VfL Wolfsburg: die neue Leichtigkeit des Seins

Von am 20. Mai 2013 – 13.35 Uhr 27 Kommentare

Weder die Ausfälle von Alexandra Popp und Verena Faißt, noch die Fauxpas von Josephine Henning und Torhüterin Jana Burmeister vermochten den VfL Wolfsburg am Sonntag auf dem Weg zum Double zu stoppen. Und nun planen die Wölfinnen im Finale der UEFA Women’s Champions League gegen Olympique Lyon am Donnerstag den dritten Streich.

Wolfsburgs Mittelfeldspielerin Anna Blässe schlenderte nach dem dramatischen 3:2-Sieg gegen den 1. FFC Turbine Potsdam im DFB-Pokalfinale cool, lässig und ungerührt durch die Mixed Zone des Kölner RheinEnergieStadions. Ihr Team hatte gerade nach dem erstmaligen Gewinn der Deutschen Meisterschaft eine Woche zuvor auch zum ersten Mal den DFB-Pokal geholt. Doch zum Abheben und Feiern ist keine Zeit.

Das Tripel im Visier
Der „Sprintertyp nur aus Muskeln“, wie Blässe von ihrer Teamkollegin Conny Pohlers beschrieben wird, schien mit den Gedanken schon beim nächsten Highlight zu sein, wenn es am Donnerstag an der Londoner Stamford Bridge gegen Olympique Lyon um die europäische Krone gehen wird und das Team die Chance hat, ein historisches Tripel zu holen.

Anzeige
VfL Wolfsburgs Anna Blässe im Duell mit Genoveva Anonma

VfL Wolfsburgs Anna Blässe (re.) im Duell mit Genoveva Anonma © Nora Kruse / ff-archiv.de

Ist Lyon zu knacken?
„Der Meistertitel war schon ein Traum, der Pokaltitel die Kür. Jetzt haben wir zwei Titel in der Tasche und können selbstbewusst nach London reisen. Wir haben keine Verlängerung gespielt und sind nicht übermäßig belastet“, blickt Blässe mit einer neuen Leichtigkeit des Seins dem ultimativen Saison-Highlight gegen einen übermächtig erscheinenden französischen Gegner entgegen, der 2010 zum letzten Mal ein Spiel verlor.

Überraschender Wechsel im Tor
Doch der VfL Wolfsburg lässt sich derzeit durch nichts aus der Bahn werfen. Der grippebedingte Ausfall von Verena Faißt wurde mit Maren Tetzlaff gut kompensiert und auch das verletzungsbedingte Fehlen von Alex Popp tat dem geordneten Wolfsburger Spiel kaum einen Abbruch. Dazu kam der kurzfristige Wechsel auf der Torhüterinnen-Position von Alisa Vetterlein zu Jana Burmeister.

Menschlich schwere Entscheidung
„Das war menschlich die schwerste Entscheidung, die ich in den letzten fünf Jahren treffen musste“, so Trainer Ralf Kellermann. „Es ist mir sehr schwer gefallen, aber im ganzen Trainerteam waren wir der Überzeugung, dass das richtig ist, heute mit Jana zu spielen, die vor zwei, drei Wochen in Potsdam ein richtig klasse Spiel gemacht hat und sehr viel Ruhe bei hohen Bällen ausstrahlt. Das war keine Entscheidung gegen Alisa Vetterlein, sondern eine Entscheidung für Jana Burmeister.“ Doch Burmeister, die erst am Nachmittag in der Teambesprechung von ihrer Nominierung erfuhr, wirkte alles andere als souverän.

Offener Schnürsenkel als Kuriosum
Erst sorgte sie für die kurioseste Situation des Nachmittags, als sie mit dem Ball in den Händen den Strafraum verließ, um sich von Lena Goeßling den offenen Schnürsenkel binden zu lassen. Zum Glück für Burmeister brachte der anschließende Freistoß nichts ein und in der Schlussphase hatte sie ebenfalls himmlischen Beistand, als sie etwas planlos im Strafraum umherirrte und Ada Hegerberg nur den Pfosten traf, anstatt die Wolfsburgerinnen in eine Verlängerung mit ungewissem Ausgang zu zwingen.

Schlagwörter:

Potsdam erst am Ende stark
„Das war ärgerlich“, so Turbine-Kapitänin Tabea Kemme. „Da hätten wir zurückkommen können, aber insgesamt hat Wolfsburg das besser gemacht. Glückwunsch.“ Und auch Turbine-Trainer Bernd Schröder meinte: „Zum Schluss war es eng, wenn wir noch zehn Minuten gehabt hätten, hätte es andersrum ausgehen können. Ich hätte gerne die Verlängerung gesehen.“ Doch es ist in dieser Saison auch ein Zeichen Wolfsburger Stärke, sich durch schwierige Situationen nicht vom Konzept abbringen zu lassen.

