Hoffenheim holt Japanerin Mana Iwabuchi

Von am 28. November 2012 – 11.02 Uhr 12 Kommentare

Der ambitionierte Frauenfußball-Zweitligist TSG 1899 Hoffenheim hat eine prominente Neuverpflichtung getätigt und die japanische Nationalspielerin und Weltmeisterin Mana Iwabuchi unter Vertrag genommen.

Die 19-Jährige erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014, der allerdings eine Ausstiegsklausel enthält, sollte Hoffenheim nicht in die erste Liga aufsteigen.

Iwabuchi soll den Weg nach oben ebnen
„Wir freuen uns sehr, dass sich Mana für den Wechsel zu uns entschieden hat. Wir stehen schon sehr lange mit ihr in Kontakt, denken, dass sie gut ins Team passt und uns bei unserem Ziel, in die erste Bundesliga aufzusteigen sehr gut unterstützen kann“, sagt Ralf Zwanziger, Leiter des Mädchen- und Frauenfußballs.

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Ausnahmetalent
In ihrem Heimatland gilt sie als Ausnahmetalent und wurde im Alter von 18 Jahren bereits Weltmeisterin mit der japanischen Nationalmannschaft bei der Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland. Im Alter von 15 Jahren wurde Iwabuchi bei der U17-WM in Neuseeland zu besten Spielerin gewählt und mit dem „Goldenen Ball“ ausgezeichnet.

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Prominenter Neuzugang: Mana Iwabuchi © Nora Kruse, ff-archiv.de

wabuchi: „Freue mich auf die Mannschaft“
Vor einigen Wochen konnte Iwabuchi das Team, das Trainingsgelände und die Umgebung bereits kennenlernen. „Es hat mir hier sehr gut gefallen und ich freue mich auf das neue Land und neue Erfahrungen. 1899 Hoffenheim hat sehr gute Rahmenbedingungen für seine Fußballerinnen und ich freue mich auf die junge Mannschaft“, sagt Iwabuchi selbst, die in ihrer Heimat seit 2007 für NTV Beleza in der höchsten japanischen Frauenliga spielt.

Abgänge von Pankratz und Stoller kompensieren
Die Verpflichtung der Japanerin soll auch den Verlust von zwei Spielerinnen bei 1899 Hoffenheim kompensieren, die den Verein in der Winterpause aufgrund ihrer Ausbildung vorerst verlassen müssen. Abwehrspielerin Leonie Pankratz wird im Rahmen ihres Studiums ein Auslandssemester in Portugal absolvieren. Sabine Stoller hat ihr Medizinstudium in Freiburg begonnen und es ist noch nicht sicher, inwieweit und wie lange sie noch zur Verfügung stehen kann.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

12 Kommentare »

  • Jennifer sagt:

    Hammer!

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  • Zaunreiter sagt:

    Uuiii…find ich nicht schlecht!

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  • Pudel sagt:

    NTV Beleza hatte 4,250 Zuschauer im Schnitt diese Saison..da wundert es mich doch sehr das sie nach Deutschland kommt vllt zahlt man nicht soviel Geld in Japan

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  • speedy75 sagt:

    Bei Hoffenheim ist es wohl so, daß diese Saison unter allen Umständen der Aufstieg in der 1te Frauenbundesliga klappen soll. Evtl. bleibt Mana Iwabuchi nicht der letzte Neuzugang in der Winterpause.

    Momentan liegt Hoffenheim ja mit 4 Punkten Rückstand auf Platz 2. Auf Platz 3 mit 2 Punkten Rückstand liegt mit dem SC Sand eine Mannschaft bei der viel Geld in den Frauenfußball investiert wird.

    Freu mich aber auf eine weitere Japanerin in den deutschen Frauenbundesligen.

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  • enthusio sagt:

    Ich finde es spannend, ob Birgit Prinz jetzt doch noch stärker in den Spielbetrieb eingebunden wird, um das geplante Ziel des Aufstiegs in die 1. Liga auch wirklich zu erreichen. Immerhin hat sie ja am vergangenen Sonntag das erste mal überhaupt für Hoffenheim ein Meisterschaftspiel(und dann auch gleich über 90 Minuten) bestritten, nachdem sie zuvor nur 2x im DFB-Pokal aufgelaufen ist.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ich würde mir aus plausiblen Gründen heraus eher wünschen, wenn derart potenzielle Geldgeber wie bei Hoffenheim in Vereine und Teams investieren, die bereits gestandene Bundesligisten mit CL-Erfahrung sind, als dass man mit Macht versucht, es den Männern gleichzutun!
    Und wenn, dann hoffentlich tatsächlich längerfristig und vorallem erfolgreicher. Mal abwarten, was der RB Leipzig bzgl. einer eigenen Frauenabteilung unternimmt, um u.U. ein 2. Leipziger Team in den Bundesligen zu etablieren.

    Das internationale Renomee wäre beachtlicher und nachhaltiger und man könnte ggf. die Langweile bzgl. OL endlich mal erfolgreich versuchen zu bekämpfen. Denn ehrlich gesagt, ist mir diese Dominanz ein Dorn im Auge und es stünde unserem FF gut Gesicht, wenn man an die Erfolge mit Finalsiegen anknüpfen könnte!

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  • Sheldon sagt:

    Na wenn Mana da mal nicht falsch beraten wurde. Klar kann Hoffenheim mit Geld aufwarten, aber das war es schon.
    Man spielt nicht 1. Liga und hat keine Garantie darauf, aufzusteigen.
    Man hat lange nicht soviele Zuschauer wie in Japan und spielt in viel kleineren Stadien.
    Die Öffentlichkeitswahrnehmung ist nicht annähernd so stark wie in Japan.
    Und dann denke ich auch, dass Mana nicht unbedingt ne Stammplatzgarantie haben wird. Mit 19 Jahren, der Sprachbarriere und ihrer körperlichen Unterlegenheit wird sie es schwer haben in einer Liga, die nur aufs Körperliche ausgelegt ist.

