Olympique Lyon gewinnt inoffizielle Klub-WM

Von am 25. November 2012 – 13.02 Uhr 7 Kommentare

Olympique Lyonnais hat seiner Trophäensammlung einen weiteren Titel hinzugefügt. Im Finale des Mobcast-Cups setzte sich der Champions-League-Sieger nach Verlängerung gegen INAC Kobe durch. Ausgerechnet die in der Nationalelf ausgebootete OL-Kapitänin Sonia Bompastor erzielte den Siegtreffer.

Die Elf von Trainer Patrice Lair setzte sich im NACK5-Stadion Omiya von Saitama vor 4 201 Zuschauern mit 2:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung gegen die Japanerinnen durch und durfte sich über einen Siegscheck in Höhe von rund 60 000 US-Dollar freuen.

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Ji So Yun bringt Kobe in Führung
Die Japanerinnen bereiteten dem französischen Meister von Beginn an Probleme, folgerichtig gingen die Asiatinnen wenige Minuten vor der Pause in Führung, als die Südkoreanerin Ji So Yun, zweitbeste Spielerin und Torschützin der U20-WM 2010 in Deutschland, nach einem zu kurz geklärten Ball von Wendie Renard aus 15 Metern traf (39.).

Ausgleich durch eingewechselte Franco
Auch in der zweiten Halbzeit sah es zunächst danach aus, als sollten die Japanerinnen die Oberhand behalten. Weltfußballerin Homare Sawa kam einem zweiten Treffer nah (59.). Umso größer war die Erleichterung im Lager der Französinnen, als nach schöner Vorarbeit von Renard Corine Franco mit einem Schrägschuss für den Ausgleich und die Verlängerung sorgte (80.).

Bompastor verwandelt Elfmeter
In der 2×10-minütigen Verlängerung sollte ein einziges Highlight für die Entscheidung sorgen. Nach einem Foul von Junko Kai an der eingewechselten Laëtitia Tonazzi zeigte Schiedsrichterin Kim Sook Hee auf den Elfmeterpunkt, Kapitänin Sonia Bompastor übernahm die Verantwortung und verwandelte mit etwas Glück und Hilfe des Innenpfostens zum 2:1 (103.).

Jubel von Olympique Lyonnais

Champions-League-Sieger Olympique Lyonnais setzte seine Erfolgsserie fort © Nora Kruse / ff-archiv.de

Turnier auf hohem Niveau
OL-Trainer Patrice Lair meinte: „Ich bin stolz, dass wir an diesem Turnier teilgenommen haben. Das war ein Turnier auf hohem Niveau und wir hatten das Glück, zu gewinnen. Es wäre schön, wenn es nächstes Jahr wieder stattfinden würde.“

Beleza wird Dritter
In einem nicht minder spannenden Spiel um Platz 3 setzte sich NTV Beleza mit 4:3 (2:2) gegen Canberra United durch.

Jennifer Bisset brachte die Australierinnen in Führung (7.), doch Azusa Iwashimizu gelang postwendend der Ausgleich (11.). Canberra ging durch Michelle Heyman (25.) und Hayley Raso (56.) zwei weitere Male in Führung, doch Beleza hatte jeweils durch Kanako Ito (41.) und Asano Nagasato (78.) eine Antwort parat, ehe Iwashimizu mit ihrem zweiten Treffer in der Nachspielzeit (90.+2) für die Entscheidung sorgte.

INAC Kobe – Olympique Lyonnais  1:2 n.V. (1:1, 1:0)

INAC Kobe: Kaihori – Kinga, Kai, Moros (74. Takara) – Sawa, Ohno, Tanaka, Ji So Yun (106. Minamiyama) – Goebel, Yanez (106. Nakajima), Kawasumi, Takase

Olympique Lyonnais: Bouhaddi – Agard (53. Franco), Georges, Renard, Bompastor – Henry (61. Tonazzi), Abily, Necib (106. Bussaglia) – Thomis, Schelin, Le Sommer (46. Dickenmann)

Tore: 1:0 Ji So Yun (39.), 1:1 Franco (80.), 1:2 Bompastor (103. Foulelfmeter)

Schiedsrichterin: Kim Sook Hee (Südkorea)

