Champions League: Wolfsburg auf Finalkurs

Von am 14. April 2013 – 17.12 Uhr 16 Kommentare

Der VfL Wolfsburg ist auf einem gutem Weg, bei seiner ersten Teilnahme an der UEFA Women’s Champions League das Finale zu erreichen. Im Halbfinal-Hinspiel bei Arsenal LFC erarbeitete sich das Team von Trainer Ralf Kellermann einen Zwei-Tore-Vorsprung, nur die zweite Gelbe Karte gegen Alex Popp trübte ein wenig die Freude.

Beim 2:0 (1:0)-Sieg vor 1 406 Zuschauern im Meadow Park von Boreham Wood brachte Conny Pohlers die Wölfinnen in Führung (29.), Martina Müller gelang in der Schlussphase der zweite Wolfsburger Treffer (85.), so dass der VfL Wolfsburg mit einem klaren Vorteil ins Rückspiel am kommenden Sonntag, 21. April, (ab 12 Uhr live im NDR), ins Rückspiel gehen kann.

Kellermann: „Nicht unverdient gewonnen“
Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann erklärte nach der Partie: „Ich bin sehr glücklich. Wir waren in den ersten 20 Minuten die bessere Mannschaft und sind dann – wie wir es uns vorgenommen hatten – zum richtigen Zeitpunkt in Führung gegangen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann zu tief gestanden, zeitweise konnten wir uns des Drucks nicht richtig erwehren. Mit dem 2:0 haben wir dann aber erneut hervorragend reagiert und am Ende dadurch auch nicht unverdient gewonnen. Ausnahmsweise waren wir einmal richtig effektiv, hatten sicherlich aber auch das nötige Quäntchen Glück.“

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Goeßling klärt auf der Linie
Dabei täuscht das deutliche Ergebnis ein wenig über den Spielverlauf hinweg, denn nach einem guten Beginn der Wolfsburgerinnen fand Arsenal immer besser in die Partie und hatte die erste Großchance, als Lena Goeßling einen Kopfball von Ellen White auf der Linie klären musste (23.), zuvor hatte ein Schuss von Kim Little nur knapp sein Ziel verfehlt.

42. Europapokal-Treffer für Pohlers

Conny Pohlers

Conny Pohlers erzielte wieder einmal einen wichtigen Wolfsburger Treffer © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Doch die Wolfsburgerinnen ließen sich nicht aus dem Konzept bringen, eine schöne Flanke von Anna Blässe verwertete Conny Pohlers mit ihrem 42. Treffer in einem europäischen Wettbewerb zur 1:0 Führung (29.). Arsenal kam einige Male gefährlich vor das Wolfsburger Tor und dem Ausgleich nah, etwa als Stephanie Houghtons abgefälschter Schuss aus spitzem Winkel fast den Weg ins Tor gefunden hätte (41.).

Popp fehlt im Rückspiel
In der zweiten Halbzeit plätscherte das Spiel unter den Augen von Englands Nationaltrainerin Hope Powell eine Weile vor sich hin, mit einem einzigen ärgerlichen Highlight: Alex Popp sah nach einer Stunde wegen einer Schwalbe im Strafraum im Duell mit Arsenal-Torhüterin Emma Byrne ihre zweite Gelbe Karte und wird im Rückspiel gesperrt sein.

Arsenal macht Druck
Wie schon der ersten Halbzeit erhöhte Arsenal im Verlauf den Druck und Wolfsburg hatte Glück, dass nach einem abgefälschten Schuss von Kim Little White per Kopf nur die Latte traf (72.). Und Goeßling stand erneut goldrichtig, um nach einer Ecke von Rachel Yankee abermals auf der Linie zu retten. Die Wolfsburgerinnen konnten sich in dieser Phase kaum Luft verschaffen, Arsenal machte mit dem Wind im Rücken mächtig Dampf.

Erlösung durch Müller
Doch der Treffer gelang erneut den Wolfsburgerinnen: Martina Müller kam am langen Pfosten ungehindert an den Ball und erzielte den erlösenden zweiten Treffer (85.), der dem Bundesliga-Spitzenreiter eine perfekte Ausgangsposition für das Rückspiel in einer Woche verschaffte. In der Nachspielzeit versuchte es Kapitänin Nadine Keßler noch einmal mit einem Schuss, doch Byrne war auf dem Posten (90.+3).

Noch nichts gewonnen
Kellermann warnt jedoch davor, den Tag vor dem Abend zu loben: „Vor allem im zweiten Durchgang hat man doch gesehen, wie stark dieser Gegner ist, wenn man ihn ins Spiel kommen lässt. Für das Rückspiel haben wir jetzt eine gute Ausgangsposition, gar keine Frage. Allerdings sind wir uns auch alle im Klaren darüber, dass noch nichts gewonnen ist und wir über 90 Minuten noch einmal an unsere Grenzen gehen müssen. Für Sonntag setze ich deshalb auf die volle Unterstützung der Zuschauer. Ich wünsche mir, dass möglichst viele Wolfsburger kommen, um uns ins Finale zu schreien.“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

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