Potsdam verpflichtet Trio

Von am 11. Mai 2012 – 12.43 Uhr 82 Kommentare

Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Turbine Potsdam wird sich zur kommenden Saison mit drei neuen Spielerinnen verstärken.

Der Verein bestätigte am Donnerstag auf Womensoccer-Anfrage einen entsprechenden Bericht des Medienpartners „Märkische Allgemeine“, eine eigene Pressemitteilung war die Verpflichtung dem Verein jedoch erst einen Tag später am Freitagnachmittag wert.

Die Abgänge kompensieren
US-Mittelfeldspielerin Keelin Winters, U20-Weltmeisterin Stefanie Mirlach sowie Johanna Elsig sollen die hochkärtigen Abgänge von Viola Odebrecht, Babett Peter und Bianca Schmidt kompensieren. Winters erhält einen Zweijahresvertrag bis zum 30. Juni 2014, Elsig und Mirlach unterschrieben Dreijahresverträge bis zum 30. Juni 2015.

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Verpflichtung für die Zukunft
Turbine-Trainer Bernd Schröder freut sich über die Verpflichtung dreier „sehr spielintelligenter, junger und talentierter Spielerinnen, mit welcher wir unsere Mannschaft hinsichtlich der bevorstehenden Abgänge gezielt verstärkt haben. Das Schöne ist, alle drei sind junge Spielerinnen, die unser System kennen und entwicklungs- und lernfähig sind. Mit ihnen verjüngen wir unsere Mannschaft weiter, die Verpflichtung von Johanna Elsig, Stefanie Mirlach und Keelin Winters ist eine Verpflichtung für die nächsten Jahre, eine Verpflichtung für die Zukunft unserer Mannschaft.“

Elsig lange auf Wunschzettel
Nach der Bekanntgabe der Wechsel von Babett Peter und Bianca Schmidt (beide zum 1. FFC Frankfurt) und Viola Odebrecht (zum VfL Wolfsburg) hatte sich Bernd Schröder spezifisch nach Neuzugängen für die damit vakant werdenden Positionen umgeschaut, und wurde dabei fündig.„Johanna Elsig ist eine Spielerin, die ich schon über einen längeren Zeitraum beobachtet habe und die bereits seit längerem auf meinem Wunschzettel stand, unabhängig von unseren Abgängen. Sie ist sehr flexibel einsetzbar, groß und schnell sowie sehr spielintelligent. Wir bauen sehr auf sie“, so Schröder.

Glücksgriff Winters
Bei Winters hofft Schröder, einen echten Glücksgriff getätigt zu haben: „Trotz ihres jungen Alters bringt Keelin bereits Riesen-Erfahrung mit. Ich erhoffe mir mit ihrer Verpflichtung die Entstehung eines kongenialen Duos Winters-Hanebeck, da sich diese beiden Spielertypen gegenseitig ideal ergänzen.“

Neue Herausforderung für Mirlach
Die Verpflichtung von Mirlach kommt dennoch überraschend, da die 22-Jährige beim FC Bayern München in der Rückrunde zunehmend eine nur noch untergeordnete Rolle einnahm und in der laufenden Saison nur selten in der Bundesliga zum Einsatz kam. Die Planungen für die kommende Saison sind mit der Verpflichtung der drei Spielerinnen noch nicht abgeschlossen. So soll neben einer Stürmerin auch noch eine flexible Allroundkraft nach Potsdam geholt werden.

Mirlach schon lange im Blickfeld
„Ich beobachte die Entwicklung von Stefanie Mirlach bereits sehr lange“, berichtet Bernd Schröder. „Auch sie ist eine sehr spielintelligente Spielerin, die zudem auch flexibel eingesetzt werden kann. Steffi hat eine sehr gute Veranlagung und sie bringt trotz ihrer gerade einmal 22 Jahre unglaublich viel Erfahrung sowohl in der Bundesliga als auch in den verschiedenen Auswahlmannschaften mit sich. Sie hatte in der Vergangenheit, auch verletzungsbedingt, einige Probleme und erhofft sich mit ihrem Wechsel nach Potsdam neue Impulse, auch was die Weiterentwicklung in der Nationalmannschaft betrifft“.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

82 Kommentare »

  • waiiy sagt:

    Ich denke, generell gibt es viel mehr Ausbildungsvereine in Deutschland als Potsdam und vor allem auch welche, die den Titel auch mehr verdient haben, weil sie einfach auch davon leben müssen, aber auch nicht diesen Anspruch haben wie halt Potsdam.

    Ausbildungsverein ist für mich einer, der regelmäßig jede Saison Spielerinnen aus dem Nachwuchs einbaut. Die Kontinuität ist dabei wichtig. Dass das unter Umständen in einem Verein, der um die Meisterschaft und die CL mitkämpft, weniger Spielerinnen sind, die sich hochkämpfen, ist normal, weil man mit 5 Spielerinnen jedes Jahr aus dem Nachwuchsbereich nicht oben mitspielen kann, wenn man das über mehrere Jahre praktiziert.

    Bei Potsdam kann man in den letzten Jahren jedes Jahr beobachten, wie junge Spielerinnen aus dem Nachwuchs ins Training integriert werden und sich auch hochkämpfen in die 1. Mannschaft oder eben gute Arbeit in der 2. Mannschaft (die ja immerhin unter den besten 15 Mannschaften Deutschlands ist) leisten.

    Aber das gibt es eben bei anderen Vereinen auch und viel mehr. Das ist unbenommen. Aber auf dem Niveau, auf dem Potsdam spielt (also Wolfsburg, Frankfurt, Duisburg), ist das halt nicht selbstverständlich. Das ist das, worauf der Anhang in Potsdam pocht. Und das stimmt auch, wenngleich ich glaube, dass in Duisburg der Umschwung schon erfolgt ist und dass er in Wolfsburg erfolgen wird, wenn jetzt zum Anfang der nächsten Saison das Korsett von außen geschaffen wurde und auch länger zusammenspielen wird.

