Algarve Cup: DFB-Elf zieht ins Finale ein

Von am 11. März 2013 – 15.52 Uhr 30 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf steht zum zweiten Mal in Folge im Finale des Algarve Cups. In Lagos gab es einen 2:0 (0:0)-Sieg gegen Norwegen, die Treffer erzielten Célia Okoyino da Mbabi und die eingewechselte Nadine Keßler.

Drei Änderungen
Bundestrainerin Silvia Neid veränderte ihre Startformation gegenüber dem 2:1-Sieg gegen Japan auf drei Positionen: Gemäß Rotation hütete Nadine Angerer anstelle von Almuth Schult das Tor, für die erkältete Saskia Bartusiak übernahm Josephine Henning den Platz in der Innenverteidigung. Anstelle von Nadine Keßler durfte Viola Odebrecht von Beginn an spielen. Darüber hinaus fehlten weiter Linda Bresonik und Kim Kulig.

Okoyino da Mbabi trifft die Latte
„Trotz vieler Ausfälle können wir das immer irgendwie kompensieren, und das freut mich“, erklärte Neid, deren Team in der sechsten Minute die erste Torchance des Spiels gehörte; Dzsenifer Marozsán verzog aber aus 20 Metern (6.). Doch nur Sekunden später wäre es fast soweit gewesen, doch Célia Okoyino da Mbabi traf von der Strafraumgrenze nur die Latte. Verena Faißt hatte die nächste gute deutsche Chance, doch Norwegens Torhüterin Ingrid Hjelmseth reagierte glänzend (18.). Doch auch Norwegen kam zur ersten Chance, ein 20-Meter-Schuss von Maren Mjelde strich knapp über die Latte (19.).

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Wensing erleidet Platzwunde
In einem Zweikampf bekam Luisa Wensing die Schuhspitze von Melissa Bjånesøy ins Gesicht, die Wolfsburger Verteidigerin musste mit einer zwei Zentimeter tiefen Platzwunde über dem linken Auge vom Feld, für sie kam Jennifer Cramer (29.). Zunächst hatte Neid darüber nachgedacht, Goeßling nach hinten zu beordern, sich dann aber entschlossen, Cramer „einfach ins kalte Wasser zu werfen“ und sie in die Viererkette zu schicken. Das hat funktioniert, „sie ist echt gut gewesen“, lobte die Bundestrainerin die Debütantin vom 1. FFC Turbine Potsdam. Die Partie pläschterte in der Folge weitgehend im Mittelfeld vor sich hin, Marozsán versuchte es mit einem Distanzschuss (34.).

Célia Okoyino da Mbabi (r.) brachte die DFB-elf auf die Siegerstraße. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Célia Okoyino da Mbabi (r.) brachte die DFB-elf auf die Siegerstraße. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Pfosten verhindert Führung
Nach einem Fehler von Solfrid A. Dahle kam der Ball erneut zu Marozsan, doch sie schoss aus aussichtsreicher Position über das Tor (36.). Und noch einmal hatte die Frankfurterin Pech, ihren Torschuss kurz vor der Pause nach schöner Vorarbeit von Anja Mittag lenkte Hjelmseth an den Pfosten (44.). „Wir hatten vier 100%ige Möglichkeiten, und es hätte für Ruhe sorgen können, wenn wir noch vor der Halbzeit getroffen hätten“, so Neid.

Okoyino da Mbabi trifft
Erst in der zweiten Halbzeit wurde das deutsche Spiel mit Treffern belohnt. Nach einem Steilpass von Anja Mittag erzielte Okoyino da Mbabi die Führung (52.). In der Folge hatten die Norwegerinnen gute Chancen auf den Ausgleich, Marit Christensen (65.) und Ingvild Isaksen (66.) scheiterten aber mit ihren Möglichkeiten. Erneut Christensen per Kopf (68.) kam dem Ausgleich nahe, der für Norwegen den Finaleinzug bedeutet hätte (68.).