Jana Burmeister

Jana Burmeister erhielt überraschend den Vorzug vor Alisa Vetterlein © Nora Kruse / ff-archiv.de

Keßler und Odebrecht vorbildlich
Auch der Fehler von Josephine Henning, der zum Foul an Patricia Hanebeck und den zweiten Potsdamer Treffer durch Yuki Ogimi führte, sorgte nur kurzfristig für Verunsicherung. Hinzu kommt, dass die Führungsspielerinnen mit vorbildlichem Charakter vorneweg marschieren. Ob Nadine Keßler, die wochenlang mit einer Handmanschette spielen musste, oder Viola Odebrecht, die sich seit Wochen mit Knieproblemen herumschlägt – alle beißen auf die Zähne. „Davor ziehe ich den Hut, das ist der Charakter den wir brauchen, das sind Führungsspielerinnen“, so Kellermann.  Gespannt sein darf man, welche Elf Kellermann nun am Donnerstag aufs Feld schicken wird, um die „beste Mannschaft der Welt“ zu stoppen.

Faißt-Einsatz unwahrscheinlich, Tetzlaff nicht spielberechtigt
Zumal sich ein Engpass auf der linken Außenverteidigerinnenposition abzeichnet. Denn ein neuerlicher Ausfall von Verena Faißt ist wahrscheinlich und Maren Tetzlaff ist nicht einsatzberechtigt, weil sie nicht für die Champions League gemeldet wurde. „Wir hatten ihr nach ihrer Kreuzbandverletzung nicht zugetraut, dass sie so schnell wieder auf dieses Niveau kommen kann“, so Kellermann.

Popp und Jakabfi wieder fit
Doch es gibt auch Erfreuliches zu vermelden: Denn Alex Popp wird bis Donnerstag wieder fit sein und Zsanett Jakabfi gab im DFB-Pokalfinale nach ihrer rund zweimonatigen Verletzungspause ihr Comeback.  Obwohl sie bisher im Training noch keine Spielform absolvieren konnte, sondern nur am Ball und im läuferischen Bereich gearbeitet hat, deutete sie an, dass sie gegen Lyon bereits wieder ein wichtiger Baustein sein kann. „Man hat gesehen, was für ein belebendes Element sie ist“, so Kellermann, der meint: „Was am Donnerstag passiert, ist nur noch Kopfsache. Mit dem Teamgeist, den wir die ganze Saison gezeigt haben, sind wir nicht chancenlos.“

Tags:

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

27 Kommentare »

  • H2O sagt:

    So leid es mir für Vetterlein tut, aber eine Torhüterin die den Strafraum beherscht ist mir allemal lieber.

    Burmeister wird diese Fehler bestimmt auch nicht mehr zeigen. Sie braucht regelmäßige Spielraxis.

    (0)
  • Altwolf sagt:

    Ich bin mir da nicht so sicher,daß J.Burmeister spielt,denn sie hatte zwar bei ihrem letzten Pokalfinale mit Jena gegen Duisburg wohl eine herausragende Leistung gezeigt,jedoch war A.Vetterlein in den beiden Spielen gegen Arsenal nichts vorzuwerfen.Da müsste im Training schon sehr viel daneben gegangen sein, wenn gegen OL wieder J.Burmeister spielen sollte.Noch interessanter wird sein,wer auf der linke Seite für V.Faißt spielen wird, da dort jetzt nur S.Bunte noch gelernte LV ist.Auch wer die Position der gesperrten V.Odebrecht einnehmen wird ist offen,wobei richtig gut dort nur L.Gößling agieren kann, evtl.auch N.Omilade o.I.Hartmann, dann könnte Lena G.auf der IV-Position bleiben,wo sie zuletzt sehr stark war.Vielleicht wechselt Lena auch in der Offensive ins Mittelfeld und I.Hartmann o.N.Omilde läßt sich dann in d.IV zurückfallen,falls das Wechseln zeitgerecht erfolgen kann.Im Sturm wird C.Pohlers wohl A.Popp o.L.Magul platzmachen, soweit Alex schon fit genug ist und um Conny dann im weiteren Verlauf einwechseln zu können.Sonst hätten wir in der Defensive eigentlich nur noch L.Vetterlein,denn J.Tietge ist da noch zu unerfahren und hat noch nicht die nötige Wettkampfhärte.Aber wer weiß,was da noch möglich ist.

