DFB-Elf erkämpft Remis gegen die USA

Von am 5. April 2013 – 20.08 Uhr 36 Kommentare

Herzschlagfinale: Nach einem 1:3-Rückstand konnte die DFB-Elf gegen die USA mit zwei Treffern in der Schlussphase eine neuerliche Niederlage gegen den Weltranglistenersten abwenden.

Im Stadion auf dem Bieberer Berg in Offenbach kam die Elf von Bundestrainerin Silvia Neid vor 16 090 Zuschauern zu einem 3:3 (0:0). Abby Wambach (47.) und Megan Rapinoe (55.) hatten die US-Amerikanerinnen in Führung gebracht, ehe Kim Kulig verkürzen konnte (63.). Alex Morgan sorgte dann für den Weltranglistenersten für die scheinbare Entscheidung (71.), d0ch Célia Okoyino da Mbabi durch einen verwandelten Foulelfmeter (85.) und Anja Mittag (86.) verhinderten die drohende Niederlage.

Highlights der Partie anschauen

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Fünf Änderungen
Neid veränderte ihre Startelf gegenüber der 0:2-Niederlage gegen die USA beim Algarve-Cup-Finale auf fünf Positionen, und die DFB-Elf fand gut in die Partie. Nach einer Ecke von Melanie Behringer kam Luisa Wensing zum Kopfball, Rapinoe klärte auf der Linie (3.).

Guter Beginn der DFB-Elf
Nur kurz darauf verfehlte Okoyino da Mbabi nur knapp eine Hereingabe von Leonie Maier (5.), Linda Bresonik setzte einen Schuss über das Tor (7.). Doch die Amerikanerinnen fanden nun besser in die Partie, Lauren Cheney prüfte zweimal Nadine Angerer (9., 12.).

Pfeilschnelle Morgan
In der intensiv geführten Partie konnten sich aber beide Teams nur selten Räume verschaffen, die brandgefährliche Alex Morgan schoss über das Tor (20.), genauso wie auf der Gegenseite Kim Kulig (26.).

DFB-Elf im Glück
Die USA blieben weiter gefährlich, als Morgan sich am linken Flügel durchsetzte, Angerer den Schuss von Cheney aber sicher hielt (33.). Und die DFB-Elf hatte Glück, dass Heather O’Reilly bei einem Kopfball an den Pfosten knapp im Abseits stand (35.).

Célia Okoyino da Mbabi feiert Torschützin Kim Kulig. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Célia Okoyino da Mbabi feiert Torschützin Kim Kulig. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Eiskalte Amerikanerinnen
Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es die kalte Dusche: Rapinoe flankte ungestört von rechts, Abby Wambach verwertete per Kopf zur US-Führung (47.). Die DFB-Elf schien nun ein wenig verunsichert und die USA schlugen daraus erneut Kapital: Rapinoe überwand mit einem platzierten Schrägschuss Angerer aus 14 Metern, nachdem Wambach eine Flanke von Shannon Boxx verlängert hatte (55.).

Kulig verkürzt
Cheney hatte mit einem Schuss übers Tor die nächste US-Chance gegen nun eine immer unsortiertere deutsche Elf (58.). Doch die Gasgeberinnen gaben sich noch nicht geschlagen, nach einem Pass der eingewechselten Bianca Schmidt verwertete Kim Kulig den Abpraller zum Anschlusstreffer (63.).

Morgan sorgt nur scheinbar für Entscheidung
Doch schon kurz darauf hatte Deutschland Glück, dass nach einem Freistoß von Rapinoe einem Kopfballor von Cheney wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung verwehrt blieb (66.). Doch kurz darauf klingelte es erneut im deutschen Kasten, Morgan verwertete eiskalt nach Pass von Cheney mit einem Heber (71.). Die DFB-Elf versuchte dagegenzuhalten, Marozsán schoss übers Tor (74.).

DFB-Elf schlägt zurück
Nach einem Foul von US-Kapitänin Christie Rampone an Célia Okoyino da Mbabi verkürzte die gefoulte Spielerin selbst zum 2:3 (85.). Und keine 120 Sekunden später gelang der DFB-Elf gar der Ausgleich, als Anja Mittag eine Hereingabe von Verena Faißt aus kurzer Distanz verwertete (86.). In der Nachspielzeit verhinderte die DFB-Elf auf der Linie den vierten Gegentreffer, Faißt klärte einen Kopfball der eingewechselten Sydney Leroux, so dass es für die DFB-Elf beim schmeichelhaften Remis blieb.

