U17-WM: DFB-Elf wird Vierter, Frankreich holt Titel

Von am 13. Oktober 2012 – 17.19 Uhr 7 Kommentare

Die deutsche U17-Nationalelf hat bei der WM in Aserbeidschan das Spiel um Platz 3 gegen Ghana verloren. Gegen die Westafrikanerinnen unterlag die Auswahl von Trainerin Anouschka Bernhard durch einen Treffer von Priscilla Okyere mit 0:1 (0:1). Frankreich krönte sich hingegen nach Elfmeterschießen zum U17-Weltmeister.

Dabei spielte die DFB-Elf, die Ghana zum Auftakt der Vorrunde noch mit 2:1 bezwungen hatte, fast eine Stunde lang in Überzahl, nachdem Fatima Alhassan nach einer guten halben Stunde mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz musste.

Kaum Torchancen
„Wir haben es nicht geschafft, davon zu profitieren, dass wir über 60 Minuten eine Spielerin mehr auf dem Feld hatten. Wir haben es nicht geschafft, Torchancen herauszuspielen. Ghana hat mehr in das Spiel investiert, Wir haben es nicht verdient, das Spiel zu gewinnen. Wir sind sehr, sehr enttäuscht“, so das Fazit von Bernhard.

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Okyere trifft volley
Dabei hatte die DFB-Elf gut begonnen und bereits in der zweiten Minute durch Vivien Beil eine gute Torchance, doch Ghanas Torhüterin Victoria Agyei konnte parieren. Doch die Ghanaerinnen fanden schnell besser in die Partie und belohnten sich durch den Führungstreffer, als Okyere volley aus 14 Metern ins Netz traf.

Frankreich holt Titel
Die DFB-Elf hatte zwar in der zweiten Halbzeit optische Vorteile, doch gegen die kompakte Defensive der Afrikanerinnen fanden die deutschen Spielerinnen kein Mittel, am Ende blieb der vierte Platz im Turnier. Im Finale setzte sich Frankreich mit 7:6 nach Elfmeterschießen gegen Nordkorea durch. Nach regulärer Spielzeit hatte es nach Treffern von Lea Declerc (33.) und Ri Un Sim (79.) 1:1 (1:0) gestanden. Vom Elfmeterpunkt hatte Frankreich das glücklichere Ende auf seiner Seite, Frankreichs Torhüterin Romane Bruneau parierte zwei Elfmeter.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Bedauerlich, aber leider nicht zu ändern, diese U17-WM endet für unsere Mädels mit dem von mir vorhergesehenen Ergebnis! Ich hätte mich übrigens in dem Punkt gern geirrt!
    Hinzu kommt die Höchststrafe, gegen einen dezimierten Gegner 60 min spielen zu können/müssen, in dieser Phase den einzigen und entscheidenden Treffer hinnehmen zu müssen und das Spiel dennoch nicht wegen arg begrenzter eigener Mittel umbiegen zu können. Der FF-Gott hatte heute freigenommen!
    Also doch kein so innig erhofftes versöhnliches Ende dieser WM.
    Gerade fällt das 1:0 für Frankreich und das auch verdient – wenigstens hier zeigt das Daumendrücken ein akzeptables Ergebnis!

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  • laasee sagt:

    That game was hard to watch!
    People should open their eyes and see reality.
    There is a lot that is wrong with German football.
    I have been writing with concern for a long time.

    France is now the premier nation at youth level and at club level.
    Germany has gone backwards and it was predictable (sadly).

    Now for the next chapter – two N11 games in USA !!

