Ordentliche Ausgangsposition für Wolfsburg

Von am 20. März 2013 – 21.42 Uhr 20 Kommentare

Trotz einer 2:0-Führung und einer Spielerin mehr auf dem Platz musste sich der VfL Wolfsburg im Viertelfinal-Hinspiel der UEFA Women’s Champions League gegen den WFC Rossiyanka am Ende mit einem 2:1-Sieg gegen den WFC Rossiyanka zufrieden geben. Dennoch reisen die Wolfsburgerinnen optimistisch zum Rückspiel in acht Tagen nach Moskau.

Vor 1 971 Zuschauern in der VfL Wolfsburg Arena schienen die Gastgeberinnen nach den Treffern von Alexandra Popp (5.) und Martina Müller (32.), überlegener Spielweise und dem Platzverweis gegen die Russin Olesya Mashina bereits mit einem Bein im Halbfinale zu stehen, doch ein Eigentor von Josephine Henning (46.) sowie die durch den Schneefall erschwerten Platzbedingungen brachten das Wolfsburger Spiel in der zweiten Halbzeit aus dem Konzept.

Popp trifft früh
Dabei hatten die Wolfsburgerinnen in der ersten Halbzeit gleich eine ganze Reihe hochkarätiger Chancen gegen den zu Beginn der Partie mit dem hohem Tempo der Wolfsburgerinnen und dem Mittelfeld-Pressing nicht klar kommenden russischen Meister. Eingeleitet von Lena Goeßling traf Popp nach Pass von Luisa Wensing zur frühen Führung. Die Nationalspielerin kam weiteren Treffern nah, etwa bei einem Kopfball oder später einer Eins-zu-Eins-Situation gegen Torhüterin Elvira Todua.

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Müller baut Führung aus
Der Gast kam nur selten vor das Wolfsburger Tor, doch wenn, wurde es gefährlich, etwa als Olga Petrova nach einem Freistoß freistehend zum Schuss kam und Alisa Vetterlein ihr ganzes Können aufbieten musste, um den Ausgleich zu verhindern. Doch es war erneut Wolfsburg, das ins Schwarze traf. Müller verwertete aus kurzer Distanz eine Hereingabe von Zsanett Jakabfi – eine Kopie des ersten Tores, eine im Training oft eingeübte Variante. Popp zog sich noch vor der Pause eine schmerzhafte Verletzung an der Hand zu, erst eine genauere Untersuchung am Donnerstag wird die Schwere der Verletzung enthüllen.

Martina Müller

Martina Müller erzielte den zweiten Wolfsburger Treffer © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Eigentor und Schnee bringen Wolfsburg aus dem Konzept
Als Mashina dann nach einer Notbremse gegen Popp vom Feld musste, schien alles in die Karten der Wolfsburgerinnen zu spielen, doch Faißt hatte Pech, als sie kurz vor der Pause nur die Latte traf. Eine kalte Dusche gab es dann nach wenigen Sekunden in Halbzeit zwei: Henning lenkte einen Schuss von Nompumelelo Nyandeni ins eigene Tor, der Gegentreffer in Überzahl traf die Wolfsburgerinnen im Mark. Der immer schwerer bespielbare Rasen erschwerte das Kombinationsspiel der Wolfsburgerinnen sichtlich, Rossiyanka stand nun auch besser organisiert.

Chancenarme zweite Halbzeit
In der an hochkarätigen Chancen eher armen zweiten Halbzeit warf Wolfsburg zwar in der Schlussviertelstunde noch einmal alles nach vorne, doch auch die eingewechselten Stürmerinnen Conny Pohlers und Lina Magull konnten an diesem Abend keine Glanzlichter mehr setzen, so dass der VfL Wolfsburg am Ende nur mit einem knappen Vorsprung zum Rückspiel reist, das am kommenden Donnerstag im Luzhniki-Stadion von Moskau ausgetragen wird.

