Birgit Prinz führt Hoffenheim in die erste Liga

Von am 26. Mai 2013 – 15.57 Uhr 27 Kommentare

Die TSG 1899 Hoffenheim wird nach einem dramatischen Remis gegen den 1. FC Köln am letzten Spieltag der 2. Frauenfußball-Bundesliga Süd in der nächsten Saison erstklassig spielen. Dabei lagen die Gastgeberinnen zur Pause im Rückstand, doch die Einwechslung von Birgit Prinz brachte die Wende, Kölns Antwort kam zu spät.

Mehr als 3 000 Zuschauer
Am Ende reichte der Elf aus dem Kraichgau vor der stattlichen Kulissen von 3 050 Zuschauern, darunter Ex-DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, im Dietmar-Hopp-Stadion ein 3:3 (1:2), um den schärfsten Konkurrenten auf Distanz zu halten, Hoffenheim steht somit nach dem BV Cloppenburg aus der Zweiten Frauenfußball-Bundesliga Nord als Aufsteiger in die Frauenfußball-Bundesliga fest.

Frauenfußball - Birgit Prinz

Die Einwechslung von Birgit Prinz brachte  im Spiel gegen den 1. FC Köln die Wende

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Spannender Schlagabtausch
Jasmin Stümper brachte die Gäste aus Köln im Dauerregen mit einem Kopfball in Führung (20.), ehe Theresa Betz mit einem 25-Meter-Schuss der Ausgleich gelang (42.). Doch postwendend hatten die Kölnerinnen wieder eine Antwort parat, Bilgin Defterli sorgte noch vor der Pause im direkten Gegenzug für die neuerliche Führung (43.). Hoffenheim benötigte zumindest einen Punkt für den Bundesliga-Aufstieg. „Ich habe die ganze Zeit gespürt, dass wir noch das eine Tor machen“, so Trainer Jürgen Ehrmann nach der Partie. Und er sollte Recht behalten.

Prinz kommt, Hartel sorgt für Entscheidung
Denn mit der Einwechslung von Ex-Nationalspielerin Birgit Prinz kehrten die Gastgeberinnen auf die Erfolgsstraße zurück (53.). Nur zehn Minuten später gelang der Schweizer Nationalspielerin Martina Moser nach einem wilden Gestocher im Strafraum der Ausgleich (63.) und Susanne Hartel beseitigte in der Schlussviertelstunde alle Zweifel, als sie den Ball über die Linie bugsierte (78.).

Kölner Comeback kommt zu spät
Tugba Tekkal gelang zwar in der Schlussminute noch das 3:3 (90.), doch ein weiterer Treffer wollte den Kölnerinnen nicht mehr gelingen, auch wenn Kölns Torhüterin Lena Nuding sich in der Nachspielzeit noch mit nach vorne begab, als ein Freistoß Hoffenheims Aufstieg noch einmal bedrohte. Somit sicherte sich die TSG 1899 Hoffenheim (56 Punkte) mit einem Punkt Vorsprung auf den 1. FC Köln die Meisterschaft.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

27 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    Schade…

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Tja, ich schreibe da nur -> Sieger-Gen! Birgit mit ihrer ganzen Persönlichkeit und Erfahrung ist dafür explizit prädestiniert.
    Glückwunsch an Hoffe und eine gute Saison, in der sie zu einer Bereicherung der Liga werden könnten.

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  • Speedy75 sagt:

    Dieses Jahr hat es also geklappt mit dem Aufstieg.
    Für Köln ist es schade allerdings führt der Fraufußball auch beim FC weiterhin ein Schattendasein.

    Jetzt bin ich gespannt welche Transfers außer der Dongus-Zwillinge die dort noch vornehmen werden zur neuen Saison.

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  • Lucy sagt:

    Glückwunsch Hoffe 🙂

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  • Marcel sagt:

    Glückwunsch zum Aufstieg Hoffe-Mädels 🙂

    So selbstverständlich war das auch nicht mit dem Aufstieg wenn man bedenkt wie jung das Team ist, wenn man mal von Prinz absieht.
    Bin mal gespannt ob man da jetzt denn Geldbeutel von Herrn Hopp öffnen darf und ein paar erfahrene Spielerinnen holt.
    Der Klassenerhalt wird auf jedenfall nicht leicht sein.

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  • xXx sagt:

    Schade für den FC!

