Thomas Obliers wird Trainer bei Bayer 04 Leverkusen

Von am 7. Mai 2012 – 16.54 Uhr 18 Kommentare

Bayer 04 Leverkusen hat schnell Ersatz für die zum Saisonende aufhörende Doreen Meier gefunden. Ein alter Bekannter wird ab der kommenden Saison den Frauenfußball-Bundesligisten betreuen.

Der 44-jährige Thomas Obliers war in der Bundesliga bereits drei Jahre lang beim FCR 2001 Duisburg als Trainer aktiv und betreute auch den SC 07 Bad Neuenahr. Er wird in Leverkusen die Verantwortung übernehmen, unabhängig davon, ob dem Team in den verbleibenden zwei Saisonspielen der Klassenerhalt gelingt.

Großes Potenzial
Obliers, der bei der Frauenfußball-WM im Vorjahr in Deutschland als Sportlicher Leiter Nigerias fungierte und somit auch über Auslandserfahrung verfügt, erklärt: „Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe in Leverkusen. Ich sehe bei Bayer 04 großes Potenzial und eine sehr gute Infrastruktur, um erfolgreich zu arbeiten.“

Erfahrene Kraft
Und auch beim Verein ist man überzeugt, eine gute Wahl getroffen zu haben. „Wir freuen uns, dass wir einen so erfahrenen Trainer für dieses Amt gewinnen konnten“, so Jürgen Gelsdorf, Abteilungsleiter Fußball des TSV Bayer 04 Leverkusen, „Thomas Obliers soll die gute Arbeit fortsetzen, die Doreen Meier hier vier Jahre lang geleistet hat. Wir wollen jungen Spielerinnen bei uns eine Plattform bieten, sich weiter zu entwickeln.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

18 Kommentare »

  • rockpommel sagt:

    Eine gute Entscheidung!

    M.E. leider 6 Monate zu spät!

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  • Nico sagt:

    Eine schlechte Entscheidung!

    Zum Glück noch früh genug, damit mündige Spielerinnen ein Zeichen setzen und den Verein verlassen können!

    Schon vergessen, wie er sich zu den Äußerungen seiner Ex-Chefin rund um die WM verhalten bzw. enthalten hat? Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass ihn in Deutschland niemand mehr sehen will. Jetzt sollten wenigstens die Fans klar Stellung beziehen!

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  • Sheldon sagt:

    Boah ey… Schon mal was von Meinungs- und Religionsfreiheit gehört, Nico? Du hast Obliers nicht zu sagen, wie er sich zu verhalten hat. Er ist ein guter Trainer und nur weil es in Deutschland gerade modern ist, voll auf Wertliberal zu machen, heißt das doch noch lange nicht, dass das alle mitmachen müssen, geschweige denn, ihren Arbeitsplatz in einer anderen Kultur dafür aufs Spiel setzen, um irgendwelche Weltanschauungen einer angeblich höher entwickelten Gesellschaft durchzudrücken.
    Das ist genau dasselbe, was radikale religiöse Gruppen früher und heute vertreten!

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  • Speedy75 sagt:

    Obliers ist kein schlechter Trainer. Dürfte also durchaus eine kluge Wahl von Leverkusen sein.

    Über seine Äußerungen kann man ja geteilter Meinung sein.

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  • rockpommel sagt:

    @ Nico

    Sie, als lohnabhängig Beschäftigter, werden sicherlich, wenn Ihr Vorgesetzter irgendeinen Unsinn von sich gibt, sofort in der Öffentlichkeit verbal dagegen halten!
    Wahrscheinlich sogar sofort die Presse einschalten und fristlos kündigen. 😉

    In welcher Welt leben Sie eigentlich?

    Die Trainerqualitäten von Obliers dürften wohl unumstritten sein!

