Wolfsburg muss Titelfeier verschieben

Von am 28. April 2013 – 17.53 Uhr 44 Kommentare

Der VfL Wolfsburg hat durch eine Niederlage beim 1. FFC Frankfurt die Chance verpasst, sich vorzeitig den deutschen Meistertitel zu sichern.

Vor  3 240 Zuschauern im Stadion am Brentanobad vertagten die Frankfurterinnen durch einen überzeugenden 2:0 (1:0)-Sieg gegen die Niedersachsen nicht nur die Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft, sondern landeten auch einen wichtigen Dreier im Kampf um einen Startplatz in der UEFA Women’s Champions League.

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Zwei Standards sorgen für Entscheidung
Ein Kopfballtor von Kerstin Garefrekes nach Ecke von Dzsenifer Marozsán (15.) und ein Treffer von Saskia Bartusiak nach Ecke von Melanie Behringer (50.) sorgten für den dritten Frankfurter Sieg binnen einer Woche und untermauerten den Aufwärtstrend des Teams seit der Übernahme von Interimstrainer Sascha Glass.

Kompakt und bissig
Dabei waren die Frankfurter Spielerinnen gegenüber den Spielen in Freiburg und Jena kaum wiederzuerkennen, jede einzelne Spielerin kniete sich von Beginn an die Partie und ging bissig in die Zweikämpfe. Das Team hatte allerdings auch Glück, dass Wolfsburgs Mittelfeldspielerin Anna Blässe bei einem der wenigen gelungenen Wolfsburger Vorstöße nur die Latte traf (8.).

Pohlers trifft Pfosten
Und auch bei einem Schuss von Conny Pohlers nach tollem Pass von Lena Goeßling stand der Pfosten im Weg (31.). Frankfurts Torhüterin Nadine Angerer und Svenja Huth prallten beim Abwehrversuch mit den Köpfen gegeneinander und konnten erst nach zehnminütiger Behandlungspause weiterspielen.

Spielszene Frankfurt gegen Potsdam

Der VfL Wolfsburg kam in Frankfurt nie richtig in die Partie © Nora Kruse / ff-archiv.de

Frankfurt dominiert
Doch abgesehen von den beiden Aluminiumtreffern hatten die Frankfurterinnen das Spiel gut im Griff, allein Kerstin Garefrekes hatte weitere gute Torchancen, etwa bei einem Schuss in der Anfangsphase (9.) oder auch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45.+2).

Vetterlein auf der Hut
In der zweiten Halbzeit stand Frankfurt sogar noch kompakter und machte die Räume immer enger, Dzsenifer Marozsán hätte beinahe Gäste-Torhüterin Alisa Vetterlein mit einem Heber aus fast 40 Metern überrascht, doch die war auf der Hut (49.).

Mentale Spritzigkeit fehlt
Wolfsburg versuchte sich zwar noch einmal in die Partie zurück zu kämpfen, doch insgesamt wirkte die Elf von Trainer Ralf Kellermann mental ein wenig ausgelaugt und nicht immer gedankenschnell. Frankfurt verkürzte den Abstand auf den Spitzenreiter auf drei Punkte, hat aber bereits ein Spiel mehr ausgetragen.

Zweikampfstärke als Schlüssel zum Erfolg
Glass meinte nach der Partie: „Ich finde es klasse, wie sich die Mannschaft in den letzten drei Spielen herausgearbeitet hat. Wir haben zum zweiten Mal gegen ein Spitzenteam zu Null gespielt. Wir hatten in der Anfangsphase ein wenig Glück, aber man hat der Mannschaft angesehen, dass sie es will. Wir waren einen Tick präsenter in den Zweikämpfen. Ein Kompliment an die ganze Mannschaft.“

Kellermann: „Heute sollte es einfach nicht sein“
Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann meinte: „Wir hatten uns viel vorgenommen und waren überzeugt, dass wir hier Deutscher Meister werden können. Aus dem Spiel haben wir nur wenig zugelassen, doch nach dem zweiten Gegentreffer gingen die Köpfe etwas nach unten. Unterm Strich sollte es heute einfach nicht sein, wir waren zu fahrlässig mit unseren Torchancen.“

Genoveva Anonma

Genoveva Anonma traf doppelt gegen Leverkusen © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Anonma trifft doppelt
Der 1. FFC Turbine Potsdam kam zu einem 3:0 (1:0)-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen. Yuki Ogimi gelang kurz vor der Pause der Führungstreffer (42.), ehe Genoveva Anonma mit zwei Treffern im zweiten Durchgang (71., 85.) das Ergebnis in die Höhe schraubte.