Entscheidung durch Keßler
Doch in der Schlussphase machte die DFB-Elf den Erfolg perfekt. Erst scheiterte die eingewechselte Keßler nach Vorarbeit der eingewechselten Svenja Huth noch mit einem Versuch über das Tor, doch kurz darauf machte sie es besser und erzielte nach einer Hereingabe von Goeßling das erlösende 2:0, das den Finaleinzug endgültig perfekt machte.

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Im Finale warten die USA
Das Endspiel findet am Mittwoch um 18 Uhr (MEZ) im Estádio Algarve statt. Dann erwartet die DFB-Elf ein Duell mit den USA, die zwar gegen Schweden nicht über ein 1:1-Unentschieden hinauskamen, sich damit aber dennoch den ersten Platz in Gruppe B sichern konnten.

Deutschland – Norwegen 2:0 (0:0)

Deutschland:
Angerer – Maier, Wensing (31. Cramer), Henning, Peter – Odebrecht, Goeßling – Mittag (67. Huth), Marozsán (67. Keßler), Faißt (56. Behringer) – Okoyino da Mbabi (67. Popp)

Norwegen: Hjelmseth – Ryland, Dahle, Christensen, Akerhaugen – Mjelde (57. Stensland), Mykjaland – Gulbrandsen, Ims (56. Landvik Isaksen), Hansen (46. Hegerberg) – Bjånesøy (55. Larsen Kaurin)
Tore: 1:0 Okoyino da Mbabi (52.), 2:0 Keßler (86.)

Schiedsrichterin:
Salome di Iorio (Argentinien)
Gelbe Karte: Christensen
Zuschauer: 500

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

30 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    Wirklich schönes Spiel. Gute Besserung an Luisa Wensing.

    Keßler hat die „10“ genauso interpretiert, wie Marozsan sie hätte interpretieren sollen. Am Ende war das ein System, wie Deutschland es über die gesamten 90 Minuten hätte spielen sollen, erstaunlicherweise bedingt durch die Hereinnahme von Behringer. Popp und Huth haben vorne Wind gemacht, Keßler im Messi-Stil als falsche „9“ gespielt und Goeßling und Behringer die Halbpositionen besetzt (dazu Peter und Maier über außen vorgestoßen). Und zack, war wirklich mal konstruktives Spiel.

    Ansonsten aber hat Deutschland typisch gespielt. Viel, viel Druck, der irgendwann zuviel für den Gegner wurde. Es fehlt an der ein oder anderen Stelle einfach die Idee, Deutschland braucht da auf dem Platz einen Wickie. Goeßling und Maier muss ich heute ein Sonderlob aussprechen, sie waren enorm agil und fleißig und hatten auch den ein oder anderen genialen Moment. Henning hat erstaunlicherweise auch nochmal eine Chance bekommen und hat ihre Sache überwiegen so gemacht wie erwartet – souverän und ohne Hektik. Vor allem aber spielt sie mit der Keeperin keine Spielchen, wie Bartusiak es überaus gerne tut.

    Das war zumindest mal eine Elf, die heute auf dem Platz stand, mit der ich bei der EM so leben könnte. Vielleicht sollte man Keßler noch für Peter aufstellen, dann hätte die Mannschaft noch mehr Durchschlagskraft.

    Alles in allem würde ich an Neids Stelle nicht mehr viel ändern. Allenfalls das System, denn man hat heute gesehen, dass die Mannschaft in einer bestimmten Aufstellung sowieso ins 4-4-2 mit Raute wechselt. In diesem System sind auch alle aufgestellten eine Option und bei dem Überangebot im Mittelfeld sollte man das auch so ausnutzen. Schließlich ist das ein System, in dem man mit Keßler, Goeßling, Odebrecht, Marozsan, Laudehr, Kulig, Behringer, Bresonik und Faißt 9 Spielerinnen für 4 Positionen hätte, genauso wie mit Huth, Popp, Mittag, Celia und Lotzen 5 Spielerinnen für die Stürmerinnenposition. Dieses hohe Stehen auf Außen, wie man es im deutschen Team oft spielt, passt einfach überhaupt nicht zu den Spielerinnen, die man zur Zeit zur Verfügung hat.

    Und im Moment wäre mein Startmittelfeld Odebrecht – Goeßling, Keßler – Marozsan.