UEFA Women’s Champions League, Viertelfinale, Hinspiele, Ergebnisse

VfL Wolfsburg – WFC Rossiyanka 2:1 (2:0)
Arsenal LFC – ASD Torres Calcio 3:1 (2:0)
Olympique Lyonnais – LdB Malmö 5:0 (2:0)
FCF Juvisy – Kopparberg/Göteborgs FC 1:0 (1:0)

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

20 Kommentare »

  • enthusio sagt:

    Sagenhaft, welche Überlegenheit Lyon in diesem Wettbewerb auch diesmal wieder an den Tag legt: Malmö wird mal eben mit 5:0 abgefertigt und kann das Rückspiel schon ganz locker wie ein Testspiel vor der Saisoneröffnung angehen.
    Arsenal dürfte nach dem 3:1 gegen Torres auch eine Runde weiter sein.
    Wolfsburg schließlich wird im Rückspiel mit Keßler – trotz Kunstrasen – bestimmt nicht noch einmal soviele Chancen liegen lassen und kann sich im Halbfinale schon mal innerlich auf „die Rache für Potsdam“ vorbereiten.
    Und Juvisy würde auch ein Weiterkommen gegen Göteborg nach dem heutigen 1:0 nicht viel nützen, denn im Halbfinale wäre gegen Lyon endgültig Endstation.

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  • Sheldon sagt:

    Nach diesem Spiel stellen sich mir einige Fragen:

    1. Wie kann man ein solches Spiel überhaupt austragen? Der Boden wurde immer schlechter, der Ball stoppte in der zentimeterhohen Schneeschicht, vernünftiger, technisch sauberer Fußball war nicht zu leisten. Hieß es nicht, es gäbe eine Rasenheizung? Ein Dach wäre nächstens vielleicht besser.

    2. Wie kann man von einer ordentlichen Ausgangsposition für Wolfsburg sprechen? Eine ordentliche Ausgangsposition für Wolfsburg wäre ein 3:0, 4:0 gewesen, nicht so ein dahingezittertes 2:1. Das kann noch ordentlich nach hinten losgehen. Am Ende konnte man sogar noch froh sein, dass Vetterlein eins, zwei Male ordentlich aufgepasst hat, sonst wäre man am Ende nur mit nem Unentschieden vom Platz gegangen.

    Meines Erachtens sollte man nicht so voreilig wie enthusio sein und schon ans Halbfinale denken. Wenn das so weitergeht, liegt beim Rückspiel auch noch Schnee in Russland. Und ein 1:0 reicht Rossiyanka schon. Da sollte man noch nichts überstürzen^^

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  • kunigunde sagt:

    Rache für Potsdam? Das wird nicht eintreffen. Lyon wird Wolfsburg die Grenzen aufzeigen.

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  • Markus Juchem sagt:

    @kunigunde: Ich glaube gemeint ist ein mögliches Halbfinale gegen Arsenal.

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  • gerd.karl sagt:

    malmö hat eine sehr schlechte abwehr, deshalb hat man ja ratke geholt.
    die muss sich aber erst mal einspielen.

    und immer wieder das selbe, hat sheldon das spiel wolfsburg- rossyanka überhaupt gesehen.
    es hat nur eine mannschaft nach vorne gespielt und das war wolfsburg, mit kessler im rückspiel machen sie alles klar.

    es wird aber deutlich , das wolfsburg in der zweiten reihe verstärkt werden muss.

    hartmann kann kessler nicht ersetztn, da muss wolfsburg ein bisschen geld in die hand nehmen und einkaufen, das werden die wolfsburger in der neuen saison auch tun.
    rapinoe oder heath wären gut, man hört gerüchte in einigen blogs.

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  • enthusio sagt:

    @gerd.karl:
    Hartmann hat Keßler nicht ersetzt, sondern in der Innenverteidigung gespielt. Goeßling hat dagegen die Keßler-Position übernommen, Blässe und Müller die Außenpositionen besetzt, Jakabfi neben Popp im Sturm gespielt.

    Dadurch daß Popp letztlich mehrere Torchancen ausgelassen hat, ist der von mir im Vorfeld erwartete höhere Wolfsburger Sieg ausgeblieben. Ein Sieg Rossiyankas im Rückspiel käme für mich aber bei der Wolfsburger Spielstärke schon fast einer Sensation gleich.