Deutschland – USA 3:3 (0:0)

Deutschland: Angerer – Maier, Wensing, Bartusiak, Peter (57. Schmidt) – Keßler, Kulig – Bresonik (60. Mittag), Marozsan (88. Popp), Behringer (46. Faißt) – Okoyino da Mbabi

USA: Barnhart – Dunn, Rampone, Engen, Mewis – Boxx, Cheney, Rapinoe, O´Reilly (77. Heath) – Wambach (79. Leroux), Morgan

Tore: 0:1 Wambach (47.), 0:2 Rapinoe (55.), 1:2 Kulig (63.), 1:3 Morgan (71.), 2:3 Okoyino da Mbabi (85. Foulelfmeter), 3:3 Mittag (86.).

Gelbe Karte: Boxx

Schiedsrichterin: Christina W. Pedersen (Norwegen)

Zuschauer: 16.090

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

36 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    Achso, ein kleiner Nachtrag zur Schiedsrichterleistung:
    Zunächst zum Abseitstor – ganz klar reguläres Tor. Shannon Boxx steht zwar im Abseits, doch sie greift überhaupt nicht ein. Zudem ist bereits an der Flugkurve zu erkennen, dass der Ball nicht zu ihr kommen wird.
    Meines Erachtens hatte sie viel zu schnell den Arm oben, nämlich während der Ball noch in der Luft war. So konnte sie überhaupt noch nicht erkennen, ob Shannon Boxx eingreifen wird oder nicht. Hätte sie sich an die ungeschriebene Regel gehalten, erst die Fahne zu heben, wenn die abseitsstehende Spielerin aktiv ins Geschehen eingreift, sprich den Ball spielt oder den Torwart oder eine abwehrende Spielerin behindert, dann hätten wir die Diskussion nicht.

    Zu den beiden Situationen vor dem 2:3 und 3:3: Sehe ich ganz einfach: Entweder beide Situationen abpfeifen oder in beiden weiterspielen lassen. Einmal so und einmal so zu entscheiden, zugunsten einer Mannschaft, zeugt nicht gerade von einer klaren Linie im Spiel.
    Für mich waren beide Situationen nicht abpfeifwürdig, dazu war der Körperkontakt einfach zu wenig. Celia fällt zu theatralisch und Barnhart muss wissen, dass sie den Ball haben muss, wenn sie den 5-Meter-Raum verlässt. Da ist sie nicht mehr in einem geschützten Raum.

    Generell hat sich der Eindruck von den OS 2012 bestätigt, dass sie doch sehr wacklig in ihren Entscheidungen ist und sie nicht dazu fähig zu sein scheint, ein Spiel auf hohem Niveau zu leiten.

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  • Sheldon sagt:

    @gerd.karl:
    Ich gebe dir Recht, Bartusiak war genauso Schuld an dem 3:1 wie Wensing, wenn man von Schuld sprechen kann. Denn der Pass war überragend und Morgan wusste genau, wie sie zu laufen hatte. Das war kein Fehler der Abwehr, das war ein einstudierter Angriff, wie er beinahe auch bei den Deutschen in der 1. Halbzeit (Maier auf Maro) geklappt hätte.

    Doch gerade in der 1. Halbzeit, gleich zu Beginn, machten die Amis viel Betrieb über die linke Seite. Bei Kontern war Maier oft noch vorne und Wensing war zu weit weg von der jeweiligen Gegenspielerin.

    Ich will ihr das nicht anlasten, die US-Girls waren sehr, sehr schnell, was die Vorwärtsbewegung anbetraf, und zogen die deutsche Abwehr sehr gut auseinander, um sich Lücken zu erarbeiten. Und man hat nunmal Morgan und Wambach, die nunmal kaum nen Meter Platz brauchen, wenn sie am Ball sind, um daraus was zu machen.

    Bartusiak hat sicherlich ihre Schwächen, gestern war sie aber sehr solide. Wenn man sie nun aber ersetzen will, dann bitte durch Cramer oder Henning, meinetwegen auch Peter oder Goeßling, aber doch nicht durch eine Tabea Kemme, die noch nie Innenverteidigung gespielt hat und ne klassische Außenverteidigerin im Stil von Bianca Schmidt ist (beide früher Stürmerinnen). So eine Aufstellung würde nur dazu führen, dass sie schneller wieder aus der N11 raus ist, als sie drinnen war.

