Frauenfußball-WM 2015: Spielplan stößt Kunstrasen-Debatte an

Von am 22. März 2013 – 15.56 Uhr 11 Kommentare

Auf einem Treffen in Zürich hat die FIFA-Exekutive am Donnerstag den Spielplan der Frauenfußball-WM 2015 in Kanada provisorisch abgesegnet. Ein an sich normaler Vorgang, doch eine kleine Randnotiz dürfte in Zukunft noch für hitzige Diskussionen sorgen. Denn das WM-Finale, die Halbfinalspiele und eine Vielzahl weiterer Partien sollen auf Kunstrasen ausgetragen werden.

Wie bekannt wurde, wird das  Turnier vom 6. Juni bis 5. Juli 2015 stattfinden. Vancouver erhält erwartungsgemäß das Finale, Austragungsort wird das BC Place sein. Eröffnungsfeier und Eröffnungsspiel werden in Edmonton über die Bühne gehen, wo Kanada als gesetzter Gruppenkopf A1 seine ersten beiden Vorrundenspiele austragen wird. Die beiden Halbfinals werden in Edmonton und Montreal ausgetragen.

Spielplan der Frauenfußball-WM 2015

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Petition, die Frauenfußball-WM 2015 auf Naturrasen auszutragen

Erstmals 24 Teams, erstmals Kunstrasen
An dem Turnier werden zum ersten Mal 24 Teams teilnehmen, ein Meilenstein in der Geschichte des Frauenfußballs. Dass das Turnier auch als das erste in die Geschichte eingehen wird, dass mehrheitlich auf Kunstrasen ausgetragen wird, darauf hätte man wohl lieber verzichtet.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

11 Kommentare »

  • timmy sagt:

    Die sollen sich mal nicht so anstellen finde ich. Die Dinger sind doch immer mehr im kommen und werden immer hochwertiger. Messi und Ronaldo spielen auch jetzt schon auf Kustrasen in der Champions League.

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  • waiiy sagt:

    Es spricht sehr viel für Kunstrasen:

    – der Platz ist an allen Stellen eben und ohne Fehlstellen im Rasen (sollt eein Vorteil für technisch versierte Spieler/-innen sein)
    – die Kosten sind überschaubar, da der Kunstrasen nur in überschaubarem Rhythmus ausgetauscht werden muss (siehe auch Eklat 2012 vor dem Halbfinalspiel Potsdam – Lyon)
    – die Pflege ist bei weitem wenger aufwendig (Gießen? Walzen? Unkraut?)
    – auch unter ungünstigeren Witterungsbedingungen (Kälte, Hitze, Trockenheit, Wasser) leidet die Spielfläche nicht
    – Stadien können erheblich günstiger gebaut werden, wenn sie nicht die Durchlüftung natürlichen Rasens sicherstellen müssen (siehe ausziehbarer Rasen der Schalke Arena)

    Dagegen spricht das Risiko der Abschürfungen. Aber andere Sportler (Volleyball, Handball) können sich auch vor Verletzungen durch Stürze auf harten Untergründen schützen. Vielleicht sollte man den Fußballer/-innen mal die Möglichkeiten aufzeigen.

    Wenn man ständig auf Kunstrasen spielen wird, wird sich auch sowohl die Schiedsrichter- als auch die Spielerkultur weiterentwickeln. Die Schiedsrichter/-innen werden viel härter bei Fouls durchgreifen müssen, weil eine Verletzungsart (Abschürfungen) gravierend hinzukommt. Die Spieler/-innen werden nicht mehr so fallsüchtig sein, weil es einfach schmerzt. Da wird man doch eher versucht sein, sich auf den Beinen zu halten und nicht irgendwelche Standardsituationen zu schinden.

    Im Allgemeinen wird sich der Kunstrasen erst einmal in Gegenden, wo der Anbau von Rasen problematisch ist, immer mehr durchsetzen (Kanada, Russland, Skandinavien, Australien, Afrika). Aber er wird dann auch immer mehr woanders Einzug halten. Und irgendwann wird es ganz normal sein. Aber Änderungen werden natürlich immer erst einmal kritisch beäugt.

    Ich freue mich, dass die FIFA bei einem offiziellen Turnier dieses Zeichen setzt.

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  • Erik sagt:

    Dann warum gleich nicht alles in der Halle spielen lassen. NEIN!Fußball soll auf echter Rasen, draußen gespielt werden. Wind Regen Hitze Kalte das alles gehört einfach zum Spiel wie auch echte Rasen. Mann ist schon viel zu viel auf die Knie gegangen für das ‚moderne‘ Fußball.

