Wolfsburg siegt, Bayern dreht Partie

Von am 9. Dezember 2012 – 16.32 Uhr 39 Kommentare

Der VfL Wolfsburg hat am 12. Spieltag der Frauen-Bundesliga mit einem Sieg beim FSV Gütersloh 2009 die Tabellenführung ausgebaut und überwintert somit auf Platz 1, da die Spiele der Verfolger der Witterung zum Opfer fielen.

Nur zwei der sechs Spiele konnten am Sonntag stattfinden, der VfL Wolfsburg nutzte die Gunst der Stunde auch ohne die weiterhin verletzte Mittelfeldspielerin Zsanett Jakabfi und ohne die geschonte Nationalspielerin Lena Goeßling und baute seinen Vorsprung an der Tabellenspitze durch einen 3:0 (1:0)-Sieg bei Aufsteiger FSV Gütersloh 2009 auf vier Punkte aus.

Alexandra Popp brachte die Wölfinnen kurz vor der Pause in Führung (44.), Conny Pohlers (61.) und Martina Müller (74.) schraubten das Ergebnis in der Tönnies-Arena in die Höhe. Im Tor der Wolfsburgerinnen blieb Merle Frohms bei ihrem Bundesligadebüt ohne Gegentreffer.

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Kellermann: „Der Sieg hätte höher ausfallen müssen“
Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann meinte: „„Der Sieg ist hochverdient, wir waren in allen Belangen deutlich überlegen. Aufgrund mangelnder Chancenverwertung in der ersten Halbzeit haben wir uns das Leben unnötig schwer gemacht. Umso erleichterter waren wir, als das 1:0 noch vor der Pause gelang. Obwohl sich der Aufsteiger ganz gut präsentiert hat, hätte der Sieg höher ausfallen müssen.“

Bayern dreht Partie
Der FC Bayern München setzte seinen Aufwärtstrend fort und gewann nach den Erfolgen gegen den 1. FFC Frankfurt und den VfL Wolfsburg im heimischen Sportpark in Aschheim auch gegen den SC 07 Bad Neuenahr mit 2:1 (0:1).

Martina Müller

Martina Müller machte in Gütersloh den Sack zu © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Die Gäste gingen zwar durch einen Treffer von Nicole Rolser, die im Winter zum FC Liverpool wechselt, in Führung (27.), doch in der Schlussphase drehten Tore von Viktoria Schnaderbeck (75.) und Lena Lotzen (90.) die Partie zugunsten der Münchnerinnen, die sich mit dem Sieg vorübergehend auf Platz 4 verbesserten.

Bell beklagt bittere Niederlage
Bad Neuenahrs Trainer Colin Bell erklärte: „Das ist das erste Mal als Trainer des SC 07 Bad Neuenahr, dass wir ein Spiel in der letzten Sekunde verlieren. Wir haben wenig zugelassen und einen hohen Aufwand betrieben. Leider fahren wir ohne Punkte nach Hause, was natürlich sehr bitter ist.“

Vier Spiele abgesagt
Die weiteren vier Spiele mussten wegen der widrigen Witterungsverhältnisse abgesagt werden. Betroffen waren die Partien 1. FFC Turbine Potsdam gegen den VfL Sindelfingen, Bayer 04 Leverkusen gegen SC Freiburg, FF USV Jena gegen 1. FFC Frankfurt und das Revierderby zwischen der SGS Essen und dem FCR 2001 Duisburg. Letztere Partie wird am kommenden Sonntag, 16. Dezember, 14 Uhr nachgeholt, für die anderen Spiele stehen noch keine neuen Termine fest.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

39 Kommentare »

  • abc sagt:

    @ Markus Juchem Auch in Vereinen wie Bayern,Feiburg usw wird die Athletik gefördert und an der Geschwindigkeit gearbeitet! Wenn man mal die ganze Bundesliga betrachtet,dann spielen viele U- Natio Spielerinnen fast immer in der Startelf und sammeln viel Spielpraxis!
    Nur in Wolfsburg und Frankfurt geht das nicht,weil man ja die Bank mit a-Natio spielerinnen schon voll hat. Ich denke,dass in naher Zukunft eine Choinowski(Frankfurt) Jäger oder Magull bei anderen Vereinen auflaufen werden,weil sie auf dauer keine Lust haben nur zu trainieren und wenig oder gar nicht zu spielen!
    Würde mich mal inzeressieren,was die U19/20 Trainerin des DFB raten würde.In der ersten Bundesliga regelmäig spielen oder bei zahlungskräftigen Vereinen zwar fleißig trainieren und kaum spielen.
    Ich kann mir die Antwort schon denken,wenn man sich mal die Tabelle ansieht und erkennt,dass die Vereine punktemäßig ganz schön zusammengerückt sind und fast jeder jeden schlagen könnte.