Gelbe Karten: Ji So Yun, Kaihori, Kai – Dickenmann

Zuschauer: 4 201

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • eisbär sagt:

    Habe ab der 2.HZ das Spiel gesehen. INAC war die technisch bessere, Lyon die zielstrebigere Mannschaft. Insgesamt war es ein relativ ausgeglichenes Spiel, wobei Lyon einige Male die Chance verpasste, den Ausgleich schon früher zu erzielen und INAC es verpasste mit dem 2:0 die Vorentscheidung herbei zu führen. INAC konnte das Pressing von Lyon durch geschicktes Passspiel öfters entkommen, Lyon konnte dagegen auch noch in der Verlängerung Pressing auf die Ballführende ausüben. Nach dem Ausgleich war Lyon die Mannschaft, die dem 2:1 näher war. Was ich bei INAC und auch bei der japanischen Nationalmannschaft nicht ganz verstehe, ist dass sie das Spiel phasenweise komplett aus der eigenen Hand geben und sich damit oft selbst in Schwierigkeiten bringen. Bei beiden ist das Spiel klar auf Ballbesitz ausgelegt und sie lassen die Gegner durch ihr Passspiel viel laufen. Dann gibt es aber Phasen, wo sie die Kontrolle über Ball und Gegner komplett abgeben und sich nur auf das verteidigen konzentrieren. Kassieren sie dann ein Tor, reißen sie das Spiel wieder an sich.

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  • Sheldon sagt:

    @eisbär: Ich denke, das liegt einfach auch an der konditionellen Schwäche der Japanerinnen. Sie wissen, dass sie nicht die ganze Zeit das Spiel kontrollieren können. Daher geben sie die Spielführung meist gezielt ab, um dann kontrolliert verteidigen zu können. Bei der WM ist das gut gegangen, beim Algarve ist das bis ins Finale und bei Olympia auch bis ins Finale gut gegangen.

    Insofern wüsste ich nicht, wie man das Spiel mit den körperlichen Gegebenheiten der Japanerinnen besser spielen könnte.

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  • laasee sagt:

    The start of this success story for Lyon was the CL 2011 when they beat Potsdam.
    The stupid WM preparation did not help the Brandenburgers for that Final.

    So, the DFB and Frau Neid have contributed to the Lyon success story.

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  • timmy sagt:

    Ende November tritt übrigens Chelsea an als europäischer Vertreter. Ziemlciher Dämpfer für viele Fans wie man so liest. Hatte Wolfsburg wohl einfach keine Lust, kein Geld oder kein frei bekommen vom DFB?

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  • Markus Juchem sagt:

    @timmy: Vielleicht wurden sie gar nicht gefragt? Yuki Ogimi ist für die Veranstalter ein Zugpferd.

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  • enthusio sagt:

    @timmy und Markus Juchem:

    Es müsste mal in Wolfsburg nachgefragt werden, denn eine Einladung sollte ergangen sein.

    http://equalizersoccer.com/2013/10/18/mobcast-cup-organizers-had-contact-with-nwsl-team/

    Allerdings kollidieren die Termine mit zwei Bundesligaspieltagen, so dass Wolfsburg wohl keine Möglichkeit sah, an dem Turnier in Japan teilzunehmen.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Sollte das mit Chelsea wirklich zutreffen, wäre das in meinen Augen der größte Lacher, der das gesamte Event in seiner Bedeutung in Frage stellen würde! Man braucht sich nur mal die diesjährige Plazierung in der FAWSL anzuschauen und kann dann eigentlich nur noch abwinken – Yuki hin oder her! Die hat nämlich auch absolut nichts mehr gerissen, seitdem sie dort angeheuert hat. Ob das viele Geld die anhaltende sportliche Talfahrt ausgleicht, muß ich anzweifeln. So hat Asano Gelegenheit, Boden gegenüber ihrer Schwester gutzumachen, was für sie mental auch nicht unbedingt schlecht rüberkommen mag.
    Die Nichtteilnahme des VfL hat sicher in der vollen Konzentration auf den z.Z. engen BL-Kampf seinen Grund, man kann da selbst auf die lukrativen Sponsorengelder gut und gern verzichten. Der DFB hätte bei Interessenbekundung seitens des VfL sicher dem Triplesieger keine Steine in den Weg gelegt und Spielverlegungen zugestimmt.

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