Bayern landet Auswärtssieg
Der FC Bayern München feierte einen 3:0 (2:0)-Auswärtssieg beim SC Freiburg. Zwei Tore von Stürmerin Lena Lotzen (8., 19.) sowie ein Eigentor von Freiburgs Kapitänin Caroline Abbé (75.) bescherten den Münchnerinnen eines ihrer seltene Erfolgserlebnisse in der Fremde.

Sindelfingen de facto abgestiegen
Der VfL Sindelfingen unterlag auf eigenem Platz gegen den FF USV Jena mit 1:2 (1:2) und ist damit de facto abgestiegen, da das Team zwar nach Punkten den Tabellenzehnten FCR 2001 Duisburg noch einholen könnte, aber ein um 40 Tore schlechteres Torverhältnis hat. Die beiden neuseeländischen Nationalspielerinnen Amber Hearn (13.) und Ria Percival (42.) erzielten die Treffer für die Gäste, Nicole Loipersberger (23.) hatte zum zwischenzeitlichen Ausgleich getroffen.

Heimniederlagen für Gütersloh und Duisburg
Trotz einer 1:0-Halbzeitführung musste sich der FSV Gütersloh 2009 am Ende mit 1:2 gegen die SGS Essen geschlagen geben. Marion Gröbner gelang zwar die Führung (30.), doch Emma Mitchell (63.) und Isabelle Wolf (75.) drehten in der zweiten Halbzeit die Partie für die Gäste. Auch der FCR 2001 Duisburg musste sich auf eigenem Platz mit 0:2 (0:2) gegen den SC 07 Bad Neuenahr geschlagen geben, Laura Störzel (6.) und Célia Okoyino da Mbabi (36.) erzielten bereits vor der Pause die Treffer.

Ergebnisse und Tabelle

VfL Sindelfingen FF USV Jena 1:2 (1:2)
1. FFC Frankfurt VfL Wolfsburg 2:0 (1:0)
1. FFC Turbine Potsdam Bayer 04 Leverkusen 3:0 (1:0)
SC Freiburg FC Bayern München 0:3 (0:2)
FCR 2001 Duisburg SC 07 Bad Neuenahr 0:2 (0:2)
FSV Gütersloh 2009 SGS Essen 1:2 (1:0)
Rang Verein Spiele Torverhältnis Punkte
1. VfL Wolfsburg 19 63:13 47
2. 1. FFC Frankfurt 20 50:24 44
3. 1. FFC Turbine Potsdam 19 60:16 40
4. FC Bayern München 19 41:18 36
5. SC Freiburg 20 30:29 28
6. SC 07 Bad Neuenahr 19 23:23 27
7. SGS Essen 19 22:26 26
8. Bayer 04 Leverkusen 19 25:34 22
9. FF USV Jena 19 18:37 22
10. FCR 2001 Duisburg 20 31:43 20
11. VfL Sindelfingen 19 11:63 11
12. FSV Gütersloh 2009 20 19:67 7

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

44 Kommentare »

  • wfm sagt:

    @nowornever
    „andererseits bin ich mir sehr wohl bewußt, dass ALLES – jede wahrnehmung – absolut subjektiv ist.
    von daher erlaube ich mir auch die freiheit der interpretation.
    … und interpretiere die schmollwinkel einer saskia bartusiak: mit einem negativerlebnis/niederlage.
    … und das lachen einer alexandra popp: mit etwas ‘positivem’, wie z.b. einen 3-punkte-gewinn.“

