U17-WM: Glückliches Remis für DFB-Elf

Von am 26. September 2012 – 22.32 Uhr 17 Kommentare

In ihrem zweiten Spiel bei der U17-WM in Aserbeidschan konnte die deutsche Elf nur mit Mühe dank eines Last-Minute-Treffers ein Remis gegen China holen.

Die eingewechselte Ricarda Kießling verhinderte beim 1:1 (0:1) gegen China mit ihrem Treffer in der vierten Minute der Nachspielzeit eine Niederlage (90.+4), Miao Siwen hatte die Asiatinnen in Führung gebracht (12.).

Führung für China
Die DFB-Elf kam gut in die Partie, Vivien Beil und Pauline Bremer hatten die ersten Chancen. Doch mit einem Schlenzer aus elf Metern von Miao Siwen gingen die Chinesinnen in Führung (12.). In einer dann offenen Partie mit Chancen auf beiden Seiten hatte Deutschland Glück, dass Lei Jiahui kurz vor der Pause aus rund 20 Metern nur die Querlatte traf (44.).

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Joker Kießling sticht
Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit waren die Chinesinnen am Drücker, doch je länger die Partie, desto besser hielt die DFB-Elf dagegen. Die beste Ausgleichschance ließ zunächst die eingewechselte Venus El-Kassem aus kurzer Distanz aus (78.), doch Joker Ricarda Kießling machte es in den Schlusssekunden besser, als sie eine Freistoßflanke per Kopf aus fünf Metern wuchtig via Innenpfosten ins Netz beförderte (90.+4).

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Bernhard: „Ein bisschen glücklich“
DFB-Trainerin Anouschka Bernhard räumte ein: „Wir haben speziell in der zweiten Halbzeit sehr, sehr viel investiert, um den Ausgleich noch zu erzielen. Wenn der dann in der Nachspielzeit fällt, ist es natürlich ein bisschen glücklich.“ Am Sonntag, 30. September, trifft die DFB-Elf zum Abschluss der Vorrunde auf Uruguay (live ab 14 Uhr auf Eurosport).

Japan siegt erneut
Im zweiten Spiel der Gruppe D kam Ghana zu einem 5:0 (3:0)-Sieg gegen Uruguay. Jane Ayieyam (8.), Priscilla Okyere (24., 79.), Alberta Ahialey (45.) und Fatima Alhassan (78.) erzielten die Treffer für die Westafrikanerinnen. In den Partien der Gruppe C gewann Japan gegen Neuseeland mit 3:0 (0:0), die Tore erzielten Yui Hasegawa (60., 78.) und Rin Sumida (90.+3 Foulelfmeter), Brasilien schlug Mexiko durch einen Treffer von Byanca (82.) mit 1:0 (0:0).

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

17 Kommentare »

  • karl sagt:

    Aus meiner Sicht ist das die Talentfreieste U-Mannschaft der DFB Frauen die ich je spielen sehen habe, aber auch die kaempferischste und die mit dem meisten Glueck. Schon das Spiel gegen Ghana war schlecht und haette verloren werden koennen, aber gegen China das war schon noch ne Nummer schlechter , besonders in der ersten Halbzeit. Umso erstaunlicher dass es gelungen ist in beiden Spielen nicht zu verlieren, Hut ab 🙂 🙂

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  • laasee sagt:

    The new strategy is ‚Plan Yankee‘ – copy USA from WM U20.
    Play bad but win the Cup.

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  • waiiy sagt:

    @laasee: Ich hoffe, Du behältst Recht.

    waiiy

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  • frosti sagt:

    Das Team war in beiden bisherigen Spielen die schlechtere Mannschaft und man kann tatsächlich nicht erkennen, ob darin überhaupt ein Talent spielt. Immerhin scheinen sie mental stabil zu sein – siehe auch die Europameisterschaft.