    Ich zumindest kann sagen, dass ich mich endlich wieder einmal auf Deutschland bei einem Turnier freuen kann, wenn Deutschland weiter so spielt.

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  • dia sagt:

    Babette Peter fehlt in der Aufstellung

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  • gerd.karl sagt:

    also herr juchem, bei ihnen hört sich das so an als ob deutshland vor einer niederlage stand.
    das deutschland das spiel in der hand hatte und gut gespielt hat, merkt man ihrem bericht nicht an.
    da werden halb chancen der norwegerinnen zu 1000½ hochgejubelt, bitte herr juchem, sie machen gute arbeit womensoccer ist eine sehr gute frauenfussball seite, wenn die deutsche mannschaft gut spielt könnten sie das auch mal sagen.

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  • FFFan sagt:

    Glückwunsch an das DFB-Team zum Finaleinzug beim Algarve Cup.

    In fußballerischer Hinsicht war das heutige Spiel wieder ein Schritt nach vorn. Die Mannschaft hat sich ‚gefunden‘, das Zusammenspiel klappt jetzt besser (siehe die ‚Bilderbuchkombination‘ zum 1-0!), auch wenn hier und da noch die Genauigkeit fehlte. Die neu hineingekommenen Spielerinnen Henning und Cramer fügten sich nahtlos ein. Ein Sonderlob verdiente sich Celia, die in der Spitze enorm viel arbeitete und sich mit ihrem ersten Länderspieltor seit September belohnte. Svenja Huth sorgte nach ihrer Einwechslung über den rechten Flügel für viel Druck und Tempo.

    Am Mittwoch wartet auf unser Team nun mit den USA die maximale Herausforderung…
    Dem Olympiasieger genügte in einem Spiel zweier extrem athletischer Mannschaften, die beide ihr Heil vor allem in langen Bällen suchten, gegen Schweden ein 1-1. Da China gegen Island und Japan gegen Dänemark gewann, kommt es tatsächlich zu den von Jan prophezeihten ‚Derbys‘ Schweden-Norwegen und Japan-China.

    P.S.: wenn ich den englischen Eurosport-Kommentar richtig verstanden habe, wechselt Yuki Ogimi (Turbine Potsdam) im Sommer zum FC Chelsea!

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  • Kleinschwarz sagt:

    Herzlichen Glückwunsch an die Mannschaft! Sie haben über weite Strecken sehr gut gespielt und sich den Finaleinzug verdient. Ich freue mich schon auf das Finale gegen die USA – eine echte Standortbestimmung.

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  • Markus Juchem sagt:

    @dia: Danke, ist korrigiert.

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  • grammfon sagt:

    Yuki nach Chelsea? Bitte lass das nicht wahr sein!

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  • Sheldon sagt:

    @gerd karl: Wir sollten nicht vergessen, Norwegen hatte einige gute Torchancen, ihnen wurde allerdings durch das aggressive Pressing der Deutschen schon nach 60 Minuten der Biss genommen, die Chancen auch reinzumachen. Und darüber hinaus: Bis zur 86. Minute war das Spiel auf dem Blatt komplett offen, Deutschland hätte jederzeit einen rein bekommen können. Und wenn man sich anschaut, wie kopflos Angerer beim Eckball in der 68. Minute umher gestarrt hat, dann wäre das auch noch durchaus möglich gewesen.

    @FFFan: Das 1:0 sehe ich eher als Zufallsprodukt an, denn meines Erachtens war der Ball nicht unbedingt gewollt so gespielt worden, sondern unter Zuhilfenahme der Gegenspielerin. Das 2:0 war dagegen eine echte Traumkombination, Lena Goeßling hat sich fabelhaft durchgesetzt, Keßler hat sich gelöst, Goeßling hat sie gesehen und wunderbar bedient, Keßler braucht nur noch einzuschieben. Wie Butter.

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  • Detlef sagt:

    @grammfon,
    Das YUKI nach dieser Saison gehen wird, ist für viele TURBINE-Fans (mich eingeschlossen) schon sicher!!!

    Und dann ist es mir lieber sie geht nach London als wieder nach Frankfurt oder Wolfsburg!!!

