soweit nicht Verletzungen es verhindern. Lediglich auf die Form der Stammelf bin ich gespannt. Immerhin hat Frankreich in der Vorbreitung seine Remisserie beendet, mit einem 3-0 gegen Finnland. Größte Besorgnis flößt mir Binis Team aber nach wie vor nicht ein. Dabei ist es die Abwehr, die ich potentiell als am wenigsten starken Mannschaftsteil sehe.

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  • laasee sagt:

    @Zaunreiter

    I agree with you.

    The best players should be at the EURO tournament.

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  • Detlef sagt:

    @FFFan,
    Zaunreiter spielt hier wohl auf die „sehr schwierige“ Umgangsweise an, die zwischen der langjährigen Toptorjägerin und der Bundesgöttin bestanden hat!!!
    Inka ist ja bekannt dafür, daß sie kein Blatt vor den Mund nimmt, und ihre Meinung offen kund tut!!!
    Und der DFB, und da zähle ich alle EntscheidungsträgerInnen dazu, ist seinerseits bekannt dafür, daß er mit Kritik nicht umgehen kann!!!

    Zwischen Bompastor und Bini muß wohl ein ähnliches „Spannungs-Verhältnis“ herrschen, anders kann man sich das offenkundige Desinteresse des französischen Coaches nicht erklären!!!
    Sonja muß wohl in der Presse einigen Unmut geäußert haben, was Bini nicht witzig fand!!!
    Wrack sprach schon die etwas unsichere Abwehr an, die mM durch das Fehlen einer so erfahrenen Spielerin wie Bompastor nicht sicherer wird!!!

    Inka Grings kam ja erst nach ausführlichem „Zukreuzekriechen“ wieder in den Kader der DFB-Auswahl zurück!!!
    Entweder muß sich Sonja Bompastor ähnlich erniedrigen lassen, oder sie hat Glück, und Bini muß nach einem schlechten Abschneiden der Tricolore seinen Hut nehmen, und sein/e NachfolgerIn gibt ihr wieder eine Chance!!!

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  • hanah sagt:

    Sie haben einen sehr starken Kader Und ich freu mich besonders darauf Louisa Necib spielen zu sehen aber ich verstehe einfach nicht warum er mit Bompastor eine der stärksten Französinnen zuhause lässt!! une équipe forte!!!;D

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  • Sheldon sagt:

    Viel verwunderlicher ist es doch, dass man nirgendwo auch nur ein Sterbenswörtchen der anderen FF-Nationalspielerinnen in Frankreich zu diesem Thema hört. Gerade bei einer solchen Spielerin hätte man doch erwartet, dass der Aufschrei groß ist. Da frage ich mich, ob der Trainer so eine große Autorität hat, dass keine seiner Spielerinnen sich traut, etwas gegen ihn zu sagen oder ob das angespannte Trainer-Spielerin-Verhältnis der einzige Grund dafür sein kann.

    Denn ich kann mich erinnern, dass der Grings-Fall damals 2003 ein handfester Skandal war und ihr auch Spielerinnen zur Seite gesprungen sind.

    Das scheint hier ja nicht der Fall zu sein.

    Was den Kader angeht, sehe ich die Hauptprobleme nicht in der Abwehr, sondern eher im Sturm. Die Abwehr (+Tor) ist nahezu identisch mit der von Lyon und Houara ist auf ihrer Position keine schlechte.

    Im Sturm dagegen fehlt es Frankreich an einer echten Vollstreckerin. Bretigny und Delie sind auf der Zentrumsposition beides keine Weltklassebesetzung. Vielleicht wird dieses Loch ja durch Laetitia Tonazzi gefüllt, die in dieser Saison auch in der CL sehr stark war, gerade auch als Jokerin. Dass sie schon 32 ist, scheint ja im Sturm noch nichts zu heißen, insofern könnte ich mir gut vorstellen, dass sie durchaus ihre Chancen bekommt, sich zu bewähren!

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  • wrack sagt:

    @ Sheldon: „Was den Kader angeht, sehe ich die Hauptprobleme nicht in der Abwehr, sondern eher im Sturm.“

    Bei Frankreich schießt aber fast ausschließlich der Sturm die Tore. Seit der Olympiade, also in 10 Spielen, haben Marie-Laure Delie (6), Eugénie Le Sommer (6), Gaëtane Thiney (3), Louisa Necib (4) und Elodie Thomies (2) 21 von den geschossenen 23 Toren erzielt.
    Von den 10 Spielen blieben die Französinnen nur in 3 Spielen, nämlich gegen Finnland gestern, gegen Schottland und Irland, ohne Gegentreffer. 11 Gegentreffer verteilen sich über die restlichen 7 Spiele, 5 Gegentreffer davon in der ersten Halbzeit.

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  • Sheldon sagt:

    Lassen wir mal die beiden EM-Qualispiele raus und konzentrieren wir uns auf die letzten 8 Spiele bei Frankreich bzw. 9 Spiele bei Deutschland, so ergibt sich Folgendes:

    Frankreich 14:11 Tore
    Deutschland 14:13 Tore

    Die Gegner waren in etwa vergleichbar. Die Abwehr stellt also nicht ein derart großes Problem dar und dürfte mit Renard und Georges sehr gut stehen.

    Bei den Torschützinnen sieht es dann wie folgt aus: Delie (4), Thiney (3), Necib (3), Le Sommer (2) und Thomis (1)

    Dabei findet sich darunter nur eine echte Stürmerin mit Delie, die anderen spielen Offensives Mittelfeld.

