Jasmin Eder: „Wir wollen auf jeden Fall überraschen!“

Von am 1. August 2012 – 12.18 Uhr 1 Kommentar

Österreichs Nationalspielerin Jasmin Eder wechselt zur neuen Saison von Zweitligist BV Cloppenburg zu Bundesliga-Aufsteiger VfL Sindelfingen. Und die 19-jährige Offensivkraft ist im Interview mit Womensoccer überzeugt, eine gute Rolle spielen zu können.

Womensoccer: Jasmin, wurde Dein Wechsel nach Sindelfingen auch durch die beiden österreichischen Legionärinnen Liesi Tieber und Susanna Höller beeinflusst?

Jasmin Eder: Natürlich habe ich mir bei den beiden Österreicherinnen Informationen zum neuen Verein und zur Mannschaft eingeholt. Schlussendlich war aber der Aufstieg in die 1. Bundesliga für mich ausschlaggebend für den Wechsel nach Süddeutschland.

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Womensoccer: Mit welchen Gefühlen scheidest Du aus Cloppenburg?

Eder: Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus Cloppenburg weg. Im letzten Jahr habe ich viel dazu gelernt, sowohl sportlich als auch menschlich. Ich durfte tolle Persönlichkeiten kennenlernen und konnte in der 2. Bundesliga Selbstvertrauen tanken.

Womensoccer: Siehst Du reelle Chancen, Dir bei Sindelfingen einen Stammplatz zu erkämpfen?

Eder: Der VfL ist eine Mannschaft mit vielen jungen talentierten Spielerinnen, daher wird der Konkurrenzkampf  hart. Mein Ziel ist es aber, mich durchzusetzen. Ich werde in jedem Training meine bestmögliche Leistung abrufen. Ob das reicht, entscheidet der Trainer.

Womensoccer: Wie schätzt Du die Chancen des Aufsteigers in der höchsten deutschen Spielklasse ein?

Eder: Medial werden wir auf jeden Fall als Absteiger Nummer 1 gewertet. Gütersloh, der zweite Aufsteiger,  hat einen großzügigen Sponsor an Land gezogen, was ihnen erlaubte,  einige erfahrene Spielerinnen zu verpflichten. Der VfL Sindelfingen verfügt über eine sehr junge Mannschaft, mit viel Potenzial, darin liegt unser Vorteil. Wir bestreiten eine sehr harte Vorbereitung und werden topfit in die Spielen gehen. Wir wollen auf jeden Fall für Überraschungen sorgen!

Womensoccer: Dein Tipp: wer wird deutscher Meister?

Eder: Ich glaube, dass sich Potsdam und Frankfurt wieder um die Meisterschale duellieren werden. Auch Wolfsburg hat sich wieder enorm verstärkt, Ich glaube, dass die kommende Saison sehr spannend wird!

Jasmin Eder

Jasmin Eder will mit Sindelfingen überraschen und mit Österreich zur EM © VfL Sindelfingen

Womensoccer: Die ÖFB- Teamspielerinnen Wronski und Trödthandl gehen nach Spanien, Zadrazil, Bell und Koren in die USA, warum ziehst Du die deutsche Frauenfußball-Liga vor?

Eder: Ich finde es richtig gut, dass so viele den Weg ins Ausland suchen. Schon als kleines Mädchen war es immer mein Ziel, im Ausland Fußball zu spielen. Mit 15 Jahren habe ich mich erstmals für Deutschland entschieden. Ich habe mich gut eingelebt und fühle mich hier sehr wohl. Für mich birgt der deutsche Frauenfußball die idealen Voraussetzungen, junge Spielerinnen in ihrer Entwicklung weiter zu bringen. Es wird nicht nur viel Wert auf Technik und Taktik gelegt, sondern auch auf die körperliche Fitness und Athletik. Die deutsche Liga gilt nicht umsonst als die Beste der Welt.

Womensoccer: Welche schulischen Veränderungen zieht der Transfer vom Norden  in den Süden Deutschlands für Dich nach sich?

Eder: Mir fehlen noch drei Prüfungen, bis ich zur Matura antreten darf. Ich absolviere meinen Abschluss via Fernstudium über Wien. In Cloppenburg hatte ich jeden Tag bis zu fünf Stunden Unterricht durch einen Privatlehrer, der mir vom Verein zur Verfügung gestellt wurde. Das ist hier bei Sindelfingen aus finanziellen Gründen nicht möglich. Also muss ich selbst ran, ich fliege nach Wien, um meine Prüfungen abzulegen und lerne daheim.

Womensoccer: Wie schätzt Du die Chancen bei den Play-Off-Spielen im Oktober in der EM-Qualifikation ein, dass sich Österreich erstmals für die EM, diesmal 2013 in Schweden, qualifiziert?

Eder: Die Mannschaft hat sehr viel Teamgeist und Siegeswille beim 3:2 in Prag bewiesen. Wir haben eine gute Mannschaft, die sich in den letzten Jahren enorm entwickelt hat, und außerdem  ein hervorragendes Trainer- und Betreuerteam. Nach dem großer Schritt werden wir jetzt alles geben, um unseren Traum zu verwirklichen: zum ersten Mal an einer Endrunde teilzunehmen.

Das Interview führte Dr. Helmut Pichler.

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1 Kommentar »

  • speedy75 sagt:

    Ich bin gespannt wie sie sich in Sindelfingen zurechtfindet. Im Interview klangen ja schon einige Unterschiede an. Werd das erste Spiel zwischen Sindelfingen und Potsdam ja live verfolgen.

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