    Bei „TURBINE zum Anfassen“ hat YUKI mal erwähnt, daß ihr Ehemann recht gut englisch spricht!!!
    Deswegen könnte es schon sein, daß sich beide in London häuslich einrichten!!!
    Allerdings soll YUKI wohl nicht so gut englisch sprechen, also müßte sie sich dann wieder auf die Schulbank setzen!!!

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  • gerd.karl sagt:

    ja ogimi geht ab july nach chelsea, nichts mit treue zum verein, sondern money money money, das geld von abramawitsch lockt.

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  • H2O sagt:

    Zwei schöne Tore und nun bitte die USA zu null besiegen. 🙂

    Zu Ogimi:
    Im Gegensatz zu Detlef war mir das bisher nicht klar. Ich finde es schade, dass sie die BL verlässt. Wie ist die Liga in England denn?

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  • Sheldon sagt:

    @gerd karl: Lass mal deine anglophobe Weltsicht hier raus. Freuen wir uns einfach für Yuki, dass sie diese Möglichkeit bekommt. In Chelsea hat zumindest die Frauenabteilung gute Trainer. Und sie kann endlich nach über 2 Jahren endlich mit ihrem Mann zusammen leben und das sei ihr gegönnt!

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  • grammfon sagt:

    @Detlef: Ja, aber Chelsea ist mir wegen ihrem Männerklub nicht sympathisch. Wenn das tatsächlich wahr ist, dann rüsten sie zur Zeit ganz schön auf. Erst Jakobsson und jetzt Yuki. Vielleicht hat Abramovich jetzt endlich seine Frauenfussballabteilung entdeckt. Mal schauen wen sie noch so holen.

    @H20: Die englische Liga ist nicht schlecht und ist momentan im Aufwärtstrend. Arsenal hat immerhin Potsdam in der Championsleague geschlagen. Und auch die anderen Teams holen langsam auf. Birmingham, Everton und Bristol sind immer für eine Überraschung gut und diese Saison sollte man wohl verstärkt auch auf Chelsea achten. Auch Liverpool hat sich im Winter mit einigen deutschen verstärkt, werden aber eher noch um die unteren Ränge spielen.

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  • waiiy sagt:

    Die Aufstellung gestern kam meiner Wunschformation schon sehr nahe. Ich hätte, wie vorher geschrieben, gern wieder Keßler mit Marozsan gemeinsam gesehen. Aber so hat Keßler im direkten Vergleich ein paar Pluspunkte sammeln können, auch wenn Norwegen dann sicher auch nachließ bzw. hinten mehr Räume offenbarte.

    Henning tut der Hintermannschaft deshalb gut, weil sie brenzlige Situationen erkennt und dann auch kompromisslos ist. Mir ist der Ball auf den Tribünendach lieber als Rumgeeier im Strafraum.

    Ein bisschen enttäuscht war ich, dass Neid nicht probiert hat, Peter nach innen zu ziehen und Cramer auf außen zu setzen, nachdem Wensing ausfiel (gute Besserung!). Damit wäre auch auf links mehr Druck entstanden.

    Rechts gefiel mir das Duo Mayer / Mittag sehr gut. Und es ist gut, dass man später Huth einfach so reinwerfen kann. Sie ist dann sehr wirkungsvoll, wenn sie frisch kommt und die Gegnerinnen schon ein paar Kilometer in den Beinen haben.

    Alles in Allem war das Spiel sehr gefällig, wenn man auch immer sehen muss, dass beim Algarve Cup eben die große körperliche Härte fehlt, die ja gerade unserer N11 immer sehr viel Probleme (siehe Nigeria u. Spanien) bereitet. Aber auch Norwegen enttäuschte nicht und zeigte für mich ein sehr aufgeräumtes Bild.

    Ich finde es, ehrlich gesagt, schade, dass wir nun gegen die USA antreten. Ich hätte mir im Hinblick auf die EM die Schwedinnen gewünscht, da in Schweden die reelle Chance besteht, irgendwann im Turnier auf diese Mannschaft zu treffen.