    (0)
  • Der König sagt:

    Kellermann hat Glück gehabt, das der Fussballgott ihn für seine unverantwortliche Entscheidung Burmeister ins Tor zu stellen, nicht bestraft hat. Wie kann man seinem Stammtorwart, der die ganze Saison gut gehalten hat, am Tag des Pokalendspiels so etwas antun. Kellermann sollte nochmal gut in sich hineinschauen und besonders die lachhafte Vorstellung von Burmeister in der Analyse. Läuft aus dem Strafraum mit dem Ball wegen Schuh und der Ausflug aus dem Kasten…das geht gar nicht.
    Ich fand seine Arbeit bis jetzt gut, aber das erinnerte mich an die irrationale Entscheidung bei der WM 2007, als der US Trainer auf einmal Hope Solo gegen Brasilien auf die Bank setzte, weil die 2. Torfrau Scurry ja schon mal in der Vergangenheit gegen den Gegner gut gehalten hatte. Das wäre fast Jogi Italien Reloaded geworden. Diesmal ist es noch gut gegangen, aber Karma merkt sich das und vor allem die Mannschaft und es gibt nichts schlimmeres für einen Trainer, als die Umkleidekabine zu verlieren.

    Falls es ganz Dicke kommt mit der Viererkette, kann ja Popp Linksaußen spielen. Kennt sie ja noch aus Duisburg.

    Der König hat gesprochen.

    (0)
  • FFFan sagt:

    @ Altwolf:
    „Im Sturm wird C.Pohlers wohl A.Popp o.L.Magul platzmachen, soweit Alex schon fit genug ist und um Conny dann im weiteren Verlauf einwechseln zu können.“

    Das ist jetzt aber nicht dein Ernst?! Pohlers ist neben M.Müller die wichtigste Wolfsburger Offensivspielerin, außerdem die mit Abstand erfolgreichste Torschützin des VfL in der Champions League. Warum sollte ausgerechnet sie auf die Bank ‚verbannt‘ werden?
    Wenn Alex Popp nach ihrer Verletzung überhaupt für die Startelf in Frage kommt, dann wohl anstelle von Magull. Aber wer weiß, vielleicht kann sogar Jakabfi am Donnerstag von Anfang an spielen.
    Des weiteren denke ich auch, dass Goeßling ins Mittelfeld vorgezogen wird (auf die Position der gesperrten Odebrecht) und dafür Hartmann in die Innenverteidigung rückt.
    Hinten links hat Wolfsburg durch den Ausfall von Faißt jetzt ein großes Problem, zumal Tetzlaff offenbar nicht einsatzberechtigt ist (wer hat da geschlafen? m.W. dürfen bis zu 25 Spielerinnen gemeldet werden; entweder wurde dieses Kontingent nicht ausgeschöpft oder man hat Langzeitverletzte wie Smith und Wagner auf der Liste stehen). Somit bleibt für diese Position praktisch nur Bunte, denn L.Vetterlein hat im Ligaspiel gegen Potsdam auf dieser Position nicht gerade ‚geglänzt‘.
    Ein Wort noch zur ‚T-Frage‘: ich weiß nicht, was Kellermann ‚geritten‘ hat, ausgerechnet zum Pokalendspiel die Stammtorhüterin, die die gesamte Saison tadellos gespielt hat, auszutauschen. Burmeister hat mich in Köln nicht überzeugt: sie strahlte keine Ruhe aus, mit ihren teils ‚vogelwilden‘ Aktionen hat sie ihre Vorderleute eher verunsichert. Im CL-Finale würde ich lieber A.Vetterlein zwischen den Pfosten sehen.

    Die Aufstellung der ‚Wölfinnen‘ gegen Lyon könnte also folgendermaßen aussehen:

    A.Vetterlein – Wensing, Henning, Hartmann, Bunte – Blässe, Keßler, Goeßling, Müller – Magull (Popp), Pohlers.

    (0)
  • noworever sagt:

    … man hatte (leider) das gefühl, dass die torhüterin während den kompletten 90min garnicht richtig auf dem platz war … und ins spiel kam. (nicht nur die schnürsenkelszene war bezeichnend)
    der erfolgsdruck in einem solch wichtigen spiel war wohl zu groß für sie …

    ob sie diesen erfolgsdruck in dem noch wichtigeren spiel am donnerstag meistern kann, scheint nach dieser erfahrung recht fragwürdig.

    ich denke, die eigentliche stammtorhüter hat es absolut verdient im cl-finale im tor zu stehen.
    kann ihre leistungen/“sicherheit im training“ nicht beurteilungen, aber ihre leistungen über die ganze saison bezogen, waren den leistungen der ganzen mannschaft entsprechend:
    ganz einfach meisterlich!