    Damit demonstrierst du genau die Problematik, die wrack angesprochen hat. Wenn du auf die Worte von Bartusiak bis zum Ende des Interviews achtest, dann sitzt sie nicht im Schmollwinkel, sondern sie verhält sich der Situation des FFC angemessen. Trotz aller Freude, die sie ja im und direkt nach dem Spiel gezeigt hat -, tritt sie zum einen auf die Euphoriebremse, denn es stehen durchaus noch zwei schwere Spiele bevor und zum anderen ist sie wie – übrigens auch Glass selbst – darum bemüht, die Verdienste von Dahm anzuerkennen, die bei allen Fehlern, wie man bei Tom Schlimme nachlesen kann, sich z.B. in der beeindruckenden Entwicklung von Svenja Huth zeigt.
    In Deiner Lesart wäre das Lachen von Popp allerdings geheuchelt, denn es gab ja keinen 3-Punkte-Gewinn. Kessler dagegen konnte auch ohne vergleichbares Lachen durchaus positive Worte für die weiteren Spiele finden.

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  • noworever sagt:

    @wfm

    sorry, ich für meinen teil sehe nicht, dass ich eine „problematik demonstriere“ … um es in meiner sprache auszudrücken: i see it totally lightly/playfully … at least that’s how it feels to … me.
    wie dieses sehen bei meinem sog. gegenüber ankommt, wage ich nicht zu beurteilen.

    wenn saskia bartusiak zur frage der neuen mannschaftlichen geschlossenheit erwidert, dass die schon immer so war – auch, in freiburg – erlaube ich mir, bei aller verschiedenheit der wahrnehmung, zu hinterfragen, ob hier nicht doch etwas zu rosarot gemalt/aufgetragen wird … zudem diese aussage, für mein empfinden, auch wenig mit einer „euphoriebremse“ zu tun hat.
    die deutung des dazugehöriges gesichtsausdrucks unterliegt natürlich meiner ganz persönlichen interpretation, die aber absolut keinen allgemeinen wahr-nehmungsanspruch erhebt.
    ich habe auch keineswegs die verdienste des herrn dahms abgestritten – svenja huth ist in der tat ein leuchtendes beispiel.

    habe allerdings das gefühl, nach 9 punkten in einer woche … „it is time to move on!“
    es ist offensichtlich: hier (rund ums team) besteht redebedarf – but now! – stay focussed – to the moment! … and let the past be past.

    das lachen von alexandra popp kam mir nicht geheuchelt vor … kam es doch aus dem augenblick heraus.
    und es war genau der gleiche strahlende augenblick, als saskia bartusiak (sichtlich) ihre torfreude gewähren ließ.
    sie ‚verhielt‘ sich – wie du so schön sagst – der situation angemessen: reine freude!

    ich be- oder gar verurteile niemandes verhalten (ob nun mit oder ohne hinein-interpretierten schmollwinkel).
    warum sollte ich mir das antun? 🙁

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  • Detlef sagt:

    waiiy schrieb;
    „Insgesamt waren die Turbinen engagiert, aber es lief wenig zusammen. Von der Leistung her würde ich es mit dem Spiel gegen Frankfurt vergleichen, aber der Gegner war eben nicht so stark“

    Ich würde Dir insofern widersprechen wollen, da ich die Leverkusener Abwehrreihe als ähnlich stark wie die Frankfurter bewerten würde!!!
    Sie verstanden es sehr gut, die Potsdamer Spitzen immer wieder gut zu decken, und die in der Regel ungenauen Zuspiele abzufangen!!!
    Ähnlich gut agierte auch die Frankfurter Defensive!!!

