Jahresrückblick 2012: Champions League

Von am 26. Dezember 2012 – 19.32 Uhr 7 Kommentare

Zwei Jahre in Folge hatte der 1. FFC Frankfurt sich nicht für die Champions League qualifizieren können, in der Saison 2011/2012 waren die Hessinnen wieder am Start und schafften es bis ins Endspiel. Dort war alles angerichtet: Finale auf heimischem Boden und vor einer Rekordkulisse. Doch am Ende strahlte der Gegner.

50 000 Zuschauer fanden den Weg ins Münchener Olympiastadion zum Duell zwischen den Frankfurterinnen und Olympique Lyonnais. Der Titelverteidiger sei „auf keinen Fall“ unschlagbar gewesen, befand FFC-Mittelfeldspielerin Kerstin Garefrekes, doch mit 2:0 gewinnen konnte er dennoch.

Lyon gelingt Titelverteidigung
Für der Frankfurterinnen war das Finale gleich doppelt wichtig, denn in der Meisterschaft hatte es nicht gut ausgesehen, und so hätte nur ein Sieg in der Königsklasse die Teilnahme 2012/2013 gesichert. Entsprechend motiviert ging der FFC in die Partie, doch nach einem von Eugénie Le Sommer verwandelten Strafstoß gingen die Französinnen schon früh in Führung und brachten den FFC sichbar aus dem Konzept. „Ich denke, ich habe die Niederlage mit dem Elfmeter eingeleitet“, urteilte eine selbstkritische Melanie Behringer über ihren Abwehrfehler, der zum Elfmeter führte. Und nach nicht einmal dreißig Minuten stand es 2:0, denn Camille Abily legte den zweiten Treffer nach.

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Potsdam im Halbfinale chancenlos
„Es ist für französische Vereine immer etwas Besonderes, in Deutschland zu gewinnen – das im Frauenfußball stärkste Land Europas“, so Lyons Trainer Patrice Lair nach dem Spiel. Und mittlerweile kennt er das Gefühl. Ein Jahr zuvor hatte sein Team im Finale gegen den 1. FFC Turbine Potsdam gewonnen, in der Saison 2011/2012 schließlich gegen beide deutschen Vereine. Denn vor dem Sieg gegen die Frankfurterinnen hatte Lyon im Halbfinale den 1. FFC Turbine Potsdam ausgeschaltet. Beim 5:1-Hinspielerfolg dominierten die Französinnen den Titelträger von 2010 quasi nach Belieben. Das Rückspiel endete 0:0.

Neuer Rasen für’s „Karli“
In der Woche zwischen dem Hin- und Rückspiel waren es in Potsdam allerdings keine sportlichen Meldungen, die in den Schlagzeilen waren. Der Rasen im Karl-Liebknecht-Stadion sei nicht bespielbar, urteilte die UEFA bei der Stadionbegehung. In Potsdam hieß es, das Unmögliche möglich zu machen und innerhalb weniger Tage eine Lösung zu finden. Das gelang tatsächlich – kurz vor knapp wurde im „Karli“ ein neuer Rasen verlegt.

Hohe Fernsehpräsenz
Erfreulich für die Frauenfußball-Fans war in der abgelaufenen Saison die starke Fernsehpräsenz der Champions League. Eurosport zeigte die deutschen Viertelfinals und später drei der vier Halbfinalpartien. Das Endspiel wurde im ZDF übertragen.

