Leipzig-Trainer Jürgen Brauße tritt zurück

Von am 18. April 2012 – 17.54 Uhr 19 Kommentare

Nach sieben Niederlagen in Folge hat Trainer Jürgen Brauße von Frauenfußball-Bundesligist 1. FC Lokomotive Leipzig mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt erklärt.

„Das Auftreten der Mannschaft in den letzten Tagen erweckte den Eindruck, dass die Spielerinnen nicht mehr an den sportlichen Erfolg glauben“, lässt sich Brauße in Anspielung auf die 2:9-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg am vergangenen Sonntag in einer Pressemitteilung des Vereins zitieren.

Neuer Trainer soll Impulse setzen
„Unter dieser Voraussetzung macht es keinen Sinn, in der bestehenden Konstellation weiter zu arbeiten. Vielleicht gelingt es einem neuen Trainer, nochmals neue Impulse zu setzen.“ Brauße hatte das Team erst während der Saison übernommen, nachdem Claudia von Lanken entlassen worden war.

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Tresp übernimmt
In den restlich fünf Spielen wird Frank Tresp, bislang Trainer der 2. Mannschaft, die Lok-Frauen betreuen und versuchen, im Kampf um den Klassenerhalt neue Kräfte frei zu setzen.

Dank für die Arbeit
Präsidiumsmitglied Bernd Wickfelder zollte dem scheidenden Trainer großen Respekt für seine Entscheidung und betonte: „Wir danken Jürgen Brauße ausdrücklich für die in der Vergangenheit geleistete Arbeit, die den Bundesliga-Aufstieg überhaupt erst möglich gemacht hat, und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

19 Kommentare »

  • Zonk sagt:

    Wie steht es eigentlich um die 3 Spielerinnen,die in die zweite Mannschaft „zwangsversetzt“ worden waren? Dürfen die mittlerweile wieder mit der ersten Mannschaft trainieren? Würde vielleicht im Kampf gegen den Abstieg helfen…

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  • Postel sagt:

    Was jetzt? Erst tritt Herr Tresp nach dem DFB-Hallenpokal zurück weil er der Mannschaft mangelnden Einsatz vorwarf. Jetzt soll er gerade der Heilsbringer sein. Das Erkläre mir mal einer näher. Ich bin ja so einiges gewohnt, aber bei dem „Chaos“ blicke selbst ich nicht mehr durch. Und das die Spielerinnen nicht mehr an den sportlichen Erfolg glauben? Am Sonntag sah es jedenfalls so aus als ob der ganze Verein mit der 1.BL abgeschlossen hatte. Auch von den Rahmenbedingungen her, kam ich mir vor wie bei einem Kreisklassespiel. Naja, sehen wir mal wie es weitergeht. Diese Woche in Essen haben sie ja wieder ein „Heimspiel“.

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  • Kati Physiovierzehn sagt:

    Wurde auch zeit

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  • Kati Physiovierzehn sagt:

    Ich kann mich Postel nur anschließen! Man fährt von Berlin nach Leipzig, um Lok zu sehen und dann eine Atmosphäre, die man nie glaubt! Kein Stadiosprecher, kein Hallo, kein Danke, ein Eintrittskartenverkäufer am Kofferraum, den man übersieht! Nichts, aber auch nichts, außer der Bus von Wolfsburg hatte hier den Eindruck eines Bundesligaspiels! Auch wenn man die Versorgung LOK und VFL verglich: Auswechselspieler bekamen keine Jacke, kein Trinken, nicht einmal mit allen Spielern und Funktionären wurde abgeklatscht! Einfach nur krass, was LOK macht!
    Und ich nehme mal die Spieler raus, denn diese waren alle sehr nett und willig!!!!

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  • TomS sagt:

    @ kati also anfangs gegen frankfurt hatten sie noch stadionsprecher und geöffnete kassen. die stimmung war auch gut. aber was da jetzt abgeht ist ja echt nicht normal, es sieht ganz danach aus als wären die frauen dem verein nur ein klotz am bein. mann will die Klasse gar nicht halten und bestimmt auch nicht wieder aufsteigen. Die Mädels können einem leid tun.
    @ zonk ..also die 3 schießen in der regional liga ihre tore. zumindest vor einigen wochen noch.

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  • Postel sagt:

    @ Kati Also so deutlich wollte ich die LOK vor der hier versammelten FF Welt nicht vor den Kopf stoßen. Aber wenn du nun schon die
    Wahrheit deutlich ausgesprochen hast möchte ich noch einen Aspekt nicht unerwähnt lassen, der mich sehr berührt hat. Es waren einige, der wenigen, weil die 460 zweifel ich an, Zuschauer die irgendwo auf der Tribüne vermutlich stark Angetrunken volle 90 min. mit dümmlichen Sprüchen vor ihren Kindern nervten. Sie haben jeden Spielzug „ihrer“ Lok negativ kommentiert. Sie haben damit schon den Grundstein für die nächste Generation Zuschauer gelegt, die keiner braucht. Dies ist mir nur eingefallen weil sich alle über die Verunsicherung der Mannschaft wunderten. Vieleicht war es ja für die Akteurinnen die Höchststrafe auflaufen zu müssen. Ich kann aber auch TomS rechtgeben. Die ersten Spiele hatten wirklich eine prima Atmosphäre.

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  • Detlef sagt:

    Wenn ich das so lese, traue ich meinen Augen kaum!!!
    Im Heimspiel gegen TURBINE bot Lok noch eine „Hundertschaft“ an Ordnern auf, und erklärte den Parkplatz auf dem unser Mannschaftsbus stand zur „Geschäftsstelle“, zu dem nur Vereinsmitglieder Zutritt hatten!!!
    So eine Posse bringt in Deutschland eigentlich nur der DFB zustande, aber bei Lok strengte man sich sehr an!!!