    (0)
  • Mini sagt:

    Also ich fand gerade das Pokalfinale war alles andere als Leichtigkeit auf WOBer-Seite.
    Was kam denn da in der ersten Halbzeit – nicht viel!

    So richtig aufspielen konnten sie erst nach ihren 3 Toren. Davor war nicht viel los.
    Und als dann Potsdam die beiden Dinger gemacht hat, waren die mehr als verunsichert. Gerade Frau Burmeister!!

    Also nachdem Finale von Leichtigkeit zu reden – na ja.

    (0)
  • Detlef sagt:

    Markus schrieb;
    „Weder die Ausfälle von Alexandra Popp und Verena Faißt, noch die Fauxpas von Josephine Henning und Torhüterin Jana Burmeister vermochten den VfL Wolfsburg am Sonntag auf dem Weg zum Double zu stoppen.“

    Nöö, nur das doofe Aluminium vermochte dies!!! 🙁
    Vielleicht sollte man jetzt die beiden Kölner Torpfosten nach London mitnehmen!!! 🙂

    Obwohl sachlich richtig, klingt diese Einleitung schon etwas anmaßend!!!
    Hier hatte WOB einfach mal richtig Schwein gehabt, was natürlich auch dazugehört, wenn es eben gerade so gut läuft!!!
    Vor allem nach den vielen vergebenen 100%-igen Chancen, hätte dies auch mal richtig blöd enden können!!!

    Nur dem Oldie-Duo hatten es die Wölfinnen zu danken, daß zumindest 3 Chancen in Zählbares umgemünzt werden konnten!!!
    Und da wird Ralf Kellermann sicher einen Teufel tun, und die Hälfte dieses Erfolgsgaranten im „Spiel der Spiele“ auf die Bank setzen!!!
    Ob Poppi überhaupt schon wieder richtig fit ist, darf locker angezweifelt werden!!!
    Ihr Fehlen konnte WOB am besten verschmerzen, denn da gibt es ja noch Müller und POHLERS!!!
    Und selbst Blässe konnte sich gegenüber dem Ligaspiel (wo sie ihrem Namen alle Ehre machte) enorm steigern, und dürfte im Moment noch gefährlicher sein als Poppi!!!
    Selbst Jakabfi, die ich in dieser Saison eigentlich nicht mehr zurück erwartet hatte, dürfte die fehlende Spielpraxis bis Donnerstag kaum wettmachen können!!!

    Schwerer dürfte da schon die Sperre von VIOLA zu verkraften sein!!!
    Sicherlich kann Goessling die Position von ihr einnehmen, aber dann fehlt sie hinten in der Abwehr, wo sie Sonntag die mit Abstand beste Wolfsburgerin war!!!
    JOSI und Lulle machten für mich erstaunlich viele Fehler, die sie sich gegen Lyon lieber nicht erlauben sollten!!!
    Auch Tetzlaff konnte Faißt nicht wirklich ersetzen, was ich bei Bunte ebenso befürchte!!!

    Zum Einsatz von Alisa Vetterlein dürfte es nach diesem Auftritt von Burmeister eigentlich keinen Zweifel mehr geben!!!
    So schlecht habe ich Jana auch noch nie gesehen, weder damals in Jena, noch im Ligaspiel gegen Potsdam im „Wolfspelz“!!!
    Ihr Selbstvertrauen dürfte aber nach dieser Leistung sicher nicht das Beste sein, was für so ein wichtiges Spiel wie ein CL-Finale aber wohl Grundvorraussetzung sein sollte!!!

    Sicherlich ist WOB in London nicht ganz chancenlos!!!
    Aber wenn man für Lyon eine halbwegs normale Leistung annimmt, dürfte der Favorit am Ende seinen dritten Titel in Folge einfahren!!!

    (0)
  • Meta sagt:

    @ Detlef:

    Viel mehr Sorgen macht mir zur Zeit die Position hinten links (oder auch rechts):

    Verena schwer krank (auf diesem Weg GUTE BESSERUNG), Tetzlaff für die CL nicht gemeldet…

    Er könnte zwar Lulle auf die linke Seite setzen, aber dann hast Du das Problem rechts.