    Die Steigerung von TURBINE sah ich hauptsächlich in der größeren Vielfalt im Spielaufbau!!!
    Waren gegen ESSEN und Frankfurt hauptsächlich lange Bälle das Mittel der Wahl, spielten sie gegen Leverkusen auch hin und wieder über die Flügel, und (ich traute meinen Augen kaum) man versuchte es sogar mit Distanzschüssen!!!
    Meiner Ansicht nach lag die Steigerung der TURBINEN vor allem daran, daß YUKI und PATTI ein sehr ordentliches Spiel gemacht haben!!!

    waiiy schrieb;
    „Bezeichnend war, dass Hanebeck aufgewacht ist, nachdem sie von einem Fan angemotzt wurde, dass sie mal wieder mehr nach vorn spielen sollte und sie wütend und nicht jugendfrei geantwortet hat. Danach schien sie mit Wut im Bauch zu spielen und war fortan an besser…“

    Was lernen wir daraus???
    Vor dem Wolfsburgspiel stellen wir uns alle in Reih und Glied zum „PATTI-Bashing“ auf, damit ihre „Wut im Bauch“ auch für 90 min +X reicht, damit sie einen Zuckerpaß nach dem anderen auf den Rasen zaubert!!!

    Spielerfrau schrieb;
    „Kann das das Ziel der BL sein: Zwei oder drei Teams teilen sich den Kuchen, Aufsteiger haben keine – langfristige – Chance?“

    Das Problem fängt doch schon damit an, daß ein Herr Prüfer in Herford sich dauernd darüber beschwert, daß Reservistinnen von Erstligisten in deren Zweitvertretung Spielpraxis sammeln!!!
    Wie will er denn jemals Erstklassigkeit erreichen (und dann auch behalten), wenn er schon „Angst“ vor Spielerinnen hat, die für die erste Buli nicht mehr-, bzw noch nicht wieder stark genug sind???

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  • Sheldon sagt:

    @wrack: Ja, das habe ich gesagt. Nur das ist ein ganz anderer Fall: Tina Theune-Meyer war nämlich eine erfolgreiche Trainerin mit einem erfolgreichen Spielkonzept. Bis 2007 gab es dort kaum eine Änderung bei den Aufstellungen und in der Spielanlage. Ob Theune-Meyer oder Neid auf der Bank saß, hat man gar nicht gemerkt, ihre Handschriften waren identisch.

    Bei Dahm/Kahlert und Glass ist das völlig anders. Vergleiche mal das Spiel gegen Freiburg mit dem gestern. Gut, Glass ist noch nicht lange im Verein, dennoch hat er die Mannschaft vollständig umgekrempelt. Er wäre ja gar nicht im Amt, wenn Frankfurt vorher schon so gespielt hätte wie unter ihm.

    Glass hat nicht nur frischen Wind in das Spiel gebracht, er hat auch das System verändert. Die Abwehr ist sehr viel stabiler, Huth und Peter stehen sehr hoch und forcieren damit das Pressing des Teams.
    Behringer und Kulig ergänzen sich wunderbar auf der „6“, da die Rollen nun klar verteilt sind: Behringer ist der Abräumer, Kulig eine Art „8“, die ihr sehr gut liegt: Sie arbeitet gut defensiv und darf beim Angriffsspiel Akzente nach vorne setzen.

    All das mag unter Dahm schon ähnlich gelaufen sein. Dann aber kommt die Neuerung: Anders als Dahm lässt Glass mit 3, ja fast 4 Stürmerinnen spielen. Dadurch, dass Huth und Peter so offensiv stehen, können die Außenspielerinnen zu richtigen Stürmerinnen werden.
    Die Besetzung der Dreierkette ist optimal auf Marozsan zugeschnitten. Mit Crno und Ando hat man neben Garefrekes sehr variable Spielerinnen, vor allem aber keine Stoßstürmerinnen, sondern eher offensive Mittelfeldspielerinnen.
    Dadurch kommt viel mehr Dynamik in das Spiel hinein als noch vorher, wo Bretigny oder Crno im Strafraum postiert wurden und fertig. So bekommt Marozsan den Platz, den sie braucht, da vor ihr keine Spielerin starr herumsteht, die ihr im Weg steht, sondern Ando sich beispielsweise auch immer wieder fallen lässt, so dass Marozsan in die Spitze vorstoßen kann.

    All das wäre unter Dahm noch undenkbar gewesen. Da hatte jede Spielerin noch ihre feste Rolle, das System war starr, es gab kaum Rotation. Unter Glass können die Spielerinnen auch ihre wirkliche Klasse mal zur Geltung bringen, da mehr Kreativität, mehr Spielfreude, mehr individuelle Qualität gefordert wird.

