Achim Feifel verlässt Rossiyanka

Von am 22. April 2013 – 14.22 Uhr 16 Kommentare

Der WFC Rossiyanka und Trainer Achim Feifel gehen ab sofort getrennte Wege. Der ursprünglich bis 30. Juni 2014 datierte Vertrag wurde im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst.

Der russische Meister hatte Feifel aufgrund von Entscheidungen auf verbandspolitischer Ebene um eine vorzeitige Vertragsauflösung gebeten, der der frühere Trainer des Hamburger SV sofort zustimmte.

Internationale Erfahrung gesammelt
„Diese Entwicklung kam ziemlich kurzfristig“, so Feifel gegenüber Womensoccer. „Weder vom Verein noch von mir hatte diese Entscheidung etwas mit dem sportlichen Bereich zu tun, sondern ist auf anderer Ebene gefallen. Für mich war die Zeit in Russland eine Riesenerfahrung und es hat Spaß gemacht“, erklärt Feifel, der mit seinem Verein erst im Viertelfinale der UEFA Women’s Champions League an Finalist VfL Wolfsburg gescheitert war.

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Heißer Kandidat in Frankfurt
Seit dem 18. April ist Feifel bereits wieder in Deutschland und durch die Vertragsauflösung in Rossiyanka ist der nun auch international erfahrene Trainer sicherlich auch ein heißer Kandidat auf den Trainerposten beim 1. FFC Frankfurt, zumal FFC-Manager Siegfried Dietrich auf der Pressekonferenz am Sonntag nach dem Spiel gegen den FCR 2001 Duisburg betonte: „Wir suchen einen Trainer oder eine Trainerin mit Erfahrung im Frauenfußball.“ Idealerweise soll der Wunschkandidat über internationale Erfahrung verfügen. Ein Anforderungsprofil, das Feifel perfekt erfüllt. Bis Ende Mai soll eine Entscheidung gefallen sein.

Feifel: „Nach allen Seiten offen“
„Ich bin nach allen Seiten offen, ob in Deutschland oder im Ausland“, erklärt der 48-Jährige, der am Mittwoch zum Bundesliga-Topspiel zwischen dem 1. FFC Frankfurt und dem 1. FFC Turbine Potsdam im Stadion am Brentanobad weilen wird. „Das war schon länger geplant, dass ich mir mal wieder ein Bundesliga-Spitzenspiel anschaue.“ Die Chancen dürften nicht schlecht stehen, dass Feifel zukünftig in Frankfurt trainieren wird, zumal er sagt: „Ich würde schon gerne eine Mannschaft übernehmen, mit der ich um Titel spielen kann.“

Achim Feifel

Ist Ex-HSV-Trainer Achim Feifel bald wieder in der Bundesliga? © Volker Nagraszus / girlsplay.de

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Doch auch der SC Freiburg ist nach dem Weggang von Trainer Milorad Pilipovic auf der Suche nach einem neuen Trainer ist und Feifel meint: „Ich bin wirklich total offen und könnte mir beides vorstellen.“ Auch eine neuerliche Herausforderung im Ausland ist nicht ausgeschlossen. „Die Tätigkeit in Russland hat meine Familie und mich offen für das Ausland gemacht.“ Nun gilt es, in persönlichen Gesprächen mit interessierten Vereinen zu klären, ob die persönlichen Vorstellungen mit denen des Vereins in Einklang zu bringen sind.

Gesamtkonzept muss überzeugen
„Das ist ein ganz wichtiger Punkt, um erfolgreich arbeiten zu können. Die Gesamtstruktur im Verein muss passen genauso wie der sportliche Aufgabenbereich und die Gesamtumsetzung.“ Wichtig ist für Feifel vor allem, dass er sportlich bald wieder eine neue Heimat und Herausforderung findet: „Ich will nur nicht lange zuhause sitzen, das kann ich nicht gut. Deswegen hoffe ich sehr, dass ich zur neuen Saison einen neuen Verein habe.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

16 Kommentare »

  • Thomas sagt:

    Ist es jetzt amtlich das Milorad Pilipovic in Freiburg geht?
    Gibt es eine Quelle dafür?

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  • Needle sagt:

    Wenn das mal nicht heißt, daß SiDi einen neuen Trainer auf`m Schirm hat. War jedenfalls mein erster Gedanke und zwar schon beim Lesen der Überschrift!

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  • gerd.karl sagt:

    bitte nicht feifel, der hat beim hsv und bei rossyianka versagt.

    sollte feifel frankfurt trainer werden, dann spielt frankfurt nächste saison um den abstieg.

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  • Aldur sagt:

    gerd.karl sagt:
    „bitte nicht feifel, der hat beim hsv und bei rossyianka versagt.“

    Also die Situation bei Rossijanka ist schwer zu beurteilen, aber warum er beim HSV gescheitert sein soll, ist mit nicht so ganz klar. Unter seiner Regie schloss der HSV meist im Tabellenmittelfeld ab. In der Saison 10/11 gelang sogar ein achtbarer 4.Platz – also „best of the rest“, und in der finalen Saison 11/12, mit dann schon durch einige Abgänge geschwächtem Kader, immerhin nochmal das Pokalhalbfinale. Scheitern sieht für mich irgendwie anders aus.

