Home » Frauenfußball Allgemein

Jahresrückblick 2012: die Aufsteiger

Von am 1. Januar 2013 – 14.28 Uhr 5 Kommentare

Auch 2012 konnten wieder einige Spielerinnen, Trainer und Mannschaften besonders auf sich aufmerksam machen. Womensoccer blickt auf die Aufsteiger des Jahres.

Anzeige

Im Mittelpunkt des Sportjahres 2012 standen die Olympischen Spiele in London, bei denen sich einige in den Vordergrund spielen konnten.

John Herdman
Es war ein Auftakt nach Maß für Kanadas neuen Nationaltrainer John Herdman. Im September 2011 ins Amt gekommen, schaffte er mit seiner Mannschaft im Januar die Qualifikation für die Olympischen Spiele in seinem Heimatland – und die verliefen so erfolgreich wie noch nie. Im Spiel um den dritten Rang besiegten die Kanadierinnen Frankreich und holten mit der Bronzemedaille das erste olympische Edelmetall überhaupt.

Christine Sinclair
Innerhalb des kanadischen Teams stach vor allem Christine Sinclair hervor, die mit sechs Treffern Torschützenkönigin der Spiele wurde. Ihr wurde daraufhin die Ehre zuteil, bei der Abschlussfeier die kanadische Flagge zu tragen, und im Dezember wählten ihre Landsleute sie zur Sportlerin des Jahres. Nur bei der Wahl zur Weltfußballerin musste sie anderen den Vortritt lassen; nominiert wurde sie, unter die besten Drei hat sie es nicht geschafft.

Alex Morgan
Dort steht allerdings Alex Morgan. Die US-amerikanische Stürmerin hat ein mehr als erfolgreiches Jahr hinter sich. „Ich habe nach der Weltmeisterschaft viele E-Mails bekommen, in denen gefragt wurde, warum ich Alex Morgan nicht in die Startaufstellung berufe – hier ist sie jetzt“, so die frühere US-Nationaltrainerin Pia Sundhage beim Algarve Cup im vergangenen März. Gesagt, getan, und das Sturmduo Morgan/Abby Wambach harmonierte hervorragend. Morgan steht nun erstmals unter den besten Drei bei der Wahl zur Weltfußballerin. Ob sie gewinnt, entscheidet sich am 7. Januar – die Stimme der irischen Nationaltrainerin Sue Ronan hat sie zumindest schon bekommen: „Sie ist großartig, hat in diesem Jahr etwa 30 Tore erzielt. Und als sie bei der WM 2011 ins Team kam, hat sie das Beste aus Abby Wambach rausgeholt.“

Steph Houghton
Die Engländer hätten Steph Houghton auch gerne auf der Nominierungsliste zur Weltfußballerin gesehen. Dafür mag es noch ein bisschen früh sein, doch 2012 war ihr Jahr: Sie schaffte den Sprung ins Olympiateam, spielte in allen vier Partien durch und sorgte dort für das meiste Aufsehen. Drei Tore gelangen der Abwehrspielerin, darunter die Siegtreffer gegen Neuseeland und Brasilien. Nun ist sie für die Wahl zur englischen Fußballerin des Jahres nominiert.

VfL Wolfsburg
Von den Olympischen Spielen nach Deutschland, wo die Mannschaft der Stunde der VfL Wolfsburg ist. In der vergangenen Saison qualifizierten sich die „Wölfinnen“ erstmals für die Champions League, wo ihnen der problemlose Einzug ins Viertelfinale gelang. In der Meisterschaft haben sie beste Chancen, erstmals den Titel zu holen, denn der VfL hat sich optimal verstärkt. In der Autostadt wurde auf Nationalspielerinnen, wie Alexandra Popp und Luisa Wensing gesetzt, die sich sehr gut ins Team fügten. Während man dem VfL in der Vergangenheit noch nachsagte, das Potenzial nicht abrufen zu können, weil sich die Spielerinnen als Mannschaft noch nicht gefunden hätten, ist davon mittlerweile nichts mehr zu spüren.

Zsanett Jakabfi
Innerhalb des VfL ist es allerdings kein Neuzugang aus den Reihen der deutschen Nationalmannschaft, der am meisten auf sich aufmerksam machen konnte, sondern eine Ungarin: Zsanett Jakabfi. Die 22-jährige Mittelfeldspielerin hat in zehn Spielen fünf Tore erzielt, im Spitzenspiel gegen den 1. FFC Frankfurt für Verzweiflung bei Alexandra Krieger gesorgt und trägt einen großen Anteil daran, dass ihre Teamkolleginnen so treffsicher sind und mit 42 Toren die meisten der Saison bislang erzielt haben.

19 Länderspieltreffer im vergangenen Jahr: Célia Okoyino da Mbabi. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Célia Okoyino da Mbabi
Tore sind es auch, die Célia Okoyino da Mbabi im vergangenen Jahr auszeichneten – und davon hat die Nationalstürmerin nicht wenig erzielt. 19 gelangen ihr allein in der Nationalmannschaft. Im Sommer hätte der 1. FFC Frankfurt sie gerne verpflichtet, doch sie blieb vorerst dem SC 07 Bad Neuenahr treu. Mit den Kurstädterinnen liegt sie in der Meisterschaft derzeit auf dem siebten Rang. Vier der elf Treffer bislang gingen auf ihr Konto.