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  • Frieda sagt:

    Meiner Meinung nach hätte Obliers die Stelle in Nigeria nie annehmen dürfen, aus ethischen Gründen. Uche hat schon lange vor seinem Amtsantritt Hetzparolen gegen Homosexuelle verlauten lassen, ihre Mannschaft „gesäubert“ und ihnen den christlichen Glauben aufgezwungen. Damit kann die Anstellung auch nicht sportlich reizvoll gewesen sein, denn potentielle Leistungsträgerinnen wurden auf Grund von Glauben bzw Sexualität aus dem Team verbannt (so berichteten nigerianische Journalistinnen und Freiheitskämpferinnen).

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  • womensoccerfan sagt:

    Sorry, aber wer hat Längert im DFB-Finale unverständlicherweise für seine (damalige) Freundin ausgewechselt? Sowas gehört für mich nicht in sie Kategorie guter Trainer…

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  • xyz sagt:

    Fehler haben schon alle Trainer(innen)mal gemacht,nicht nur Obliers!
    Ich denke,er hat in der Vergangenheit erfolgreich bei verschiedenen Vereinen gearbeitet und wird in Leverkusen auf jedenfall bessere Arbeit leisten,als seine vorgängerin.
    Nun hoffe ich ,dass Leverkusen noch den Klassenerhalt schafft,denn die Mannschaft ist nicht so schlecht,wie es die Tabelle zeigt. Wenn nicht,dann wird Obliers mit einer guten Mannschaft den dirkten Wiederaufstieg schaffen.

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  • DAWIDenko sagt:

    Ich verstehe nicht, warum teilweise die Kommentare so negativ gegenüber Frau Meier sind.

    Ich bin zwar auch der Meinung das Leverkusen besser spielt, als ihr Tabellenplatz aussagt. Aber ich finde es zu einfach, dass alles an der Trainerin auszumachen. Schließlich hat sie in vier Jahren gute Arbeit geleistet.
    Letztes Jahr hatte man als Aufsteiger eine für viele überraschende Rolle in der Bundesliga gespielt. Das zweite Jahr ist häufig schwerer. Vor allem versucht Leverkusen auch immer spielerisch zu überzeugen und mitzuspielen. … Vielleicht nicht immer zu ihrem Vorteil.

    evtl. würde mich von Insidern über die „Werkselfen“ interessieren,was man Frau Meier evtl. vorwerfen kann, außer dem momentanen Tabellenplatz.

    DAWIDenko

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  • DFB-Talent sagt:

    Zwar kein Insiderwissen, aber soviele Insider gibt es wohl auch nicht (siehe Zuschauerschnitt bei Leverkusener Heimspielen):

    1. Eine Hinrunde mit nur 3 Punkten (1 Sieg, Rest Niederlagen) abzuschließen, ist indiskutabel in der so genannten „besten FF-Liga der Galaxie“. Stimmen, die hier einen Trainerwechsel zu einem früheren Zeitpunkt (Winterpause?) gewünscht hätten, sind durchaus zu verstehen.

    2. Leverkusen hat dann angefangen Fußball zu spielen, als sie eigentlich schon abgestiegen waren. Meier hat daraufhin die Marschroute vorgegeben „Wir haben eh keine Chance mehr, also ärgern wir die anderen wenigstens noch bis zur Sommerpause“ … das war kurz nach Rückrundenbeginn, Leverkusen hatte sich frisch für teuer Geld in der Winterpause auf dem Transfermarkt versorgt und die Mannschaft hatte ja anscheinend mehr Potenzial (zumindest steht das hier im Netz in vielen Comments). Diese Marschroute, in dieser Situation (es gab noch fast eine komplette Rückrunde Zeit) ist einfach zu plump und zu einfach, willst du aus der BuLi nicht absteigen.