    Jetzt ist Hoffenheim also auch bei den Frauen in der 1. Bundesliga angekommen, naja. Freuen muss man sich sicherlich nicht darüber.

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  • Homer-Simpson sagt:

    Ab morgen Abend hat dann Hoffenheim wieder einen Zweitligisten.

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  • Detlef sagt:

    Glückwunsch Hoffenheim!!!
    Endlich haben sie es geschafft!!!
    Man darf in der Tat gespannt sein, wie viel die Frauen vom großen TSG-Kuchen abbekommen, vor allem dann wenn die Herren absteigen sollten!!!

    Für die gleichmäßigere Verteilung der FF-Erstklassigkeit ist es ganz sicher von Vorteil, wenn es keinen weiteren „West-Verein“ mehr in Liga Eins gibt!!!

    Mit Cloppenburg im Norden, und Hoffenheim im Süden sieht die Landkarte der ersten Liga schon viel freundlicher aus!!!

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  • sitac sagt:

    Ich hier im Süden freue mich : Gratulation an Hoffenheim und vor allem auch an Birgit Prinz. Sie ist für mich eine der sympathischsten und bescheidensten Sportlerinnen überhaupt. Sie ist, soweit ich es mitbekommen habe, ja hauptsächlich als Sportpsychologin in Hoffenheim tätig und ist quasi nur nebenbei in die Spielerliste eingetragen. Tatsächlich hatte sie insgesamt nur sehr wenig Einsätze bisher. Dass sie heute mitgeholfen hat, finde ich super.
    Ich wünsche Hoffenheim, dass sie das Gesetz „Aufsteiger=sofortiger Wiederabsteiger“ durchbrechen können.

    Und 3050 Zuschauer sind auch eine Hausnummer. Mal schauen, welche Zahlen der Ligabetrieb mit sich bringt.

    @Sheldon: Dieses Jahr war jetzt Hoffenheim dran, nächstes Jahr Köln. Ich fände es auch gut, wenn Köln als Endspiel-Location einen 1.Liga-Club hätte! Pokalendspiel mit dem 1.FC Köln wäre genial. Kann ja nächstes Jahr schon wahr werden. 🙂

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  • Sheldon sagt:

    Ich bezweifle, dass Hoffenheim in der nächsten Saison irgendeine Rolle spielen wird. Dafür fehlt dem gesamten Team das Know-How für die erste Liga. Das sieht bei Cloppenburg nicht viel anders aus, allerdings haben sie schon deutlich mehr Spielerinnen, die durchaus in der Bundesliga bestehen können und auch schon Bundesliga gespielt haben.

    @Detlef: Ich frage mich ernsthaft: Wie kann jemand, der von sich behauptet, Turbine-Fan zu sein, ernsthaft mit einem – sagen wir es, wie es ist – Retortenclub wie Hoffenheim sympathisieren? Dafür fehlt mir jedes Verständnis!

    Ich weiß, dass ich da selbst nicht viel besser bin, als Werder-Fan, der mit Bayern sympathisiert, aber da wird einfach ein guter Job gemacht, was man von Hoffenheim in den letzten Jahren aber mal überhaupt nicht behaupten konnte!

    @sitac: Mich würde es freuen, wenn der 1. FC Saarbrücken im nächsten Jahr wieder in die 1. Liga aufsteigen würde. Man sollte nicht vergessen, wer bei diesem Verein ausgebildet wurde, nämlich Marozsan, Wagner, Keßler und Henning. Hätten die damals einen Sponsor gefunden für dieses junge Team und vor allem einen guten Trainer, würde Saarbrücken heute da stehen, wo Wolfsburg steht!

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  • FFFan sagt:

    Glückwunsch nach Hoffenheim, auch zu der beeindruckenden Zuschauerzahl! Man darf gespannt sein, wie sich die Kraichgauerinnen nächste Saison in der höchsten Spielklasse präsentieren werden.

    Die Frauen der TSG sind jedenfalls schon „1899% erstklassig“, ob das auch für die Männer gilt, wird sich heute zeigen…

    P.S.: Schande über den SWR, dem der Aufstieg in die Frauen-Bundesliga in seiner Sportsendung keine Meldung wert war; da sind einige andere Regionalprogramme deutlich FF-freundlicher eingestellt!

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  • Karl sagt:

    @sheldon: Ich finde es nicht ganz einleuchtend 1899 Hoffenheim einen Retortenverein zu nennen waehrend zum Beispiel Schalke 1904 ein Traditionsverein sein soll ???. Turbine Potsdam und der 1.FFC Frankfurt sind doch auch hoechstens 40 bzw 15 Jahre alt und keine Retortenvereine , wieso also dann Hoffenheim ?