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  • Sheldon sagt:

    @enthusio/gerd karl: Natürlich wäre ein Sieg von Rossiyanka eine Überraschung, aber wieso sollte es dazu nicht kommen? 1. auch Rossiyanka hatte seine beste Scorerin auf der Bank. 2. ein einziges Tor reicht und schon ist es vorbei.

    Ich erinnere mich nur an Bayern-Arsenal. Bayern hat das Spiel gemacht, Arsenal die Tore. Und das Rossiyanka überraschend treffen kann, hat man gesehen.

    Ich sage nicht, dass es wahrscheinlich ist. Ich sage aber, dass es durchaus möglich ist, dass Rossiyanka diese Ausgangssituation nutzen kann. Die waren viermal vorm Tor, zweimal wurde es richtig gefährlich. Einmal Tor, einmal sensationell gehalten.

    Und wenn Wolfsburg weiter so schlampig mit den Chancen liegen lässt, dann kann das eng werden.
    Gerade, wenn Rossiyanka früh in Führung geht, in den ersten 5-10 Minuten.

    Dann wird womöglich auf Schnee gemauert, was das Zeug hält. Dass Wolfsburg es gegen 10 Rossiyankanerinnen nicht schaffte, weitere Tore nachzulegen, sondern im Gegensatz noch eines gefangen hat, sollte besorgt stimmen!

    Ich bin mir sicher, bei Wolfsburg wird noch niemand jetzt schon fürs Halbfinale planen. Denn dann geht die Sache nach hinten los.

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  • H2O sagt:

    Ein kurzer Bericht zum Spiel.

    Das Spiel in die VW-Arena zu verlegen war eine sehr gute Idee.
    Die Stimmung vor, während und nach dem Spiel war richtig gut. Bitte die Championsleaguespiele jetzt immer hier austragen. 🙂

    Zu den Platzverhältnissen: Absolut in Ordnung. Während des Spiels hat sich gerade die Seite zur Haupttribüne weiß gefärbt. Der Ball wurde dadurch etwas langsamer, aber das waren normale Bedingungen.
    @Sheldon: Nach dem Verlassen des Stadiums hat man den Unterschied gesehen. Alles war mit einer mehrere Zentimeter dicken Schneeschicht überzogen, so dass viele erstaunt waren wie wenig Schnee auf das Spielfeld gelang (oder zumindest dort liegen blieb).

    Zum Spiel:
    Erste Halbzeit war wirklich schön anzusehen. Viele Chancen die leider nicht genutzt werden konnten. Wie so oft sollte sich das noch rächen.
    Die Auswechslung von Blässe war für mich (und die um mich herum sitzenden) nicht nachvollziehbar. Sie hat oft sehr gut ihre Gegenspielerin unter Druck gesetzt und Angriffe gut eingeleitet. Für mich war sie offensiv eine der besten Spielerin. Vielleicht kann mir das ja jemand erklären 🙂

    Mit Pohlers kam dann ein anderer Spielertyp, der weiter vorn agiert und das Spiel über die linke Seite veränderte sich stark.
    Mir kam es vor, als wenn die Verbindung zwischen Mittelfeld und Angriff nicht funktionierte und gerade zum Anfang der zweiten Halbzeit wurde mit vielen Halbflanken agiert. Dies brachte gar nichts und wurde später richtigerweise auch umgestellt.
    Der VfL agierte in der zweiten Halbzeit teilweise mit einer leicht versetzten 4er oder 5er Kette im Sturm, wenn das eigene Mittelfeld in Ballbesitz war. Daher konnte die Überzahl oft nicht zum eigenen Vorteil ausgespielt werden, da diese Spielerinnen gedeckt waren und Anspielstationen davor fehlten. Die Auswechslung von Blässe war meiner Meinung nach zu voreilig.

    Die Spielerinnen an sich haben gut gespielt aber gerade im Zusammenspiel in der zweiten Halbzeit zu selten eine Antwort auf die Defensivstrategie der Russischen Mannschaft gefunden.
    Bei denen hat mir gefallen, wie sie die Räume zugestellt haben und sich zusammen in der Verteidigung bewegten.
    Die guten Aktionen der Wölfinnen kamen meist von außen und seltsammer weise wurden diese nicht immer konsequent und schnell angespielt.