    Vielleicht überrascht RK uns ja auch und stellt Poppi in die 4er-Kette. Das kann sie ja auch…

    (0)
  • FF-Talent sagt:

    Zur heiß diskutierten „T-Frage“ bei WOB …
    Burmeister bekam in Köln den Vorzug um sich in einem großen Live-Spiel einem potenziellen neuen Arbeitgeber (ggf. international?) zu präsentieren. Kam diese Theorie auch noch jemand anderem spontan in den Sinn bei der Aufstellungsverkündung?

    Kommt nämlich tatsächlich Schult, hat WOB bald eine Torfrau abzugeben, dann wird es heißen: „Wir lassen Burmeister ziehen, wollen ihrer weiteren Karriere keine Steine in den Weg legen und haben großzügig den verlängerten Vertrag doch schon in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst.“ Kellermanns Begründung zum TW-Wechsel klang grundsätzlich ganz nachvollziehbar vor dem Spiel, aber im vorletzten Saisonpflichtspiel (dazu noch ein Finale!) nochmal das Torwart-Rotationskarussell anzuschmeißen, war doch eher bizarr.

    Dass ihr zweites Finale jetzt in Köln nicht das größte Spiel ihrer Karriere war, wird Burmeister wohl selber ganz genau wissen. Mit über 60 Ligaspielen Erfahrung wird sie das aber auch nicht nachhaltig umhauen … und dieses Mal sogar den Pott gewonnen im Gegensatz zum ersten Anlauf damals in Köln.

    (0)
  • Detlef sagt:

    @Meta,
    Das habe ich ja schon geschrieben, daß ich weder Tetzlaff (die anscheinend nicht spielberechtigt ist) noch Bunte für ausreichend erfahren und gut halte!!!

    OMMEL hätte zwar die Erfahrung aus ihrer TURBINE-Zeit!!!
    Die ist aber schon etwas her, und außerdem scheint sie körperlich nicht ganz fit zu sein!!!

    Vielleicht schmeißt Kellermann auch Johanna Tiedge ins kalte CL-Wasser, die ihre Sache in Potsdam zumindest recht gut erledigt hat!!!

    Poppi hat zwar mal in Duisburg linke Verteidigerin gespielt, aber wie lange ist das her???
    Und ist Poppi überhaupt für 90 min fit genug???

    Wolfsburgs zweiter Anzug ist halt nicht überall darauf vorbereitet und in der Lage, Ausfälle der ersten Garde gleichwertig ersetzen zu können!!!

    Im Sturm geht das vielleicht noch so einigermaßen!!!
    Aber im Mittelfeld wirds schon eng, und in der Abwehr, und im Tor sind da große Leistungslücken zu überbrücken!!!

    (0)
  • waiiy sagt:

    Hat nicht Jäger die gesamt U20-WM hinten links gespielt? Wieso sollte sie das nicht können? Außerdem kann auch Popp hinten links spielen. Das „durfte“ sie in Duisburg lange genug und war wahrscheinlich auch ein Grund, warum sie gern gewechselt ist. Aber in einem CL-Finale wird sie wohl auch im Tor spielen, wenn dadurch die Chancen auf den Sieg erhöht werden.

    Viel mehr Gedanken sollte sich Wolfsburg um die Chancenausnutzung machen. Sonntag wäre es fast schief gegangen, dass man nur die 3 Tore aus den zahlreichen Chancen gemacht hat. Da hätte einer der beiden Pfostentreffer das Ganze zum Kippen bringen können, obwohl sie besser waren. Das kann gegen Lyon arg ins Auge gehen, die sich sicher mehr Chancen erarbeiten werden und auch dann nutzen.

    In meinen Augen hat Wolfsburg nur eine Chance, wenn sie viele Tore schießen, da sie Lyon nicht torlos halten werden. Man gewinnt eher 4:3 als 2:1.

    (0)
  • FFFan sagt:

    @ FF-Talent:
    „Burmeister bekam in Köln den Vorzug um sich in einem großen Live-Spiel einem potenziellen neuen Arbeitgeber (ggf. international?) zu präsentieren. Kam diese Theorie auch noch jemand anderem spontan in den Sinn bei der Aufstellungsverkündung?“

    Mir kam eine andere Theorie in den Sinn: A.Vetterlein sollte „Zeit zum Nachdenken“ bekommen (über einen Vereinswechsel). Dann könnten, wenn Schult kommt, Burmeister und Frohms ihren Status als Nummer 2 und 3 behalten. Wäre wohl die einfachste Lösung.

    Aber vielleicht sind auch beide ‚Theorien‘ totaler Quatsch…

    (0)
  • Sheldon sagt:

    Generell finde ich den Titel über diesem Artikel schon mal nach den Vorstellungen der letzten Wochen sehr geschönt. Leicht geht bei Wolfsburg in letzter Zeit absolut gar nichts. Das war auf den letzten Metern nur noch ein Krampf, das Ganze irgendwie einzutüten.