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  • Hullu poro sagt:

    Glückwünsche nach Cloppenburg und Hoffenheim zum Aufstieg. Beide Vereine werden es sicherlich schwer haben, aber ich denke, dass Hoffenheim evtl. leichte Vorteile hat. Ob´s für beide zum Klassenerhalt reicht?

    Ich habe das Gefühl, dass die Bundesliga und die 2. Bundesliga immer weiter auseinander driften. Eine eingleisige 2. Bundesliga mit 14 Mannschaften wäre wünschenswert.

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  • Detlef sagt:

    @Sheldon,
    Ich behaupte mal, daß Du überhaupt keinen Schimmer hast, welche Arbeit in den letzten Jahren in Hoffenheim gemacht wurde!!!
    Ich frage mich nur, wie Du ständig solch abstruse Behauptungen aufstellen kannst???

    Und es will mir nicht in den Kopf, warum man ständig von „Retortenklubs“ spricht???
    Warum heißt der Verein wohl 1899 Hoffenheim???
    Weil der Verein genau in diesem Jahr gegründet wurde!!!
    TURBINE POTSDAM gibt es erst seit 1955!!!
    Merkst Du was???

    Und die Tatsache, daß es wahrscheinlich nicht von Beginn an schon eine Fußballabteilung gegeben hat, geschweige denn eine Frauenmannschaft, macht doch daraus keinen Retortenverein!!!

    Als TURBINE-Fan freut es mich, daß die erste Liga wieder eine neue Mannschaft bekommt, wo man nicht sofort befürchten muß, daß sie gleich wieder absteigen werden!!!
    Und ich glaube auch nicht, daß Dietmar Hopp „seine Frauen“ jetzt im Stich läßt, selbst wenn die Männer absteigen sollten!!!

    Natürlich wird auch Hoffe einiges an Lehrgeld bezahlen müssen!!!
    Und irgend eine Rolle werden sie auf alle Fälle spielen, und sei es nur die des Gegners, der gegen den Abstieg spielen muß!!!

    Und dann habe ich natürlich noch ein ganz eigennütziges Interesse daran, daß Hoffe in Liga Eins spielt, und dort auch bleibt!!!
    Hoffenheim liegt nur ca 80 km von meinem Wohnort entfernt!!!
    Und so kann ich meine TURBINEN auch wieder ganz in meiner Nähe unterstützen!!!

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  • Averna13 sagt:

    Kopf hoch Kölnerinnen! Das war eine super Saison. Nächstes Jahr seid Ihr dran!

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  • hannibal sagt:

    Averna13: „Kopf hoch Kölnerinnen! Das war eine super Saison. Nächstes Jahr seid Ihr dran!“

    Ich hoffe für den 1.FC Köln, dass denen nächste Saison nicht der SC Sand in die Quere kommt. Das wäre dann so ähnlich wie früher der FCR Duisburg in der 1. Liga: Der ewige Zweite.

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  • Zaunreiter sagt:

    Mich nervt die ewige Diskussion um Traditionsverein, Plastikverein oder Retortenverein.

    Tradition alleine macht mir meinen Kühlschrank nicht voll.

    Ich finde es gut, dass der VfL Wolfsburg die CL gewonnen hat, finde es interessant, wie sich Leverkusen mit Obliers in der Bundesliga eingerichtet hat und beglückwünsche Hoffenheim zum Aufstieg. Ebenso beglückwünsche ich Cloppenburg. Ich hätts halt für den Westen besser gefunden, wenn die „Geissen“ (so als Pendant zu den „Geissböcken“ 😉 ) aufgestiegen wären und es da jetzt ein paar mehr Derbys gegeben hätte. Und wenn der Herr Hopp die Schatulle weiter aufmacht, hätt ich auch nichts dagegen.

    Und – ein wenig offtopic – der Tradionalisten Alptraum wäre es natürlich, wenn die TSG heute abend den 1.FCK weiterhin in der Zweitklassigkeit belässt. Da hätt ich auch nichts dagegen.

    @Sheldon: Bevor du hier Geschichtsklitterung betreibst: Den Anfang vom Ende des guten Saarbrücker Jahrgangs machte SiDi, indem er Frau Maroszan zum 1.FFC lotste, danach brachen dann die Dämme.

