Katharina Baunach: „Für solche Spiele hat es sich gelohnt zu kämpfen“

Von am 11. Mai 2012 – 9.00 Uhr 8 Kommentare

Zum ersten Mal seit 1990 stehen die Frauen des FC Bayern München im DFB-Pokalfinale, am Samstag (ab 16 Uhr live im ZDF) geht es in Köln gegen den 1. FFC Frankfurt. Ein ganz besonderes Highlight für den Verein und auch U23-Nationalspielerin Katharina Baunach.

Beim letzten Training auf Aschheimer Boden strahlte am Donnerstagabend die Sonne von einem fast wolkenlosen Himmel, knapp 48 Stunden vor dem großen Finale im RheinEnergieStadion war Schonprogramm angesagt, bei Torschussübungen und Standardsituationen wurde noch einmal am letzten Feinschliff gefeilt, bevor das Team am Freitagmorgen mit dem Bus die Reise nach Köln antrat.

Pokalfinale als Belohnung
„Für mich persönlich ist es ein großes Highlight nach der ganzen Leidenszeit“, so Baunach im Gespräch mit Womensoccer. Mehr als eineinhalb Jahre plagte sie sich mit einer Osteoporose im Knie herum, monatelange Arztbesuche, Therapien und Reha-Maßnahmen waren 2010 und auch noch Anfang 2011 stete und lästige Begleiter, bis sie im Sommer wieder richtig Fußball spielen konnte.

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Heiß auf Frankfurt
Und so ist das Pokalfinale eine Belohnung für eine Spielerin, die vor ihrer Verletzung auf dem Sprung in die A-Nationalmannschaft war. „Für solche Spiele hat es sich gelohnt zu kämpfen und niemals aufzugeben“, freut sich die 23-Jährige auf das Spiel der Spiele. „Es ist für die ganze Mannschaft ein besonderes Ereignis, ob für die Spielerinnen oder den Betreuerstab. Wir sind heiß auf dieses Spiel und werden uns alles abverlangen, um den Titel nach München zu holen.“

Frauenfußball - Katharina Baunach (li.) im Duell mit Kerstin Garefrekes

Katharina Baunach (li.) ist heiß auf das Duell mit dem 1. FFC Frankfurt © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Bundesliga-Duell kein Gradmesser
In der Bundesliga gab es vor einigen Wochen auf eigenem Platz eine 1:2-Niederlage, bei der das knappe Ergebnis über die wahren Kräfteverhältnisse an diesem Tag hinwegtäuschte. Doch besorgt ist Baunach darüber nicht. „Das Pokalfinale kann man mit dem Bundesliga-Alltag nicht vergleichen, es wird ein anderes Spiel werden.“ Zumal damals Bayern-Trainer Thomas Wörle einigen Stammspielerinnen eine Verschnaufpause gab und seine Elf auf einigen Positionen umstellte. Doch der 1. FFC Frankfurt war für die Münchnerinnen in der Vergangenheit kein Lieblingsgegner.

Gelungene Generalprobe
„Wir kennen ja die Stärken, die Frankfurt auszeichnet. Für uns ist es einfach wichtig, dass wir kompakt stehen und unser eigenes Spiel aufziehen.“ Bei der Generalprobe am vergangenen Sonntag gelang dies eindrucksvoll beim 2:0-Sieg gegen den favorisierten FCR 2001 Duisburg. „Das war ein gutes Spiel, auch wenn wir in der ersten Halbzeit etwas Glück hatten. Wir sind hinten gut gestanden und haben unsere Spielzüge nach vorne effektiv gestaltet.“

Fans sollen Bayern zum Sieg tragen
Eine Formel, die auch gegen den favorisierten 1. FFC Frankfurt zum Erfolg führen soll. „Wir gehen zwar als Außenseiter ins Spiel, aber trotzdem ist alles möglich.“ Und Baunach freut sich auf die für Aschheimer Verhältnisse gigantische Zuschauerkulisse, die in Köln warten wird. „Das ist noch einmal ein besonderer Ansporn, wenn die Fans einen pushen, um noch mehr Laufwege gehen zu können als normal.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

8 Kommentare »

  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Markus
    Wieso wird bei Baunach nur von der U23-Nationalspielerin und vom Sprung in die A-Mannschaft geschrieben?
    Ich meine nämlich, dass sie 2009 nicht nur für den Algarvecup nominiert war, sondern dort auch zum Einsatz gelangte. Das war übrigens auch das Jahr, wo noch N. Banecki und Bachor als Bayernspielerinnen mit dabei waren!