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  • Markus Juchem sagt:

    @abc: Das habe ich ja gar nicht bestritten. Aber warum soll man sich nicht als Spielerin die höchsten Ziele setzen und versuchen, sich bei einem Topclub durchzusetzen? Dass das vielleicht nicht von heute auf morgen klappt, ist ja auch ein Lernprozess. Wenn es dann bei einem der Topvereine wegen der großen Konkurrenz auf Dauer nicht klappen sollte, sich ins Team zu spielen, kann man doch immer noch zu einem anderen Verein wechseln. Sicherlich sieht eine U-Trainerin ihre Schützlinge lieber Spielpraxis sammeln, letztendlich egal, ob in der Ersten oder Zweiten Liga. Ich bewundere alle jungen Spielerinnen, die diesen steinigen Weg zu versuchen gehen. Dass das nicht für alle ein gangbarer Weg ist, ist klar. Deswegen ist es ja auch genauso gut, wenn sie bei anderen Vereinen Unterschlupf finden.

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  • Aldur sagt:

    Sheldon sagt:
    „Denn der Konzern kann dann sagen: Wir holen euch mit unserem Geld die und die Spielerinnen, und der Trainer, Sportdirektor etc. muss dann versuchen, die zusammenzusetzen.“

    Das KANN – oder besser gesagt KÖNNTE – so sein, aber Wolfsburg sollte ja inzwischen bewiesen haben, dass dem nicht so ist. Ganz im Gegenteil: Die Mannschaft wurde sehr sinnvoll verstärkt. Odebrecht mal ausgenommen, wurde dabei auf junge entwicklungsfähige Spielerinnen gesetzt, und sukzessive stellt sich nun Erfolg ein. Alles andere sind wilde, nicht belegbare Spekulationen. Davon abgesehen halte ich es für unwahrscheinlich, dass Erfolge der Wölfinnen für irgendwen bei VW mehr als eine Randnotiz sind. Dafür hat die Frauen-BuLi als Werbeträger viel zu wenig Relevanz, wie Du an anderer Stelle gerade sehr richtig ausgeführt hast.

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  • Sheldon sagt:

    @Aldur: Genau das ist der Punkt. Noch – sage ich mal – kann Kellermann frei arbeiten, weil Frauenfußball sowieso keinen Werbeeffekt hat. Doch was passiert, wenn auf einmal der große Erfolg kommt und Frauenfußball werbeträchtig wird? Sobald Kellermann einmal den ganz großen Erfolg hatte, wird mit allen Mitteln versucht werden, den zu halten.
    Natürlich sind das alles Spekulationen. Aber das System ist dagegen anfällig, zu einem hohen Grad. Dieses System ist genau dasselbe wie in Frankfurt mit SiDi.

    Wenn Wolfsburg sich von diesem System endlich lösen könnte und dazu beitragen, dass die Schere im FF nicht noch größer wird. Wenn sie sich als ein eigenständiger Frauenfußballverein verstehen und auch so wirtschaften, dann wäre der Verein zwar gefordert, könnte aber zeigen, was in ihm steckt. Denn ansonsten geht es ihm irgendwann wie dem HSV, weil der FF nur noch ein Verlustgeschäft ist!

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  • Aldur sagt:

    Sheldon sagt:
    „Doch was passiert, wenn auf einmal der große Erfolg kommt und Frauenfußball werbeträchtig wird?“

    Ich denke, da besteht in naher Zukunft keine Gefahr.

    „Sobald Kellermann einmal den ganz großen Erfolg hatte, wird mit allen Mitteln versucht werden, den zu halten.“

    Es wäre ein Armutszeugnis für jeden Spitzenverein, wenn dem nicht so wäre. Das Beispiel Turbine Potsdam zeigt ja, dass man, wenn der eigene Nachwuchs mal nicht genug hergibt, um Lücken zu füllen, durchaus bereit ist, diese durch entsprechende Quantität an Neuverpflichtungen auszugleichen. Daran kann ich nichts Negatives finden.

    „Dieses System ist genau dasselbe wie in Frankfurt mit SiDi.“

    Ich erkenne da fundamentale Unterschiede – schon allein an der Auswahl der Neuverpflichtungen (siehe oben).