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  • Sheldon sagt:

    @Detlef: Nicht einmal die Retorte ist das Problem. Retorten sind künstlich erzeugte Produkte. Das Problem sind ihre Nebenwirkungen. Sie gehen nicht den klassischen Weg, indem sie sich durch sehr viel und langwierige Arbeit Stück für Stück den Weg nach oben kämpfen (wie es beispielsweise in Sandhausen der Fall ist), sondern sie werden über Geld und damit den Transfer von massig Spielern und Trainern von außerhalb in kürzester Zeit hochgepusht, um dann schnell wieder zu fallen.

    Symbol dafür sind nunmal im deutschen Fußball Mannschaften wie Wolfsburg und Hoffenheim. Durch den fehlenden Unterbau im Jugendbereich wirken sich kleinste Veränderungen fatal aus, auch Leverkusen kann davon ein Lied singen. Nachdem 2002 Ballack und Ze Roberto zu Bayern gewechselt waren, stieg man fast ab, weil man diesen Verlust durch Fehleinkäufe zu kompensieren versuchte, eben weil man keine Jugend hatte.
    Die Top-Spieler, die in der Leverkusener Jugend ausgebildet wurden, kann man bis heute an vielleicht zwei Händen abzählen.

    Bei Wolfsburg und Hoffenheim ist die Bilanz deutlich krasser. Wolfsburg steht exemplarisch für einen Retortenklub, in 4 Jahren hat man es geschafft, von Platz 15 auf Platz 1 wieder zurück auf Platz 15 zu kommen.
    Hoffenheim hat es innerhalb einer Saison geschafft, von Platz 1 auf Platz 7 abzustürzen.

    Diese Vereine stehen nicht für beständige Arbeit und sind damit keine Aushängeschilder für die Bundesliga. Nicht, weil sie Retortenclubs sind, sondern weil sie deswegen, weil sie Retortenclubs sind, automatisch Merkmale an sich tragen, die sie für das Gleichgewicht der Bundesliga gefährlich machen.
    Solche Vereine wie Dortmund oder Bayern schaffen es, beständig an der Spitze zu spielen, weil sie als Verein funktionieren. Das tun Hoffenheim und Wolfsburg nicht. Sie sind Modeerscheinungen, die sich glücklicherweise nie ganz durchsetzen werden. Dafür stören sie allerdings das Gleichgewicht zu Lasten echter Traditionsclubs, wie in dem Fall der Frauen beispielsweise Saarbrücken.

    Ich habe kein Problem damit, Mannschaften, die als Werksclubs fungieren, paradigmatisch als das Böse abzustempeln. Sie gehen mir als Demokraten gegen meine Lebensphilosophie von freiem Wettbewerb, Wirtschaftlichkeit und Mehrheitsentscheiden. Sie sind autoritär geführt ohne jegliche wirtschaftliche und sportliche Erfolgsnotwendigkeiten.

    Mir ist auch ehrlich gesagt, ziemlich egal, wie in Hoffenheim in den letzten Jahren gearbeitet wurde. Solange dieser Verein diesen Namen trägt, ist alles, was dort geschieht, absolut irrelevant. Es gibt im Fußball einfach verbrannte Marken.

    Oder glaubt irgendjemand, dass es im Radsport jemals wieder die deutsche Marke Telekom geben wird?

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  • Linda sagt:

    Den VfL Wolfsburg gibts seit 1945, Frauenfußball gibt es in Wolfsburg seit 1973, es begann mit dem VfR Eintracht Wolfsburg. Die Herren stiegen 1997 in die Bundesliga auf ohne Volkswagen zu gehören, sie hatten einen mittelmäßigen Zweitligaetat, aber große Kicker mit viel Identifikation wie Präger oder den heutigen Fanbeauftragten Ballwanz. Verwende bitte den Begriff Retortenclub nicht in Verbindung mit unserem Verein, schon gar nicht mit der Beschreibung „exemplarisch“. Das ist absurd, genauso wie deine Argumentation, denn der VfL Wolfsburg hat eine der besten Jugendarbeiten Deutschlands (z.B. A-Jugendmeister 2011), was noch fehlte war die Durchlässigkeit, aber das sieht ja nun auch anders aus. Bei den Frauen wurde auch viel in nachhaltige Jugendarbeit investiert sowie das Nachwuchsleistungszentrum für Mädchen ausgebaut. Und dass Vereine Platzierungs-Schwankungen unterliegen können, haben andere Vereine auch bewiesen, auch wenn ich nicht glaube, dass die VfL-Frauen nächstes Jahr nun absteigen werden 🙂

