Wer erreicht die Champions League?

Von am 11. Mai 2013 – 10.10 Uhr 9 Kommentare

Dem VfL Wolfsburg ist die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen, doch der Kampf um den zweiten Platz ist am letzten Bundesligaspieltag spannend. Zwar hat der 1. FFC Frankfurt mit einem Punkt Vorsprung auf den 1. FFC Turbine Potsdam die bessere Ausgangslage, doch haben die Hessinnen zum Abschluss auch den schwereren Gegner.

Zu Gast im Frankfurter Stadion am Brentanobad ist am Sonntag ab 14 Uhr der FC Bayern München – ein Team, gegen das der FFC in der Vergangenheit äußerst unterschiedliche Resultate erreicht hat.

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Niederlagenserie gegen München
Im DFB-Pokalfinale unterlagen die Frankfurterinnen im vergangenen Jahr nach desaströser Leistung mit 0:2, und auch die anschließenden beiden Aufeinandertreffen konnten sie nicht gewinnen. In der zweiten Hauptrunde des diesjährigen Pokals unterlagen sie nach Elfmeterschießen, in der Meisterschaftshinrunde mussten sie sich mit 1:2 geschlagen geben. Drei Niederlagen in Serie, aber auf der anderen Seite war der FFC auf eigenem Platz gegen die Münchenerinnen zuletzt mehr als erfolgreich: 8:2 und 7:1 endeten die beiden letzten Duelle am Brentanobad.

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Zum Saisonfinale ist der FC Bayern München in Frankfurt zu Gast. © Nora Kruse / ff-archiv.de

Angerers Einsatz fraglich
„Die Münchnerinnen sind eine junge sowie ehrgeizige Mannschaft und verfügen über ein sehr spielstarkes Team. Auch die Nachwuchsarbeit funktioniert hervorragend. Spätestens seit dem Pokalsieg im letzten Jahr hat sich das Team noch einmal weiterentwickelt“, sagt FFC-Interimstrainer Sascha Glass, der mit seiner Mannschaft unter Druck steht. Ein Unentschieden dürfte gegen München nicht reichen, denn alles andere als ein Sieg des 1. FFC Turbine Potsdam Absteiger FSV Gütersloh 2009 wäre eine Sensation. „Natürlich sind alle Spielerinnen und auch Offiziellen bis in die Haarspitzen motiviert“, so Glass weiter. Fehlen werden den Frankfurterinnen weiterhin Sandrine Brétigny, Simone Laudehr und Fatmire Bajramaj. Hinter dem Einsatz von Torhüterin Nadine Angerer, deren Vertrag in Frankfurt nicht verlängert wird, steht aufgrund muskulärer Probleme ein Fragezeichen.

Potsdam mit dem besseren Torverhältnis
Sollten die Frankfurterinnen gegen den FC Bayern verlieren, würde dem 1. FFC Turbine Potsdam zum Erreichen der Champions League sogar ein Unentschieden reichen. Denn mit einem Torverhältnis von +52 liegen die Potsdamerinnen deutlich vor dem Dauerrivalen (+26). Doch beim FSV Gütersloh 2009, der bereits als Absteiger feststeht und seit über sieben Monaten auf einen Punktgewinn wartet, dürfte ein „Dreier“ seitens der Potsdamerinnen fest eingeplant sein.

Abschied von Pilipovic
Um die Verteidigung des fünften Rangs geht es für den SC Freiburg gegen die SGS Essen – dem letzten Spiel von SC-Trainer Milorad Pilipovic, dessen Vertrag im Breisgau nicht verlängert wird. Momentan haben die Freiburgerinnen 31 Punkt auf dem Konto, der dahinter platzierte SC 07 Bad Neuenahr 30, die SGS 29. „Wir sind in der komfortablen Lage, dass wir es in der eigenen Hand haben und ein Heimspiel haben“, sieht Pilipovic den Vorteil seiner Elf, die vor den Essenerinnen allerdings ausreichend gewarnt ist. Im Mai gewann die SGS mit 3:0. Bei den Freiburgerinnen werden am Sonntag Marina Makanza, Hasret Kayikci, Jobina Lahr, Selina Nowak und Eva-Maria Virsinger allesamt verletzungsbedingt fehlen. Hinter dem Einsatz von Fiona O’Sullivan steht noch ein Fragezeichen.