    „Wenn sie sich als ein eigenständiger Frauenfußballverein verstehen und auch so wirtschaften, dann wäre der Verein zwar gefordert, könnte aber zeigen, was in ihm steckt.“

    Hast Du irgendwelche Quellen, die belegen wie bei den VfL-Frauen tasächlich gewirtschaftet wird?

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  • Sheldon sagt:

    @Aldur: Du hast mich nicht verstanden. Es geht nicht um die handelnden Personen, sondern um das System, in dem sie handeln. Und das ist fatal und nahezu identisch mit dem in Frankfurt. Übrigens, dort hat Dietrich lediglich die Managerrolle, könnte also jederzeit gefeuert werden, er selbst kann aber niemanden feuern. Er hat sich diese große Macht nur mit dem vielen Geld, was er in den Verein pumpt, erkauft…

    Ich für meinen Teil würde mir eine Entscheidung vom DFB wünschen, nach der alle Vereine als de facto selbständige Vereine existieren müssen, bei denen alle Verwaltung in Sport und Finanzen in der Hand eines vom Verein unabhängigen Gremiums liegen.
    Dadurch würde bei Ablegern von Profivereinen der Hauptverein lediglich zu einem Hauptsponsor und Namensgeber des Vereins ohne jeglichen Einfluss auf diese Sparte.

    Wenn du mir das nachweisen kannst, dass dem so ist bei Wolfsburg, dass es festgeschrieben ist in den Statuten des Vereins, dass die FF-Sparte beispielsweise einen von den Vereinsmitgliedern gewählten Aufsichtsrat, einen Präsidenten, eine sportliche Leitung und vor allem eine eigenständige Finanzverwaltung hat, dann gebe ich mich geschlagen. Doch solange auch nur ein Fünkchen legale Möglichkeit der Einwirkung von VW besteht, ist das ganze System für mich nichts wert!

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  • FFFan sagt:

    @ Sheldon:
    „Übrigens, dort hat Dietrich lediglich die Managerrolle, könnte also jederzeit gefeuert werden (…)“

    Du verkennst die Rolle von Dietrich beim 1.FFC Frankfurt. Er ist kein Angestellter des Vereins, sondern selbständiger Unternehmer und fungiert als sogenannter „externer Manager“. Darüber hinaus ist Dietrich aber auch ‚Investor‘: zwischen seiner Firma SIDI-Sportmanagement und dem FFC existiert eine vertragliche Vereinbarung, in der SIDI sich zur Zahlung einer jährlichen Garantiesumme verpflichtet. Im Gegenzug tritt der Verein ihm die kompletten Vermarktungsrechte ab.
    Der aktuelle Vertrag läuft noch bis 2015. Danach könnte sich der 1.FFC Frankfurt von Dietrich trennen und sich selbst vermarkten, aber es ist fraglich, ob sie damit besser fahren würden.

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  • SC07FanatikerXXL sagt:

    „Ich für meinen Teil würde mir eine Entscheidung vom DFB wünschen, nach der alle Vereine als de facto selbständige Vereine existieren müssen, bei denen alle Verwaltung in Sport und Finanzen in der Hand eines vom Verein unabhängigen Gremiums liegen.“

    Das wird in naher Zukunft NIEMALS eintreten!
    Gründe?

    1.) Der DFB müsste dann noch mehr finanzielle Mittel an die Vereine antreten, damit dort überhaupt der Spielbetrieb gewährleistet wäre für eine eingleisige Bundesliga!

    2.) Der DFB würde, als Folge aus Punkt 1.), einen Teil seiner Macht über die Vereine verlieren, was der DFB sicherlich nicht möchte!

    3.) Der DFB ist seit Niersbachs „Inthronisierung“ wohl so wenig am Frauenfußball interessiert, wie seit langer, langer Zeit nicht mehr! Selbst die Nationalmannschaft hat einen geringeren Stellenwert, so scheint es. Die Vereine hatten nie einen, und dieser hat sich sogar eher verringert. Da hilft auch ein Besuch Niersbachs bei uns nichts! Für mich war das ein „Pflichttermin“…