    Erst wollt ich es nicht schreiben, aber ich sag es doch: Du bringst eine gewisse -ich nenn es mal- Herrenfußball-Proletenhaltung in die Diskussionen mit ein, in denen für dich an erster Stelle deine feste, von Männerfußballdiskussionen geprägte Haltung steht und erst an zweiter gesucht wird, welche Argumentation diese Haltung stützen könnte. Ich finde deine Beiträge abstrus, nicht weil sie meinen Verein kritisieren (das tun hier andere auch), sondern weil deine Einstellung und dein Auftreten die Diskussionskultur im Frauenfußball dem Herrenbereich angleicht, sie de facto zerstört.

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  • Detlef sagt:

    Sheldon schrieb;
    „Mir ist auch ehrlich gesagt, ziemlich egal, wie in Hoffenheim in den letzten Jahren gearbeitet wurde. Solange dieser Verein diesen Namen trägt, ist alles, was dort geschieht, absolut irrelevant.“

    Für Dich mag das so sein!!!
    Aber nicht für die vielen Leute bei Hoffe, die seit Jahren an diesem Erfolg gearbeitet haben!!!

    Und Deine Argumente aus der Männer-Buli sind ja geradezu lächerlich!!!
    Du bringst hier Hoffenheim und Wolfsburg als Beispiele für Erfolg und Mißerfolg!!!
    Was ist denn mit Bremen, oder dem FCK???
    Alle beide waren schon mal Meister bzw Pokalsieger, und wo stehen sie jetzt???
    Sind das jetzt auch „Retortenklubs“???
    Auch in München ist schon sehr oft viel Geld „verbrannt“ worden, aber sie konnten es verschmerzen, weil sie viele zahlungskräftige Sponsoren haben, die das wieder ausgleichen!!!

    Geld schießt halt nur dann Tore, und holt nur dann Titel, wenn dahinter ein schlüssiges Konzept steht!!!
    Bestes Beispiel ist nun mal (um wieder zum FF zurückzukommen) der SiDi-Klub!!!
    Ich warte schon seit 2009 darauf, daß ihm die Sponsoren endlich den Geldhahn zudrehen, weil für den hohen Einsatz kein entsprechendes Image mehr bei rumkommt!!!
    Wenn man in Frankfurt von Erfolgen spricht, heißt es immer nur, „Es war einmal vor langer Zeit….“!!!!
    Aber die Geldquelle sprudelt munter weiter, egal ob man sich mit dem Personal verzockt-, oder nun bereits 6 Trainer in 9 Jahren verschlissen hat!!!
    Ist Frankfurt damit auch ein „Retortenklub“???

    Ich glaube in Bad Neuenahr gäbe man jetzt sehr gerne seine ganze Tradition her, um so einen Hopp oder Tönnies an die Angel zu bekommen!!!

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  • Sheldon sagt:

    @Detlef: „Geld schießt halt nur dann Tore, und holt nur dann Titel, wenn dahinter ein schlüssiges Konzept steht! Bestes Beispiel ist nun mal (…) der SiDi-Klub! Ich warte schon seit 2009 darauf, dass ihm die Sponsoren endlich den Geldhahn zudrehen, weil für den hohen Einsatz kein entsprechendes Image mehr bei rumkommt! Wenn man in Frankfurt von Erfolgen spricht, heißt es immer nur, „Es war einmal vor langer Zeit…“ Aber die Geldquelle sprudelt munter weiter, egal ob man sich mit dem Personal verzockt-, oder nun bereits 6 Trainer in 9 Jahren verschlissen hat!“

    Dieses Beispiel, wie du es beschrieben hast, untermauert meine Kritik an Retortenklubs wie Hoffenheim und Wolfsburg bis ins Mark. Denn genau darauf müssen wir uns einstellen, wenn – ähnlich wie in Frankfurt – das System irgendwann einmal kollabiert. Und dann wird man lange warten können, bis sich die Geldhähne mal schließen, es wird sogar noch deutlich extremer werden. Denn SiDi mag das Geld in begrenzten Mitteln fließen lassen, VW und Hopp haben, was das betrifft, für FF-Verhältnisse schier unbegrenzte Möglichkeiten. Allein Winterkorn verdient soviel, dass er den Kader 10mal finanzieren könnte.