    Was die ganzen Personaldiskussionen bei Wolfsburg anbelangt, dazu sage ich nur soviel: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not!

    Hätte Wolfsburg gerade gegen Mannschaften wie Sindelfingen, Gütersloh, Jena oder Leverkusen mal die ein oder andere Spielerin geschont, statt immer und überall in voller Montur aufzulaufen, dann hätte man am Ende auch noch die Körner gehabt, um das Ganze souverän nach Hause zu bringen.

    So aber hat man die gesamte Saison über quasi nur mit 15 Spielerinnen gespielt: Vetterlein (Tor) – Wensing, Faißt, Henning, Goeßling, Bunte, Hartmann (Abwehr) – Odebrecht, Keßler, Blässe, Jakabfi, Magull (Mittelfeld) – Pohlers, Müller, Popp (Sturm)

    Dass jetzt Torschlusspanik kommt, war abzusehen. Es verkrampft zusehens und die Souveränität ist komplett weg, wie man hier anhand des DFB-Pokalspiels lesen konnte.

    Wolfsburg hatte dieses Jahr einfach Glück – Glück, dass Potsdams Kader eher einem Lazarett denn einer Fußballmannschaft glich; Glück, dass sich Frankfurt durch die ständigen Trainerwechsel selbst in die Suppe gespuckt hat, statt vor der Saison einen Trainer mit Kompetenz und Autorität zu installieren; Glück, dass die Saison vor den Topspielen schon gelaufen war; Glück, dass Duisburg sich verabschiedet hatte.

    Doch ich glaube nicht, dass Wolfsburg dieses Glück gegen Lyon haben wird. Gegen Lyon wird man kein Glück haben. Dafür sind die viel zu abgebrüht, was sie diese Saison stärker denn je bewiesen haben.

    (0)
  • FF-Talent sagt:

    @ FFFan: Auch eine Möglichkeit. Würde tatsächlich die Hierarchie im WOB-Tor wohl nicht so sehr durcheinanderbringen, das ist richtig.

    Nun, es gibt offensichtlich mehrere, die Kellermanns rein sportliche Begründung zum TW-Wechsel diskussionswürdig fanden.
    Wieviel Transfertheorie dahinter steht und ob es am Ende Vetterlein oder Burmeister „erwischt“ oder gar keine … sieht man dann, wenn bald das Transferfenster aufgeht.

    (0)
  • Altwolf sagt:

    @Sheldon. Recht hast Du sicherlich,daß die „Leichtigkeit“ in den letzten Spielen nicht gerade das hervorstechendste Merkmal war,jedoch sind dir einige Spielerinnen während der zurückliegenden Spiele offenbar entgangen.So haben L.Vetterlein,N.Omilade und auch einzelne Pflicht-Spiele M.Tetzlaff,J.Tietge,S.Wagner,A.Jäger,J.Burmeister und auch M.Frohms aus dem 26 Spielerinnen umfassenden Kader mitgemacht,wobei C.Simon im Winter zu Leverkusen ging u.mit M.Tetzlaff,R.Smith u.Z.Jakabfi,wie dann auch A.Popp u.I.Hartmann Verletzungen die Einsätze verhinderten.So hatte sich ja S.Wagner beim Spiel in Leverkusen verletzt.Wenn man doch letztendlich in allen 3 Wettbewerben an der Spitze steht und zudem schon 2 Titel gewonnen hat und im Finale der größten Herausforderung steht,ist das sicherlich keine Torschlußpanik; und soviel kann man da auch nicht falsch gemacht haben.“Glück“? Natürlich must Du um erfolgreich zu sein auch „glückliche“ Momente haben,aber über die gesamte Spielzeit hinweg hat man sich den Erfolg in erster Linie erarbeitet u.das „Glück“ wechselt auch immer mal die Seiten.
    Wenn die anderen „Großen“ das Alles besser gemacht haben,warum stehen sie nicht da wo WOB jetzt steht? Wenn ich als wichtigstes Ziel die Meisterschaft ausgebe,dann spiele ich nicht mit dem Risiko,gegen vermeintlich „Kleine“ Punkte abzugeben.Andere Clubs haben das vorgemacht wie das passieren kann.Ob nun gegen OL kein „Glück“ vorhanden ist wird man sehen und vielleicht ist es dir dann e.Genugtuung,wenn uns OL eine Klatsche verpaßt.Wir werden sehen was noch geht und eine fast erwartete Niederlage wird uns bei dieser Saison die Freude nicht verderben.
    Noch zur TW-Frage:Ich sehe das viel einfacher und hatte das auch schon mal kundgetan.Turbine schießt gerne mal aus der 2.Reihe,wobei dann die hohen Bälle für A.Vetterlein oft ein Problem werden,nicht so für d.größere J.Burmeister.Ferner hat sie beim Spiel in Patsdam recht gut gehalten und war auch beim ihrem letzten Pokalendspiel mit Jena gegen Duisburg die überragende Spielerin.Also alles Gründe auch sie mal in einem wichtigen Spiel einzusetzen und ihr da auch die Wertschätzung zu zeigen.Das Präsentieren für andere Vereine halte ich für unwahrscheinlich und als e.Denkzettel für A.Vetterlein ebensowenig.