    Eine Bajramaj und eine Marozsan unter ihm zusammen, es wird einen Freude sein, den beiden nächstes Jahr in diesem System zuschauen zu dürfen :).

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  • waiiy sagt:

    @Detlef: Ich liebe Deine praktischen Tipps („Patti-Bashing“)… 😉

    Aber ich hoffe im Ernst, dass sie sich jetzt wieder mehr zutraut. Mir ist eine Patti lieber, die im Spiel 10 Fehlpässe spielt, wenn daneben auch 5 – 15 Pässe ankommen, als dass sie gar keinen Pass nach vorn spielt. Fakt ist, dass viele ihrer Pässe nach vorn in einer Torchance münden.

    Hinten war Leverkusen sicher gleichwertig. Aber vorn waren sie doch recht harmlos. Da hielt man auf der Tribüne nur die Luft an, wenn die „7“ sich den Ball schnappte.

    @Spielerfrau und Detlef: Es wäre halt wünschenswert, wenn die Aufsteiger die Möglichkeit hätten, 3-4 Spielerinnen wohnlich unterzubringen und ihre Ausbildung neben der Spieltätigkeit weiterzuführen. Dann wäre es immer eine Möglichkeit, mal Spielerinnen aus den Topclubs auszuleihen, damit sie dort Spielpraxis kriegen. Aber leider geht das finanziell nicht.

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  • noworever sagt:

    @sheldon

    ich muss schon sagen – man kommt aus dem staunen garnicht mehr heraus!
    solch ein positive – und, nach meinem empfinden – absolut stimmige analyse über ein team, dessen endplazierung vor der saison (von selbigen analysten) noch irgendwo zwischen dem 6 und 8 tabellenplatz gehandelt wurde!?
    jetzt muss nur noch sidi sich bekehren lassen – und der ffc vom main hat einen neuen, eingefleischten fan in seinen reihen! 😉

    nein, im ernst, finde es toll, wenn jemandes sichtweise nicht durch engstirnigen vereinsfanatismus eingeschränkt wird und dafür eine objektive offenheit für das eigentliche – der faszination des ff’s im allgemeinen!* – auch tatsächlich (erst) möglich ist.

    wie gesagt, ich kann dir nur beistimmen – klar hat der einfluß/leistung des vorhergehenden trainers noch seine auswirkungen auf das team – diese auswirkungen aber ausnahmslos als negativ oder positiv auszulegen … neigt allzu sehr in die richtung von „das kind mit dem bade …“ usw.

    fest steht: seit der neue coach seinen einfluss (was immer das auch jetzt im konkreten fall sein mag!) in das team einbringt … ist auf einem ein völliger wandel in dem team eingekehrt.
    das bestätigen ‚überraschte‘, wie obliers, ballweg … im prinzip eigentlich alle(auch die medien), die dieser kehrtwende mitbeiwohn(t)en – selbst eine nadine angerer „konstatiert: die körpersprache ist seit dem trainerwechsel eine ganz andere … genau erklären lässt sich nicht, was hier die vergangenen tage passiert ist.“ http://www.fr-online.de/ffc-frankfurt/1–ffc-frankfurt-die-kehrtwende,1473454,22611256.html

    nur als beispiel (auch von dir bereits angedeutet) – vorher galt das gebot der stunde, den ball via kurzpass-spiel von hinten nach vorne zu ‚tragen’…
    hört sich toll an! die frage mag aber erlaubt sein, ob dieses system wirklich angebracht ist, für ein team, das mehr oder weniger permanent am schwimmen&flattern ist … das über die sicherheit, die ein solches system bedingt (momentan!) überhaupt nicht verfügt … und stattdessen zwar permanent brenzlige torraumszenen kreiert, die sich leider aber vorwiegend im eigenen strafraum abspielen.
    das freiburger spiel war ein deutliches beispiel für diese ‚taktik‘ … da war noch keine minute gespielt, und saskia hatte natze schon mit einem ihrer gefürchteten halbherzigen rückpässe ‚bedient‘.
    und so ging das dann weiter … eine luft-anhalten-situation nach der anderen … bis es dann endlich (&folgerichtig wieder) geklingelt hat. (das freiburger spiel ist, wie der geneigte beobachter weiß, kein einzelfall … und die übertragung dieser verhältnisse auf&in die n11 erweisen sich dann auch als keine allzu großen überraschungen mehr.

