Hope Powell benennt Team GB

Von am 26. Juni 2012 – 18.40 Uhr 5 Kommentare

Englands Nationaltrainerin Hope Powell, die während der Olympischen Spiele in London die Auswahl Großbritanniens trainieren wird, hat heute ihren 18-köpfigen Kader bekannt gegeben. Überraschungen gab es keine; 16 Engländerinnen und zwei Schottinnen wurden nominiert.

Jahrelang hat das „Team GB“ die Gemüter in Großbritannien erhitzt. Offiziell beteiligen sich die Verbände aus Schottland, Wales und Nordirland nicht; sie haben es aber zuletzt ihren Spielerinnen überlassen, im Falle einer Nominierung an den Olympischen Spielen teilzunehmen.

Englischer Verband federführend
Briefe mit Anfragen an die Spielerinnen aus den kleineren Verbänden wurden in den letzten Monaten vom englischen Verband viele verschickt. Arsenals Routinier Jayne Ludlow, Spielführerin der walisischen Auswahl, erklärte im März gegenüber Womensoccer, dass ihr keine einzige Spielerin bekannt sei, die negativ geantwortet habe. Berücksichtigt wurde aus Wales niemand; auch Jess Fishlock, die wohl heißeste Anwärterin, schaffte es nicht einmal auf die Liste der Spielerinnen, die „auf Abruf“ stehen. Dort steht mit Torhüterin Emma Higgins allerdings die einzige Nordirin.

Anzeige

Little und Dieke im Kader
Mit 16 Spielerinnen stellen die Engländerinnen das Gros der Mannschaft. Eine Überraschung ist dies nicht, schließlich organisiert der englische Verband und Powell trainiert. Aber auch aus sportlichen Gründen war die Nominierung in dieser Form erwartet worden. England hat die mit Abstand erfolgreichste Mannschaft, und das Team ist eingespielt. Bei nur einem Testspiel gegen Schweden am 20. Juli bleibt kaum Zeit, ein „neues Team“ zu formen.

Aus Schottland steht Kim Little im Kader – in der englischen Liga stürmt sie für Arsenal und dürfte daher bestens zum Team passen. Nominiert wurde auch ihre Landsfrau Ifeoma Dieke, die die letzten Jahre allerdings fernab der Heimat gespielt hat: zunächst über zehn Jahre in den USA, wo sie geboren wurde, und seit dem Aus der US-Profiliga beim schwedischen Erstligisten Vittsjö GIK.

kelly-smith-england-1

Kelly Smith hat nach ihrer Verletzung am Wochenende erstmals wieder gespielt. Auch bei Olympia wird sie auflaufen. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Der Kader im Überblick
Eniola Aluko (Birmingham City)
Anita Asante (Kopparbergs/Göteborg)
Karen Bardsley (Linköpings FC)
Sophie Bradley (Lincoln LFC)
Rachel Brown (Everton LFC)
Karen Carney (Birmingham City)
Ifeoma Dieke (Vittsjö GIK)
Steph Houghton (Arsenal LFC)
Kim Little (Arsenal LFC)
Claire Rafferty (Chelsea LFC)
Alex Scott (Arsenal LFC)
Jill Scott (Everton LFC)
Kelly Smith (Arsenal LFC)
Casey Stoney (Lincoln LFC)
Fara Williams (Everton LFC)
Rachel Williams (Birmingham City)
Ellen White (Arsenal LFC)
Rachel Yankey (Arsenal LFC)

Auf Abruf
Jess Clarke (Lincoln LFC)
Emma Higgins (KR Reykjavík)
Jane Ross (Glasgow City)
Dunia Susi (Chelsea LFC)

Schlagwörter:

Tags:

Sie haben eine Frage zum Beitrag? Dann kontaktieren Sie mich doch per Mail! Oder folgen Sie uns einfach via RSS, Facebook oder Twitter!

5 Kommentare »

  • speedcell sagt:

    schade, dass es nicht wirklich ein britisches team ist. hope powell hat es sich da offensichtlich sehr leicht gemacht, das team kennt sich bestens und kim little kennt auch jede spielerin. aus team GB wird also england+2. schade.

    (0)
  • Detlef sagt:

    Ich habe nichts Anderes erwartet!!!

    Die Ligen in Schottland, Wales und Nordirland (haben die überhaupt eine?) sind einfach nicht konkurrenzfähig!!!
    Und im Ausland sind wohl auch noch nicht so viele nichtenglische Britinnen tätig???

    Vielleicht ist in vier Jahren eine gewisse LISA EVANS mit im Team GB???

    (0)
  • Nora Kruse sagt:

    Natürlich hat Nordirland eine Liga.
    > http://www.uefa.com/memberassociations/association=nir/women/index.html

    Ansonsten sind Ifeoma Dieke, Hayley Lauder (Åland United) und neuerdings Lisa Evans die einzigen schottischen Nationalspielerinnen, die außerhalb Großbritanniens spielen. Wobei Evans erst im Oktober des letzten Jahres erstmalig in die Nationalmannschaft berufen wurde (als Fleeting-Ersatz damals) und sich bislang keinen Stammplatz erarbeiten konnte. Eine echte Kandidatin für das Team GB war sie daher nicht.

    Irininnen und Waliserinnen sind auch vornehmlich in der englischen WSL oder der Premier League aktiv. Ausnahmen: Emma Higgins und Julie Nelson, die für Reykjavík und IBV auf Island spielen.

    In vier Jahren wird es kein Team GB geben. Die Qualifikation läuft über die Weltmeisterschaft, daran nimmt Großbritannien nicht teil – die Mannschaft kann sich also gar nicht qualifizieren. Aus diesem Grund gibt es das Team ja jetzt zum ersten Mal: Sie sind als Gastgeber gesetzt.
    Dadurch gab es nach der WM 2007 das Playoff zwischen Schweden und Dänemark um die Olympia-Qualifikation 2008. Sportlich hatte sich England durch die WM-Viertelfinalteilnahme qualifiziert. Da England aber bei Olympischen Spielen nicht antreten kann/darf, durften die anderen beiden Mannschaften, die in der Gruppenphase ausgeschieden waren, in die Playoffs.

    (0)
  • Therese sagt:

    30.06.2012 18:00 (MESZ) 12:00 (OZ) USA – Canada

    link:

    (0)
  • Detlef sagt:

    @Nora,
    Danke für die sehr ausführlichen Informationen!!!

    LISA wird wohl auch bei TURBINE erst eine gewisse Zeit brauchen, um sich an die völlig andere Trainingsintensität zu gewöhnen!!!

    Einen Stammplatz wird sie sich vor allem gegen die Offensiv-Youngster wie KULIS, ANDONOVA, DILLMANN und STARKE erkämpfen müssen!!!

    Wenn sie sich aber bei TURBINE durchsetzen kann, wird sie wohl auch einen sicheren Stammplatz in der schottischen Nationalmannschaft bekommen!!!

    (0)