    Ich finde, es ist alles andere als vorhersehbar, wie sich der FF sagen wir in den nächsten 5 Jahrne entwickelnt wird! Das gilt für die Vereine, wie auch die gesamte Liga!
    Vllt. haben wir in 5 Jahren, die ausschließlich aus „Männerablegervereinen“ besteht, vllt. auch das genaue Gegenteil, weil die Männerabteilungen jegliches Interesse an ihren Frauen-Abteilungen verloren haben?! Man weiss es nicht! Eine gesunde Mischung wäre sicherlich das richtige, wobei ich persönlich die Variante mit den „reinen“ Frauenvereinen bevorzuge. Aber das liegt wohl an der Tatsache, dass ich Anhänger eines solchen bin…

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  • Sheldon sagt:

    @SC07: Dass diese Entscheidung mit großer Wahrscheinlichkeit nicht kommen wird, ist mir klar, (er ist in Sachen FF einfach zu träge) doch ich verstehe nicht, wieso der DFB dadurch Macht abgeben sollte. Ich denke, er gewinnt eher wieder Macht über die Vereine zurück, da so die Lizensierungsverfahren klarer werden.
    Beispielsweise wird einem Verein wie dem VfL Wolfsburg nie die Lizenz entzogen werden, erst dann, wenn VW insolvent ginge. Bis dahin wäre Wolfsburg zahlungsfähig.

    Ich denke, dass, wenn die Vereine dazu verpflichtet würden, sich selbständig zu organisieren, sie erst recht wieder unter der direkten Aufsicht des DFB ständen. Der DFB hätte eher noch mehr Einfluss auf die Vereine und könnte regulierend eingreifen.

    Ich sehe die Probleme eher bei deinen anderen Punkten, obwohl auch hier eigentlich sich nichts verändern sollte. Es wird nun nur das de jure festgehalten, was de facto sowieso schon stattfindet:
    Ein Verein stellt als eine Art „Sponsor“ der FF-Abteilung einen bestimmten Betrag vor der Saison zur Verfügung. Dafür trägt diese Abteilung seinen Namen und sein Logo. Das einzige, was jetzt geändert würde, ist, dass dieser de facto-Zustand eingeschweißt wird und damit eine mögliche Beeinflussung der Arbeit der FF-Abteilung durch einen Sponsor oder den Hauptverein illegalisiert wird.

    Doch – wie ich hier ja den Beiträgen entnehmen kann aus Wolfsburg – passiert das ja sowieso nicht. Insofern dürfte es dagegen auch keine Einsprüche geben. Und dennoch gebe ich dir recht, ich denke nicht, dass VW mit der Entscheidung einverstanden wäre, weil sie dadurhc keinen rechtlichen Einfluss mehr darauf hätten, was mit ihrem Geld passiert.
    Auch Dietrich wäre damit nicht einverstanden, da damit ein solcher Vertrag, wie er ihn hat, bzw. seine Stellung nicht mehr möglich wäre.
    Denn damit könnte ein Sponsor bzw. Investor nicht gleichzeitig eine Funktion im Verein bekleiden, wie es zur Zeit geschieht, selbst wenn er nur ein „externer Manager“ ist.

    Natürlich würden dann immense Summen aus dem FF verschwinden und er würde erst einmal ein paar Jahre Tristes erleben, aber ich sehe das nicht so drastisch.
    Als vor 10 Jahren glaub ich bei den Männer die Regelung mit den selbstausgebildeten Spielern eingeführt wurde, haben auch alle erst gemeckert und rumgejammert. Heute erntet man die Früchte in der Nationalelf.
    Wäre das System nicht gekommen, würden auch heute weiterhin nur Ausländer eingekauft, so aber mussten (durch die Regelung mit den vom Verband ausgebildeten Spielern) die Vereine sich auch auf dem deutschen Markt umschauen und entdeckten viele Spieler, die sonst vermutlich unentdeckt geblieben wären.

    Ich denke, dass durch diese Stärkung der selbständigen Vereine, auf die die Regelung gar keinen Einfluss hätte, sondern die durch diese geschützt würden, auch langfristig sich in diesen Vereinen die Erfolge einstellen würden und gerade die Vereine mit hervorragender Jugendarbeit dabei gut abschneiden würden, was sich wiederum auf die N11 positiv auswirken würde.

    Klar finde ich Naeher, Anonma, Ogimi, Göransson oder Jakabfi und Hagen große Klasse, doch es sollte unser Anspruch als führende FF-Nation sein, selbst Spielerin von solcher Klasse auszubilden. Und zwar nicht nur partiell, sondern in Serie. In der Jugendarbeit haben uns die Männer in den letzten Jahren nämlich deutlich den Rang abgelaufen, wenn man sich mal die Spieler anschaut, die dort in den letzten Jahren produziert wurden.

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