    3. Diese Marschroute nimmt natürlich Druck von den Spielerinnen und plötzlich fertigt Leverkusen Lok Leipzig ab und plötzlich haben sie wieder Sicht bis ans rettende Ufer. Aber realistisch betrachtet, was lernen wir daraus? Leverkusen kann also offensichtlich nur ohne Druck Punkte sammeln (jetzt am Sonntag, die Konkurrenz patzt, was macht Bayer? Nutzt diese Chance nicht und verliert haushoch bei Essen). Leistungsversagen bei Druck, da wäre das Trainerteam gefragt gewesen!
    Und: Die Punkte-Aufholjagd von Bayer läuft erst seit Mitte März, also gerade einmal knapp zwei Monate (guter?) Fußball bis jetzt – zu wenig für eine ganze Saison. Und jetzt kurz vor Schluss ist es ja klar, dass sich die Mädels noch einmal reinhängen, v.a. gegen große Gegner (nur ein Tor Unterschied bei einer Niederlage gegen Wolfsburg klingt knapper und somit besser als es fußballerisch ist), jede Spielerin legt sich da (für sich ganz persönlich) noch einmal ins Zeug, schließlich will man sich bei der Konkurrenz präsentieren um nach einem Leverkusener Abstieg bei einem anderen BuLi-Club unterzukommen. Aber Egoismen (Sturm arbeitet nicht mehr nach hinten, Abwehr begrenzt sich gegen Essen nach Rückstand nicht mehr auf Schadensbegrenzung etc.) abzubauen, hat in dieser Situation offensichtlich das Trainerteam auch nicht (mehr?) unter Kontrolle … obwohl doch Land in Sicht ist / war.

    Da hätten sie in Leverkusen insgesamt viel Besseres tun können als nur plump „noch ein bisschen die anderen ärgern“. Die Verdienste von Meier aus der Vergangenheit bleiben davon wohl unberührt, aber letztendlich zählt doch aktuell nur die Saisonabschlusstabelle 11/12 … die aktuelle Tabelle sagt kurz vor Schluss: Abstieg!

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  • Wieb Ke sagt:

    @DFB-Talent: bitte nicht vergessen: zeitweise 13 verletzte Stammkräfte, das können andere Mannschaften wohl kaum besser kompensieren.
    @Dawidenko: Sie bekommt einen „sauberen Abgang“ und öffentliches Lob für die letzten vier Jahre – und dabei sollte es man belassen!
    „Insider-Wissen“ sollte „Insider-Wissen“ bleiben, Interna gehören nicht in die Öffentlichkeit. Ich rechne dies allen Beteiligten hoch an!

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  • Doritt Engel sagt:

    Herr Obliers hätte gut daran getan, überhaupt nicht mehr im FF in Erscheinung zu treten. Sein (Nicht-)Verhalten gegenüber den Äußerungen seiner (Ex-) Chefin und die Art, die Spielerinnen scharf zu machen (siehe Spiel Dtl.-Niegeria) war deutlich mehr als im Sport erlaubt. Er hat als Söldner Siege um jeden Preis verkauft und den Äußerungen seiner Chefin, die mit dem deutschen Grundgesetz nicht vereinbar waren, nicht widersprochen. So jemand hat im Sport nichts mehr zu suchen.
    Erschreckend auch einige Kommentare hier. Es gibt nichts zu tolerieren und es ist auch keine „Weltanschauung“, wenn Minderheiten diskriminiert werden. Man stelle sich vor, Frau Uche hätte erklärt, sie hätte die Juden ihrer Mannschaft entfernt, weil diese abartig seien, was hätte es wohl für einen Aufschrei gegeben. So waren es aber nur Christen und die Lesben. Was kümmert das schon. Und wen. Offensichtlich nicht einmal ein paar Forenkommentatoren über mir.

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  • DAWIDenko sagt:

    @ DFB Talent & Wieb Ke:

    Vielen Dank für den informativen Einblick.

    Ich hatte mich diesse Saison nicht so sehr mit den Leverkusenern beschäftigt.

    Hatte nur zur Kenntnis genommen, dass sie am Tabellenende herum krebsen.

    Konnte mir nur diesen Absturz eigentlich schwer erklären. Außerdem haben sie gleich zu Beginn der Rückrunde ein beachtliches 1:1 im Karl-Liebknecht Stadion erkämpft, gegen einen freilich sich auch etwas im weg stehenden Spitzenreiter. Aber es waren gute Anlagen erkennbar. Außerdem war Frau Meier sehr engagiert an der Seitenlinie und motivierte und lobte ihre Mannschaft bei gelungenen Aktionen.
    Klar, alles eine sehr subjektive zusammenhangslose Wahrnehmung meinerseits.