    Ich hoffe für sie, dass sie dort nicht unglücklich wird. Aber alle Vorzeichen stehen so. Sie hat sich wahrscheinlich von den großen Massen leiten lassen, die bei der WM waren!

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  • FFFan2 sagt:

    @ Sheldon : „Die 19-Jährige erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014, der allerdings eine Ausstiegsklausel enthält, sollte Hoffenheim nicht in die erste Liga aufsteigen.“
    Klingt nach einem gutem Kompromiss. Sie wird schon wissen was sie tut. Der Zuschauerschnitt in der Bundesliga ist ja nun auch kein Gehimnis. Auch das wird sie wissen.

    Ich freue mich auf so eine tolle Spielerin in Deutschland. Und wer weiß, ob sie nur wegen des Geldes kommt? Mittag und Hingst sind auch nicht nur wegen des Geldes ins Ausland gewechselt.
    Und wer sie in der ersten Liga sehen will, sollte am Sonntag Hoffenheim die Daumen drücken.

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  • FF-Talent sagt:

    Keine Frage, Hoffenheim wird langfristig erstliga-reif, aber noch sind sie in Liga zwo. In Hoffenheim bekommt eine Weltmeisterin auch bestimmt genügend / ausreichend Gehalt, dazu profitiert die FF-Abteilung vom professionellen sportlichen Umfeld der Männer (siehe Bayern-Mädels und Wolfsburg). Aber Liga 2 bleibt trotzdem nach wie vor ein Ort fürs „kleinere Brötchen backen“ … 100 % Amateur-Liga, manchmal auch 100 % auf die Knochen oder allein die Spielfeld-Qualität auf so manchem FF-Bolzplatz, auf jeden Fall nicht weltmeisterlich! Nach dem Prinz-„Transfer“ haut jetzt Hoffenheim mit Iwabuchi den nächsten Hammer raus, vielleicht ein weiteres zu großes Brötchen, gebacken vom Zwanziger-Clan?

    Vor allem zwei Dinge sind noch offen:

    1. Vorbilder und Führungspersönlichkeiten sind wichtig, aber reißen Prinz und eine japanische Weltmeisterin im Alltag nicht eine zu große Kluft zwischen sich (und ihrem Potenzial) und der Realität der übrigen Mannschaft (noch Liga 2)? Das hält doch langfristig kein Amateur-Team aus!

    2. Und wird es wie bei den Hoffenheim-Männern ablaufen? Starten in den unteren Ligen, da groß posaunen, man würde dem heimischen Nachwuchs eine Profi-Zukunft schenken … und kaum angekommen in der ersten Liga (bei Hoffenheims Männern war das schon zu deren Zweitliga-Zeiten der Fall) wurden nahezu alle eigenen schrittweise ersetzt durch Neueinkäufe, teure Transfers. So, dass selbst Erfolg-überzeugten Hoffenheimern der Spaß […] verging. Prinz, Moser, Anke Preuß, Iwabuchi und so weiter … jetzt bei den Frauen also genauso wenig eigene Jugend in der Zukunft? Wieviele „richtige“ Hoffenheimerinnen werden dann eines Tages in der Bundesliga für den selbsternannten „Eigene-Jugend-fördern“-Club Hoffenheim auf dem Platz stehen?

    @ Schenschtschina Futbolista: Wegen RB Leipzig und Frauenfußball sollte man keinerlei Hoffnung oder ähnliches haben. Es wird dort niemals(!!!) eine FF-Abteilung geben. Passt halt so gar nicht ins Konzern-Corporate-Identity-Sportmarketing-Bild dieses Konzerns.

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • karl sagt:

    Vielleicht macht ja Hoffenheim jetzt wirklich Ernst. Erst der Aufstieg, dann zusaetzliche verstaerkung in der Sommerpause , und dann ists vorbei mit der Turbine Frankfurt Wolfsburg Dominanz 🙂

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  • Lovely decision by Hoffenheim.
    Germany is really getting Japanese players. Germany is leading the way in Europe. If you consider France Europe is doing well to support Japan’s top players with stronger club competition.
    The new top flight league in the USA is designed to be an instrument to brign club quality to the USA, MExico and Canadian teams. Brazil and ARgentina and the rest of south america is slowly growing the game, like in UEFA.

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  • FFFan sagt:

    @ Sheldon:
    „Man spielt nicht 1. Liga und hat keine Garantie darauf, aufzusteigen.“

    ->Deshalb hat sie sich ja vorsichtshalber eine Ausstiegsklausel in den Vertrag schreiben lassen. Eine solche Spielerin gehört nicht dauerhaft in die zweite Liga.

    „Und dann denke ich auch, dass Mana nicht unbedingt ne Stammplatzgarantie haben wird. Mit 19 Jahren, der Sprachbarriere und ihrer körperlichen Unterlegenheit wird sie es schwer haben in einer Liga, die nur aufs Körperliche ausgelegt ist.

    -> Das ist doch gerade einer der Gründe, warum Japanerinnen zu europäischen Klubs wechseln: robuster werden und lernen, sich gegen körperlich überlegene Gegenspielerinnen durchzusetzen. Das hilft ihnen dann auch in der Nationalmannschaft (wo Iwabuchi bislang keinen Stammplatz hat).

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