Selina Wagner erleidet Kreuzbandriss

Von am 3. Mai 2013 – 21.24 Uhr 13 Kommentare

Hiobsbotschaft für Selina Wagner und den VfL Wolfsburg: Die Mittelfeldspielerin zog sich im Bundesliga-Nachholspiel am Mittwoch beim 4:1-Sieg gegen Bayern 04 Leverkusen einen Kreuzbandriss im linken Knie zu.

Die Verletzung passierte bei einem Zusammenprall mit ihrer eigenen Teamkollegin Martina Müller. Die 22-Jährige hatte zuletzt gerade erst im Halbfinal-Rückspiel der UEFA Women’s Champions League gegen Arsenal LFC nach zwei Jahren ihr Comeback in der Startelf gefeiert und mit einem Tor gekrönt.

Selina Wagner

Selina Wagner muss eine mehrmonatige Zwangspause einlegen © Nora Kruse / FF-Archiv

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Sechs Monate Pause
Nun wird sie rund sechs Monate pausieren und somit auch beim Saisonfinale mit den Endspielen in DFB-Pokal und UEFA Women’s Champions League fehlen. „Wie viel Pech kann man haben“, haderte Trainer Ralf Kellermann. „Man muss sich mal vorstellen, wie bitter das für eine so junge Frau ist – gerade hat sie sich zurück gekämpft.“ Bereits im April 2011 hatte sie sich einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen.

Alle Events trotzdem miterleben
„Ich hatte selber Tränen in den Augen, als ich die Diagnose bekam“, so Kellermann weiter. „Selina war auf dem besten Weg zurück in die Startelf.“ Die 22-Jährige soll dennoch alle Events miterleben können, auch mit nach Köln zum DFB-Pokalfinale und zum Finale der UEFA Women’s Champions League nach London reisen. „Der VfL wird alles tun, um Selina ein gutes Rehaprogramm zu ermöglichen. Selinas Ziel sollte es sein, im Winter mit ins Trainingslager fahren zu können. Nach der OP wird es aufwärts gehen.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

13 Kommentare »

  • Michele sagt:

    Das ist extrem bitter und kaum in Worte zufassen! Kopf hoch, Selina!

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  • xyz sagt:

    Und wieder eun Kreuzbandriss ! Man sollte mal eine Studie durchfühen,woran das liegen könnte und ob im Ausland auch so viele Spielerinnen diese Verletzung erleiden.Liegt es am weiblichen Knie?an den Trainingsmethoden? Kunstrasen? oder zu wenig Pflege bei zu hoher Belastung? Es erleiden sehr viele Nationalspielerinnen diese Verletzung,schon in den U-Mannschaften.Wäre mal gut wenn sich Sportwisswnschaftler näher mit diesem Thema beschäftigen würden.Könnte ja auch ein Thema für eine Doktorarbeit sein,

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  • Speedy75 sagt:

    Das ist sehr bitter, von hieraus gute Besserung und Genesung.

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  • zyx sagt:

    Das Risiko von Kreuzbandverletzungen ist bei Frauen ungefähr 10mal so hoch wie bei Männern. Es gibt schon einige Studien über dieses Thema. Ein Review hierzu, das einige Gründe ausführlich erläutert, ist „Recognizing anterior cruciate ligament tears in female athletes: What every primary practitioner should know“ Hirst, Armeau und Parish (einfach googlen). Auch gibt es Studien, die Präventivmaßnahmen getestet und positive Effekte festgestellt haben. Inwieweit die Vereine mittlerweile ein vorbeugendes Fitnesstraining in ihr Training einbauen, kann ich leider nicht beurteilen. Die Gründe dieser hohen Anzahl von Verletzungen sind auf jeden Fall bekannt.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Wie deprimierend muss das denn für Selina sein? Ich hoffe und drücke ihr dazu die Daumen, dass sie aus diesem mentalen Tief baldigst rauskommt und ein schneller Heilungs- und Reha-Prozess einsetzt. Toi, toi, toi, Selina, Du schaffst das!

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  • laasee sagt:

    Horrible news.

    Best wishes to Selina for a fast and full recovery.

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  • wfm sagt:

    Auch auf dem letzten DFB-Kongress wurden die Kreuzbandverletzungen bei Frauen thematisiert.

    DAS KREUZ MIT DEM KREUZBAND
    http://tv.dfb.de/index.php?view=5438

    DIE durchschlagende Erkennstnis gab es dort aber nicht. Bei der Vorbeugung durch Training ist man wohl zum Teil bei den Vereinen abhängig von Trainingsbetrieb während der Saison nicht immer konsequent genug. (Stichwort „compliance“)

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  • Altwolf sagt:

    Die beiden Kreuzbänder fixieren den Ober- und Unterschenkel des Beines im Kniegelenk (über Kreuz = X ) gegeneinander,während die Längsbänder die Seitenführung übernehmen.Wenn also der Stollenschuh im Boden mit Belastung fixiert ist,sich der Körper aber zur Seite dreht oder fällt bzw. eine Drehung um das Bein herum geschieht, können die Bänder reissen ( z.Glück oft nur überdehnt)bzw. auch die Menisken als Führungsvorrichtungen Schaden nehmen.Das Training spielt da nur eine Nebenrolle,denn gutes Warmmachen,Dehnungen der Muskulatur und Gymnastik bei allgemeiner Fittness wirkt allen Verletzungen entgegen.
    Bänderverletzungen und Meniskusschäden liegen für das Fussballspielen mit Stollenschuhen oder auf stumpfem Untergrund (z.B.Kunstrasen)in der besonderen Art dieser Sportart.
    Einen prinzipiellen Unterschied zwischen Männern u. Frauen sehe ich da nicht.

