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Frauen-EM 2013: Das Ende einer kurzen Durststrecke?

Von am 23. Januar 2013 – 10.05 Uhr

Mit fünf Titeln in Serie hat die deutsche Frauen-Nationalmannschaft die letzten Europameisterschaften beinahe konkurrenzlos dominiert: Wenn es nun aber ab dem 10. Juli 2013 erneut bei der kontinentalen Endrunde zur Sache geht, muss sich das Team von Silvia Neid gleich etlicher angriffslustiger Konkurrenten erwehren. Gute Chancen rechnen sich dann vor allem auch die Teams aus Schweden, Norwegen, England und Frankreich aus.

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Växjö ist der Ausgangspunkt
Schon seit etlichen Monaten putzt sich Südschweden für die anstehende EM der Frauen heraus; in insgesamt sieben Städten werden in diesem Sommer die zwölf besten europäischen Nationalmannschaften auf die Jagd nach der begehrtesten Trophäe der UEFA gehen. Dabei trifft man sich im Übrigen letztmals in einem solchen elitären Kreis – immerhin werden bei der EM im Jahre 2017 bereits 16 Teilnehmer zu sehen sein.

Die schwarz-rot-goldenen Fußball-Frauen dürfen die Vorrunde dieses Mal im idyllischen Småland verbringen; im eigens erweiterten Stadion zu Växjö sowie im westlichen Kalmar können die ersten drei Gruppenspiele in einem sehr würdigen Rahmen über die Bühne gehen. Auch das wahrscheinliche Viertelfinale der DFB-Truppe wird in einem dieser beiden Städte ausgetragen – erst in den beiden Finalrunden gilt es dann, sich auf ein neue Arena einzustellen: Der neue Europameister wird schließlich am 28. Juli in der Friends Arena zu Solna, der regelmäßigen Spielstätte der schwedischen Herren-Nationalmannschaft, gekürt.

DFB-Elf in Aktion

Kann die DFB-Elf bei der EM 2013 in Schweden in die Erfolgsspur zurückkehren? © Volker Nagraszus / girlsplay.de

Die deutsche Mannschaft scheint gewappnet
Und für die deutschen Frauen kann natürlich nur dieses Endspiel das Ziel aller Träume sein; nach der enttäuschenden Heim-WM vor zwei Jahren, kann es für den siebenmaligen Titelträger nur um die Zurückeroberung der europäischen Vormachtstellung gehen. Der großen Erwartungshaltung des heimischen Publikums hatten sich die Spielerinnen im Sommer 2011 nicht gewachsen gezeigt – und mit dem frühen Scheitern im Viertelfinale gegen den späteren Weltmeister aus Japan waren dann zu allem Überfluss auch noch die olympischen Hoffnungen wie eine Seifenblase zerplatzt.

Unter Silvia Neid ist es der DFB-Auswahl jedoch gelungen, dass kleine Trauma umgehend aus den Köpfen zu verbannen, schon bei der Qualifikation für die bevorstehende Europameisterschaft zeigten die deutschen Frauen wieder ihr selbstbewusstes Gesicht. In einer zugegebenermaßen überschaubaren Gruppe hat sich der große Favorit sofort an die Spitze gesetzt und gab in den insgesamt zehn Partien lediglich beim 2:2 in Spanien einen Zähler ab.

Der nach dem Rücktritt etlicher langjähriger Leistungsträgerinnen wie Birgit Prinz, Ariane Hingst, Kerstin Garefrekes und zuletzt Inka Grings erforderlich gewordene Neuaufbau der Nationalmannschaft scheint also auf einem guten Weg zu sein – und zumindest in der Vorrundengruppe dürfte das deutsche Team kaum etwas zu befürchten haben, wie auch ein Blick auf die Wettquoten der Buchmacher bestätigt. „Selbst wenn Bundestrainerin Silvia Neid hier umgehend pflichtbewusst vor einer ausgeglichenen Gruppe B warnte, sollte von den Gegnerinnen aus Norwegen, der Niederlande und Island doch allein der skandinavische Dauer-Rivale als ernsthafter Stolperstein zu fürchten sein“ meint etwa der auf Frauenfußball spezialisierte Buchmacher Horst Steiger vom deutschen Fachportal Sportwetten Test.

Ein Wiedersehen mit alten Bekannten
Die Norwegerinnen sind immerhin gerade erst mit dem Sieg beim chinesischen Vier-Nationen-Turnier ambitioniert in das EM-Jahr gestartet; vor den deutschen Frauen dürfte der Respekt nun dennoch riesig sein. Immerhin hatte sich der zweifache Europameister bereits bei den letzten drei Turnieren stets vergeblich an dem neuerlichen Top-Favoriten versucht: Zuletzt wurde „Norge“ bei der Endrunde vor vier Jahren im Halbfinale von den späteren Titelträgerinnen gestoppt.

Darüber hinaus haben sich allerdings auch die Niederländerinnen mit der Halbfinalteilnahme 2009 für höhere Aufgaben empfohlen – das spielerische Niveau der isländischen Mannschaft dürfte dagegen für den Sprung ins Viertelfinale kaum ausreichend sein.

Therese Sjögran

Schwedens Nationalspielerin Therese Sjögran freut sich auf die EM im eigenen Land © Nora Kruse, ff-archiv.de

Schweden ist schon in der Vorrunde gefordert
Ein erheblich knapperer Zieleinlauf muss dagegen schon in der Gruppe A erwartet werden; schließlich wird hier gleich von sämtlichen vier Startern (Schweden, Italien, Dänemark, Finnland) mit aller Vehemenz in Viertelfinale gedrängt. Die Gastgeberinnen haben für einen erfolgreichen Turnierverlauf sogar die Startrainerin Pia Sundhage in die Heimat zurückgelockt, die im vergangenen Jahr noch mit den Vereinigten Staaten die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen gewann.

Bei der letzten Europameisterschaft im Jahre 2009 waren allerdings auch die Gruppengegner aus Italien und Finnland in die Runde der besten acht europäischen Teams vorgestoßen; die dänischen Frauen hatten den Sprung in die K.o-Phase damals gleichfalls nur denkbar knapp verpasst. Hier sind folglich etliche dramatische Partien zu erwarten – dabei würde es keine Überraschung sein, wenn sich am Ende dennoch Schweden als Sieger durchsetzen kann.

In der Gruppe C scheinen dagegen Frankreich und England (immerhin Finalist bei der vormaligen EM) für den Aufstieg gesetzt zu sein; die weiteren Teams aus Russland und Spanien könnten aber immerhin über den dritten Rang ins Viertelfinale schlüpfen. Insbesondere der Sbornaja eilt ja noch immer der Ruf voraus, ein schlafender Riese des Frauen-Fußballs zu sein: In den Play-offs gegen das unglückliche Österreich war davon jedoch nur denkbar wenig zu sehen.

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