    Und jedes System wird irgendwann zusammenbrechen. Auch Bremen und der 1.FCK brechen mal zusammen. Die Ursachen sind dieselben wie bei Retortenklubs: Übereifrige Transfers, schlechte Stimmung in der Mannschaft, Trainer, die die Mannschaft nicht mehr erreichen, schlechtes Management, etc. etc. Das sieht man überall: Mal trifft es Bremen, mal Hamburg, mal Stuttgart, mal Kaiserslautern, mal Mönchengladbach. Keiner ist vor solchen menschlichen Fehlern gefeit.

    Doch es gibt zwei Unterschiede zu Retortenklubs: Erstens: Diese Vereine haben sich langfristig hochgekämpft und gestalten keine derart großen, radikalen Umbrüche im Team, wie es mit dem Geld bei Wolfsburg oder Hoffenheim möglich war: Allein bei Wolfsburg war kein Spieler aus der Meistermannschaft zu dem Zeitpunkt länger als 2 Jahre im Kader. Alle waren unter Magath geholt worden.
    Damit ist das Risiko, dass dieses Projekt schief geht, deutlich höher als bei Traditionsklubs, die immer eine große Zahl an Konstanten im Team haben (zum Beispiel spielt Ribery mittlerweile seit 6 Jahren bei Bayern und wird um weitere 4 Jahre verlängern), da fraglich ist, inwieweit die Mannschaft aufeinander abgestimmt ist.

    Der zweite Unterschied ist: Geht so ein Projekt wirklich einmal in die Hose, dann hat das, soweit es einen Traditionsverein betrifft, keine großen Auswirkungen: Er steigt ab (möglicherweise wie bei Bielefeld und Rostock in die 3. Liga) und konsolidiert sich da. Ein Großteil der Fans bleibt erhalten, erfahrene Spieler verlassen den Klub, der Neuaufbau muss mit jungen Spielern bestritten werden, die wollen.
    Bei Retortenklubs läuft das anders: Schauen wir uns Wolfsburg an. Das ist das beste Beispiel dafür, wie eine solche Krise ausarten kann. Statt dass die Geldhähne zugemacht werden, weil Sponsoren abspringen, die Einnahmen aus der BuLi oder dem internationalen Geschäft nicht mehr da sind, werden sie nun erst richtig aufgemacht. Millionen um Millionen fließen in vormals gute Spieler, die allerdings jeder nur sein eigenes Interesse im Blick hat, die kein Team bilden können, es werden Spieler und Trainer en masse verschlissen, sodass vormals N11-Spieler zu Amateuren werden. Die Fans, die durch den Erfolg gekommen waren, verlassen den Verein sofort wieder und übrig bleibt ein großes schwarzes Loch, dass aber aufgrund seiner finanziellen Möglichkeiten sich immer gerade noch so vor dem Abstieg rettet.
    Mag sein, dass Wolfsburg mal eigenständig war, durch seine Angliederung an VW wurde dieser Verein aber vollständig zerstört.

    @Linda: Nun, es fragt sich, welches Konzept zur Zeit die Nase vorne hat: Das der Frauen oder das der Männer. Wenn ich mir das Finale am Samstag so anschaue, ist für mich die Frage eindeutig beantwortet. Meines Erachtens hat der FF einen großen Fehler gemacht, indem er sich vom MF abgrenzt. Denn damit hat er selbst eine Konkurrenz zum MF aufgebaut, die er in Deutschland nur verlieren kann.
    Der MF erlebt in Deutschland eine Renaissance, die jeden beschreibbaren Rahmen sprengt. Eine Dominanz, wie man sie in diesem Jahr gesehen hat, ist einmalig in der Geschichte. Sollte Deutschland nächstes Jahr auch noch Weltmeister werden, hat sich der FF durch sein Konkurrenzdenken zum MF selbst abgeschafft, denn er wird de facto nicht mehr benötigt. Die Rolle, die er zwischen 1997 und 2007 einnahm, als Lückenbüßer für die Misswirtschaft im MF, hat er spätestens heute verloren. Wenn sich heute jemand zwischen MF und FF entscheiden müsste, würden 80-90% der FF-Fans sich für die Männer entscheiden (N11 mal gerechnet).