Wolfsburger Meisterfeier
Sollten sich Freiburg und Essen im direkten Duell die Punkte teilen, könnte der SC 07 Bad Neuenahr der lachende Dritte sein – doch dazu müssten sie beim designierten Meister VfL Wolfsburg gewinnen. Die Partie wird ab 14 Uhr live auf DFB-TV übertragen, ab etwa einer Stunde nach Spielende feiern die Wolfsburger Spielerinnen auf einer Bühne außerhalb der VfL-Arena ihren ersten Titel überhaupt.

Duisburg ohne Himmighofen
Der FCR 2001 Duisburg und der FF USV Jena kämpfen im letzten Saisonspiel um den neunten Rang. „Mit einem Sieg können wir an Jena vorbeiziehen und auf einen einstelligen Tabellenplatz klettern. Das fühlt sich irgendwie besser an“, sagt FCR-Trainer Sven Kahlert, der mit Marina Himmighofen allerdings auf eine wichtige Spielerin verzichten muss – Himmighofen ist gelbgesperrt. Ungewiss ist auch der Einsatz von Daria Streng, die sich beim Spiel in München den großen Zeh gebrochen hat. In der Hinrunde gewann der USV mit 2:1, und USV-Trainer Daniel Kraus gibt sich kämpferisch: „Gegen Duisburg ist unser Ziel nach wie vor klar: Wir wollen den einstelligen Tabellenplatz halten.“

Sindelfingen empfängt Leverkusen
Unterdessen verabschiedet sich der VfL Sindelfingen nach nur einem Jahr in der Ersten Bundesliga mit einem Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen aus dem Oberhaus. Die Sindelfingerinnen stehen bereits als Absteiger fest, die Werkself hat den achten Platz in der Liga sicher.

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9 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    Wie auch immer das Ganze ausgehen wird, nach dem Umbruch in Frankfurt würde ich mich hier wie dort freuen, die jeweilige Mannschaft in der CL zu sehen.

    Frankfurt kann es sich nur selbst verderben, wenn sie Glass tatsächlich wieder zurückstufen. Gibt es eigentlich bis jetzt irgendeinen Anwärter für den Job in der Ersten?

    Wie auch immer, ich freue mich jetzt schon auf nächste Saison. Frankfurt und Potsdam schicken sich an, wieder die erste Geige zu spielen, wenn die Arbeit dort so weitergeht.

    Nach so viel Wirbel wäre wirklich mal wieder eine Bundesligasaison mit gutem Fußball und klaren Verhältnissen sehr positiv.

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  • gerd.karl sagt:

    also ich finde es besser das wolfsburg, turbine, frankfurt und jetzt auch bayern münchen um die meisterschaft mitspielen.
    das macht es spannender und vielleicht wenn hoffenheim aufsteigt haben wir 5 mannschaften die um den titel mitspielen.

    spannung spannung, so muss fussball sein.

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  • Altwolf sagt:

    @Sheldon.Du mußt mehr wissen als andere,denn was veranlaßt dich zu glauben, nun werden Frankfurt u. Potsdam die erste Geige spielen.Einer von denen hat auch die Chance auf 3 Hochzeiten tanzen zu dürfen und was das bedeuten kann,haben wir letzte Saison und auch diese Saison sehen können.Es ist wohl auch mehr der Wunsch der Vater des Gedanken.

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  • Speedy75 sagt:

    Mal was ganz anderes nebenbei was passiert eigentlich mit dem Karli wenn Babelsberg aus der 3ten Liga absteigt, im Moment stehen die ja auf einem Abstiegsplatz.

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  • FF-Talent sagt:

    @ speedy: Babelsberg hat schon letztes Jahr die Liga nur dank besserem Torverhältnis gehalten. Dieses Jahr sieht es noch schlechter aus. Die diversen Insolvenz-Bedrohungen einmal außen vorgelassen.
    Wird Babelsberg viertklassig, werden sie auch im KarLi bleiben, müssen aber ihre Finanzen noch mehr drosseln, d.h. auch ihre Stadionbetreiber-Funktionen herunterfahren. Ein „nur noch“ Viertligist ist auch ganz schlecht in Argumentationen gegenüber dem Eigentümer (Stadt Potsdam), z.B. wenn es um einen neuen Rasen (das Dauerthema!) etc. geht … Mietausfälle etc. seitens Babelsberg dann auch nicht mehr ausgeschlossen. Resultat: Turbine wird wichtiger sein müssen, offensiver auftreten als Hauptnutzer, mehr Verantwortung übernehmen müssen (auch mehr finanzielle Verantwortung, Stadionmiete etc.)? Einfach wird es nicht. Eine enorme Zusatzbelastung für Turbine! Worst case wäre eine 03er-Insolvenz in naher Zeit. Dann steht TP alleine da.