    auf einmal ist die hintermannschaft dieses teams mit zwei außenverteidigerinnen besetzt, die (wieder) mit selbstvertrauen strotzen und das tun wie man es sich vorstellt.
    ja, die außenverteidigerin svenja huth wurde von dahm ‚entdeckt’… das zeugt in der tat für ein gutes auge – die eigentlich, buchstäbliche leistungsexplosion war jedoch … nach seiner offiziellen ‚einflußnahme‘.
    auch tut es richtig gut zu sehen, dass die beiden innenverteidiger (sich endlich auch mal getrauen) den ball einfach hinten herauszuhauen – auch dies! … gehört zum vokabular einer neuen körpersprache.

    vorher ist das team in (lethargischer) ’schönheit‘ gestorben.

    jetzt … steht ihm das glück des tüchtigen zur seite.

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  • Karl sagt:

    @noworever: volle Zustimmung fuer deinen Beitrag. Ich hoffe nur, dass jetzt da es Frankfurt offenbar gelungen ist das rumgeeiere in der Abwehr abzustellen der Nationalelf das gleiche auch gelingt.

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  • Detlef sagt:

    @waiiy,
    Natürlich unterlaufen selbst bei den Herren auch den besten Spielmachern mal ein paar Fehlpässe im Spiel!!!
    Aber bei einem richtig guten seiner Zunft ist das Verhältnis eher pro als kontra!!!

    Und das PATTI solche Zuckerpässe wie zum 1:0 auf YUKI drauf hat wissen wir alle!!!
    Wenn solche Pässe aber Seltenheitswert haben, und die Adressatin (wie zB AYOMA in Frankfurt) daraus keinen Nutzen ziehen kann, dann ist ihre Effektivität eher schlecht!!!
    Was mir bei ihr in den letzten Spielen eben nicht so gefallen hat war ihre Körpersprache!!!
    Und da hat es eben doch den Unterschied gegen Leverkusen gegeben, wo eben auch PATTI den Bällen hinterhergerätscht hat, und sie sich auch in die Zweikämpfe richtig reingehaun hat!!!
    Und da muß ich eben immer an die Duisburger Fans denken, als PATTI damals noch eine Löwin war!!!
    Sie sagten über sie, daß sie eine Weltklassespielerin wäre, wenn sie gerade Lust dazu hat!!!
    Da erinnert sie mich auch so ein wenig an ANJA, die ebenfalls schnell die Lust verlor, wenn nicht alles auf Anhieb gleich funktionierte!!!
    Und zumindest mit YUKI, TONI und AYOMA müßte sie sich eigentlich fast blind verstehen, da sie bereits letzte Saison schon zusammengespielt haben!!!

    @Sheldon,
    Ich habe das Spiel Frankfurt-Wolfsburg zwar noch nicht gesehen, aber auch ich glaube nicht an „Wundertrainer“, die bereits nach 2-3 Wochen die Mannschaft „komplett umkrempeln“ können!!!
    Die Hauptarbeit in den letzten Wochen und Monaten hat in Mainhatten nun mal Dahm gemacht!!!
    Das es unter ihm aber zuletzt nicht so gelaufen ist wie erwartet ist für ihn natürlich blöd!!!
    Doch schon bei seinem Amtsantritt war es doch ähnlich wie jetzt!!!
    Kahlert hatte die Mannschaft konditionell und taktisch geschult, konnte aber selber die Loorbeeren dafür nicht ernten!!!
    Dann kam Dahm, und sofort spielte der einztige Ligaprimus wieder gut und erfolgreich, zufälligerweise auch damals schon gegen Potsdam!!!
    Nunja, wie die Dinge sich doch gleichen!!!