    Die Abwehr, insbesondere auch auf der rechten Seite, steht wie eine „deutsche Eiche“. Das Abwehrverhalten wirkt geradezu plump, die Spielerinnen im Abwehrbereich bzw. -verhalten ungelenk und unbeweglich und man will nicht glauben, dass dies der Europameister sein soll.
    Man kann nur hoffen, dass ein verstecktes Talent ( Däberitz ?) in einer solch schwachen Mannschaft einfach nicht zur Geltung kommen kann.
    Die Spielerinnen ( z.T. erstaunlich „rund“) erscheinen auch nicht austrainiert. Da muss sich sicherlich auch das Trainerteam an die Nase fassen. Da es sich aber um eine Jugendmannschaft handelt, sollte man da noch milde walten lassen. Die sollen sicherlich erst einen vernünftigen Schulabschluss machen – gerade auch wenn viel sportliches Talent nicht erkennbar ist.

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  • Lusankya sagt:

    „The new strategy is ‘Plan Yankee’ – copy USA from WM U20.
    Play bad but win the Cup.“
    Hat ja schon bei der EM funktioniert, bei der die deutlich talentierterten Jahrgänge zuvor nur zweimal den dritten Platz geholt haben. Ebenso bei der U-19 EM 2012 als die Schwedinnen mit Antifußball endlich wieder den Titel geholt haben. 😉

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  • xyz sagt:

    Es stimmt wirklich.diese Mannschaft dusselt sich von Spiel zu Spiel. Wie die Europameister werden konnten,ist mir ein Rätsel!
    Da kann man nur sagen Glück gehabt.
    Wenn Frau Meinert manch ein ,,Pummelchen“ beim Leistungstest der künftigen U19 zu sehen bekommt,dann würde ich gerne mal Mäuschen spielen.
    So etwas langsames unbewegliches hab ich in den letzten U- Mannschaften nicht mehr gesehen!

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  • Roztok sagt:

    Ich hoffe nur, dass die Mädels im Moment nicht auf die Idee kommen sich dieses Gemeckere durchzulesen. Ja, Kritik ist berechtigt und auf jeden Fall angebracht, aber doch bitte fair.

    Merle Frohms kein Talent, na ich weiss ja nicht. Und auch die anderen Spielerinnen, die es mit 16 bereits in die Bundesliga geschafft haben… Hut ab. Auch wenn viel Glück dabei ist, das Team kämpft und hat Nervenstärke bis zum Ende.

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  • wrack sagt:

    Erwähnen könnte man an dieser Stelle noch, dass ein Remis im letzten Spiel gegen Uruguay bereits zum Einzug ins Viertelfinale reichen wird.
    Das Team hat gegen zwei körperbetont und z.T. stark aufspielende Teams kritische Situtionen gemeistert und gegen China nie aufgegeben. Das 1:1 war kein Glück, sondern verdientes Ergebnis eines Schlußspurts. Gegen die m.E. nach im Vorfeld allgemein unterschätzten Chinesinnen haben sich die Mädels die Lunge aus dem Hals gelaufen.
    Einige der Spielerinnen als „Pummelchen“ oder zu „rund“ zu bezeichnen, halte ich bei Beurteilungen von Spielerinnen der U17 für unangebracht – wir sind beim FF nicht in der Model-Branche und < 17jährige haben ein Recht auf einen gewissen Schutz vor solchen Zumutungen :-(.
    Wie kommt man denn hier darauf, dass in diesem Team keine Talente sind ? Die spielen bei einer Weltmeisterschaft und sind Europameister geworden ! Ist ganz Europa "talentfrei" ?