    @ Gerd Karl:
    Zitat „also ich finde es besser das wolfsburg, turbine, frankfurt und jetzt auch bayern münchen um die meisterschaft mitspielen. das macht es spannender und vielleicht wenn hoffenheim aufsteigt haben wir 5 mannschaften die um den titel mitspielen.“
    Naja, ob man bei Hoffenheim derart Optimismus zeigen soll oder doch die Euphoriebremse treten soll, wird ja gerade im Nachbarthread (Angerer verlässt FFM) diskutiert.
    Fest steht: Bis letztes Jahr hätte die Aufzählung auch locker „WOB, Turbine, FFM, Bayern und Duisburg“ sein können. Dann wäre statt Hoffenheim (als noch einem zusätzlichen Männerableger) sogar ein dritter reiner FF-Verein unter den „Big five“ … aber das ist ja eine andere Geschichte.

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  • Detlef sagt:

    @speedy,
    Ganz einfach!!!
    Wenn 03 absteigt, wird der Erbpachtvertag mit der Stadt Potsdam (Mangels Eigenkapital) wohl platzen!!!
    Damit geht das KARLI auch wieder in die Bewirtschaftungsaufgabe des Eigentümers über!!!
    Das dürfte für TURBINE zur Folge haben, daß es keine (aus dem Erbpachtvertrag resulitierende) kostenlose Nutzung des KARLI mehr geben wird!!!
    Das heißt für uns Fans wohl höhere Eintrittsgelder, und für den Verein weniger Geld für die Mannschaft und die Betreuer!!!
    Also alle TURBINE-Fans, die sich über das schlechte Abschneiden von 03 in dieser Saison hämisch gefreut haben, dürften bald ein langes Gesicht machen!!!

    @gerd karl,
    Ich stimme Dir zu, je mehr Mannschaften um den Titel mitspielen, um so spannender dürfte die Liga werden!!!
    Ich sehe nächste Saison einen Vierkampf zwischen Wolfsburg, Frankfurt, Potsdam und München!!!
    Freiburg, Leverkusen und eventuell Essen traue ich die „Spielverderberrolle“ zu, die den vier Top-Klubs wieder den einen oder anderen Punkt mopsen könnten!!!

    Alle anderen Vereine (incl Hoffe wenn sie es schaffen sollten) dürften mit dem Abstiegskampf zu tun haben!!!

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  • Speedy75 sagt:

    @Detlef
    Schönen Dank für deine Einschätzung zur Lage.

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  • grammofon sagt:

    Bzgl. Karli nach 03 Abstieg: Ich kann mir schon vorstellen, dass die Stadt Potsdam dann ein bisschen mehr hilft. Nicht dem Regionalligisten Babelsberg zuliebe, sondern um den nunmehr größten Vorzeigeverein Potsdams, Turbine, zu unterstützen. Allerdings wird die derzeitige Sportministerin darüber nicht sehr erfreut sein. Die würde ja am liebsten den Stadionnamen verkaufen…

    Der Erbpachtvertrag muss auch nicht automatisch platzen, sondern könnte auch neu verhandelt werden. Allerdings dann wahrscheinlich mit einer finanziellen Beteiligung von Turbine (was wiederum auch nur fair wäre).

    In der Regionalliga hat man zwar weniger Einnahmen, dafür aber auch erheblich geringere Kosten. Ich kenne mich da nicht so gut aus, aber ich meine irgendwann in der PNN gelesen zu haben, dass Babelsberg in der 3. Liga eh über seinen finanziellen Verhältnissen lebt, und dass sie in der Regionalliga besser aufgehoben wären. Es muss also nicht alles schwarz sein.

    Nichtsdestotrotz, nächsten Samstag sollten alle Turbine Fans Babelsberg kräftig die Daumen drücken!

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  • grammofon sagt:

    Ein Artikel der PNN zur Situation von 03, wo auch das Problem mit dem Karli kurz angesprochen wird:

    http://www.pnn.de/regionalsport/751154/

    Viel erfährt man da aber auch nicht.

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