    Es ist eben alles reine Kopf- und Nervensache!!!
    Und hier liegt für mich der Schlüssel des Erfolges in Frankfurt, nämlich bei den Spielerinnen selber!!!
    Jeder Trainer hat so seine Lieblingsspielerinnen!!!
    Und je nach dem wie groß dessen Schmerzgrenze ist, dürfen sich diese Lieblinge auch mal einige Zeit etwas weniger anstrengen, denn sie sind ja trotzdem gesetzt!!! (man denke dabei immer an das Interview von Alex Krieger)
    Bei einem neuen Trainer muß man dann halt wieder richtig Gas geben, damit man überhaupt im Kader-, bzw in der Startaufstellung steht!!!
    Glass dürfte das große Glück haben, daß die Saison fast vorbei ist, und sich unter ihm solche Reibungsverluste kaum mehr bemerkbar machen werden!!!

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  • Sheldon sagt:

    @Detlef: Man merkt wirklich, dass du das Spiel von Frankfurt noch nicht gesehen hast. Das war mit dem Spiel gegen Potsdam nicht zu vergleichen. Natürlich, dort hat Frankfurt auch „gut“ gespielt, insofern, als dass der Einsatz gestimmt hat und dass man so das Spiel über den athletischen Bereich kontrollieren konnte.

    Das war aber am WE etwas ganz anderes. Das war nicht nur Kampf. Das war richtiger Fußball. Fußball, wie man ihn von Frankfurt seit Jahren nicht mehr gesehen hat, jedenfalls nicht auf dem Level. Oder kannst du dich an ein Spiel erinnern, wo man eigentlich über fast 90 Minuten lang gegen einen eigentlich gleichwertigen Gegner keinen Zweifel daran gelassen hat, dass man die 3 Punkte mitnimmt?

    Hätte man damals Glass gleich genommen, wäre das Spiel gegen Potsdam höchstwahrscheinlich noch ganz anders ausgegangen und es wäre gar nicht zu der Szene in der 88. Minute gekommen, weil Frankfurt schon 2:0, 3:0 geführt hätte, jedenfalls, was den Auftritt am Sonntag anbelangt.

    Bei Dahm war es so, dass seine Handschrift der von Kahlert sehr ähnlich war, ähnlich wie zwischen Neid und Theune-Meyer. Dahm hat ein bisschen Disziplin in den Haufen gebracht, das wars. Damit ist er ganz gut gefahren.

    Doch Glass hat den Kader ganz neu belebt. Du kannst jede Spielerin dafür einzelnd nennen.
    Ob Kumagai, der man zum ersten Mal bei Frankfurt angesehen hat, dass sie die Abwehrchefin des Weltmeisters von 2011 ist. Ob Bartusiak, die nicht einmal eine Unsicherheit offenbart hat und eine wirkliche Abwehrchefin war.
    Ob Huth und Peter, die beide endlich mal wieder nach vorne gearbeitet haben (von Peter so glaub ich in dieser Saison noch nicht gesehen).
    Ob Behringer, die als Abräumerin, als eine Art defensiver Libero, einen richtig guten Job gemacht hat und Keßler weitestgehend aus dem Spiel genommen hat.
    Ob Kulig, die defensiv ebenso einen sehr guten Job gemacht hat und auch endlich mal wieder den ein oder anderen Impuls nach vorne gesetzt hat.
    Ob Marozsan, die ein fantastisches Spiel gemacht hat und eigentlich überall zu finden war.
    Oder die 3er Reihe im Sturm, die nicht mehr nur vereinzelt und zusammenhangslos im Raum hing, sondern endlich mal richtig gut harmonierte und auch rotierte.

    Das könnte man vielleicht noch intensivieren, in der nächsten Saison, wenn eine Spielerin wie Bajramaj oder auch Laudehr, die ich ebenfalls eher auf außen sehe, wieder dabei sind.
    Garefrekes ist vielleicht hier noch nicht ganz in diese Rotation, die zwischen Crno und Ando wirklich super lief, integriert.