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  • noworever sagt:

    @waiiy: „wenn man auch immer sehen muss, dass beim Algarve Cup eben die große körperliche Härte fehlt“

    you should have seen schweden-usa!
    it partly had more something to do with football/rugby.

    but, maybe it just was practicing a new form of freestyle … soccer?

    or, was it a contest … who can do the best/smartest bodychecks?

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  • Maxemus sagt:

    Merkwürdig still ist es hier ! Erfolge der Natio sind für so manchen wohl schwer zu kommentieren. Wow, auf all die Ausfälle hat die Natio immer noch eine adäquate Antwort. Und das Team ist offenbar unschlagbar. 22 Spiele ohne Niederlage ! Schon wieder Finale erreicht ! Wenn ich an all die bitterbösen Kommentare nach dem WM-Aus denke, die hier noch immer zu lesen sind ! Und die schlechten Voraussagen ! Sogar an der Quali für die EM wurde zu Beginn gezweifelt ! Deutschland Weltklasse ? Zweifelhaft. Was hat SN hier an Häme und Kritik einsteccken müssen. Bringe die, stelle diese auf. Und jetzt liefert Neid ein Team, bei dem selbst die ärgsten Nörgler still werden.
    Und kaum ein Wort der Potsdamer Fans zum ersten Länderspiel ihrer einzigen deutschen Nationalspielerin Jennifer Cramer ! „Ins kalte Wasser“ geworfen hat sie Neid, weil sie Goeßling nicht zurückziehen wollte – eine mutige Entscheidung. Cramer hat fehlerlos gespielt, was ihr einige Potsdamer Fans gar nicht zutrauten ! Aufrichtige Glückwünsche aus Bankfurt, Jenny. Vielleicht bekommst du ja auch noch welche „aus Potsdam“ !

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  • Sheldon sagt:

    @Maxemus: Naja, die Spielerinnen, die ausfallen, sehe ich nicht unbedingt als Ausfälle an. Sie verschaffen Neid die einzigartige Möglichkeit, nur noch auf die Spielerinnen vernünftigerweise zurückgreifen zu können, die hier seit Wochen und Monaten gefordert werden.

    So habe ich die Positionen von Krahn, Laudehr und Schmidt schon länger in Frage gestellt, auch Kulig gehörte nach ihrer Verletzung nicht mehr zur N11.

    Dazu noch Bartusiak und Behringer, die Neid den Gefallen getan, so schlecht zu spielen, dass sie die beiden schon aus Mitleid auf die Bank setzt, um ihnen nicht noch mehr Negativ-Erlebnisse zu geben.

    Und auf einmal ist das ein ganz annehmbarer Kader. Und wenn man dann so ein Testturnier hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit sogar ziemlich groß, dass aus diesen 21 Spielerinnen, die dann noch übrig bleiben, zumindest in einem Spiel eine Mannschaft aufgestellt wird, die nahezu komplett annehmbar ist, wenn man ein bisschen rotieren lässt.

    Zudem hat man hier schon längst aufgehört, Neid für ihre Personalentscheidungen zu kritisieren. Einerseits bringt das sowieso nichts, andererseits sind Spielerinnen, die es vom Talent her drauf hätten, zur Zeit derart außer Form, dass man sie gar nicht mehr fordern kann. Und darüber hinaus zeigt Neid, dass sie es sich selbst mit den besten Spielerinnen schwer macht.

    Wenn man sich anschaut, dass gestern von den 16 Spielerinnen alleine 7 aus Wolfsburg kamen, dann weiß man auch, dass das eine Systemfrage ist. Wolfsburg spielt seit Jahr und Tag mit Raute im Mittelfeld, und darauf hat man sofort umgestellt, als Keßler, Huth und Popp auf das Spielfeld kamen. Behringer blieb auf der Halbposition rechts, Goeßling ging auf links und Huth und Popp bildeten die Doppelspitze. Popp, Goeßling und Keßler haben diese Umstrukturierung in die eigene Hand genommen und kamen damit Huth und Behringer sichtbar entgegen. Und auf einmal funktionierte es.

