U20-WM: Brasilien sieglos ausgeschieden

Von am 26. August 2012 – 14.28 Uhr 10 Kommentare

Nach zwei Remis und einer Niederlage ist Brasilien bereits nach der Gruppenphase der U20-WM in Japan ausgeschieden. Für die asiatischen Teams gab es am letzten Spieltag der Gruppen A und B hingegen viel Grund zur Freude, genauso wie für Nigeria und Mexiko.

Brasilien verabschiedete sich nach den beiden 1:1-Unentschieden gegen Italien und Nigeria mit einer 0:2 (0:0)-Niederlage gegen Südkorea aus dem Turnier. Jeoun Eunha besiegelte mit zwei Treffern (74., 82.) das frühzeitige Aus der Südamerikanerinnen.

Nigeria Sieger der Gruppe B
Südkorea qualifizierte sich hingegen als Zweiter der Gruppe B für das Viertelfinale. Der Gruppensieg ging an Nigeria, das einen überzeugenden 4:0 (2:0)-Sieg gegen Italien feierte. Francisca Ordega (22., 40., 47.) traf gleich dreimal ins Schwarze, Osarenoma Igbinovia (86.) komplettierte den Erfolg wenige Minuten vor dem Schlusspfiff (86.).

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Dritte Niederlage für die Schweiz
In Gruppe A ließ Gastgeber Japan auch in seinem letzten Gruppenspiel gegen die Schweiz nichts anbrennen. Im Nationalstadion von Tokio gab es einen klaren 4:0 (1:0)-Sieg gegen die Schweiz. Die Treffer erzielten Yoko Tanaka (30., 47.) Asuka Nishikawa (52.) und Hikaru Naomoto (84. Elfmeter).

Mexiko kämpft sich in die K.-o.-Runde
Mexiko benötigte einen Sieg gegen Neuseeland und nur 41 Prozent Ballbesitz in der gesamten Partie wurden mit Herz und Leidenschaft in einen 4:0 (0:0)-Sieg umgemünzt. Sofia Huerta (47.) brach kurz nach der Pause den Bann, ehe Natali Gomez Junco per Kopf für die Vorentscheidung sorgte (74.). Yamile Franco (85.) und Olivia Jimenez (87.) schraubten den Erfolg in die Höhe.

Viertelfinals in Tokio stehen fest
Somit stehen die ersten beiden Viertelfinalpaarungen fest. Am Donnerstag, 30. August, stehen sich in Tokio zunächst Nigeria und Mexiko (9 Uhr, live auf Eurosport) gegenüber, danach kommt es an gleicher Stelle zum innerasiatischen Duell zwischen Gastgeber Japan und Südkorea (12.30 Uhr, live auf Eurosport).

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

  • Lusankya sagt:

    Gruppe A

    Wie erwartet gewinnt Japan diese sehr schwache Gruppe ohne große Probleme. Das Unentschieden gegen Neuseeland hat mich überrascht, aber das spielt jetzt auch keine Rolle mehr. Südkorea wird der bislang schwerste Gegner für sie, aber ich rechne mit einem Sieg der Gastgeberinnen, da sie schon in der Quali relativ wenig Probleme mit SK hatten.

    Mexiko als Gruppenzweiter überrascht mich da schon eher, da sie in den ersten zwei Spielen sehr schwach waren. Aber angesicht des Gegners (Neuseeland ist beileibe kein besonders gutes Team) ist es auch nicht zu ungewöhnlich. Die Mexikanerinnen können sich über ihr zweites Viertelfinale in Folge freuen, aber dort sehe ich dann auch schon Endstation für sie.

    Die Schweiz bleibt das schlechteste Team der U-20 WM, mit mittlerweile 9 Niederlagen aus 9 Spielen.

    Gruppe B

    Brasilien ist natürlich wegen des zu Unrecht nicht gegebenen Treffers unglücklich ausgeschieden, aber hat auch über alle 3 Spiele keine besonders tolle Leistung gezeigt. Das ist das zweite Mal in Folge, dass man in der Gruppenphase ausscheidet und mittlerweile haben andere Teams ihnen den Rang abgelaufen. Als Beispiel sei da Nigeria zu nennen, die auch dieses Mal wieder sehr stark wirken und höchstwahrscheinlich mindestens das Halbfinale erreichen werden. Da kann man nur hoffen, dass Nigeria demnächst auch bei den Senioren eine ähnlich wichtige Rolle spielen kann.

    Südkorea war insgesamt solide, aber auch nicht brillant. Ich gehe nicht davon aus, dass man wieder das Halbfinale erreichen kann.

    Italien war ähnlich mies wie die Schweiz, hat aber immerhin durch einen Sonntagsschuss noch einen Punkt ergattert. Generell hat man das Gefühl, dass mit Spanien und den Niederlanden zwei fähigere europäische Teams leider wegen der ungleichen Gruppen ausscheiden mussten. Allerdings haben europäische Teams in der Altersgruppe, von Deutschland mal abgesehen, fast noch nie gute Leistungen gezeigt.