    Generell muss man aber auch SiDi ein großes Lob aussprechen: Mit Ando und Munk hat er tatsächlich zwei Spielerinnen für die „9“ geholt, die zu Maro passen. Beides sind keine Stoßstürmerinnen, sondern spielen sehr variabel, gerade auch in der Vertikale. So können sich beide immer mal wieder fallen lassen, sodass Maro auch mal in die Spitze vorstoßen kann. Wenn man dann noch eine Flügelzange schafft, mit Bajramaj auf rechts und Crno/Laudehr links, dann hat man endlich, endlich, endlich vorne wieder die Qualität, die einem die letzten 2 Jahre immens gefehlt hat.

    Glass scheint mir durchaus auch so kompetent zu sein, dass er persönliche Debatten gar nicht erst zulässt. Lieblingsspielerinnen im klassischen Sinne sind genau das Gift für einen Trainer. In dem Moment kann er nicht mehr professionell arbeiten. Er muss in der Lage sein, jede Spielerin spielerisch und emotional austauschen zu können, wenn es denn sein muss. Das kann er auch, bedingt durch seine U17-Arbeit. Er ist frei von persönlichen Vorlieben, denn in der U17 wechselte das Personal auch alle zwei Jahre. Das ist eine Stärke, die man nicht gering einschätzen sollte.
    Man merkt, er geht anders mit den Spielerinnen um, sein ganzes Auftreten strahlt eine viel größere Ruhe aus als beispielsweise noch unter Dahm.

    Wenn Frankfurt es schafft, diesen Trainer auch noch zu vergraulen, dann sollen sie doch bleiben…

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  • Michele sagt:

    Nach Information der FAZ verlässt mindestens eine aktuelle deutsche Nationalspielerin den FFC Frankfurt! Weiß jemand da was genaues? Saki will gehen und weitere denken über einen Abschied nach! Lira hat ja angedeutet, dass sie nicht weiß wo sie nächste Saison spielt. Schmidt ist mit ihrer Rolle mit Sicherheit auch nicht glücklich und der Vertag von Natze läuft ja sowieso aus! Hat Behringer vielleicht auch eine Ausstiegsklausel?

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  • wfm sagt:

    @Michele
    Wenn Du Dir den Artikel genauer ansiehst, dann sind das alles Gerüchte und Andeutungen, die genau so halbgar sind wie sein Gerede von der Wachablösung.
    Nicht nur ich empfinde den Artikel in der FAZ als merkwürdig, sondern auch die Leute vom frauenfussball-info siehe:

    Greifbar ist davon nur, dass Saki die einzige jüngere Spielerin ist, deren Vertrag dieses Jahr ausläuft.

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  • Michele sagt:

    @wfm

    Falsch! Lira hat selbst gesagt, dass sie den Verein vielleicht verlässt und Schmidt hat auch Probleme mit ihrer Rolle auf der Bank! Als Fan des FFC weiß ich, dass einige darüber nachdenken, den Verein zu verlassen!

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  • Speedy75 sagt:

    Wo wir schon beim Thema Wechsel sind. Die beiden Dongus-Zwillingen wechseln vom Absteiger Sindelfingen nach Hoffenheim, die derzeit gute Chancen haben in die erste Bundesliga auf zu steigen.

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  • wfm sagt:

    @Michele
    Dann müsste es ja so lauten:
    Überschrift: Lira Bajmaraj will den FFC verlassen
    Text: „Laut Micheles Kommentar auf womensoccer. de will Lira Bajmaraj den FFC verlassen, denn sie hat in einem launigen Interview gemeinsam mit ihrem Verlobten in der Bild-Zeitung (!) darauf hingewiesen, dass sie eine Ausstiegsklausel für 2013 hat.“

    So etwas nenne ich halbgar.

    Mir scheint die Lira hat nach ihrer langen Verletzung mit Blick auf die EM 2013 zurzeit ganz andere Sorgen als einen Vereinswechsel. Und wie man ihrer FB-Seite entnehmen kann, fühlt sie sich dort z.B. mit Marozsan, Crnogorcevic und Simone Laudehr recht wohl.

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