USA holen olympisches Gold

Von am 9. August 2012 – 23.19 Uhr 36 Kommentare

Gelungene Revanche: Die USA haben sich mit einem Sieg gegen Japan in der Neuauflage des WM-Finales vom Vorjahr zum dritten Mal in Folge die olympische Goldmedaille gesichert. Doch die effektiven Amerikanerinnen benötigten eine Menge Glück, um die überlegenen Japanerinnen in Schach zu halten.

Beim 2:1 (1:0)-Sieg vor 80 203 Zuschauern im Londoner Wembley-Stadion, der zweitgrößten Kulisse, die es je bei einem Frauenfußball-Spiel gegeben hat, avancierte Carli Lloyd mit zwei Treffern (7., 53.) zur Matchwinnerin, für Japan traf Yuki Ogimi (62.).

Frühe US-Führung
Die Amerikanerinnen, die für die angeschlagene Lauren Cheney die wieder genesene Shannon Boxx aufboten, erwischten einen Auftakt nach Maß. Alex Morgan wurde im Strafraum in der Nähe der Grundlinie von Tobin Heath bedient und nur zu zögerlich von Azusa Iwashimizu angegriffen. Morgan legte den Ball quer zu Lloyd, die aus kurzer Distanz nur wenig Mühe hatte, den Ball über die Linie zu drücken (8.).

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Solo rettet gegen Ogimi
Doch die Japanerinnen ließen sich durch den frühen Rückstand nicht aus dem Konzept bringen. Zunächst verpasste Ogimi nur knapp die Chance auf den Ausgleich, als US-Kapitänin Christie Rampone in höchster Not klärte (17.), dann war es Torhüterin Hope Solo, die einen Ogimi-Kopfball nach Flanke von Homare Sawa an die Latte lenkte (18.).

Steinhaus übersieht Handspiel
In der 26. Minute hatte Japan Pech, dass Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus nach Freistoß von Aya Miyama ein klares Handspiel von Tobin Heath übersah und der fällige Elfmeterpfiff ausblieb. Auf der Gegenseite hatte Japan jedoch Glück, denn Iwashimizu köpfte eine Hereingabe von Amy LePeilbet an den eigenen Pfosten (28.). Doch die Japanerinnen wurden immer druckvoller und ließen die Amerikanerinnen kaum noch zur Entfaltung kommen. Nach kurzem Querpass von Shinji Ohno traf Miyama nur die Latte (33.).

US-Team unter Druck
Und Minuten später hatten die USA erneut Glück, dass Ohnos Schlenzer nur knapp sein Ziel verfehlte (37.). Der Weltranglistenerste hatte in dieser Phase bis auf einige Distanzschüsse von Lloyd und Heath kurz vor der Pause nur wenig entgegenzusetzen.

Zweite elfmeterreife Szene
Kurz nach dem Seitenwechsel riss nach einem erneuten Freistoß von Miyama Rachel Buehler Saki Kumagai zu Boden, doch Steinhaus versagte den Asiatinnen neuerlich einen Elfmeter (47.). Die Elf von Pia Sundhage konnte sich nun wieder ein wenig aus der Umklammerung befreien und schlug schnell Kapital.

Carli Lloyd

Carli Lloyd (li.) schoss ihr Team mit zwei Treffern zum olympischem Gold © Nora Kruse / ff-archiv.de

Lloyd trifft eiskalt, Ogimi schlägt zurück
Mizohu Sakaguchi ließ im Mittelfeld Lloyd auf und davon ziehen, die bedankte sich mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze zur schmeichelhaften 2:0-Führung (54.).

Doch Japan hatte eine schnelle Antwort parat, nach einem Traumpass von Miyama auf Ohno klärte Rampone einen Schussversuch von Sawa zu überhastet, Ogimi staubte zum Anschlusstreffer ab (62.).

Iwabuchi vergibt Großchance
Die US-Defensive hatte weiter massive Problem, das schnelle Kombinationsspiel der Japanerinnen zu unterbinden, doch das US-Team kam seinerseits zu Chancen, etwa als Japans Torhüterin Fukumoto in höchster Not gegen Rachel Buehler rettete (69.).

Die USA überstanden die japanische Drangphase, die Präzision im japanischen Spiel ließ in der Schlussphase nach. Doch die eingewechselte Mana Iwabuchi hatte nach schwerem Rampone-Patzer den Ausgleich auf dem Fuß, Solo parierte den etwas zu unplatzierten Schuss aber glänzend (83.).

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

36 Kommentare »

  • Jennifer sagt:

    Diskussionen zu diesem Thema bringen in der Regel online schon mal gar nichts, aber zu Sheldon: „doch es zeigt sich, welche Fans der Frauenfussball in Amerika hat.“ Das ist wirklich armselig, Sheldon. In den sozialen Netzwerken findet man so allerhand furchtbare Dinge, was man (leider) nicht nur auf einzelne Länder einschränken kann. Das Internet lockt leider immer wieder Ignoranten heraus, die leider im „wirklichen Leben“ sich schon mal gar nicht mit diversen Themen auseinandersetzen würden.

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  • Sheldon sagt:

    @Jennifer: Gut und schön, ich kenne diese Klientel zuhauf. Und ich weiß auch, dass sie nicht nur in den USA vertreten ist. Allerdings bin ich doch sehr schockiert, dass diese Gruppierungen mittlerweile auch auf den FF aufmerksam geworden sind. Gerade die Anzahl an Kommentaren US-amerikanischer „Fans“, die sich auf Pearl Harbor oder Hiroshima beziehen, ist sehr gefährlich.

    Ich frage mich, ob es in Deutschland auch nur irgendeinen FF-Fan geben würde, der sich ähnlich dreckig dazu äußern würde.

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  • berggruen1 sagt:

    @Jennifer: Die Tatsache, dass das Internet immer wieder „Ignoranten“ herauslockt, widerspricht doch nicht der Aussage, dass es schockierend ist, dass „Fans“ der US-Mannschaft sowohl in der Niederlage als auch im Triumph nichts Besseres auf Lager haben als derartige verbale Entgleisungen, denen in der Regel leider auch solche Lebenseinstellungen zugrunde liegen. Das macht die Aussagen anderer „Ignoranten“ aus anderen Ländern (auf Jamaika gegen die weiße Freundin von Usain Bolt; in Deutschland gegen die „Türken“ in der dt. NM…) natürlich nicht besser. Daher ist die Bezeichnung „armselig“auch recht „ignorant“.

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  • Frieda sagt:

    @ Sheldon
    Quelle und Beispiele bitte wenn du schon solche Sachen behauptest!

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  • qwert sagt:

    Hier ist Quelle.

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