    @ Wieb Ke:

    „Insiderwissen soll natürlich auch Insiderwissen bleiben.“
    Da stimme ich ihnen zu.
    Ich wollte auch nur dazu eine Meinung hören, was man an Frau Meier kritisieren kann. Ich war sehr überrascht über die negativen Äußerungen zur Trainerin.
    Aber wie sie schrieben, hatten die „Werkselfen“ mit einer großen Verletzungsmisere zu kämpfen, dass natürlich auch einen Grund für den sportlichen Abstieg liefert.

    DAWIDenko

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  • djane sagt:

    meine Güte, man kann’s auch übertreiben- Obliers hat letztes Jahr die Chance wahrgenommen, einen WM-Teilnehmer taktisch zu beraten, und dabei auf einem anderen Kontingent wahrscheinlich auch nicht unbezahlt zu abeiten. Diese Chance hätte wohl fast jeder, dem sie sich bietet, ergriffen…
    und wenn hier laut getönt wird, er würde damit quasi eine rassistische Weltanschauung zu Tage legen: kennt hier irgend jemand Obliers persönlich ? oder seine anderen politischen oder persönlichen Einstellungen (geschweige denn die der anderen BuLi-Trainer) ?
    nein ? komisch, dann finde ich es äußerst mutig, ihn so anzugehen…

    ich für meinen Teil bin gespannt, wie er sich auf die Liga auswirken wird- gute Trainer sind immer willkommen, wir haben einfach zu wenig davon, und in der Vergangenheit wußte er beim FCR bzw. BN durchaus zu überzeugen.
    Und letztendlich geht es hier um einen Trainerposten, und nicht, darum, „der gute Mensch von Sezuan“ zu werden.

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  • Sheldon sagt:

    Genau so is es, djane! Erstmal an die eigene Nase fassen. Zum Beispiel könnten sich diejenigen, die Uche oder Obliers kritisieren, mal fragen, wann sie selbst mal jemanden wegen seiner Weltanschauung oder anderen Meinung ausgegrenzt haben. Was in Deutschland die Salafisten sind, das sind in Nigeria wir – Fremde, die nichts von der dort vorherrschenden Kultur verstehen!

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  • DFB-Talent sagt:

    Die Leverkusener Verletzungsmisere, da haben Sie natürlich recht. Das war schade, hätte vielleicht anders ausgehen können – aber mit Konjunktiv lässt sich viel herumspielen. Es ist eben dieses viel zitierte „verflixte zweite Jahr“ …

    DAWIDenko: Ich muss auch zugeben, dass dieses Potsdam-Unentschieden nicht so recht in den von mir so skizzierten Leverkusener Saisonverlauf passt. Das wusste ich auch nicht so richtig einzuordnen: Potsdam kam miserabel aus der Winterpause, ja, Potsdam lag sogar 0:1 zurück (gegen Abstiegskonkurrent Jena hat sich z.B. Potsdam an Ostern auch schwer getan, am Ende 3:1, nach Rückstand) – nichtsdestotrotz musste aber Leverkusen trotzdem erst einmal diesen einen Punkt mitnehmen. Respekt.

    Richtig angefangen hat die Leverkusener Aufholjagd aber wie gesagt erst Mitte März vor (erst) sieben Wochen.
    Insgesamt fällt das Potsdam-Unentschieden m.M.n. eher schon in diese „Egal, Hauptsache die anderen noch ärgern“-Phase. Gegen Potsdam ist jedes Team motiviert (siehe FC-Bayern-Phänomen bei den Herren) und so ein Spiel ist auch eine größere Präsentationsbühne als andere (siehe das für sich Werben bei der BuLi-Konkurrenz im Abstiegsfall). Druck verspürt ein Abstiegskandidat im KarLi ohnehin nicht, man kann ja eigentlich nur verlieren. Und für Aufmerksamkeit + Verwirrung an der Tabellenspitze und in den Online-FF-Medien hat es auch gesorgt, dieses Potsdam-Unentschieden, keine Frage.