Anja Mittag
Im vergangenen Frühjahr verließ Anja Mittag den 1. FFC Turbine Potsdam und schloss sich LdB FC Malmö in der schwedischen Liga an – und das erfolgreich! Die Stürmerin avancierte mit 21 Treffern zur erfolgreichsten Stürmerin der Liga. Ihre Tore waren es, die Malmö die vorzeitige Qualifikation zur Champions League sicherten. Ausgerechnet im entscheidenden Spiel um die Meisterschaft gegen Tyresö vergab Mittag zwar einen Strafstoß, doch an ihrer Leistung minderte dies nichts. Und so wurde sie in Schweden auch zur Fußballerin des Jahres gewählt.

Lisa Evans
Potsdam musste nach dem Abgang von Mittag im Angriff nach Alternativen suchen – gefunden wurde sie in Lisa Evans. Die schottische Nationalspielerin wechselte im Sommer von Glasgow City LFC zum Deutschen Meister. Auch bedingt durch die Verletztensituation bekam die 20-Jährige von Anfang an ihre Chance und wusste sie zu nutzen. Sie stand in allen elf Ligaspielen auf dem Platz, konnte auch von einem Handbruch nicht gestoppt werden. Die Tore ließen zunächst etwas auf sich warten, doch Evans sorgte im Angriff für viel Wirbel und zeigte sich als erfolgreiche Flankengeberin.

Almuth Schult
Lange war Nationalmannschaftskapitänin Nadine Angerer im vergangenen Jahr verletzt, und so stand Almuth Schult in den ersten acht Länderspielen des Jahres zwischen den Pfosten. Die 21-Jährige vom SC 07 Bad Neuenahr zeigte dabei, dass sie mehr als nur eine gute Vertretung war. In sieben Spielen hielt sie ihren Kasten sauber, einzig die Japanerinnen konnten die U20-Weltmeisterin von 2010 überwinden!

Sie haben eine Frage zum Beitrag? Dann kontaktieren Sie mich doch per Mail! Oder folgen Sie uns einfach via RSS, Facebook oder Twitter!

5 Kommentare »

  • FF-Fan sagt:

    Wolfsburg ist sicher die Mannschaft der Stunde, gemessen am Erfolg. Aber man kann auch den FF USV Jena erwähnen. Als Absteiger Nr. 1 gehandelt und jetzt respektable 14 Punkte, das hätte sicher niemand erwartet. Trainer Kraus leistet dort hervorragende Arbeit, denn er entwickelt die Mannschaft Stück für Stück weiter. Nach dem Abgang von Anonma, auf die zunächst das Spiel komplett zugeschnitten war, ist das wirklich eine klasse Entwicklung. Nicht jedes Spiel war schön anzuschauen, aber Jena holt das Maximale aus den Möglichkeiten raus und ist hier vielleicht sogar die effektivste Mannschaft der gesamten Liga. Selbst die Verletzung der beiden Stamm-Torhüterinnen konnte die Damen nicht stoppen, das hätte bei manch anderem Team für enorme Probleme gesorgt. Ich hoffe, der Weg ist noch nicht beendet und es geht in Thüringen so weiter – nebenbei spielt der FF USV in einem der schönsten Stadien, was sicher auch ne angenehme Sache für die Gastmannschaften ist (ok, Essen hat hier noch mehr zu bieten…).

    (0)
  • Sheldon sagt:

    @FF-Fan: Das Jenaer Stadion ist tatsächlich wirklich sehr angenehm. Zwar erst einmal bei DFB-TV gesehen, aber es wirkt sehr lichtdurchflutet. Fast wie ein altes Amphitheater. Zwar mit großem Abstand zu den Tribünen (mir war so, als hätte ich ne Leichtathletik-Laufbahn gesehen), aber für Zuschauer am Fernsehen dafür umso angenehmer.

    Macht weiter so ne tolle Arbeit dort 🙂

    (0)
  • FFFan sagt:

    Zu der im Artikel erwähnten Steph Houghton hätte ich noch eine Frage: wie wird dieser Name eigentlich korrekt ausgesprochen?

    Ich habe inzwischen schon drei verschiedene Versionen gehört: „hjuten“ (Claudia Neumann, ZDF), „haften“ (Bernd Schmelzer, ARD) und „hauten“ (Ralf Itzel, Eurosport). Welche ist denn nun richtig?

    (0)
  • speedy75 sagt:

    @FFFan
    Wenn man sich mal mit den englischen Namen befasst müsste der Eurosportler (Ralf Itzel) richtig liegen.

    (0)
  • grammfon sagt:

    @FFFan und speedy75:

    ‚Hauten‘ ist in der Tat richtig. Zumindest sprechen die englischen Eurosport Kommentatoren (u.a. die sehr gut informierte Jen O’Neill) es so aus.

    (0)

Kommentar schreiben

Add your comment below. You can also subscribe to these comments via RSS

Seien Sie nett. Bleiben Sie beim Thema. Kein Spam.

You can use these tags:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

This is a Gravatar-enabled weblog. To get your own globally-recognized-avatar, please register at Gravatar