    Und sowas ist das Problem mit Spielerinnen aus Frankfurt und den Nominierungen von Neid. Odebrecht und Keßler mussten eben so lange warten, weil sie dominant spielen. Wenn sie auf dem Platz stehen, halten sie auch die Strippen in der Hand. Sie passen nicht in das Friede-Freude-Eierkuchen-Konzept der Verantwortlichen. Marozsan kann das nicht, weil ihr diese Möglichkeiten nicht gegeben werden, in Frankfurt und in der N11, und sie schon früh gelernt hat, sich ganz unterzuordnen.

    Das wird jetzt anders, wenn Keßler und Odebrecht auf dem Platz stehen. Da wird einmal mit dem Finger geschnippt und schon haben sie die Seile in der Hand. Dass Neid am Ende nahezu von aller Welt gezwungen wurde, diese beiden in die N11 zu nominieren, das wird ihre Rettung gewesen sein, weil sie nun die Kontrolle über das Geschehen auf dem Platz an die Spielerinnen verliert, was nur hilfreich sein kann.

    Insofern hatte Neid nur Glück, dass man sie solange gegen Nationen hat antreten lassen, die nicht einmal das Tor treffen würden, wenn der Gegner nicht antreten würde, bis sie endlich durch Verletzungen und durch Forderungen dazu gezwungen wurde, diese Spielerinnen zu nominieren und einzusetzen.

    Wenn Neid zumindest mit diesem Kader die EM gewinnen sollte, sollte man das nicht überbewerten. Hätte sie freie Wahl gehabt, wäre sie lieber mit einem anderen Kader im Viertelfinale rausgeflogen!

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  • noworever sagt:

    @Sheldon

    i’m speechless … your wisdom is unfathomable!

    if we once might be blessed with a „bundesgott“(and no longer a „göttin“) … it could be only you! 😉

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  • Maxemus sagt:

    @Sheldon: Das tat weh ! Und es ist keine Frage, wem.
    Allein diese Passage…

    Insofern hatte Neid nur Glück, dass man sie solange gegen Nationen hat antreten lassen, die nicht einmal das Tor treffen würden, wenn der Gegner nicht antreten würde, bis sie endlich durch Verletzungen und durch Forderungen dazu gezwungen wurde, diese Spielerinnen zu nominieren und einzusetzen.

    …sollte man sogar einrahmen.

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  • Alice sagt:

    @Sheldon: Du nimmst ja echt kein Blatt vor den Mund.. Könnte sein, dass du es mit dieser recht undiplomatisch formulierten These den Punkt getroffen hast 😉 Da hast du zumindest für einen Denkanstoß gesorgt..

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  • Sheldon sagt:

    @Alice: Habe nebenbei Georg Schramm gehört, das inspiriert echt vom Schreibstil^^

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  • Detlef sagt:

    Ich war (und bin) immer einer der größten Kritiker der Bundesgöttin gewesen!!!
    Ich kann allerdings zur gestrigen Leistung nix schreiben, da ich das Spiel nicht gesehen habe!!!
    Wie ich aber dem hier Geschriebenen entnehme, hat sich die Mannschaft noch einmal sichtbar steigern können!!!
    Und das obwohl, oder vielleicht gerade wegen weiterer fehlender Stammspielerinnen!!!

    Die Nachrückerinnen sind wahrscheinlich deshalb so „heiß“, weil ihre EM-Nominierungen noch auf des Messers Schneide stehen!!!
    Stammspielerinnen müssen sich da ja keinen Kopf machen, die sind sogar dann im EM-Kader, wenn sie nicht richtig fit sind!!!

    Freut mich ganz besonders für unsere JENNY, daß sie ihre Aufgabe anscheinend gut gelöst hat!!!
    Trotzdem bleibe ich dabei, daß ihr Talent in der IV verschenkt ist!!!
    Als AV hätte sie zumindest gelegentlich die Möglichkeit, ihren immensen Offensivdrang auszuleben!!!

    Allerdings bin ich aus den Berichten hier nicht so ganz schlau geworden, wie stark denn die Norwegerinnen wirklich gespielt haben???
    Die Leistungen (gerade der Defensive) kann man ja nur dann richtig bewerten, wenn man weiß wie stark der Gegner war!!!