    Aber ehrlich: Ein Punktgewinn hat doch da schon gezeigt, dass eigentlich etwas möglich ist. An diese Potsdamer Motivationshilfe (egal wie zufällig, gewollt oder letztendlich glücklich) hätte angeknüpft werden können (müssen?), aber Chance vertan. Und deshalb blieb dieser eine Punktgewinn (trotz großem Gegnername Turbine Potsdam) psychologisch wie rechnerisch doch nur ein einziger Punkt. Für den Abstiegskampf hat das zwar Aufmerksamkeit und Verwirrung gebracht, aber die eigentlichen Abstiegskämpfe wurden / werden woanders entschieden.

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  • Sheldon sagt:

    @DFB-Talent: Hast ganz recht. Denn wenn die Leverkusener gegen Jena gewinnen, dann sind sie plötzlich auf Platz 11 und nur einen Punkt hinter Jena. Und Platz 11 würde ja schon theoretisch reichen, wenn der HSV sich auflöst. Von daher ist noch alles möglich.
    Generell hätte man vielleicht den Trainer früher wechseln sollen, so wie Gladbach letztes Jahr. Klar kann man nich immer einen Favre kriegen, aber das hätte vielleicht noch ein bisschen mehr gebracht!

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  • wrack sagt:

    Ich muss angesichts einiger Kommentare hier einmal etwas grundsätzlich anmerken:
    Frau Uche ist natürlich nach wie vor zu verurteilen und – um das mal umzudrehen – NICHT hinter dem Mäntelchen politischer
    Korrektheit „Toleranz gegenüber anderen Kulturen“ heimlich zu beklatschen.
    Sie war keine einfache ungebildete Nigerianerin, die ein Interview in ihrem Lebensbereich gegeben hat, als sie die skandalösen Ansichten äußerte. Sie war Nationaltrainerin und damit auf öffentlichem UND internationalem Parkett.

    Die sexuelle Orientierung ist eine unveränderliche Eigenschaft von Menschen, Homosexualität somit ein äußerliches Merkmal wie Hautfarbe oder Herkunft. Die Apartheid in Südafrika wurde in der Sportwelt zurecht angeprangert, um die gleichwertige Verfolgung von Homosexuellen entsprechend zu brandmarken, reicht es aber
    offensichtlich noch nicht. Wen wundert es ? In Dutzenden von Ländern gilt Homosexualität nach wie vor als verwerflich, in einigen sogar als Verbrechen, das z.T. mit der Todesstrafe verfolgt wird.

    In unserer Werte-Gesellschaft finde ich das nicht hinnehmbar, wir schweigen denn auch nicht und ducken uns auch nicht hinter dem Mäntelchen der „Toleranz für andere Kulturen“. Wenn ich die konsequent verfolge, müsste ich ja z.B. darüber schweigen, dass in bestimmten Gegenden Afrikas – auch in Teilen Nigerias – Menschen mit Albinismus wegen ihres Aussehens und abergläubischen Vorstellungen ermordet werden, ihre Knochen als kultische Gegenstände verkauft werden und Strafverfolgungsbehörden danach nicht tätig werden.

    Homosexualität selbst bedarf gar nicht der Toleranz, Menschen mit dieser Orientierung haben vielmehr den Anspruch auf den selben menschlichen Respekt, den ich auch gegenüber einem Heterosexuellen walten lasse.

    Keiner darf aufgrund seiner Homosexualität ausgeschlossen werden – schon gar nicht im Sport. Das wäre Rassismus per definitionem und gegen unsere Verfassung.

    Auf der anderen Seite: Ist Herr Obliers nur deswegen zu verurteilen, weil er den Job annahm ? Da kann man sich streiten. Mir persönlich fehlen zuviele Informationen, um ein Urteil abzugeben. Kritiker sollten aber die eigene moralische Messlatte präventiv höher legen, um mit ihrer eigenen Meinung konsistent zu bleiben – viele wissen gar nicht, was sie mit ihrer Arbeit fördern oder unterstützen, obwohl sie es wissen könnten, sich aber nicht informieren – ich schließe mich ein.

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