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  • FF-Fuchs sagt:

    @Thomas: Ist es jetzt amtlich, dass Milorad Pilipovic in Freiburg geht?

    Da würde mich auch interessieren @Markus Juchem: Woher kommt die Quelle aus dem Bericht??

    Kicker hat es schon gemeldet, das M.P nach Frankfurt gehen soll.
    So wie ich womensoccer kenne, wurde noch nie über Spekulationen berichtet. Da bin ich mal auf die Antwort gespannt.

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  • FFFan sagt:

    Ich kann die negativen Kommentare von gerd karl (und von Tom Schlimme bei ‚Fansoccer‘) hinsichtlich eines möglichen Engagements von Achim Feifel als Trainer des 1.FFC Frankfurt nicht nachvollziehen. In Russland hatte er es sicherlich schwer, auch weil er der Sprache nicht mächtig war. Aber zuvor hatte er beim HSV doch sieben Jahre lang gute Arbeit geleistet!?
    Mit ihm hätte der FFC erstmals seit Tritschoks wieder einen Trainer, der nennenswerte Erfahrungen im Frauenfußball mitbringt, und das kann für den Verein nur von Vorteil sein.

    P.S.: das finde ich ja klasse, dass in Russland statt eines schnöden Rausschmisses der Trainer höflich „um vorzeitige Vertragsauflösung gebeten“ wird! 😀

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  • enthusio sagt:

    @FFFan:

    Quelle für Deine Behauptung ? Wo hat sich denn Tom Schlimme von Fansoccer negativ über Achim Feifel geäußert ? Ich kann in den aktuellen Beiträgen von Fansoccer dazu nichts finden.

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  • speedy75 sagt:

    Dass Milorad Pilipovic Freiburg zum Saisonende als Trainer verlässt wäre mir auch neu. Es gab zwar mal Gerüchte dazu aber bisher keine Bestätigung dass dem auch so ist.

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  • Fuxi sagt:

    @FFFan:
    Die Kritik (wenn auch Ross und Reiter nicht namentlich genannt werden) ist durchaus berechtigt. Schon ein Jahr vorher, als die Zweite des HSV gestrichen wurde, kam aus dem Bereich der 1. Mannschaft nur eisiges Schweigen – was auch kaum verwunderte, da man jederzeit in Feifels Amtszeit das Gefühl hatte, er interessiere sich nur bei Präsenzpflichten (Meisterfeier, Finale der Norddeutschen Meisterschaft) für die Teams, die ihm eigentlich Spielerinnen liefern sollen und ansonsten eher als lästig empfunden zu werden schienen.

    Nein, Feifel ist keiner, der Rückgrat zeigt. Eher einer, der nach oben buckelt (nicht Richtung Abteilungsleitung, da war Christian Lenz eher der schwache Part) und nach unten austeilt. Zumindest vermittelt er diesen Eindruck. Da ist Toms Einschätzung durchaus nicht falsch.

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  • Spartaner sagt:

    Herr Juchem, wie wäre es mal mit einer Quelle?

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  • enthusio sagt:

    @FFFan und @Markus Juchem:

    oh sorry, ich hatte den „Kommentar zur Situation beim 1.FFC Frankfurt“ von Tom Schlimme übersehen, nur seine beiden letzten Artikel (zu Feifels Abschied und dem Spielbericht Frankfurt-Duisburg) gelesen.

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  • Homer-Simpson sagt:

    Vielleicht kann sich SiDi vorher ja mal in seinem Bundesligateam nach Feifel erkundigen Immerhin spielen da (derzeit) mit Kulig, Crnogorcevic und Wich drei ehemalige HSV-Spielerinnen, die seine Trainingsmethoden noch kennen.

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  • Fuxi sagt:

    @Homer-Simpson
    Immerhin würde Kim Kulig dann wahrscheinlich mal wieder Tore schießen. Ist schon ein Kuriosum, dass die beste Torschützin des HSV aus drei Jahren (27 Tore) mittlerweile offenbar so defensiv spielt, dass sie bisher gerade eins mehr geschossen hat als in ihrer verletzungsbedingt kurzen zweiten Saison 2009/10. (Während Crnogorcevic mit ihren zwei Saisontoren bisher voll auf Kurs ist…)

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  • Markus Juchem sagt:

    Der Vertrag von Herrn Pilipovic läuft im Sommer aus und wird nach meinem Wissensstand nicht mehr verlängert.

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  • Homer-Simpson sagt:

    @Fuxi:

    Beim FFC obliegt Kulig ja auch die defensive Mittelfeld-6, zumindest auf dem Papier. Beim HSV war die gelernte Stürmerin ja eher offenisiver ausgerichtet. Dafür hat man beim FFC aber (theoretisch) Marozsan und/oder Bajramaj.

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