    Deswegen würde ich empfehlen, hier MF und FF nicht gegeneinander auszuspielen. Vielleicht mag die Lückenbüßerrolle in Wolfsburg und Hoffenheim noch für das Versagen der Männer herhalten, doch den Weg, den die Bayern gehen, nämlich, die Frauen über lange Zeit an den Erfolg der Männer heranzuführen und ihr Image über lange Zeit aufzubauen, wird sich über kurz oder lang als deutlich erfolgreicher herausstellen, einfach, weil das Interesse sich gegenseitig befruchten kann!

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  • Karl sagt:

    @sheldon: du schreibst:“Der MF erlebt in Deutschland eine Renaissance, die jeden beschreibbaren Rahmen sprengt. Eine Dominanz, wie man sie in diesem Jahr gesehen hat, ist einmalig in der Geschichte. Sollte Deutschland nächstes Jahr auch noch Weltmeister werden, hat sich der FF durch sein Konkurrenzdenken zum MF selbst abgeschafft, denn er wird de facto nicht mehr benötigt. Die Rolle, die er zwischen 1997 und 2007 einnahm, als Lückenbüßer für die Misswirtschaft im MF, hat er spätestens heute verloren. Wenn sich heute jemand zwischen MF und FF entscheiden müsste, würden 80-90% der FF-Fans sich für die Männer entscheiden (N11 mal gerechnet). “

    Das geht aber nur solange gut solange die erfolgreich sind und bis sich die Fans mal Gedanken darueber machen wen oder was sie denn mit ihren Eintrittsgeldern etc. finanzieren. Wenn der Erfolg ausbleibt oder wenn sich die Maennerfussballfans mal Gedanken drueber machen wer denn eher in ihrer Gehaltsklasse spielt dann werden die ganz schnell Frauenfussballfans 🙂

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  • Detlef sagt:

    @Sheldon,
    Ich kann Karl da nur beipflichten!!!
    Es gibt viele TURBINE-Fans (auch ich), die mit dem MF entweder komplett, oder zumindest größtenteils abgeschlossen haben!!!
    Wir sind deshalb zum FF „konvertiert“, weil uns gerade diese ganzen Auswüchse der Männer-BuLi abschrecken!!!

    Da jongliert ein Verein wie der HSV mit mehreren zig-Millionen pro Jahr in seiner Profiabteilung rum, und läßt dann seine erfolgreicheren Frauenteams wegen 100.000 €, manche sagen es waren sogar nur 50.000 € über die Klinge springen!!!

    Wenn 23 Profis PLUS Trainer PLUS Manager PLUS Vorstand auf je 350 € Gehalt pro Monat verzichtet hätten, wären mehr als die 100.000 € zusammengekommen, und die „Spender“ hätten nicht mal gemerkt das etwas gefehlt hat!!!
    Jedes Mal wenn ich daran denke krieg ich soooooooo einen Hals, obwohl ich gar kein Fan der Hanseatinnen war!!!
    Wie will man da mit dem MF überhaupt zusammenarbeiten???

    Deswegen freue ich mich so sehr für die Wölfinnen, daß sie in ihrem Verein so einen hohen Stellenwert genießen!!!
    Ich wünsche den Bayern-Ladies, daß sie an der Grünwalder Straße möglichst viele neue Zuschauer vom FF begeistern können!!!
    Und auch den Hoffe-Mädels wünsche ich viele Zuschauer, und ein ähnlich gutes Standing im Verein wie es die Wölfinnen genießen dürfen!!!

    Ich sehe auch nicht, daß sich die Frauen vom MF „abgrenzen“ wollen!!!
    Sie wollen nur ihren „bescheidenen“ Anteil vom riesigen Kuchen abhaben, den der MF aber für sich allein behalten möchte!!!
    Ich sehe hier bei sehr vielen Funktionären in den MF-Klubs, und was am allerschlimmsten ist auch beim DFB eine gewisse „Neid-Kultur“!!! (hat nix mit der Bundesgöttin zu tun) 😉

    Und da wird jeder Fehlpass und jeder Fehlschuß dazu benutzt, um den FF als uninteressant und „noch lange nicht so weit“ hinzustellen!!!
    In Wirklichkeit geht es aber um Macht, die Macht des Geldes, um jede Millisekunde TV-Werbezeit, die man nicht bereit ist, mit den Frauen (auch nur Bruchstücke davon) zu teilen!!!

    Und so kommen Anstoßzeiten zu Stande (BuLi,Pokalfinale,Natio), die für das werberelevante Publikum meist uninteressant sind!!!