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  • Krissi sagt:

    Also eins mal vorneweg: das Spiel gestern war auf alle Fälle mal Werbung für den Frauenfussball! Richtig gut anzuschauen und spannend war es auch…wenn ich mir allerdings den Leistungseinbruch anfangs der 2. HZ unserer DFB-Mädels auch nicht wirklich erklären kann. Klar, die USA haben ein schnelles Tor gemacht nach der HZ, aber es lief gut 15 Minuten gar nichts mehr zusammen, schade…mit einer Leistung wie in den ersten 25 Minuten des Spiels hätte man die USA gestern schlagen können…nun ja…Unterm Strich bleibt eigentlich nur das festzuhalten, was die meisten hier schon festgestellt haben: die USA hätten, aufgrund der 2. HZ, einen Sieg mit 2 Toren Unterschied verdient gehabt…Deutschland hatte bei den bereits erwähnten Situationen (FE für Celia, Abseitsstellung von Boxx – maximal passiv!) massives Glück, sonst wäre das Spiel womöglich 5:2 oder 4:1 ausgegangen. Das unsere Mädels aber in der Schlussphase noch alles versucht haben, ist dieser jungen und relativ unerfahrenen Mannschaft (jedenfalls in Vergleichen gegen die stärksten Mannschaften der Welt) hoch anzurechnen – kurz: Es ist zwar bei der DFB-Elf noch nicht alles Gold, was glänzt – aber ich denke, darauf kann man aufbauen. Für mich waren auf deutscher Seite gestern Leonie Maier (mit Abstand!), Natze sowie Wensing (trotz der Fehleinschätzung) die besten Spielerinnen. Da ich auch Sympathisant der USA bin, freue ich mich auch über deren großartige Leistung – die USA haben mich gestern zeitweilig an das Dreamteam der 90er und frühen 2000er Jahre erinnert…ganz toll…insgesamt….schönes Spiel von beiden Mannschaften mit einem insgesamt glücklichen, aber kämpferischem Ende für die DFB-Elf! 😉

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  • Isi sagt:

    Von dem Besuch des Spieles vor Ort muß aus meiner Sicht noch ergänzt werden, dass die Stimmung im Stadion unglaublich war und ich selten bei Frauenfußballspielen so viel Krach und Begeisterung erlebt habe. Die Stadiongröße war optimal für die Zuschauermenge und Sprecher sowie musikalische Untermalung taten ihr übriges. Auffällig im Spiel nach vorn war wie schon hier mehrfach festgestellt Leonie Meier, allerdings hat dann zunehmend die Absicherung nach hinten gefehlt. Insbesondere als sie auf die linke Seite gewechselt ist und zusammen mit Faißt viel Druck entfaltet hat. Schwach war aus meiner Sicht in der 1. Halbzeit die rechte Seite mit Peter und Behringer, wobei insbesondere Behringer überfordert wirkte und Peter ihre frühere Stärke, ihr sehr präzises Pass-Spiel, leider etwas verloren hat. Da Mbabi wirkt gegen gute Mannschaften in der Spitze auch etwas überfordert, mit Mittag und Schmidt kam dann in der 2. Hz mehr Schwung über die rechte Seite. Unverständlich für mich war die späte Einwechslung von Popp und der Wechsel von Meier auf die linke Abwehrseite. Aber vielleicht war das als Test für Meier gedacht.

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  • H2O sagt:

    Spät aber immerhin überhaupt will ich auch mal meinen Senf dazu geben.
    Ich konnte nur die erste Halbzeit sehen und daher auch nur dazu. 🙂

    Mir persönlich gefiel diese Halbzeit nicht.
    Neben der Kritik an Behringer und Kulig, welche mir garnicht gefallen haben, ist mir auch eine gewisse Langsamkeit in den Laufduelen aufgefallen. Haben die Deutschen die Amerikanerinnen auch mal überlaufen? Mir kam es meistens anders herum vor.

    Weiterhin ist mir dieses mal wieder aufgefallen, dass die Mädels eine sehr gute Truppe sind, aber keine überragende Spielerin in ihren Reihen besitzen.
    Eine Spielerin die den Unterschied zwischen sehr gut und absoluter Spitze ausmacht.
    (Beispiel: Wambach, Morgan oder Sinclair für Kanada, früher Prinz).
    Und Celia konnte meiner Meinung nach auch die hohen Erwartungen bei weiten nicht erfüllen.

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  • Sheldon sagt:

    @H2O: Ich denke schon, dass eine Dzsenifer Marozsan irgendwann eine Spielerin sein könnte, die Spiele entscheidet, auch eine Fatmire Bajramaj oder Nadine Keßler. Wenn sie fit bleiben, auch Celia oder Popp.

    Allerdings muss man daran arbeiten, die alle in ein System zu integrieren. Man hat viele Spielerinnen, die ein Spiel allein entscheiden können, denen aber die Konstanz fehlt. Daran muss ebenfalls gearbeitet werden. Zur Zeit ist es einfach noch so, dass sie sich meist selbst im Wege stehen, weil das Zusammenspiel sehr statisch und starksig wirkt. Auch kommt es kaum zu Rotation, sodass das Spiel nur sehr langsam ist, wie von dir bemerkt.

    Arbeit ist noch reichlich dar, es ist allerdings fraglich, welche Klasse wirklich für einen EM-Titel in diesem Jahr benötigt wird.

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