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  • Guido sagt:

    Habe nur die letzten 10 Minuten im Fifa-Stream gesehen. Das war ein druckvoller Schlussspurt einer in dieser Phase komplett dominierenden deutschen Mannschaft, die sich mehrere gute Chancen herausspielte und die den späten Treffer förmlich erzwang. Dazu wies der FIFA-Kommentator, der mit Sicherheit keine Schwarz-Rot-Goldene Brille aufhatte, immer wieder darauf hin, dass das Spiel wegen zweier klarer, aber verweigerter Elfmeter für die DFB-Elf sehr unglücklich gelaufen sei und der Ausgleich mehr als verdient sei. Nur von diesen 10 Minuten her ist die herbe Kritik schwer nachvollziehbar. – Nun gut, deutsche Nationalmannschaften, die im Turnier schön gespielt und im entscheidenden Moment dann doch verloren haben, haben wir in den letzten Jahren genug gehabt, sei es bei den Männern oder neulich bei den U-20-Frauen. Von mir aus darf es die U17 gerne anders herum machen.

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  • jochen-or sagt:

    @guido
    Das waren aber auch die weit besten 10-Minuten.
    Die Chinesinnen waren schlicht nicht schussstark genug – wie dies bei Mädchen in diesem Alter häufig der Fall ist – ansonsten hätten sie mit 3-4 Toren führen müssen. Genauso ging es den Mädchen von Ghana im ersten Spiel. Chancen der Deutschen waren dieses Mal Mangelware. Anders als gegen Ghana ging auch nach vorne so gut wie nichts – erst in der Schlussviertelstunde wurde es etwas besser.
    Ordentlich ist jedenfalls die Torfrau. Wenn ich diese Mannschaft mit der Mannschaft von vor 2 Jahren vergleiche, die so unglücklich gegen Nordkorea ausgeschieden ist, so finde auch ich diese Mannschaft eine Klasse schlechter als die damalige.
    Wenn Lassee sie mit den USA bei der U-20 vergleicht und Hoffnung auf den Titel macht, so kann ich mich dem nicht anschließen.
    Sicherlich werden sie jetzt das Viertelfinale schaffen.
    Wenn sie dann sogar den Gruppensieg erringen, haben sie sogar einen schlagbaren Gegner! Gegen Japan sehe ich allerdings schwarz – aber der Ball ist ja rund, was sich gerade in den beiden Spielen gezeigt hat, wo sie eine Vielzahl von Großchancen des Gegners überlebt haben.

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  • Detlef sagt:

    Ich habe das Spiel gegen China zwar nicht gesehen (war ja auf dem Weg nach Lüttich), aber die längere Aufzeichnung gegen Ghana!!!

    Sicher ragt aus diesem TEAM keine Spielerin so richtig raus, aber deswegen von talentfrei zu sprechen, finde ich überzogen!!!
    Vielmehr ist es eben ein „Gemeinschaftsprodukt“, daß sich gegen (eventuell bessere Einzelspielerinnen) als TEAM zur Wehr setzt!!!

    Spielerisch mögen einige noch Nachholbedarf haben, aber gerade in so einem Turnier kann man sich auch noch steigern!!!

    Und Roztok hat absolut Recht, daß zB eine Merle Frohms ein absolutes Torwarttalent ist, und dies zumindest gegen Ghana auch sehr gut gezeigt hat!!!
    Eine WIBKE MEISTER steht sicherlich auch nicht ohne Grund im Erstligakader des deutschen Serienmeisters!!!

    Und „Pummelchen“ habe ich keine gesehen, dafür junge Mädchen, die auch noch im Wachstum sind!!!

    Warten wirs mal ab, und geben unserem TEAM noch ein bisschen Zeit!!!

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  • Kanngarnix sagt:

    @Detlef

    Ich stimme dir ja grössten Teil zu nur bei dem Punkt mit Wibke Meister nicht.

    Ich habe das Spiel gegen Ghana komplett live gesehen und sie wurde mehr als 1 mal von der Nummer 7 aus Ghana überlaufen bzw hat im Zweikampf ganz schlecht ausgesehen. Meiner Meinung nach hätte man dort schon in der 2 Halbzeit reaggieren müssen. Wenn ich dann den Vergleich zum 2 Spiel wo Sharon Beck als linker Verteidiger gespielt habe ziehe, muss ich sagen war das um längen besser und sicherer. Warum Wibke jedoch gegen China als linker Mittelfeldspieler aufgelaufen ist habe ich nicht verstanden. Aucgh fand ich ihre Offensivaktionen sehr schwach. Würde sogar behaupten das Sharon Back als linker Verteidiger mehr offensivaktionen hatte.

