Washington Spirit bekommt Harris und Krieger

Von am 12. Januar 2013 – 10.33 Uhr 11 Kommentare

Die neu gegründete US-Profiliga NWSL hat am Freitag die Aufteilung der 55 Nationalspielerinnen aus den USA, Kanada und Mexiko auf die acht Vereine bekanntgeben. Ashlyn Harris und Ali Krieger werden demnach zukünftig zusammen für Washington Spirit spielen, Keelin Winters bei den Chicago Red Stars.

Die NWSL plant, im Frühling 2013 ihren Betrieb aufzunehmen. Einige der zugeteilten Spielerinnen werden ihren Teams allerdings zum Saisonbeginn noch nicht zur Verfügung stehen.

Rapinoe und Harris kommen erst später
So wird Seattle Reigns FC wohl erst ab Juni (das Finale der UEFA Women’s Champions League ist am 23. Mai) auf die Dienste von Megan Rapinoe zurückgreifen können, die derzeit ein halbjähriges Gastspiel bei Olympique Lyonnais gibt. Und auch Duisburgs Torhüterin Ashlyn Harris wird frühestens nach Ablauf der Bundesligasaison die Freigabe ihres Vereins erhalten.

Harris hat Ausstiegsklausel

„Wir wissen, dass wir sie in den ersten Wochen der Saison vermissen werden, aber wir müssen damit klar gekommen und uns so gut wie möglich darauf einstellen“, sagt etwa Seattle-Trainerin Laura Harvey über die Abwesenheit Rapinoes. Harris spielte bereits 2010 für Washington Freedom in der WPS und half dem Team die Play-offs zu erreichen. Sie hat in Duisburg einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014, der allerdings eine Ausstiegsklausel enthält.

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Portland großer Gewinner der Zuteilung
NWSL-Chefin Cheryl Bailey meint: „Die Zuteilung der Spielerinnen ist immer ein schwieriger Prozess, aber ich glaube, dass wir eine faire Aufteilung auf die acht Teams gefunden haben.“ Als großer Gewinner darf sich wohl dennoch Portland Thorns FC sehen, denn dem Verein wurden gleich zwei der weltbesten Stürmerinnen zugeteilt, Christine Sinclair und Alex Morgan.

Logo der NWSL

Logo der National Women’s Soccer League (NWSL)

Aufteilung der 55 Spielerinnen im Überblick

Boston Breakers
Sydney Leroux (USA)
Heather Mitts (USA)
Heather O’Reilly (USA)
Adriana Leon (CAN)
Rhian Wilkinson (CAN)
Anisa Guajardo (MEX)
Cecilia Santiago (MEX)

Chicago Red Stars
Shannon Boxx (USA)
Amy LePeilbet (USA)
Keelin Winters (USA)
Erin McLeod (CAN)
Carmelina Moscato (CAN)
Maribel Dominguez (MEX)
Dinora Garza (MEX)

FC Kansas City
Nicole Barnhart (USA)
Lauren Cheney (USA)
Becky Sauerbrunn (USA)
Desiree Scott (CAN)
Lauren Sesselmann (CAN)
Renae Cuellar (MEX)
Marylin Diaz (MEX)

Portland Thorns FC
Rachel Buehler (USA)
Tobin Heath (USA)
Alex Morgan (USA)
Luz Saucedo (MEX)
Marlene Sandoval (MEX)
Karina LeBlanc (CAN)
Christine Sinclair (CAN)

Seattle Reign FC
Megan Rapinoe (USA)
Amy Rodriguez (USA)
Hope Solo (USA)
Kaylyn Kyle (CAN)
Emily Zurrer (CAN)
Jenny Ruiz (MEX)
Teresa Noyola (MEX)

Sky Blue FC
Jill Loyden (USA)
Kelley O’Hara (USA)
Christie Rampone (USA)
Sophie Schmidt (CAN)
Melanie Booth (CAN)
Monica Ocampo (MEX)
Lydia Rangel (MEX)

Washington Spirit
Ashlyn Harris (USA)
Ali Krieger (USA)
Lori Lindsey (USA)
Robin Gayle (CAN)
Diana Matheson (CAN)
Alina Garciamendez (MEX)
Teresa Worbis (MEX)

Western New York Flash
Carli Lloyd (USA)
Abby Wambach (USA)
Bryanna McCarthy (CAN)
Jodi-Ann Robinson (CAN)
Veronica Perez (MEX)
Pamela Tajonar (MEX)

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

11 Kommentare »

  • Antje sagt:

    Kann mir jemand erklären wie die Aufteilung zustande kommt?
    Nach dem Wohnsitz der Spielerinnen? Oder gibts da ein „Zettel mit Namen“ ziehen?

