EM-Quali: Frankreich und Finnland durch, Österreich überrascht

Von am 16. September 2012 – 17.00 Uhr 10 Kommentare

Frankreich und Finnland haben mühelos ihr Ticket für die Frauenfußball-EM 2013 in Schweden gelöst, Österreich darf nach dem überraschenden Sieg gegen Dänemark von der direkten Qualifikation träumen.

Die Französinnen machten in Gruppe 4 mit einem 4:0 (3:0)-Sieg gegen die Republik Irland in Guingamp die Qualifikation perfekt. Elodie Thomis (8.), Eugénie Le Sommer (13., 43.) und die eingewechselte Julie Morel (86.) erzielten die Treffer für die Elf von Trainer Bruno Bini.

Finnland löst EM-Ticket
In Gruppe 5 gewann Finnland mit 5:0 (4:0) in Estland und sicherte sich somit ebenso wie Frankreich seinen Startplatz für das Turnier in Schweden. Leena Puranen brachte ihr Team in Führung (7.), die weiteren Treffer erzielten Sanna Talonen (13., 61., 77.) sowie Kapitänin Maija Saari (21. Elfmeter).

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Überraschungssieg für Österreich
Österreich kam in St. Pölten zu einem überraschenden 3:1 (1:0)-Sieg gegen den Weltranglisten-12. Dänemark – der wohl größte Erfolg der österreichischen Frauenfußball-Geschichte. Zuvor hatte Dänemark seine sechs Qualifikationsspiele gewonnen bei einem Torverhältnis von 25:0.Verena Aschauer brachte die Gastgeberinnen kurz vor der Pause in Führung (42.), Nina Burger (47., 79.) schraubte das Ergebnis in die Höhe, ehe Nadia Nadim in der Nachspielzeit der Ehrentreffer gelang (90.+2).

Dänemark unter Druck
Österreich hat somit in Gruppe 7 mit 19 Punkten die Führung von den Däninnen übernommen (18 Punkten), die am Mittwoch aber noch ein Heimspiel gegen Portugal in der Hinterhand haben. Bei einem Sieg oder Remis qualifiziert sich Dänemark als Gruppenerster, eine Niederlage würde Österreichs direkte EM-Qualifikation bedeuten. Die Österreicherinnen könnten sich aber auch noch als bester Gruppenzweiter einen direkten Startplatz sichern, der Play-off-Platz ist sicher.

Showdown zwischen Norwegen und Island
In der spannenden Gruppe 3 hat Island nach einem 2:0 (1:0)-Sieg gegen Nordirland durch Treffer von Hólmfrídur Magnúsdóttir (37.) und Fanndís Fridriksdóttir (53.) weiterhin die besten Karten. Norwegen kam gegen Belgien zu einem hart erkämpften 3:2 (1:0). Elise Thorsnes (4.), Isabell Herlovsen (50.) und Marit Christensen (61.) trafen für die Norwegerinnen, für die Gäste waren Tessa Wullaert (54.) und die eingewechselte Annaelle Wiard (73.) erfolgreich. Norwegen empfängt am Mittwoch Island und braucht drei Punkte zum Gruppensieg, ein Remis reicht Island, um das EM-Ticket zu lösen.

Eugénie Le Sommer (li.), Wendie Renard und Elodie Thomis

Eugénie Le Sommer (li.), Wendie Renard und Elodie Thomis dürfen sich auf die EM in Schweden freuen © Nora Kruse / ff-archiv.de

Siege für Deutschland und die Schweiz
Während Deutschland in Gruppe 2 zu einem souveränen 7:0 (3:0)-Sieg in Kasachstan kam, unterlag Deutschlands nächster Gegner Türkei auf eigenem Platz mit 1:3 (1:1) gegen die Schweiz. Lara Dickenmanns Führung (25.) glich Yagmur Uraz postwendend aus (27.), doch ein Doppelpack von Ramona Bachmann (70., 73.) machte den Erfolg für die Elf von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg perfekt.

Schottland zumindest, Ukraine sicher in den Play-offs
Schottland sicherte sich mit einem 2:1 (1:1)-Erfolg in Wales Platz zwei in der Gruppe 4 und somit die Teilnahme an den Play-off-Spielen, hat aber auch noch eine rechnerische Chance bester Gruppenzweiter zu werden. Helen Lander brachte die Waliserinnen zwar in Führung (38.), doch Joanne Love (45.) und Kim Little (68.) drehten die Partie zugunsten der Schottinnen. Für die Play-offs qualifizierte sich auch die Ukraine dank eines 5:0 (2:0)-Siegs in Weißrussland. Daryna Apanaschenko (28., 32.), Vira Dyatel (57.), Daryna Vorontsova (65.) und Olena Khodyreva (81. Elfmeter) erzielten die Tore.

Russland hat Play-off-Platz sicher
Russland feierte in Mazedonien einen 6:0 (2:0)-Sieg. Natalia Shlyapina (32., 41., 78.) war mit drei Treffern beste Torschützin ihres Teams, die weiteren Tore erzielten Olesya Mashina (58.) sowie die eingewechselte Nelli Korovkina (87., 90.). Da Polen am Sonntag in Italien durch einen späten Treffer von Kapitänin Patrizia Panico (86.) mit 0:1 verlor, hat Russland seinen Play-off-Platz bereits vor dem abschließenden Duell mit den Polinnen am Mittwoch sicher.