    Ich glaube aber, daß der richtige Härtetest erst morgen gegen die US-Girls stattfinden wird!!!
    Wenn die Serie dann immer noch hält, darf man wohl ruhigen Gewissens Richtung EM blicken!!!

    Maxemus schrieb;
    „Wow, auf all die Ausfälle hat die Natio immer noch eine adäquate Antwort.“

    Frau Bundesgöttin kann auch auf ein unfassbar großes Reservoir an Top-Spielerinnen zurückgreifen!!!
    So viele Ausfälle kann es gar nicht geben, als das es da irgendwelche Engpässe geben könnte!!!
    Wer es sich leisten kann, Spielerinnen wie Melanie Hoffmann, CONNY POHLERS, ULLA DRAWS oder Mandy Islacker gar nicht erst in die engere Wahl einzubeziehen, der muß sich doch nicht über Ausfälle von Bartusiak, Krahn, Kulig oder Laudehr ernsthafte Sorgen machen!!!

    Und manchmal muß es eben erst „Weh-tun“, damit man die eingefahrenen Pfade verläßt, um etwas Neues auszuprobieren!!!

    @Sheldon,
    Volker Pispers ist ähnlich inspirierend!!! 😉

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  • karl sagt:

    ok Sheldon, das erklaert natuerlich alles , aber Georg Schramm hat sicher nicht ueber die Bundestrainerin philosophiert. Vielleicht hast du da irgendwas falsch verstanden 🙂 .
    Aber mal im ernst: Ich glaube nicht dass die Nationalmannschaft anders aussehen wuerde wenn Schroeder oder irgendein anderer der Bundestrainer waere. Die Meinung von Georg Schramm ueber die Personen ueber die er sich fuer gewoehnlich aussert teile ich natuerlich 🙂 , aber ich glaube nicht dass es Neids Hobby ist im Viertelfinale rauszufliegen. das hat sie bis jetzt nur einmal gemacht , obwohl das viele andere vor ihr auch gemacht haben.

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  • enthusio sagt:

    @ Detlef:
    Norwegen hatte keine echte erwähnenswerte Torchance, sondern
    – wie gerd.karl weiter oben zurecht schrieb – nur wenige Halbchancen, bei denen Angerer aber schwächelte und die Innenverteidigung etwas konfus wirkte. In den drei Spielen der Vorrundengruppe hat lediglich Japan es geschafft, einige dicke Torchancen gegen Deutschland zu kreieren. Die US-Girls sind aber ein ganz anderes Kaliber und werden unsere Abwehr gut beschäftigen. Da wird man interessante Erkenntnisse gewinnen, wie gut unsere jungen Defensivspielerinnen mit Weltklassespielerinnen wie Rapinoe, Heath, Morgan und Wambach klarkommen werden. Trotzdem haben Cramer, Henning und Maier gestern gegen Norwegen auch auf mich insgesamt einen überzeugenden Eindruck gemacht und die verletzten oder kranken erfahrenen Spielerinnen gut vertreten. Dass auch offensiv ansehnliche Chancen herausgespielt wurden erhöht die Vorfreude auf ein hochklassiges Endspiel beider Mannschaften.

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  • Detlef sagt:

    @enthusio,
    Danke für Deinen Bericht!!!

    Dann werden wir mal schauen wie die Youngster morgen mit den Superstars der Amis klarkommen!!!

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  • FFFan sagt:

    @ Sheldon:
    „Wolfsburg spielt seit Jahr und Tag mit Raute im Mittelfeld…“

    Soso, Wolfsburg spielt also mit Mittelfeldraute…
    Wie wär’s, wenn du erst mal ein Spiel der ‚Wölfinnen‘ anschaust, bevor du hier Behauptungen aufstellst? Anschauungsmaterial gibt’s in der Mediathek von DFB-TV!

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  • Sheldon sagt:

    @FFFan: Wie spielt Wolfsburg denn sonst mit 4 Mittelfeldspielerinnen? Pohlers und Müller sind beides Stürmerinnen. Es wird vielleicht nicht immer ganz genau durchgezogen, aber Keßler hat deutlich den offensiveren Part. Das ergibt sich einfach aus ihrem natürlichen Zusammenspiel mit Odebrecht, so war es schon in Potsdam. Auch dort spielte Keßler, wenn sie spielte, die „10“, während Odebrecht defensiver agierte.