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  • Markus Juchem sagt:

    @Antje: Ich zitiere mal von ussoccer.com:

    „The allocation process was conducted with assistance from a panel of experts familiar with the player pools, including individuals from the collegiate level, recent professional and semi-professional clubs, and the youth and senior national team level in North America.

    Along with the panel’s collective input on the technical ability of the players, in preparation for the allocation, players selected their preferred destinations and the clubs also provided their preference with regard to specific players and qualities of players desired. Based on the input from the panel of experts and the teams, players were assigned numerical values on quality and desirability.“

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  • speedy75 sagt:

    Die Zuteilung ist für mich zum Teil auch schon etwas kurrios. Nun ja wir werden sehen wie sich die neue Liga in den USA schlagen wird.

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  • Rainer sagt:

    Ja, das ist ein hochkomplizierter Prozess, an dem die Beteiligten sicher wochenlang gearbeitet haben. Inzwischen finde ich das amerikanische System gar nicht einmal schlecht, denn damit vermeidet man einfach das bisweilen extreme Leistungsgefälle, das wir in unseren europäischen Ligen haben.

    Am nächsten Freitag geht es dann weiter mit dem „Drafting“ der besten Spielerinnen der College-Saison 2012. Dann dürften wir auf Kader von 13-14 Spielerinnen per Mannschaft kommen, was dann insgesamt noch einmal ca. 35-50 Plätze für die gesamte Liga offen lässt. Da wird die Konkurrenz sehr groß sein und diejenigen, die übrig bleiben, müssen entweder mit einer anderen Liga in den USA oder Europa vorliebnehmen.

    Der amerikanische Verband wollte ursprünglich 24 Spielerinnen finanzieren, drei pro Mannschaft. Nun hat Western New York Flash nur zwei bekommen, weil Meghan Klingenberg (die eigentlich Nummer 24 sein sollte) ein weiteres Jahr in Tyresö bleibt.

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  • FFFan sagt:

    @ Rainer:
    „Der amerikanische Verband wollte ursprünglich 24 Spielerinnen finanzieren, drei pro Mannschaft. Nun hat Western New York Flash nur zwei bekommen, weil Meghan Klingenberg (die eigentlich Nummer 24 sein sollte) ein weiteres Jahr in Tyresö bleibt.“

    War es nicht möglich, jemanden nachzunominieren?

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  • gerd karl sagt:

    rainer, was soll denn das heissen, müssen mit einer anderen liga in europa vorlieb nehmen.
    die nwsl muss erstmal zeigen das sie einen anständigen spielbetrieb aufziehen kann, und das interesse in den staaten muss auch angeheizt werden.
    denn bis jetzt ist es trotz der goldmedailie bei olympia, noch sehr mau bei der bericht erstattung in den us medien.
    auch die bezahlung der nicht nationalspielerinnen muss überdacht , 16000$ im jahr, werden.
    nach meiner erfahrung in den staaten, braucht man alleine schon 1000$ im monat für die miete in einer halbwegs annehmbaren umgebung.
    dazu noch lebensmittel und die finanzierung des fahrbaren untersatzes, da wird man mit 16000$ im jahr nicht auskommen ohne job.
    das heisst dann aber das die nicht nationalspielerinnen nur halbprofis wären.
    deshalb kann ich mir nicht vorstellen das die amerikanischen spielerinnen schlange stehen um in der neuen liga zu spielen.
    dies sieht man ganz deutlich am verhalten von amber brooks, die bei bayern münchen unterschrieben hat.

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  • Sheldon sagt:

    Ich persönlich bin weiterhin skeptisch gegenüber diesem System. Es mag den Vorteil haben, dass das Leistungsgefälle vermieden wird, doch ist das ganze Konzept scheinbar auch sehr starr und unflexibel.
    Wie sieht es beispielsweise mit Transfers von N11-Spielerinnen aus? Das ist das mit Abstand heikelste Thema. Denn öffnet man das, dann wird am Ende die beste US-amerikanische Mannschaft komplett vom Verband gesponsort. Öffnet man das nicht, dann werden die Transferverhandlungen ziemlich starr.
    Außerdem ist immer noch nicht geklärt, was mit Nachwuchsspielerinnen ist, die beispielsweise arrivierte Kräfte leistungstechnisch verdrängen. Werden die dann zusätzlich auf die Liste aufgenommen? Fällt für sie gar eine andere Spielerin aus der Förderung heraus?
    Sind an die finanzielle Förderung der Spielerinnen irgendwelche Auflagen verknüpft, beispielsweise eine Art Stammplatzgarantie oder Mindesteinsatzzeit? Hat der Verband ein Mitspracherecht innerhalb der Vereine?