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  • Sheldon sagt:

    @Detlef: Diese „Auswüchse“ des MF sind die ganz normalen Merkmale eines Professionellen Volkssportes. Natürlich sind die Gehälter dort höher, es geht um Angebot und Nachfrage. Wieviele Menschen haben das CL-Finale der Frauen gesehen? Wieviele hätte es interessiert, wenn es ausgestrahlt worden wäre? Vielleicht eine Million? Das CL-Finale der Männer dürfte locker mal 300-400 Millionen Zuschauer gehabt haben.

    Wohin wollt ihr gehen, wenn das Interesse am FF irgendwann mal genauso sein sollte, und die Bedingungen sich denen des MFs anpassen? Zum Tischtennis, zum Hockey, zum Bowlen?

    […]

    Doch im knallharten Geschäftsleben wird jeder Penny gebraucht. Das Modell der Bayern sehe ich daher als sehr positiv an. Da wird kein Cent zuviel für die Frauen ausgegeben. Und womit? Mit Recht. In der Wirtschaft gibt es keine Emanzipation, da zählst du nur soviel, wie du imstande bist, einzubringen. Quotenregelungen kannst du dir dort nicht leisten.

    Die Frage, die hinter solchen Vereinen, wie dem HSV steckt, ist doch, ob das einmal die 100.000 Euro gewesen wären, oder ob es wieder und wieder und wieder diese 100.000 Euro oder noch mehr gewesen wären.
    Die Sparte hatte einen festgeschriebenen Etat, den hat sie überschritten, weil sie schlecht gewirtschaftet hat, und damit sind sie selbst verantwortlich für diesen Fall.

    Ich denke nicht, dass man hier den Moralapostel spielen muss. Wer einfach nicht hart genug für die Wirtschaft ist, sollte Fußball schauen lieber bleiben lassen oder zu den Amateuren gehen.
    Denn es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder wird der FF eingehen oder er wird genauso „pervers“, wie ihr den MF findet. Dazwischen gibt es nichts. Nicht in der freien Marktwirtschaft des Fußballs, in der es so gut wie keine Gesetze gibt!

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • Zaunreiter sagt:

    Sheldon, mir wird speiübel, wenn ich dein ganzes sozialdarwinistisches Geschreibsel lesen muss. Es fehlt nur noch eine Forderung deinerseits, dass Frauen aufhören sollten, leistungsorientiert Fußball zu spielen.

    Marktkonforme Demokratie führt wohl zu marktkonformen Sport. Oder was?

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  • Sheldon sagt:

    @Zaunreiter: Eben ist der Fehler. Ich fordere genau das, dass leistungsorientierter Fußball möglich ist. Dazu muss aber auch der wirtschaftliche Teil stimmen. Systeme wie Hoffenheim und Wolfsburg können leistungsorientierten Fußball durchaus bieten, benötigen ihn aber nicht existenziell. Dementsprechend stehen diese Vereine nicht unter den Gesetzen des Marktes und sind damit ein potentiell hemmender Faktor für die bestmögliche Ausprägung des Fußballs.

    Leistungssport hängt immer an natürlicher Selektion und ist damit per se darwinistisch veranlagt. Geldmonopole, wie sie Wolfsburg und Hoffenheim haben, wirken hier wie Naturkatastrophen, die das ökologische Gleichgewicht durcheinander wirbeln und damit in diese natürliche Selektion eingreifen.

    Deswegen sollte man, stellt man den bestmöglichen Fußball als oberste Maxime, schleunigst zusehen, solche Naturkatastrophen zu vermeiden!

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Zaunreiter
    Bevor Du solche Vergleiche anstellst, lese mal die Definition von Sozialdarwinismus, bevor weitere Polemik damit betrieben wird:
    „Bezeichnung für eine soziologische Erklärung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklung, nach der sich im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wettbewerb nur derjenige durchsetzen kann, der mit den sich ändernden Umweltbedingungen durch seine biologischen Anlagen oder Ausstattung am besten fertig wird, während die Nicht-Anpassungsfähigen eliminiert werden (Selektion). Indem die Überlebenden als biologisch Tauglichste (Survival of the Fittest) bezeichnet werden, erfolgt eine Rechtfertigung der bestehenden gesellschaftlichen und ökonomischen Verhältnisse.“
    Wo geht es bei Sheldon denn um biologische Anlagen und sich ändernde Umweltbedingungen? Was habe ich überlesen?

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