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  • wrack sagt:

    @ Iaasee: „I have been writing with concern for a long time… Germany has gone backwards and it was predictable (sadly).“

    Wow, Nostriaaseemus, you did it. After a long, long, long time of practising predictions today you were successful 🙂 The decline of German FF now is inexorable. But don’t worry – December 22th is near anyway (The Mayas, you remember ?) 😉

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  • FFFan sagt:

    Alles in allem war das Turnier aus deutscher Sicht eine Riesenenttäuschung. Nicht so sehr wegen der Platzierung, sondern vor allem wegen der gezeigten Leistungen. Man war (außer gegen Uruguay) nie die bessere Mannschaft und der negative Höhepunkt folgte im Spiel um Platz 3: im gesamten Spiel konnte keine einzige klare Torchance herausgespielt werden, obwohl die DFB-U17 zwei Drittel der Spielzeit in Überzahl war und der Gegner nicht nur von vornherein auf seine bis dahin gefährlichste Offensivspielerin verzichten musste, sondern auch durch zwei verletzungsbedingte Auswechslungen zu Umstellungen gezwungen war!

    Aber es hilft jetzt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Die ‚Endjahrgänge‘ müssen zusehen, dass sie den Übergang in die U19 hinbekommen, während die Jüngeren noch ein Jahr in der U17 Erfahrung sammeln können.

    @ S.F.:
    „Gerade fällt das 1:0 für Frankreich und das auch verdient…“

    Zu dem Zeitpunkt sicherlich ja, doch im zweiten Durchgang konnte sich Nordkorea beträchtlich steigern, so dass der Ausgleichstreffer, als er dann zehn Minuten vor Schluss fiel, ebenfalls verdient war. Die Französinnen konnten am Ende sogar froh sein, wenigstens das Elfmeterschießen erreicht zu haben, in dem sie dann – wie schon gegen Nigeria – das bessere Ende für sich hatten. Nur zwei Siege, aber vier Unentschieden – eine kuriose Bilanz für einen Weltmeister, allerdings hatten die ‚Bleuettes‘ auch sehr starke Gegner.

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  • gerd karl sagt:

    ja laasee, was haben wir bei der u 17 wm gesehen.
    denn niedergang des us frauen fussballs, ausgeschieden in der vorrunde.
    das sterben des schwedischen fussballs, weil nicht qualifiziert.
    die deutsche u 17 ist europameister und 4 bei der wm geworden, ich habe keine angst um den deutschen frauen fussball.

    und glückwunsch frankreich

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @FFFan
    > Die Französinnen konnten am Ende sogar froh sein, wenigstens das Elfmeterschießen erreicht zu haben, …
    Nun, genausogut wie unsere U17 per Elfmeterschiessen den EM-Titel errungen hat!
    Ausserdem ist die Entstehung des Ausgleichstreffers kein Zeugnis für die erhebliche Leistungssteigerung der Nordkoreanerinnen, die auch im Abschluß ziemlich dusselig wirkten.
    Die Bleuettes haben sich im Turnierverlauf erheblich gemausert und sind damit weitergekommen als so mancher FF-Versteher ihnen zugetraut hat inkl. dem eigenen Trainer. Unseren Mädels jedoch kann man Gleiches keinesfalls bescheinigen wie ich mehrfach betont habe. Insofern verstehe ich die Reaktion nach Abpfiff des kleinen Finales nicht, wo man meinte am Boden zerstört zu sein. Ich frage mich schon, wo bleibt eine eigene, selbstkritische Einschätzung der Mädels, die erneut den unbedingten Siegeswillen nur ahnen liessen, denn gezeigt wurde er über weite Strecken selten! Und wenn der Wille dann schon mal da war, kam was arg Limitiertes dabei rum. Ganz augenscheinlich sind die meisten Teams im Vorteil, wenn es um die Schnelligkeit im Antritt und im Erfassen von Spielsituationen geht.
    Wie oft kam man den Gegenspielerinnen im Laufduell gar nicht hinterher – ungezählte Male!
    Ist denn niemanden der Laufstil manches Mädels aufgefallen, wo die Arme und Beine seitlich weggehen beim Sprint? Dieses Merkmal zeigt keine echte Sportlerin.

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  • laasee sagt:

    @gerd karl

    You are happy with what we all watched on television yesterday?

    German players could not play simple passes to each other!
    11 Germans players lack basic coaching as how to play against 10 players!
    German players did not show the same desire and hunger as the Ghana players! (at 16, 17 years of age).

    There is something dramatically wrong with the coaching and development of these players!!

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