Die Ergebnisse der deutschen Teams im Überblick

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Eugénie Le Sommer (l.) und Sarah Bouhaddi freuen sich über die Titelverteidigung. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Sechzehntelfinale
1. FFC Frankfurt – Paris Saint-Germain 3:0
Paris Saint-Germain – 1. FFC Frankfurt 2:1
1. FFC Turbine Potsdam – Glasgow City LFC 10:0
Glasgow City LFC – 1. FFC Turbine Potsdam 0:7

Achtelfinale
LdB FC Malmö – 1. FFC Frankfurt 1:0
1. FFC Frankfurt – LdB FC Malmö 3:0
1. FFC Turbine Potsdam – WFC Rossiyanka 2:0
WFC Rossiynka – 1. FFC Turbine Potsdam 0:3

Halbfinale
Arsenal LFC – 1. FFC Frankfurt 1:2
1. FFC Frankfurt – Arsenal LFC 2:0
Olympique Lyonnais – 1. FFC Turbine Potsdam 5:1
1. FFC Turbine Potsdam – Olympique Lyonnais 0:0

Finale
Olympique Lyonnais – 1. FFC Frankfurt 2:0

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7 Kommentare »

  • enthusio sagt:

    Lyon scheint zwei dicke Fische an der Angel zu haben:
    http://fansoccer.de/8823/megan-rapinoe-und-shinobu-ohno-zu-olympique-lyon/
    Wenn das stimmt, frage ich mich, wer bei Lyon aus der Startelf verdrängt wird. Interessante Entwicklung…

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  • Detlef sagt:

    Erst mal abwarten!!!
    Bis jetzt haben weder Lyon noch Rapinoe selbst den Transfer bestätigt!!!

    Aber interessant ist es allemal, wie dieser Ausnahmeklub auf die Aufholversuche gerade von PSG reagiert!!!
    So werden sicherlich einige Topspielerinnen den Verein verlassen, und sich anderweitig umschauen!!!
    Vielleicht auch wieder in der Bundesliga???

    Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann Lara Dickenmann zu TURBINE!!!

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  • Sheldon sagt:

    Ist denke ich eher ne Maßnahme, um den Kader in seiner Breite zu stärken!

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  • DAWIDenko sagt:

    Eine wirklich interessante Entwicklung wäre das. Allerdings muss es sich nicht unbedingt als positiv für Lyon erweisen.
    Lyon ist für mich eine Mannschaft, die herrausragende Einzelspielerinnen gerade im taktischen und technischen Bereich hat, aber vor allem in ihrem System so erfolgreich spielt, ähnlich wie der FC Barcelona im MF.
    Die Topverstärkungen beim FC Barcelona gerade bei ausländischen Top-Stars waren auch nicht so erfolgreich, man denke an Thierry Henry oder Zlatan Ibrahimovic.

    Rapinoe und Ohno sind Spielerinnen, die eigene Vortstellungen haben.Schon viel in iher Heimat erreicht haben, die Erwartungen sind deshalb natürlich besonders hoch.
    Daher ist es eine große Herausforderung sie in das bestehende herrvorragende, beinahe optimal funktionierende System zu integrieren und sich ihrer individuellen Stärken zu Nutze zu machen.
    Das ist eine interessante Herausforderung, es kann aber auch eine Schwächung werden. Für den neutralen Beobachter ist es in jedem Fall spannend.

    Mit Ohno scheint man sich schon einig zu sein. Also kommt sie doch nicht zu Turbine, wie man nach Schröders Aufzählung bei der PK vermuten konnte. (PK nach Bad Neuenahr-Spiel)
    Aber auch Lyon hat ja mittlerweile mit Otaki auch eine Japanerin in ihren Reihen.

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  • Winter sagt:

    Bei Lyon wird dieses Bäumchen-wechsel-dich Spiel kurz- und mittelfristig eher für Unruhe sorgen.

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  • Detlef sagt:

    @Winter,
    Glaub ich nicht!!!
    In Lyon kennt man dieses „Bäumchen-wechsel-dich Spiel“ schon seit langem!!!

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  • Sheldon sagt:

    Darf Rapinoe eigentlich aus den USA wechseln? Im Zusammenhang der neuen Liga wurde hier geschrieben, dass alle Nationalspielerinnen in den USA bleiben müssen. Ist das ne Ente gewesen, oder würde ein Wechsel von Rapinoe zu Lyon einem Rücktritt aus der N11 gleichkommen?

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