    Ob der Rest jetzt so als talenfrei zu bezeichnen ist, weis ich auch nicht. Man spielt halt nur viel zu kompliziert, zu unpräsize und zu statisch. Wenn man das im Grif bekommt dann ist das deutsche Team nicht so schlecht wie es gerade aussieht.

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  • dillmann sagt:

    Vielleicht liegt es auch daran das die Mädels und auch die Frauen oft nicht auf ihren Positionen spielen die sie im Verein haben. Warum muß man eine Stürmerin in die Abwehr stellen ?

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  • Lusankya sagt:

    „Zu unpräzise“ ist aber ganz normal für diese Altersklasse. Man muss einfach bedenken, dass man den Fuball nicht mit dem der U-20 vergleichen kann. Unpräzise spielen aktuell ebenfalls die Französinnen gegen Gambia, oder generell min. 14 der 16 teilnehmenden Teams. Auch die magischen Japanerinnen spielen noch nicht perfekt.

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  • pinkpanther sagt:

    Spielerische Leistung hin oder her (ich war vom Spiel unserer Mädels bislang auch alles andere als begeistert), durch die starke kämpferische Leistung am Ende des Spiels hat die deutsche Mannschaft das Unentschieden quasi erzwungen und steht nun immerhin zumindest mit einem Bein im Viertelfinale!
    Zum Vergleich: Die USA dürfen nach den Resultaten von eben (FRA-GAM 10:2 / NKR-USA 1:1) bereits nach der Vorrunde die Koffer packen … das ist mal so richtig bitter 🙁

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  • frosti sagt:

    Ja, unpräzise, wenn man nur die Tore von Gambia gegen Frankreich sieht.
    Klar müssen so junge Mädchen nicht auf dem Niveau einer U-20 spielen und noch nicht so athletisch sein. Deshalb schaut man ja auch mehr nach den sog. Talenten als auf den Erfolg. Von den Talenten konnte man vor 2 Jahren gleich mehrere erkennen und mit Wensing und Lotzen sind sogar schon 2 im Kader der N11. Zudem haben die meisten davon soeben die großartige U-20 WM gespielt.
    Die haben für mich 2010 in Trinidad Tobago aber schon präzise gespielt, jedenfalls wesentlich präziser als die Mädels jetzt.
    Ich sehe kein solches Talent im jetzigen Kader wie z.B. die genannten, aber auch weitere Spielerinnen von 2010. Lediglich Frohm im Tor fällt auf.
    Immerhin kommen in Gruppe B mit Frankreich und Nordkorea die beiden Mannschaften weiter, die im Spiel gegen die USA jeweils besser waren. Also gibt es noch so eine Art von Gerechtigkeit. Seien wir froh, dass unsere Mannschaft im Viertelfinale zeigen kann, dass sie es besser kann als das, was sie bisher gezeigt hat.

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  • Lusankya sagt:

    „Ja, unpräzise, wenn man nur die Tore von Gambia gegen Frankreich sieht.“
    Nein, ich habe das komplette Spiel gesehen und meine insbesondere die erste Halbzeit. Sehr viele Fehlpässe, ohne dass es Einwirkung des Gegners gab. Aber das ist für die Altersklasse recht normal, weswegen ich es nicht übermäßig kritisiere.

    „Die USA dürfen nach den Resultaten von eben (FRA-GAM 10:2 / NKR-USA 1:1) bereits nach der Vorrunde die Koffer packen … das ist mal so richtig bitter“
    Sehe nicht, wieso das bitter ist. Die USA war in beiden Spielen gegen die direkten Konkurrentinnen die schlechtere Mannschaft. Mit 5 Punkten können sie ganz zufrieden sein, ist auch mehr als ihre U-20 Kollegen in der Gruppe geholt haben. 😉

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