    (0)
  • enthusio sagt:

    @Sheldon:
    man wird nicht mit Glück in einer Saison Meister, Pokalsieger und CL-Finalist, sondern mit Können. Deswegen Gratulation an Kellermann, sein Trainerteam und seine Mannschaft ! In Deutschland seid Ihr momentan in jeder Hinsicht das Maß aller Dinge ! Vielleicht sogar in Europa, wir werden es morgen ja sehen.

    (0)
  • H2O sagt:

    @Sheldon
    „Wolfsburg hatte dieses Jahr einfach Glück…“

    Natürlich hatten sie dieses Jahr auch manchmal Glück, wie jede Mannschaft die irgendetwas gewinnt. Sheldon, es bringt nichts trotzig in der Ecke zu sitzen und über solcherlei Beiträge den Versuch zu starten den Mädels an die Stutzen zu p*****n. 😉

    „Doch ich glaube nicht, dass Wolfsburg dieses Glück gegen Lyon haben wird. Gegen Lyon wird man kein Glück haben. Dafür sind die viel zu abgebrüht, was sie diese Saison stärker denn je bewiesen haben.“

    Wenn Lyon gewinnt werden alle deine Aussagen bewiesen sein.
    Denn keiner im Forum weiß, dass Lyon die vermutlich beste Clubmannschaft der Welt ist und ein Sieg der Wolfsburgerinnen schon eine kleine Überraschung wäre.

    (0)
  • Jan sagt:

    Das Prunkstück von Lyon ist die Abwehr, und das Mittelfeld, und der Sturm. Lyon ist quasi auf jeder Position besser besetzt als Wolfsburg. Zu versuchen, mit konventionellem Spiel etwas gegen diese Übermannschaft ausrichten zu wollen, halte ich daher für wenig aussichtsreich. Als Laie würde man doch auch nicht auf die Idee kommen, einen Klitschko im Boxen besiegen zu wollen, sondern vllt. im Tischtennis oder Schach. Arminius z.B. mied offene Feldschlachten gegen die römischen Legionen des Varus und später des Germanicus, und wandte die einzig Erfolg verheißende Partisanentaktik an.

    Gegen Barca (2x) u. Bayern igelte sich Chelsea 2012 regelrecht ein, und behielt äußerst glücklich die Oberhand. Bloß: Wände Wolfsburg solch eine extreme Kontertaktik á la Chelsea an, würde Lyon bestimmt trotzdem mind. 1x – 2x treffen – bei normalem Spiel aber womöglich noch öfter! Ein Dilemma! Was tun?

    Vllt. normal anfangen, aber sobald Lyon spielerisch zu dominieren beginnt (u. hoffentlich noch nicht getroffen hat), deren spielerische Dominanz u. überlegenen Kombinationsfluss unbedingt unterbinden u. so deren stärkste Waffe völlig unbrauchbar machen, z.B. wie beim Eishockey, wo der Gegenspieler (fair) attackiert werden darf; d.h. im Fußball: Auch alle umstehenden Gegenspieler müssten gleichzeitig ebenso gedeckt werden.

    Der FC Bayern hat ja gegen Barca großenteils schon so gespielt; nämlich nicht mehr nur Raumdeckung, Passwege zustellen u. den Ballführenden attackieren, sondern dem kombinationsstarken Gegner gleichzeitig konsequent viele seiner Anspielstationen nehmen, und zwar in dessen Sturm, Mittelfeld, u. auf den Flügeln; insbesondere, sobald Barca mit dem Ball in die Bayern-Hälfte kam – mittels totaler Manndeckung also. Raumdeckung ist ja in den letzten Jahrzehnten eh immer aggressiver geworden, dass, wenn man diesen Trend extrapoliert, man eigtl. ganz logisch zu totaler Manndeckung bei organisierter Raumdeckung kommen müsste, oder?