    Noch ein paar Anmerkungen. Gerade in der ersten Halbzeit konnte man das Gefühl haben, dass es die taktische Vorgabe beim VfL gab jede Chance auszuspielen. Das klappte zweimal gut aber manchmal hätte ein früher Abschluss vielleicht mehr gebracht.
    Außerdem war die Qualität der Eckstöße eher nicht so gut.

    Der Bewertung des Spiels mit „ordentlich“ kann ich mich anschließen.

    Die Schiedsrichterleistung fand ich insgesamt ebenfalls gut.

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  • FFFan sagt:

    Zusammenfassung der wichtigsten Szenen des Spiels:

    http://www.youtube.com/watch?v=sHaPsnlUL3g

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  • Frieda sagt:

    @ Sheldon
    „Wie kann man von einer ordentlichen Ausgangsposition für Wolfsburg sprechen?“

    Ganz einfach, weil es eine *ordentliche* Ausgangsposition ist! Im Gegenteil zu einer *guten* Ausgangsposition (z.B. 3:1) oder einer *machbaren* Ausgangsposition (z.B. 0:0) oder einer *schweren* Ausgangsposition (z.B. 0:2).

    Sie haben gewonnen!

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  • Winter sagt:

    Ich finde von Henning kommt nicht viel. Popp wird für meine Belange auch überschätzt (Chancentod).

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  • Alice sagt:

    @H2O: Ich schliße mich deiner Zusammenfassung vollens an. Aber wo saßt du denn bitte? Ich scheine mich falsch hingesetzt zu haben und rege mich dann über die mundfaulen Fans auf. Man merkt schon, dass sie voll dabei sind und mitfiebern, aber anstatt mal geschlossen die Stimme zu erheben und die Handschuhe zum angemessenen Klatschen auszuziehen… naja ausbaufähig 😉 Ich will mal nicht progostizieren, dass es am fehlenden alkeholhaltigem Bier lag 😉 Ich freu mich schon lange wieder auf die Sonne als Stimmungsaufheller.

    @Winter: Josi hatte sicher nicht ihren besten Tag, aber das der VfL über den bisherigen Saisonverlauf nicht mehr Tore kassiert hat haben wir sicherlich auch zum Großteil ihr zu verdanken, also warum verallgemeinerst du das jetzt indem du das Präsens gebrauchst? Alex hat bis jetzt wirklich weniger beim VfL gerissen, als man ihr vorher zugetraut hat, aber sie ist ja auch laut eigenen Aussagen noch nicht bei 100%. Sollten Conny oder Martina irgendwann (Gott bewahre) daran denken ihrern Vertrag nicht mehr zu verlängern, dann muss auf jeden Fall eine weitere starke Offensivkraft her.

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  • waiiy sagt:

    @Sheldon:

    Wie kann man ein solches Spiel überhaupt austragen?
    –> gemäß den Statuten der UEFA und der Entscheidung de Schiedsrichterin, die diese umsetzt.

    Der Boden wurde immer schlechter, der Ball stoppte in der zentimeterhohen Schneeschicht, vernünftiger, technisch sauberer Fußball war nicht zu leisten.
    –> Nirgendwo steht, dass Fußball technisch sauber sein muss. Es muss nur gewährleistet sein, dass die Bedingungen ein Spiel zulassen und für beide Mannschaften gleich sind. Das war gegeben.

    Hieß es nicht, es gäbe eine Rasenheizung?
    –> Ja gibt es. Aber wie heiß müsste eine Rasenheizung, die 20 cm unter der Oberfläche liegt, sein, damit frisch gefallener Schnee immer gleich wegtaut? Da darf sich der Student mal versuchen…

    Ein Dach wäre nächstens vielleicht besser.
    –> Bitte an Klaus Allofs wenden, ob er da was machen kann für die Frauen…

    Wie kann man von einer ordentlichen Ausgangsposition für Wolfsburg sprechen?
    –> Jeder Sieg, jedes Unentschieden reicht. Dazu jede Niederlage mit 1 Tor Unterschied höher als 2:1. Das sind locker mehr als 67% aller möglichen Resultate. –> gute Ausgangsposition (dabei soll erwähnt werden, dass der Heimbonus bei den Frauen bei weiten nicht so gravierend ist wie bei den Männern).