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  • Sheldon sagt:

    @waiiy: Ich habe deutlich andere Erfahrungen mit Kunstrasen und kann die Gefahren, die Sam Kerr da oben schildert, durchaus bestätigen. Kunstrasen ist eben kein Hallenbelag und ist auch nicht eben. Hallenbelag schürft nicht so, da knallst du einmal hin, aber da schürft du nicht über den Boden.

    Auch ist Kunstrasen längst nicht so Wetterbeständig, wie du ihn hier bezeichnest. Kunstrasen wird gerade bei Regen schneller unbrauchbar als Naturrasen, weil der Regen nicht absickern kann und damit auf dem Platz steht. Er wird selbst bei leichtem Regen enorm schmierig, wodurch ein technisches Spiel nicht etwa einfacher, sondern durchaus schwerer werden kann als auch Naturrasen.

    Generell bin ich aber auch bei Erik. Dieser Sport ist eben nicht Handball oder Volleyball, auch nicht Hockey. Dieser Sport ist Fußball und in seiner Tradition eng verbunden mit natürlichen Umständen. Gerade als Deutscher kann man unmöglich für die Einführung von Kunstrasen sein, denn zu unserem ersten und zweiten WM-Titel bei den Männern hat gerade der Naturrasen seinen entscheidenden Anteil gehabt.

    Fußball, das sei hier noch einmal betont, ist nicht einfach nur ein Taktikspiel. Wer das möchte, der soll zum Schach gehen. Fußball, das ist ein Spiel, bei dem nicht nur der Kampf gegen den Gegner, sondern insbesondere auch der Kampf gegen die Natur dazugehört. Wer sich auch nur einmal in einem Fußballspiel im November bei 3°C abgerackert hat, während es in Strömen geregnet hat und das Wasser 10-15 Zentimeter hoch auf dem Platz stand, der weiß, was es heißt, richtig Fußball zu spielen.

    Fußball, das heißt, gegen alle Widrigkeiten anzukämpfen und dabei dennoch einen kühlen Kopf zu bewahren und sein spiel zu machen.

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  • Fuxi sagt:

    @waily
    Eine gravierende Verletzungsgefahr wird dabei noch mächtig unterschlagen. Kunstrasenplätze werden entweder mit Sand (zu rutschig) oder eher mit Gummigranulat abgedämpft. Er kommt gar nicht mal so selten vor, dass Spieler und Spielerinnen solche Granulatkörner ins Auge fliegen – vor allem dann, wenn mal ein Bein auf Brusthöhe hochfliegt. Und sowas kann durchaus zu länger anhaltenden Augenverletzungen führen.

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  • Markus Juchem sagt:

    Der Widerstand formiert sich bereits: http://equalizersoccer.com/2013/03/22/wambach-world-cup-not-the-place-for-artificial-turf/

    „Wambach said Friday that “the process has already started” to organize voices from federations across the globe in an attempt to have the artificial surfaces at the Canadian facilities replaced with natural grass for the 2015 World Cup.“

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  • timmy sagt:

    Abbys Argumente sind aber schon weit hergeholt. Alex könnte dann vielleicht keine 10 Jahre mehr spielen. Aber in der Liga schön 2 von 3 Spielen auf kunstrasen.

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  • enthusio sagt:

    Hier mal wieder ein netter Beitrag zur Kunstrasendebatte bei der WM in Kanada:
    https://twitter.com/MichelleAkers10/status/511857388165406720/photo/1

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  • enthusio sagt:

    Hier ein interessantes Interview mit Pauline Bremer zur „Kunstrasen-Debatte“:

    http://www.spiegel.de/sport/fussball/fussball-frauen-wm-auf-kunstrasen-pauline-bremer-klagt-gegen-die-fifa-a-1001169.html#js-article-comments-box-Pager

    Ich wußte gar nicht, dass sie auch zu den über 40 Spielerinnen gehört, die gegen die FIFA Klage eingereicht haben. Respekt !

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  • Jana sagt:

    Es gibt auch 12 Gründe gegen die Frauen-WM auf Kunstrasen: http://www.fooneo.de/12-gruende-gegen-die-frauen-wm-2015-auf-kunstrasen/ …wohl ernst gemeinte und nicht so ganz ernst gemeinte.. 😉

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