    (0)
  • FFFan sagt:

    @ Jan:

    Natürlich ist Olympique Lyon extrem stark und gilt nicht zu Unrecht als beste Frauen-Vereinsmannschaft der Welt. Aber so ein krasser Außenseiter ist der VfL Wolfsburg in diesem Spiel jetzt auch nicht, dass er nur mit einer „Partisanentaktik“ Erfolg haben könnte.

    Ich denke, die ‚Wölfinnen‘ müssen und werden sich heute nicht nur ‚hinten reinstellen‘, sondern dürfen ihre Chance durchaus auch im eigenen Ballbesitz suchen!

    (0)
  • Karl sagt:

    Naja, beste Vereinsmannschaft hin oder her ( Frankfurt ist die einzige Vereinsmannschaft die vergangene saison mit 11 weltmeisterinnen haette auflaufen koennen und genuetzt hat es auch nichts), Wolfsburg wird trotzdem 3:2 gewinnen , denk ich…

    (0)
  • Detlef sagt:

    @enthusio 6 H2O,
    Natürlich gehört Glück auch dazu, um sowohl eine komplette Saison, als auch ein KO-Spiel am Ende siegreich zu gestalten!!!
    Gerade das DFB-Pokalfinale hat dies ja sehr eindrucksvoll gezeigt, wie eng Sieg und Niederlage beieinander liegen können!!!
    Gerade einmal 2 Zentimeter sollen beim Pfostentreffer von ADA gefehlt haben, wie sie später ärgerlich meinte!!!
    Eine Verlängerung hätte wohl eher TURBINE in die Karten gespielt!!!

    Natürlich reicht Glück allein dazu aber auch nicht aus!!!
    WOB war sowohl in der Meisterschaft, als auch in der Pokalentscheidung in Köln das spielerisch bessere Team!!!
    Kellermann hat ja bereits angekündigt, in London keinen Angsthasenfußball spielen zu wollen!!!
    Er kann auch gar nicht anders, als sein Heil in der Flucht nach vorn anzutreten, denn „zu Null“ werden die Wölfinnen ganz sicher nicht spielen!!!
    Dafür ist deren Abwehr, auch wegen des Ausfalls von Faißt, der angeschlagenen JOSI, und der Umstellung von Goessling auf VIOLAS Position sicher auch nicht stark genug!!!

    (0)
  • Jan sagt:

    @FFFan
    Ja, Partisanentaktik trifft’s wohl nicht genau. Eigtl. meinte ich: Um einen schier überstarken Gegner (ob Sport od. Krieg) besiegen zu können, braucht es keine übliche sondern eine überlegene Strategie; in der Historie meist eine, die noch nicht od. nicht mehr in den Lehrbüchern steht. In Lehrbüchern haben sich ja viele Ideen angesammelt – die alle irgendwann mal neu waren. Doch all diese akkumulierten Ideen dürften gegen Gegner wie Lyon kaum ausreichen. Da gilt es im Grunde, wirksame neue Ideen zu entwickeln.

    (0)
  • Sven sagt:

    Es ist schon sehr beschämend, dass um das Männerfinale so viel Wirbel gemacht wird und über das Frauenfinale in der Presse so wenig geschrieben wird, dass man meinen könnte, es findet gar nicht statt.

    Weder NDR noch WDR oder sonst wer überträgt dieses Spiel live, weder im TV noch im Radio und selbst kein französischer Radiosender, soweit mir bekannt und lang und breit vorher gesucht, überträgt das Spiel.

    Der NDR beteuert auf meine Nachfrage, dass sie es gerne übertragen hätten, aber ich glaube, der NDR hat sich auch kein bißchen bemüht, weil es aus der Antwort so hervor geht.

    Schade.

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    @Sven: Es wird doch auf Eurosport übertragen.

    (0)
  • Ralf sagt:

    🙂 … Na siehste. Alles schick!

    (0)
  • Altwolf sagt:

    Wahnsinn diese Wölfinnen!Einfach unglaublich.

    (0)
  • karl sagt:

    Ich haette nicht gedacht dass Wolfsburg auch erfolgreich Catenaccio spielen kann. Heute haben sie den Beweis geliefert, Bravo 🙂

    (0)

Kommentar schreiben

Add your comment below. You can also subscribe to these comments via RSS

Seien Sie nett. Bleiben Sie beim Thema. Kein Spam.

You can use these tags:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

This is a Gravatar-enabled weblog. To get your own globally-recognized-avatar, please register at Gravatar