    Sicher ist aber auch, dass alle Vereine, die in der Tabelle dahinter agieren, viel mehr auf die eigene Nachuwchsarbeit angewiesen sind. Dies sollte man bei dieser Diskussion nicht vernachlässigen. Aber der Preis bei diesen Vereinen ist halt, dass sie dauerhaft nicht in der Spitze mitspielen.

    waiiy

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  • Detlef sagt:

    @Trojanerin,
    Ich muß Dir (gerade als TURBINE-Fan) absolut zustimmen!!!
    Bernd Schröder ist da oft etwas zwiespältig in seinen Aussagen, heute so und morgen wieder andersrum!!!

    Es kann ja keiner bestreiten, daß Potsdam riesige Summen in den Nachwuchs investiert!!!
    Und nicht jede Investition zahlt sich am Ende dann auch für den Verein wieder aus!!!
    Und Schröder gab ja zuletzt auch unumwunden zu, daß er mit dem Ertrag aus unserer Jugendförderung sehr unzufrieden ist, und kündigte auch entsprechende Änderungen an!!!

    Schröder sagt auch selber, daß man auch erfahrene Spielerinnen braucht, um die hochkarätigen Ziele erreichen zu können, die ein Team wie TURBINE nun mal hat!!!
    Und dann müsse man inzwischen auch im Ausland suchen, da der deutsche „Markt“ zu eng geworden ist!!!

    Letzten Endes profitiert der FF ganz allgemein von der sehr guten Nachwuchsarbeit die in Potsdam gemacht wird!!!
    Die Talente die es nicht in TURBINES Erste schaffen, verstärken dann halt andere BuLi-Mannschaften wie Wolfsburg, Jena, Leipzig, Hamburg und Bad Neuenahr!!!

    Aber andere Teams tun dies eben auch!!!
    Zu den bereits genannten Talentschmieden muß man unbedingt noch Essen, Saarbrücken, Sindelfingen, Freiburg und (bis zur totalen Kastration durch den Hauptverein) auch Hamburg nennen!!!

    @Sheldon,
    wie oft warst Du in dieser Saison im Haberland-Stadion, daß Du so eine Aussage treffen kannst???

    „Elsig hat in Leverkusen nicht wirklich gute Spiele abgeliefert, zum Teil wirklich grauenhaft“

    Also ich habe da von Insidern ganz andere Sachen gehört, und in beiden Begegnungen gegen TURBINE war Johanna Elsig mit-, wenn nicht die Beste ihres Teams!!!

    Sheldon schrieb;
    „Wenn man sich dagegen Frankfurt ansieht, da wird so etwas gar nicht gefördert. Man holt Spielerinnen, die als “pflegeleicht” gelten, und schafft es nicht mal bei diesen, die volle Leistung herauszuholen.
    Auch Wolfsburg macht das so: Pohlers, Goeßling, Popp, Wensing, alles pflegeleichte Spielerinnen, an und mit denen du nicht viel arbeiten musst.“

    Wenn ich so etwas lese, dann dreht sich mir der Magen um!!!
    Also wenn ich mir die vielen Stars in Mainhatten ansehe (egal ob Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft), dann ist der Begriff „pflegeleicht“ wohl völlig daneben!!!
    Gerade das ist eben die Herausforderung der Kahlert nicht gewachsen zu sein scheint, nämlich das „dirigieren“ von voll entwickelten Persönlichkeiten zu einem geordneten „gut klingenden Orchester“!!!

    Ich kenne CONNY POHLERS persönlich sehr gut, und habe ihre Entwicklung seit 2004 sehr aufmerksam verfolgt!!!
    Und Du kannst mir wirklich glauben, daß CONNY eins ganz gewiß nicht ist, nämlich „pflegeleicht“!!!
    An ihr hat sich damals schon Bernd Schröder so manchen Zahn ausgebissen!!! 😉

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  • Soccermum sagt:

    Gestern wurden Erica Dillmann und Wibke Meister in den Kader der 1. Mannschaft berufen !!! Gratulation an den Nachwuchs !!!

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  • Sheldon sagt:

    Hätt man wissen können. Beide haben schon lange gedrängt. Damit füllt man auch ein paar Lücken, gerade mit Wibke!

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  • Detlef sagt:

    Soccermum schrieb;
    „Gestern wurden Erica Dillmann und Wibke Meister in den Kader der 1. Mannschaft berufen !!! Gratulation an den Nachwuchs !!!“

    Na da schließe ich mich doch sehr gerne an!!!
    Willkommen ERICA und WIBKE im Erstligakader!!!

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  • waiiy sagt:

    Mein Wunsch wäre, dass man gegen Duisburg gewinnt und nach der 1. Halbzeit gegen Leipzig 3:0 führt. Dann dürfen Beide gleich ihr erstes Spiel machen und danach die Fäuste in den Himmel recken mit den anderen. 🙂

    Glückwunsch an Beide!

    waiiy

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  • Detlef sagt:

    Gute Idee Waiiy, aber für diese Saison sind beide wohl noch nicht in Liga Eins spielberechtigt!!!
    Diese Berufung ist wohl eher schon für die neue Spielzeit 2012/2013!!!

    Aber auch die aktuellen Reservistinnen würden sich über einen längeren Einsatz sicher freuen!!!
    Man könnte das in ihrem letzten Spiel für TURBINE mit einer effektvollen Auswechslung unserer drei Abgänge kombinieren!!!

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