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  • qwert sagt:

    @Lusankya, was bitte ist am Abseitstor von Brasilien unrecht?
    Hier hat die Linienrichterin einen guten Job gemacht, und verdient dafür Anerkennung.

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  • Lusankya sagt:

    @qwert: Es war kein Abseits, das ist unrecht daran. Kann man in den Highlights auf fifa.com auch gut sehen.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Irgendwie ist für mich dieses Ausscheiden des brasilianischen Teams eine Art Quittung dafür, dass der Traditionsklub FC Santos seine Frauenabteilung dicht gemacht hat, nur um den Jungstar Neymar sein fürstliches Gehalt weiter bezahlen zu können. Mein Mitgefühl hält sich also in Grenzen und gilt, wenn überhaupt, nur den Spielerinnen!

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  • qwert sagt:

    Was das sollt kein Abseit gewesen sein?

    Zuerst war die Abseitstorschützin, beim schuss aufs Tor passiv im Abseit gewesen. Wenn der Ball direkt ins Tor gegangen wäre, wäre der Treffer regulär gewesen. Da der aber erst, per Abstauber durch die im passive Abseit stehende Spielerin ins Tor befödert worden ist, ist aus passiv aktive Abseit geworden.

    Sehr gute Leistung der Linienrichterin. Alles gerecht und Regelkonform.

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  • Sheldon sagt:

    Brasilien hatte noch nie gute Jugendmannschaften, auch bei den Männern nicht. Wieso? Weil Brasilien keine funktionierenden Systeme auf die Reihe bekommt.

    Brasilien hat sich immer aus einzelnen Talenten, von denen sie genug hatten, regeneriert. Das System hat immer dann funktioniert, wenn sie ein Supertalent hatten, dass so gut war, dass es eine autoritative Rolle im Team beanspruchen konnte. Solche Spieler wie Pele, Ronaldo, Rivaldo, Romario etc.
    Alles ordnete sich dann diesen Spielern unter, ansonsten war Brasilien immer schon ein durcheinander laufender Hühnerhaufen!

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  • Lusankya sagt:

    @qwert: Stoppe bei den FIFA Highlights das Bild bei 0:56. Ganz klar kein Abseits, nicht einmal gleiche Höhe. Der Ball ist auf Höhe der Torraumlinie, wenn die erste brasilianische Spielerin ihn aufs Tor lenkt. Zu dem Zeitpunkt ist die zweite Brasilianerin noch einen guten Schritt vor dem Torraum.

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  • Zaunreiter sagt:

    Ob jetzt die Gruppe A schwach oder nicht schwach war, laß ich mal dahingestellt. Ich empfinde die japanische Spielfreude als Gewinn für dieses Turnier. Das geht mir übrigens ebenso mit der afrikanischen Spielfreude der Nigerianerinnen in Gruppe B. Brasilien ist übrigens zu Recht ausgeschieden, weil sie schon so rumgespielt haben, als könnten sie ins Viertelfinale stolzieren. Das war ein Unterschied zu Japan, Nigeria und Südkorea. Und die italienische Tristesse war nicht weniger dramatisch als der brasilianische Tod in drei Raten.
    Ich würde ja gerne so beidfüssige Spielerinnen wie Tanaka oder Ordega in der deutschen Bundesliga begrüssen. Ach…ich nehm auch gern noch Naomoto oder Sunday dazu. Allein schon die Freistöße von Tanaka waren ihr Geld wert.
    Desweiteren finde ich es schade, daß die Protagonistinnen des Finales der letzten U-17 WM sich jetzt schon im Viertelfinale gegenüberstehen. Ich hätte Japan UND Südkorea gerne beide im Halbfinale gehabt.
    Soweit zur Eleganz und Spielfreude. Morgen gibts wieder Powerfußball aus Nordamerika und Deutschland.

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  • Lusankya sagt:

    Sheldon schrieb: „Brasilien hatte noch nie gute Jugendmannschaften, auch bei den Männern nicht. Wieso? Weil Brasilien keine funktionierenden Systeme auf die Reihe bekommt.“

    Also die Männer mit insgesamt 8 U-20 und U-17 Weltmeistertiteln solltest du da vielleicht mal außen vor lassen…
    Auch bei den Frauen kann man schon sagen, dass sie eigentlich gute Jugendmannschaften haben. Nur fehlt es absolut am Erfolg und irgendwie scheinen sie sich immer selbst zu sabotieren. Es hilft nicht jede talentierte Spielerin als die neue Marta zu bezeichnen und generell scheint es bei ihnen mehr um individuelle als um teambezogene Spielweise zu gehen. Natürlich hilft es nicht, dass die Konkurrenz im heimischen Kontinent quasi nicht vorhanden ist, aber Nigeria kriegt es ja auch hin.

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