Erster Sieg für Slowenien
Im zweiten Spiel der Gruppe 1 trennte sich Bosnien und Herzegowina von Griechenland mit 1:1 (1:0). Nejra Sabic traf für die Gastgeberinnen (16.), Danai-Eleni Sidira (56. Elfmeter) gelang der Ausgleich. Im einzigen Spiel der Gruppe 6 kam Slowenien zu einem 1:0 (1:0)-Sieg gegen Kroatien, Kaja Erzen erzielte den Treffer  des Tages und bescherte ihrem Team den ersten Sieg in der EM-Qualifikation (19.).

Letzte Entscheidungen
Am Sonntag und Mittwoch wird die EM-Qualifikation mit 18 Spielen beschlossen. Dann werden nicht nur die letzten Gruppensieger gekürt und somit die letzten direkten Startplätze vergeben, sondern auch das Teilnehmerfeld an den Play-off-Duellen wird dann feststehen.

EURO 2013 in Schweden (10. bis 28. Juli 2013)

Bereits qualifiziert: Schweden (Gastgeber), Italien, Deutschland, Frankreich, Finnland
Play-off-Teilnehmer: Spanien, Ukraine
Zumindest in den Play-offs: Schottland, Island, Norwegen, Niederlande, England, Österreich, Dänemark, Russland

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

  • wrack sagt:

    Ergänzen möchte ich, dass Österreichs Chancen auf den Rang des besten Gruppenzweiten inc. Direktqualifikation sehr klein sind. Vorausetzen müsste man nämlich, dass Kroatien (Bisher 1 Punkt, 6:20 Tore) auf der Insel ein Unentschieden gegen die Engländerinnen holt. Das wäre sicherlich eine Sensation. Aber das Erreichen der Playoffs ist natürlich jetzt schon ein riesiger Erfolg für Österreich und warum sollten sie nach dem Sieg gegen Dänemark nicht auch in den Playoffs Erfolg haben ? Ein bischen Losglück und noch einmal eine herausragende Leistung – voila !

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  • Sheldon sagt:

    Ich möchte anmerken, dass Ukraine noch nicht sicher in den Playoffs ist. Sie haben 3 Punkte Vorsprung vor Slowakei und Weißrussland, die am letzten Spieltag aufeinandertreffen, während Ukraine gegen Finnland ran muss.
    Durch einen hohen Sieg von Finnland sowie von einer der beiden Mannschaften könnte Ukraine rechnerisch noch rausfliegen (Slowakei muss 12 Tore gutmachen, Ukraine 22). Ein 7:0 von Slowakei bei einem 5:0 von Finnland und Slowakei hätte doch noch den Sprung in die Playoffs geschafft!

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  • Markus Juchem sagt:

    @Sheldon: Das ist nicht richtig, da bei Punktgleichheit als erstes der direkte Vergleich zählt und hier hat die Ukraine sowohl gegenüber der Slowakei als auch Weißrussland die Nase vorn (siehe 7.13 des Regelwerks:

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  • Sheldon sagt:

    Hm, okay, hatte gedacht, der wäre für Quali nicht relevant, sondern greift nur bei den Turnieren.

    Dafür steht allerdings Schottland bereits als Playoff-Teilnehmer fest!

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  • Markus Juchem sagt:

    @Sheldon: Das stimmt so auch nicht hundertprozentig, da Schottland sich rechnerisch auch noch als bester Gruppenzweiter qualifizieren könnte, auch wenn dies wie im Falle von Österreich nicht unbedingt wahrscheinlich ist. Richtig ist allerdings, dass sie im schlechtesten Fall (wie auch Österreich) an den Play-off-Spielen teilnehmen werden.

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  • pinkpanther sagt:

    Habe mir die Gruppen jetzt nochmal genauer angeschaut und sehe die Situation wie folgt:
    Die größte Chance, sich als bester Gruppenzweiter direkt zu qualifizieren, hat wohl die Niederlande, wenn die Engländerinnen ihr Spiel gegen Krotien – wie zu erwarten – auch gewinnen.
    Die einzige Mannschaft jedoch, die es komplett selbst in der Hand hat, bester Gruppenzweiter zu werden, ist interessanterweise Schottland: Gewinnen die Schottinnen mit mindest vier Toren gegen Frankreich, wären sie sicher bester Gruppenzweiter (das das als eher unwahrscheinlich einzustufen ist, steht auf einem anderen Blatt).
    Die Chancen für Österreich sind, wie wrack ja oben bereits geschrieben hat, ebenfalls eher als gering einzustufen. Noch theoretischer sind die Chancen der Russinnen auf den besten Gruppenzweiten – hier müsste Dänemark verlieren und weder England noch Schottland dürften gewinnen UND die Russinnen müssten ihrerseits – einen eigenen Sieg vorausgesetzt – noch massig Tore gegenüber Dänemark aufholen. Ähnlich unwahrscheinlich England als Gruppenzweiter (als eine Bedingung müsste da schon Dänemark mit mindestens 6 Toren gegen Portugal verlieren).
    Der Verlierer des Spiels NOR-ISL (bzw. NOR auch bei einem Unentschieden) spielt sicher „nur“ in den Playoffs.
    Meine Einschätzung zum besten Gruppenzweiten:
    * Niederlande (91%)
    * Schottland (4%)
    * Österreich (3%)
    * Dänemark (1%)
    * England / Russland (je 0,5%)
    Alle anderen Mannschaften sind bereits draußen aus dem Rennen, ISL und NOR allerdings noch mit der „Option“ Gruppensieg.

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  • pinkpanther sagt:

    Da hätte ich mir meine Knobelei ja glatt schenken können 😉
    Danke für den Link!

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  • Sheldon sagt:

    Naja, immerhin fehlerfrei, Respekt!

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  • laasee sagt:

    Niederlande 100%

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