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  • Altwolf sagt:

    @wfm.Danke für den Tip zum Vortrag.Dein Fazit ist da schon richtig, denn nichts Genaues weiß man nicht.Der Vortrag war zu theoretisch gehalten und versuchte wissenschaftliche Erkenntnisse aufzuzeigen, jedoch für dort wohl teilnehmende Trainer und betreuende Physios evtl.auch Ärzte nicht wirklich brauchbar.Natürlich sollte ich Übungen,die ich als Vorbereitung auf ein Spiel oder Trainingsspiel durchführen soll auch als Verletzungsschutz verstehen, sonst werde ich diese als Spielerin nur mit dem unbedingt notwendigen Engagement durchführen, gerade so,daß mich der Trainer nicht anmacht (diese Mitarbeit u.Verantwortung für das sinnvole Durchführen nennt man dann „Compliance“).Nur welcher Trainer erklärt zum Trainingsbeginn die entsprechenden Übungen? Also fehlt es schon einmal da an entsrechenden Hinweisen.
    Der einzige Punkt der Männer wohl von Frauen unterscheiden könnte, einmal von der hormonellen Situatiion mal abgesehen (Frauen sind in der Phase der Menstruation mental auch oft weniger konzentriert u. auch eher launiger) wäre die häufiger bestehende X-Bein-Stellung der Frauen anzusehen.
    Die angesprochene Übung mit zwei Spielerinnen,die gegeneinander hochspringen und dann in einer gefährdenden Landung wieder auf den Boden kommen, hätte, um mal praktischen Nutzen für die Trainer zu haben, der Ergänzung bedurft, beim Aufkommen mit den Füssen,die Kniee anzubeugen u. in e. leichte Hocke zu gehen und als Schutz vor Kreuzbandverletzungen nicht mit durchgedrückten Knieen zu landen.Solche konkreten Hinweise, nämlich das Aufkommen zu trainieren, hätten dem Vortrag mehr Qualität und praktischen Nutzen gegeben.

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  • Homer-Simpson sagt:

    Wenn man das so liest, könnte man meinen, dass es eigentlich nur dem Zufall zu verdanken ist, dass nicht 90 % der Fußballspielerinnen mit Kreuzbandverletzungen ausfallen.

    Mag die Zahl solcher Verletzungen ja höher liegen als im Männerfußball, so ist sie dennoch immer noch glücklicherweise gering. Der Großteil der Spielerinnen haben im Verlaufe ihrer Karriere ja gottlob nie einen Kreuzbandriss. Birgit Prinz hat z.B. nie einem gehabt.

    Ich weiß nicht, ob man deshalb verallgemeinern sollte, dass es grundsätzlich an der Natur des weiblichen Knies liegt. Vielleicht ist eben jedes Knie anders und deshalb die eine Spielerin mehr gefährdet als die andere Spielerin.

    Trotzdem: das wichtigste ist natürlich: Gute Besserung.

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  • Sheldon sagt:

    Schade und schlimm für Selina Wagner sicherlich. Andererseits ist das nunmal Berufsrisiko, das jede Spielerin einkalkulieren muss und selbständig dafür sorgen muss, dieses Risiko zu minimieren. Spielern und Spielerinnen wie Messi, Ronaldo, Prinz, Lingor etc. blieben schließlich auch nicht frei von Verletzungen. Diese Spieler und Spielerinnen haben sich dort bewusst geschützt, beispielsweise, indem sie richtig fallen gelernt haben. Nicht im Sinne von Schwalben, sondern dass sie wussten, wie sie sich beispielsweise nach einem Foul abzurollen haben, wie sie aufkommen müssen, wenn sie stürzen usw.

    Und da sehe ich generell im Frauenfußball in allen Vereinen noch immensen Nachholbedarf. Hier ist der MF einfach viel, viel weiter/professioneller.

    Generell sollte man aber mal die Mehrfachfälle wie Simic, Wagner etc. thematisieren. Denn gerade hier ist es doch auffällig, dass – trotz eines bereits erlittenen Kreuzbandrisses – keine Maßnahmen vom Verein ergriffen werden, um die Spielerin besonders zu schützen.
    Hier sehe ich auch Defizite in den Reha-Maßnahmen, da Folgerisse meist kurz nach Wiedereinstieg in den Spielbetrieb passieren. Das Thema „Verhinderung von Folgeverletzungen“ scheint hier nicht ausreichend behandelt.

    Einen weiteren Faktor sehe ich bei den Schiedsrichterinnen. Da wird mir nicht oft zu lasch gepfiffen. Gerade Tritte in den Bereich des Knies, die dann zu unkontrollierten Stürzen führen, oder auch Attacken von hinten gegen andere Spielerinnen werden viel zu gnädig behandelt.
    So war beispielsweise der Kreuzbandriss von de Ridder im Spiel gegen Frankfurt nach dem Foul von Weber bereits in der Sturzphase zu prognostizieren. Auch die Tritte gegen Keßler und heute gegen Andonova wurden überhaupt nicht belangt. Da fehlt mir die klare Linie der Schiedsrichterinnen, solche Fouls konsequent zu ahnden.

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  • FFFan sagt:

    @ Sheldon:
    „Generell sollte man aber mal die Mehrfachfälle wie Simic, Wagner etc. thematisieren.“

    Wagner ist in dem Sinne kein „Mehrfachfall“, da diesmal das andere Knie betroffen ist.

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  • rtulpe sagt:

    ich kann mir bei diesen Geschichten nie helfen – und habe genau das schon viel zu oft erlebt – mangelhafte ReHa, zu früh eingesetzt obwohl nicht austrainiert und dann die richtig fiese Folegeverletzung.

    Gute Besserung! […]

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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