    Eine ordentliche Ausgangsposition für Wolfsburg wäre ein 3:0, 4:0 gewesen
    –> Das sind eher sehr komfortable denn ordentliche Ausgangspositionen

    Am Ende konnte man sogar noch froh sein, dass Vetterlein eins, zwei Male ordentlich aufgepasst hat, sonst wäre man am Ende nur mit nem Unentschieden vom Platz gegangen.
    –> Das ist Vetterleins Job und man kann davon ausgehen, dass sie den gut kann, wenn sie beim Vizemeister und CL-Teilnehmer im Tor steht. Und wie viele Tore hatte Rossyanka gestern nochmal selbst geschossen? –> „0“

    Meines Erachtens sollte man nicht so voreilig wie enthusio sein und schon ans Halbfinale denken. Wenn das so weitergeht, liegt beim Rückspiel auch noch Schnee in Russland.
    –> Die Bespielbarkeit des Platz prüft wer? Ja, die UEFA und noch einmal die Schiedsrichtern. Also wird es schon regulär sein. Und dass Keßler dann die Ordnung aufrecht erhält, sollte selbst von Dir bestätigt werden, nachdem Du sie in der N11 (wie ich auch) als den Dreh- und Angelpunkt forderst.

    Und ein 1:0 reicht Rossiyanka schon. Da sollte man noch nichts überstürzen.
    –> Wie viele Spiele hat Wolfsburg in dieser Saison absolviert ohne eigenes Tor? Wer glaubt im Ernst, dass sie nicht auch selbst ein Tor schießen? Könnte man darauf mit einer ernsthaften Quote wetten?

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  • Aldur sagt:

    Beim Spiel in Lyon spricht das 5:0 zwar eine deutliche Sprache, ist aber, wenn man den gesamten Spielverlauf betrachtet, sicher 2 Tore zu hoch ausgefallen. Wenn man bedenkt, dass Malmö noch nicht in der laufenden Saison ist, haben sie sich phasenweise ganz ordentlich aus der Affäre gezogen, auch wenn der Sieg von Lyon insgesamt nie gefährdet war. Dramaturgisch lief aber auch alles für den Titelverteidiger. Kurz nach dem sehenswerten 1:0 vergibt Mittag die wunderbar heraus kombinierte erste Großchance für Malmö – im direkten Gegenzug vertändelt Radtke am eigenen Sechzehner den eigentlich schon eroberten Ball, und lädt Schelin somit förmlich zum 2:0 ein. Damit war die Nummer eigentlich durch, auch wenn Malmö nie aufgesteckt hat. Insgesamt war man Lyon vor allem in der Defensive nicht gewachsen, offensiv gab es durchaus ein paar gute Ansätze, und am Ende hatte man bei den Gegentoren auch noch Pech. Beim 4:0 geht der Ball wohl gerade deshalb rein, weil Abily ihn nicht voll trifft, und dass dann noch so ein, gegen die Laufrichtung der Torfrau abgefälschter Distanzschuss zum 5:0 rein geht, passte irgendwie ins Bild. Bei Malmö muss man unbedingt Bachmann herausheben, die praktisch überall zu finden war – hinten Bälle ablief, vorne Angriffe initiierte – ganz starke Vorstellung. Lyon hat gezeigt, dass sie auch in dieser Saison wieder turmhoher Favorit auf den Titel sind, egal ob da dann Arsenal, Wolfsburg oder sonst wer im Finale warten wird. Das sie dies erreichen, ist kaum zu bezweifeln.

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  • waiiy sagt:

    @Winter: Ich denke, bei Popp muss man differenzieren. Dass sie (derzeit) sehr viele Chancen braucht, ist richtig. An der Effektivität sollte man bei ihr echt arbeiten.