    Viele Fragen, die spätestens nach Jahr 1, wenn man gesehen hat, wie stark die Teams tatsächlich sind und wenn einige Teams nachrüsten wollen, akut werden!

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  • Jorge sagt:

    @gerd karl

    Bei den „16.000$ im Jahr“ übersiehst du aber den Umstand, dass sich dieses Jahresgehalt letztlich nur auf 5-6 Monate bezieht, nämlich die effektive Spielzeit von März/April bis August. Danach können die Spielerinnen ja problemlos z.B. für eine Halbserie bei einem europäischen Club anheuern oder (was bei amerikanischen Spielerinnen weitaus üblicher ist) in der von Oktober bis Februar andauernden Saison in Australien ihr Geld verdienen.

    Da wird in der NWSL also sicherlich keine Aktive abends trainieren und tagsüber im Wal-Mart an der Kasse stehen. 😉

    Und im übrigen ist der Ansatz erstmal mit einem recht niedrigen Salary Cap zu beginnen in Anbetracht des finanziellen Desasters der WPS damals schon nicht verkehrt.

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  • gerd karl sagt:

    es wird aber in absehbarer zukunft immer schwieriger werden 6 monats verträge zu bekommen, es sei denn man ist in der natio und eine bekannte spielerin.
    du bist sehr obtimistisch, das die spielerinnen nicht bei wal-mart stehen, ich sehe das schon, die anderen ligen und vereine werden ihr geld lieber in länger befristeten verträgen anlegen, weil die mannschaften wollen sich ja entwickeln, und das braucht zeit.

    im übrigen, jorge, meinst du wirklich das sich die amerikanischen sponsoren zurückhalten können, sie werden marta haben wollen und wenn ein sponsor mit 600 000§ rumwedelt ist marta ganz schnell in der nwsl.
    dann sind die dämme wieder auf und man verschuldet sich wieder.
    das presse echo in den staaten ist sehr gering, ich sehe daher die nwsl noch schneller den löffel abgeben als bei den 2 vorgängern.

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  • Jorge sagt:

    @gerd karl

    Dazu ist ein Salary Cap ja nunmal da, damit da kein Sponsor daherkommen kann und einer Mannschaft Spielerinnen wie Marta mal eben im vorbeigehen finanzieren kann. Dass man diese Lektion in der NWSL anscheinend gelernt hat, betrachte ich nachwievor eher als positiv.

    Und ich sehe auch das noch nicht überbordende Presseecho als kein großes Problem an. Viel entscheidender ist doch, dass die einzelnen Clubs zumidest lokal ein stabiles Interesse entfachen und man einen Zuschauerschnitt im Bereich 3.000-5.000 zustandebekommt. Lieber eine stabile Profiliga ohne übermäßig viele Top-Stars statt einer gehypten aber finanziell völlig auf Sand gebauten WPS.

    Und ganz nebenbei nochmal zurück zu Marta, die verdient bei Tyresö sehr gutes Geld und will mit dem Team 2014 die CL gewinnen. Sie wird man also so oder so in den nächsten mindestens zwei Jahren nicht wieder in der NWSL sehen.

    Überhaupt sind die Gehälter bei den europäischen Spitzenclubs in den letzten 5 Jahren erheblich angestiegen. Spitzenclubs wie Lyon, PSG, Tyresö und Frankfurt agieren inzwischen alle mit Budgets von mehreren Millionen. Auch Malmö wird jetzt von einem Milliardär übernommen.
    Über kurz oder lang wird es also sogar eher umgekehrt laufen, nämlich dass der amerikanische Verband Probleme bekommen wird die eigenen Nationalspielerinnen in der NWSL zu halten.

    Vielleicht weiß hier jemand genaueres über die Höhe der Gehälter, die der US-Verband seinen Nationalspielerinnen zahlt. Ich meine neulich mal was von Gehältern zwischen 30.000 und 70.000$ Grundgehalt plus Prämien für Einsätze/Titelgewinne gelesen zu haben.

    Spielerinnen wie Alex Morgan könnten bei Clubs wie PSG oder Lyon aber wohl problemlos bis zu 250.000€ im Jahr verdienen. Nach derzeitigem Stand sind eine erst verspätet in die NWSL wechselnde Rapinoe oder eine gar nicht in die NWSL wechselnde Klingenberg die Ausnahme, könnten aber über kurz oder lang zur Regel werden.

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  • Towatei77 sagt:

    Gibt es eigentlich schon Zusagen von TV-Sendern in den USA bezüglich Liveübertragungen? Oder hält sich das Interesse tatsächlich so in Grenzen, dass diese Liga eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird?

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