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  • Markus Juchem sagt:

    @Schenschtschina Futbolista: Ja, sie hat zwei A-Länderspiele bestritten, gemeint ist dass sie auf dem Sprung war, sich dort auch zu etablieren, ehe sie die Verletzung zurückgeworfen hat.

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  • Sheldon sagt:

    Baunach wird auch wieder zurückkommen in die Nationalelf, wenn sie so weitermacht wie bis jetzt. Sie ist eine Spielerin mit ganz, ganz großen Potential und ich wundere mich, dass sie überhaupt noch bei Bayern spielt. Gerade Schröder oder Ketelaer dürften ein immenses Interesse an ihr haben!

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  • SGS sagt:

    Hm. Baunach ist zwar noch vergleichsweise jung (Jahrgang ’89 ?), aber nach den Eindrücken der letzten Zeit, scheinen neben dem gefestigten Stamm eher ganz junge Spielerinnen eine Chance in der A-Natio zu bekommen. Von daher wäre ich eher skeptisch, ob sie irgenwann nochmal ihre Chance erhält. Ein anderes Beispiel dafür ist Nadine Keßler (Jahrgang ’88). Die hat auch irgendwann bei einem Algarve-Cup mal zwei Einsätze in der A-Natio bekommen, und wurde seitdem nicht mehr berücksichtigt. Auch als beim diesjährigen Algarve-Cup und den darauffolgenden Länderspielen die Personaldecke im zentralen Mittelfeld dünn war, wurden eher ganz junge Spielerinnen wie Maier oder Lotzen nachnominiert. Ich will das gar nicht negativ bewerten, aber ich denke, dass einige durchaus begabte Spielerinnen, wie z.B. die beiden zuvor Genannten, dadurch wohl auf dem Status ‚Ewiges Talent‘ hängen bleiben werden.

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  • waiiy sagt:

    @SGS: Das sehe ich ähnlich. Gerade bei Kessi ist mir das auch aufgefallen. Sie dirigiert Wolfsburg, die vielleicht den schönsten Fußball spielen und hat in der N11 keine Chance. Aber es kann eben immer alles passieren. Es kommt sicher immer darauf, was man für eine Plattform zum präsentieren hat. Da hat Kessi sicher bessere Chancen als Baunach (auch völlig ohne persönliche Wertung), zumal in Wolfsburg ein magisches Dreieck im Mittelfeld entstehen kann nächste Saison.

    waiiy

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  • Guido sagt:

    „Und Baunach freut sich auf die für Aschheimer Verhältnisse gigantische Zuschauerkulisse, die in Köln warten wird.“

    Wie heute in der Presse zu lesen ist, sind bisher 14.000 Karten verkauft, und man rechnet seitens des DFB auch nicht mit 20.000 Zuschauern. Das ist zwar gegenüber den Kulissen, vor denen die Bayern-Damen sonst zu Hause spielen, sicherlich ziemlich viel, aber in Summe finde ich das enttäuschend, wenn es jedes Jahr weniger werden. Und in dem großen Stadion in Köln sieht das dann auch alles andere als eindrucksvoll aus, wenn die Ränge halb leer bleiben.

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  • Sheldon sagt:

    @Guido: Was erwartest du? Der DFB-Pokal hat in Deutschland einfach kaum eine Wertigkeit bei den Frauen. Er hat keinerlei Relevanz für eine internationale Qualifikation und normalerweise werden die kleinen Teams, sofern sie das Finale erreichen, ziemlich gebürstet. Die großen Vereine dagegen spielen meist noch CL, sodass sie ihre Kräfte nicht vollständig verschleudern dürfen.

    Von daher kann man ruhig mit Fug und Recht behaupten, dass der DFB-Pokal bei den Frauen wohl das langweiligste Spiel des Jahres ist!

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  • Sheldon sagt:

    @waiiy: Ich gehe nicht davon aus, dass es ein „magisches Trio“ geben wird, weil Goeßling in die Abwehr zurückgezogen werden wird.
    Denn vorne werden Popp, Müller, Pohlers und Jakabfi spielen.

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