Trio komplettiert olympisches Viertelfinale

Von am 31. Juli 2012 – 23.44 Uhr 32 Kommentare

Das Teilnehmerfeld des Viertelfinales beim Olympischen Frauenfußball-Turnier ist komplett. Am letzten Gruppenspieltag sicherten sich Frankreich sowie die beiden besten Gruppendritten Kanada und Neuseeland ihr Ticket für die K.-o.-Runde. Team GB gelang ein Prestigeerfolg gegen Brasilien, Weltmeister Japan begnügte sich mit einem taktischen Remis gegen Südafrika.

Den Französinnen reichte gegen Kolumbien ein früher Treffer von Elodie Thomis (5.), um sich durch einen 1:0 (1:0)-Sieg als Zweiter der Gruppe G für das Viertelfinale zu qualifizieren, wo es am Freitag im ersten Spiel des Tages gegen Schweden gehen wird – eine Neuauflage des Spiels um Platz 3 bei der WM in Deutschland, als sich die Schwedinnen mit 2:1 in Sinsheim durchsetzten.

Taktisches Remis von Japans B-Auswahl
Trotz einer verspielten 2:0-Führung sicherte sich Schweden beim 2:2 (2:1) gegen Kanada dank des besseren Torverhältnisses den Sieg in Gruppe F, da eine B-Auswahl von Weltmeister Japan, der ohne zahlreiche Stammspielerinnen antrat, sich mit einem 0:0 gegen Südafrika begnügte und so einem Duell mit Frankreich aus dem Weg ging. Gegen die Elf von Bruno Bini verlor das Team von Weltfußballerin Homare Sawa kurz vor dem Turnier ein Testspiel mit 0:2.

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Kanada mit Moral in die K.-o.-Runde
Die Kanadierinnen wurden für ihre Moral mit dem so wichtigen Punkt belohnt, der ihnen als bester Gruppendritter den Einzug ins Viertelfinale bescherte. Marie Hammarström (14.) und Sofia Jakobsson (16.) sorgten für eine schnelle Führung der Skandinavierinnen, doch ein Doppelpack von Melissa Tancredi (43., 84.) ließ die Ahornblätter um Trainer John Herdman jubeln und katapultierte Tancredi mit vier Treffern an die Spitze der Torjägerliste – sie hatte bereits gegen Japan und Südafrika getroffen.

Bundesliga-Duo schießt Neuseeland weiter
Als zweitbester Gruppenzweiter gelang Neuseeland durch einen 3:1 (1:0)-Sieg gegen Kamerun der Sprung unter die besten acht Teams des Turniers. Rebecca Smith vom VfL Wolfsburg erlöste die Kiwis kurz vor der Pause (42.), ein Eigentor von Ysis Sonkeng (48.) und Sarah Gregorius vom SC 07 Bad Neuenahr (61.) schraubten die Führung in die Höhe, ehe Gabrielle Onguene der Ehrentreffer gelang (74.).

Kanadas Fans

Kanadas Fans hatten nach dem 2:2 gegen Schweden Grund zum Jubeln © Nora Kruse / ff-archiv.de

USA siegen dank Wambach
Dabei profitierten die Neuseeländerinnen von der Schützenhilfe der USA, die gegen Nordkorea mit 1:0 (1:0) gewannen. Abby Wambach erzielte nach Vorarbeit von Alex Morgan den Treffer des Tages (24.). Die Asiatinnen hätten zumindest einen Punkt benötigt, um unabhängig vom Ausgang des Neuseeland-Spiels das Viertelfinale zu erreichen.

Team GB schlägt Brasilien
Großbritannien beendete die Gruppenphase mit optimaler Punktausbeute und ohne Gegentreffer. Nach den Siegen gegen Neuseeland und Kamerun setzte sich die Elf von Trainerin Hope Powell gegen Brasilien im Duell um den Sieg in Gruppe E mit 1:0 (1:0) durch.

Ein früher Treffer von Stephanie Houghton (2.) machte den Unterschied vor 70 584 Zuschauern im Wembley-Stadion, der größten je erzielten Kulisse bei einem Frauenfußball-Spiel auf der Insel. Der Sieg hätte sogar höher ausfallen können, doch Kelly Smith scheiterte mit einem Foulelfmeter (55.), nachdem Francielle Eniola Aluko zu Fall gebracht hatte.

Zwei Kracherspiele im Viertelfinale
Alle vier Viertelfinal-Partien werden am kommenden Freitag, 3. August, ausgetragen. Den Auftakt macht die Partie in Glasgow zwischen Schweden und Frankreich (13 Uhr MESZ), danach geht es für den Weltranglisten USA in Newcastle gegen Neuseeland (15.30 Uhr). Ein weiterer Leckerbissen verspricht die Partie Brasilien gegen Japan in Cardiff zu werden (18 Uhr), den Abschluss bildet das Duell zwischen Großbritannien und Kanada in Coventry (20.30 Uhr).

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

32 Kommentare »

  • qwert sagt:

    @Aldur, wer absichlich das Gegnerische Tor nicht trifft und es auch noch zugibt, der muss einfach disqualifiziert werden.
    Mehr Beweisse kann man nicht mehr haben. Da gibt es absolut keinen Unterschied zur Badminton Fall. Egal wie man es dreht und wendet. Es ist nämmlich Unfair gegenüber Schweden und auch Brasilien, was die Japaner gemacht haben.

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  • MatzeM sagt:

    @FFFan:
    > Und weniger Bedarf, weil von vornherein klar ist, aus welcher
    > Gruppe ein potenzieller Viertelfinalgegner kommt.

    genau das war ja das Problem im Badminton-Turnier. Das zweite chinesische Doppel (die letztendlich Gold holten) haben ein Vorrundenspiel gegen die Weltranglisten-Sechsten aus Dänemark verloren. Juhl/Pedersen hatten da einfach einen richtig guten Tag erwischt und die Chinesinnen (Weltrangliste:2) sind dadurch nur Gruppen-Zweite geworden. Trotzdem wurden Tian/Zao stärker eingeschätzt als die Däninnen, und denen wollten sowohl die anderen Chinesinnen als auch die Koreanerinnen aus dem Weg gehen. Unfair, unschön, aber verständlich.

    Kurz: Wenn der Weg in einem Turnier mit Gruppenphase von Anfang an klar ist, ist das eine Einladung dazu, das letzte Gruppenspiel „taktisch“ zu gestalten. Blöd nur, wenn dann beide Teams verlieren wollen. Deswegen auch mein Vorschlag von oben, die Gruppenzweiten nach der Gruppenphase per Los zu verteilen, dann ist immer ein Anreiz da, die Gruppe gewinnen zu wollen.

    Matze

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