    Die große Anzahl der Unentschieden zeigt, dass es gerade vorne an Durchschlagskraft fehlt, an einer Spielerin, die den Gegner einfach mal im Alleingang 3:0 oder 4:0 wegballert (wie Celia letztes Jahr an der Algarve).

    Die Konsequenz im Abschluss ist immer noch das Problem von Frankreich. Ein Tor hinten, geschenkt, das kann schonmal passieren, gerade bei einer Europameisterschaft, aber wer beispielsweise gegen Niederlande nicht mehr als ein Tor schießt, der hat ein gewaltiges Problem, die Feldüberlegenheit in Tore umzumünzen!

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  • wrack sagt:

    @ Sheldon: „Bei den Torschützinnen sieht es dann wie folgt aus: Delie (4), Thiney (3), Necib (3), Le Sommer (2) und Thomis (1)“

    Sorry, Korrektur: Delie (5), Thiney (2)…

    Den Vergleich mit Deutschland, das gerade in den letzten Spielen nette, aber plumpe Geschenke der Abwehr verteilte, kannst du natürlich machen, er bringt mich aber in der Erkenntnis nicht so recht weiter. Ich halte z.B. die Gegner für schwer vergleichbar, also z.B. Brasilien mit den USA. Nicht, weil Brasilien schwächer ist, sondern weil sie anders spielen.

    Warum du nur Delie als echte Stürmerin betrachtest, Achselzucken. Sollen wir nur Delie mit Da Mbabi vergleichen ? Ich sehe mir lieber die französische Offensive, wie aufgezählt, an.

    Die Spiele, die wir hier im Fernsehen von Frankreich gesehen haben, haben das Team im Abschluß nicht als besonders ineffektiv erscheinen lassen, zuletzt z.B. beim 3-3.

    Ich betrachte die französische Abwehr auch nicht als schlecht, sie ist im Gegenteil hochklassig, von ihrem Potential her aber liegt sie für mich einfach hinter Mittelfeld und Offensive. Die genannten Georges und Renard weisen nach meiner Beobachtung z.B. leichte Schwächen gegen schnelles direktes Spiel auf. Bouhaddi (Torhüterin gehört zur Abwehr, denke ich) hat auch so ihre Anwandlungen und leistet sich auch schon einmal einen Schult’sche Fehler (Tschuldigung, Almuth, Vergleich kommt nicht wieder vor !).

    Aber klar, man kann da geteilter Meinung sein, immerhin ist das eine Weltklassemannschaft, da geht es um Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen.

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  • Sheldon sagt:

    @wrack: 1. handelt es sich um eine EM, und da ist es naheliegend, mit europäischen Mannschaften zu vergleichen. Und da sehe ich gegenüber Schweden (Schelin) und Deutschland (Celia) klare Nachteile.

    2. Ja, der Sturm ist für mich in einem 4-5-1-System per definitionem nur Delie. Gerade in dem Zuge, was ich hier meine: Es geht mir hier gerade um die Spiele, die in der KO-Phase die Entscheidung bringen sollen. Und da hat sich mir ein Spiel besonders eingebrannt, nämlich das Viertelfinale 2011 England-Frankreich. Damals standen dieselben (und zwar sämtliche) Mädels auf dem Platz, die bei der EM auch spielen werden: Delie, Necib, Thiney, Abily, Le Sommer, Thomis, Bretigny, alle 7 kamen im Laufe des Spiels zum Einsatz.

    Und von 20-25 Chancen haben sie es nicht geschafft, auch nur eine im Tor unterzubringen. Da fehlt eben genau die Spielerin (wie damals Bussaglia), die die Ärmel hochkrempelt und eine Einzelaktion konsequent zum Abschluss bringt. Und genau das könnte vielleicht Tonazzi sein, deswegen würde ich sie ausprobieren.

    Klar, technisch und spielfähig kann die Abwehr nicht unbedingt mithalten. Doch an der muss man eben erst einmal vorbeikommen. Und sie machen ihre Arbeit auch gut, klar, dass solche 2-Meter-Kanten nicht die schnellsten und filigransten sind, dafür sind sie im Zweikampfverhalten mit die besten der Welt!

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  • FFFan sagt:

    @ Detlef:
    „Inka Grings kam ja erst nach ausführlichem “Zukreuzekriechen” wieder in den Kader der DFB-Auswahl zurück!!!“

    Man ist aufeinander zugegangen. Dass Inka dabei auch eigene Fehler eingeräumt hat, würde ich nicht als „zukreuzekriechen“ bezeichnen.

    @ Sheldon:
    „Denn ich kann mich erinnern, dass der Grings-Fall damals 2003 ein handfester Skandal war und ihr auch Spielerinnen zur Seite gesprungen sind.“

    Es gab 2003 keinen „Fall Grings“. Möglicherweise verwechselst du es mit dem „Fall Voss“. Der war aber schon 2000, und Voss ist damals auch keine Spielerin „zur Seite gesprungen“, worüber sie sich sehr beklagt hat.

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  • sitac sagt:

    Jetzt wollte ich gerade zur Entspannung mal das „Video zur Kaderbekanntgabe“ anschauen. Und dann entpuppt sich das Video als Gruselfilm. Vor Schreck Ganzkörper-Gänsehaut. Das Menetekel des Bini-Debakels sitzt mit am Mikrofon. Gespenstisch. Bini wird sie noch mit dem Rollator auflaufen lassen.
    Und Elodie kommt überhaupt nicht vor im Film. Was soll das!!! 🙁

    Maximal Halbfinale. Schade wieder mal.

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