    Aber sie hat Qualitäten, die keine andere deutsche bzw. in der deutschen Liga spielende Stürmerin hat. Diese körperliche Robustheit, gepaart mit Schnelligkeit, dem Riecher, an der richtigen Position zu erscheinen und überhaupt keine Angst vor Fouls zu haben, dazu der unbändige Wille und auch die Fähigkeit, mal auszuteilen und sich zu wehren – das alles gibt es in dieser Kombination nicht noch einmal. Dazu kommt das vielleicht beste Kopfballspiel mit Keßler zusammen. Wenn man das gut einsetzen kann, dann kann Popp sehr wertvoll sein.

    Und die Ineffektivität war wohl bei jeder Stürmerin schon mal in Phasen vorhanden (ich erinnere mich immer mal wieder, wie die „30“ diese Saison auf Anonmas Rücken gekommen ist). Daran kann man arbeiten.

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  • H2O sagt:

    @Alice
    Ich saß direkt an der Mittellinie in der fünften oder sechsten Reihe. Also da wo es richtig voll war. 🙂

    Wo saßt du?

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  • Sheldon sagt:

    @Frieda: Von Wolfsburg hätte ich mehr erwartet. In Russland ist es immer schwer zu spielen, egal ob Männer oder Frauen. Ich hätte mir eine bessere Ausgangslage erhofft, damit man sich keine Sorgen mehr machen braucht.

    Rossiyanka ist extrem giftig und die Torhüterin in der Strafraumbeherrschung sehr gut und robust. In der zweiten Halbzeit wurde nahezu jede Flanke und jede Ecke von ihr abgefangen.

    Sich nur auf Keßler zu verlassen, diesen Trugschluss sollte man nicht begehen.
    Man muss endlich an der Chancenauswertung arbeiten und kaltschnäuziger vor dem Tor werden. Und defensiv geht das nicht so wie gestern. Es kann nicht sein, dass man den Gegner eigentlich kontrolliert, aber dann ein Flachpass von außen an 4 Wolfsburgerinnen vorbeigeht, die Spielerin von Rossiyanka den Ball annehmen kann, sich einmal drehen kann und auch noch zum Abschluss kommt. Es kann auch nicht sein, dass bei einem gegnerischen Freistoß der Ball an Freund und Feind vorbeisegelt und zu Petrova kommt, die im 5-Meter-Raum frei vor Vetterlein einschussbereit steht. Man hatte das Gefühl, dass ein schneller Konter von Rossiyanka ausgereicht hat, um die gesamte Abwehrreihe von Wolfsburg aus den Angeln zu heben.

    Das alles muss schnell und zügig abgestellt werden, um ein Weiterkommen zu garantieren. Das Ergebnis, das ich von der besten deutschen Mannschaft erwarte, sollte im Bereich 3:0, 4:0 schon liegen, denn das, was Rossiyanka zu leisten im Stande ist, sollte weit unter dem sein, was Wolfsburg eigentlich zu leisten fähig wäre.

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  • Alice sagt:

    @H2O: Mist, wär ich mal in der Mitte geblieben. Ich saß weiter rechts bei den Trommlern. Hab mir von denen mehr Enthusiasmus erhofft 😉 Naja bei dem Wetter würdem wohl jedem irgendwann die Finger einfrieren.

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  • Der König sagt:

    Die Bindung zwischen Mittelfeld und Sturm war manchmal nicht vorhanden.Die fehlende Keßler kann nicht nur nur der Grund gewesen sein und alles auf das Wetter zu schieben ist schwach. Die Chancenverwertung war katastrophal.Popp muss lernen ihren Körper schlau zu nutzen. In jedem Spiel liegt sie mit schmerzverzerrtem Gesicht auf den Boden. Wenn sie so weiter macht ist ihre Karriere in 5 Jahren vorbei. So eine Leistung reicht vielleicht noch im Rückspiel, aber nicht gegen Arsenal.

    Der König hat gesprochen.

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  • Matze sagt:

    @Alice: Noch mehr Enthusiasmus? 🙂
    Ich stand direkt daneben und mir dröhnten die Ohren…..

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