FCR 2001 Duisburg stellt Insolvenzantrag

Von am 24. Januar 2013 – 17.15 Uhr 9 Kommentare

Am Mittwoch, 23. Januar, war es soweit: Frauenfußball-Bundesligist FCR 2001 Duisburg hat beim Amtsgericht Duisburg unter dem Aktenzeichen 63 IN 15/13 das Insolvenzeröffnungsverfahren eingeleitet. Am Donnerstagnachmittag wurde der Verein in einer Presseerklärung erstmals konkreter und machte unter anderem den Ausfall bzw. die Verschiebung von Sponsoring-Einnahmen verantwortlich für die finanziellen Probleme.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter des im Vereinsregister unter VR 3951 eingetragenen Vereins wurde Rechtsanwalt Dr. Andreas Röpke bestellt. In der Regel nimmt der vorläufige Insolvenzverwalter später auch die Stellung des endgültigen Insolvenzverwalters ein. Verfügungen des Schuldners über Gegenstände seines Vermögens sind ab sofort nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam, auf den die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis übergangen ist.

Pressekonferenz in zwei Wochen
Den Schuldnern des Schuldners (Drittschuldnern) wird verboten, an den Schuldner zu zahlen. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird ermächtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen des Schuldners einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen. Die Drittschuldner werden aufgefordert, nur noch unter Beachtung dieser Anordnung zu leisten. „Das klare Ziel ist eine Sanierung des Vereins innerhalb des Insolvenzantragsverfahrens in Zusammenarbeit mit Vereinsmitgliedern, Fans, Sponsoren und der Stadt Duisburg“, erklärt Dr. Röpke, der in der übernächsten Woche zu einer Pressekonferenz einladen wird, um über die Fortschritte und Sanierungsschritte innerhalb des Insolvenzverfahrens zu informieren.

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Logo des FCR 2001 Duisburg

Logo des FCR 2001 Duisburg ©FCR 2001 Duisburg

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Angeblich 200 000 Euro Defizit
Nach einem Artikel der WAZ soll sich das Defizit auf rund 200 000 Euro belaufen, während Vorstandsvorsitzender Thomas Hückels an gleicher Stelle wenige Tage zuvor von „einer kleineren sechsstelligen Summe“ gesprochen hatte. In den nächsten drei Monaten will der Verein nun versuchen, eine Lösung für die Misere zu finden und frisches Geld aufzutreiben. Wie der FCR 2001 Duisburg nun in einer Pressemitteilung erstmals konkretisierte, sei die wirtschaftliche Schieflage „unter anderem durch Ausfall bzw. Verschiebung von Sponsoring-Einnahmen“ entstanden.

Momentan keine Auswirkungen auf Spielbetrieb
Der DFB hatte in einer kurz Pressemitteilung am vergangenen Freitag nur darauf hingewiesen, dass die Antragstellung zunächst keine Auswirkungen auf den Spielbetrieb der Frauenfußball-Bundesliga habe. Man stehe im engen Kontakt mit dem FCR 2001 Duisburg. „Der Verein hat deutlich gemacht, Lösungen finden zu wollen“, so Heike Ullrich, DFB-Abteilungsleiterin Spielbetrieb.

Damoklesschwert
Sollte allerdings noch vor dem letzten Bundesliga-Spieltag am 12. Mai ein Insolvenzverfahren eröffnet oder mangels Masse abgelehnt werden, würde Duisburg als erster Absteiger der Saison 2012/2013 feststehen. Alle Spiele, die der Verein in der Bundesliga bis zu diesem Zeitpunkt absolviert hat und die er danach noch austragen würde, würden in diesem Fall nicht gewertet werden.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

9 Kommentare »

  • Markus Juchem sagt:

    Der Artikel wurde aktualisiert mit einer neuen Stellungnahme der Duisburger zu den Gründen der wirtschaftlichen Schieflage und Aussagen des Insolvenzverwalters.

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  • grammfon sagt:

    Wenn Sponsoren tatsächlich schon versprochenes Geld nicht raus rücken wollen und dadurch den ganzen Verein in Gefahr bringen, dann ist das wirklich arm. Oder verstehe ich da was falsch?

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  • FFFan sagt:

    @ grammfon:

    Es kann ja sein, dass der Sponsor selbst in finanziellen Schwierigkeiten ist. Das kann dann schnell eine Kettenreaktion auslösen.

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  • Speedy75 sagt:

    Die nächsten Wochen und Monate werden entscheiden wie es beim FCR weitergeht noch muss dies nicht das Ende bedeuten aber ich glaub die Hoffnung schwindet immer mehr.

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  • Beobachter sagt:

    Sollte es so sein, dass Sponsoren gemachte finazielle Zusagen nicht einhalten, ist das bitter für den Verein, peinlich für den Sponsor.

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  • Sheldon sagt:

    Gibt es da keine rechtlichen Mittel gegen?

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  • Thomas sagt:

    @Sheldon,

    Gibt es da keine rechtlichen Mittel gegen?

    Das hängt vom Vertrag ab. Wenn es ein rechtsverbindlicher Vertrag ist, kannst Du schon versuchen es einzuklagen. Wenn der Sponsor aber selbst in finanz. Schwierigkeiten ist….

    Versuch mal einem nacktem Mann in die Taschen zu greifen.

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  • FFFan sagt:

    Der DFB beantwortet auf seiner Internetseite einige Fragen im Zusammenhang mit dem Insolvenzeröffnungsverfahren des FCR Duisburg:

    Demnach droht dem FCR der Zwangsabstieg (in die 2.Liga, sofern die wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllt sind, andernfalls vermutlich in die Regionalliga oder Verbandsliga), falls das Insolvenzverfahren bis zum 30.06.2013 eröffnet wird oder die Eröffnung mangels Masse abgelehnt wird. Geschieht dies schon vor dem letzten Bundesligaspieltag (12.Mai), werden alle Ergebnisse mit FCR-Beteiligung annulliert.

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  • speedy75 sagt:

    Passt zwar nicht unbedingt zum FCR aber in diesem Bericht aus der Märkischen Zeitung gibt es interessante Zahlen von Turbine.
    Da sieht man auch mal klarer dass selbst Turbine nicht so rossig aufgestellt ist wie es manche denken. Wie schon gesagt der FFC und auch WOB spielen da in einer anderen Liga.

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