    Und wenn du zwei Außenmittelfeldspielerinnen hast, eine offensive und eine defensive Mittelfeldspielerin, kann man das gut und gerne als Raute bezeichnen…

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  • wrack sagt:

    @ enthusio: „Norwegen hatte keine echte erwähnenswerte Torchance…“

    Bin ich nicht ganz mit einverstanden:
    66′ – Isaksen stolpert wenige Meter vor dem deutschen Tor in eine scharfe Flanke, die Abnahme der Norwegerin verfehlt allerdings den Kasten um einige Meter.
    68′ – Nach einer Ecke kommt Christensen an der langen Ecke zu einem gefährlichen Kopfball und verfehlt knapp.

    In der Zeitlupe sieht das FÜR MICH nicht nach „Halbchancen“ aus.

    @ enthusio: „Die US-Girls sind aber ein ganz anderes Kaliber und werden unsere Abwehr gut beschäftigen.“

    Sind wir uns einig. Wer das Spiel gegen Schweden gesehen hat, muss von der Robustheit auch der jüngeren Spielerinnen beeindruckt gewesen sein. Das ist heute abend eine Quelle meiner Sorge, denn eine deutsche Innenverteidigung mit Henning und Cramer ist da, wie ich fürchte, NOCH überfordert – selbst wenn Wensing spielt. Vor allem wenn ich an Abby Wambach denke…
    Gegen Norwegen hat es im 110. Spiel den 80. Sieg bei 14 Niederlagen unter der Ägide von Silvia Neid gegeben. (Theune-Mayer: 135 Spiele, 93 Siege, 24 Niederlagen)
    Ich fürchte, nach dem Spiel gegen die USA werden die 80 Siege weiter stehen.

    @ Detlef: „Frau Bundesgöttin kann auch auf ein unfassbar großes Reservoir an Top-Spielerinnen zurückgreifen!!!“

    Denn „Erfahrung in der Natio“ unterschätzt du meiner Meinung nach. Das Reservoir ist deswegen fassbar begrenzt.

    Übrigens noch mein Kompliment an Silvia Neid, die – hoffentlich aus freiem Willen 🙂 – Jenny Cramer für Luisa Wensing gegen Norwegen gebracht hat und damit Goeßling als eine spielentscheidende Spielerin auf ihrer Position gelassen hat.

    Ich hoffe auf viele Tore der deutschen Mannschaft und wenige der Amis. Aber zum erstenmal seit vielen, vielen Monaten bin ich skeptisch. HOFFENTLICH trügt mich mein Gefühl !

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  • noworever sagt:

    @Sheldon:
    „Habe nebenbei Georg Schramm gehört, das inspiriert echt vom Schreibstil“

    you should indeed post your contributions on a comedy site.

    it would have the not to underestimate advantage that you have ALL the laughs on your side.

    whereas here … even though the flavor/origin of your commentaries is familiar to many, the indecisiveness for the reader in terms of … „does he really mean it?!“ or „is this just a joke?!“ is always new.

    you may think about it.

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  • FFFan sagt:

    @ Sheldon:
    „Wie spielt Wolfsburg denn sonst mit 4 Mittelfeldspielerinnen?“

    Richtig ist, dass Keßler im zentralen Mittelfeld den „offensiveren Part“ hat. Anders ausgedrückt: sie ist diejenige mit den vertikalen Laufwegen, während Odebrecht eher horizontal agiert.
    Trotzdem hat das Wolfsburger Mittelfeld m.E. nicht die Form einer Raute, weil die Außen sowohl ‚höher‘ als auch ‚breiter‘ stehen als es in einer klassischen Raute der Fall wäre. Jakabfi, Blässe und Müller (die oft außen spielt, wenn Pohlers und Popp im Angriff beginnen) sind ja quasi Flügelstürmerinnen!

    Demnächst in der Champions League gegen Rossiyanka können wir es erneut beobachten, wobei das Mittelfeld allerdings wegen Keßlers Verletzung möglicherweise personell anders zusammengesetzt sein wird.

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