    Und nun haben sie nicht mal mehr einen Stadionsprecher, der Ersatztrainer dankt ab, und der Ersatz vom Ersatz soll jetzt die Kohlen aus dem Feuer holen!!!

    So einen Verein braucht die Welt nicht!!!
    Auch wenn es für TURBINE geschickt war, so eine kurze Auswärtsfahrt zu haben, hoffe ich doch sehr, daß Lok Leipzig absteigt, und nie wieder aufsteigt!!!

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  • speedcell sagt:

    @postel Das ist mir auch aufgefallen. auf der Tribüne wurde wirklich jeder kleine Fehler in übelster Weise kommentiert. ich weiss wirklich nicht warum einige dann überhaupt ins Stadion gehen. wenn man „seine“ Mannschaft nur schlecht macht, kann man doch lieber Zuhause bleiben. lieber spiele ich vor 5 Zuschauern,die mir Mut machen, anstatt vor 500,die nur dummes Zeug labern. In dem Sinne: beim nächsten Heimspiel bitte mehr Unterstützung und weniger dumme Sprüche, bitte !
    Die Mannschaft hat sowas einfach nicht verdient. die Verunsicherung nach dem 1. Gegentor war deutlich zu spühren und die Zuschauer haben nicht gerade geholfen wieder sicherer zu werden. eher im Gegenteil. Und nach einem Torwartfehler jede Ballberührung der Torhüterin zu bemängeln ist doch wirklich lächerlich. Ohne Carolin-Sophie Härling hätte Lok noch mehr Gegentore bekommen. Weniger meckern und auch mal das Positive sehen wäre im Bruno-Plache-Stadion wirklich wünschenswert.

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  • Kati Physiovierzehn sagt:

    @ Postel Ich habe auch keine 460 Zuschauer gesehen, dass hatte ich auch gleich geschrieben, als diese Zahl veröffentlicht wurde. Schon schade, dass man dort die erste offensichtliche Lüge bei LOK sehen kann. Die Spielerinnen können einen Leid tun.
    @ TomS leider war das mein ertses Spiel in Leipzig. Ich wollte damals LOK gg Duisburg sehen (19.12.), dieses Spiel wurde abgesagt, weil angeblich der Platz nicht bespielbar war. Leider fiel kein Schnee und geregnet hatte es auch nicht, so dass dies schon sehr kurios war. Das Nachholespiel war ja leider dann in der Woche. Fakt ist, mit dem Team, dass am Wochenende gegen Wolfsburg gespielt hat, hat OK leider nichts in der ersten Liga zu suchen und da ist die Frage, ob es an den Spielerinnen liegt oder eher an den Funktionären (nicht umsonst spielen drei Spielerinnen in der Regio….)
    Alles ist einfach jammer schade….für die Spielerinnen, für den Frauenfußball, für die hundert Fans, die den Weg noch ins Stadion finden….usw.

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  • Kati Physiovierzehn sagt:

    @ all: also solche Zuschauer haben echt nirgendwo auf einem Fußballplatz oder sonst was für eine Sportveranstaltung zu suchen!!!!! Sehe ich genauso!
    Man darf aber auch nicht vergessen, dass mehr Wolfsburg Fans da waren, als LOK, da kann der Eindruck dann auch täuschen….

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  • waiiy sagt:

    Ich denke, dass die Zuschauer, aber auch der Verein einfach mit der falschen Einstellung in die Saison gegangen sind. Gerade von Vereinsseite aus hätte man eindeutig zeigen müssen, dass jeder Punkt (gegen wen auch immer) ein riesiger Erfolg ist, dass man jedes Tor feiert, auch wenn es der Ehrentreffer in der 89. Minute ist. Dazu gehört auch, dass man eine Claudia Lanken nicht entlässt und klar macht, dass man mit den Mitteln, die zur Verfügung stehen, einfach nicht mehr drin ist. So hätte man wenigstens ein gutes Bild abgegeben und ich bin mir auch sicher, dass sie dich Mannschaft und der Verein stabilisiert hätten. Dass der Abstieg auch dann wahrscheinlich nicht oder nur mit viel Glück hätte vermieden werden können, hätte von Anfang an klar sein müssen. Aber wenn man recht früh eine Trainerin wechselt, dann zeigt das doch eigentlich, dass man von Vereinsseite meinte, dass sie noch nicht alles aus der Mannschaft rausgeholt hat. Das zeigt, dass die realistische Einschätzung fehlt. Da sind einige mächtig überfordert. Traurig…

    waiiy

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  • Opossum69 sagt:

    Wurden die Fehlentscheidungen nicht schon vor der Bundesligasaison begonnen?!Wurde da nicht ein Team auseinandergerissen,welches durch geschlossene Leistung und Mannschaftsgeist den Aufstieg erspielt hatte.Waren da nicht pflötzlich einige nicht mehr gewollt,weil man sich für höheres oder besseres bestimmt sah.Man hat ein Team gebildet aus Neuen,Alten und Gebliebenen und hat vergessen, dass auch das erst mal zusammenwachsen muss, sich finden muss.Richtig war es auf jeden Fall,sich zu verstärken,aber war es auch richtig,aufgrund privater Befindlichkeiten diese Verstärkung nach 5 Spieltagen auszuhebeln?Wo blieb bei all den fachkompetenten Verantwortlichen die psychologische Komponente,die mäßigend auf die Mannschaft einwirkte, statt dessen wurde alles,was man aufbauen wollte,kategorisch zerschlagen.Über all das und die vielen verantwortungspolitischen Schachzüge hat man vergessen,dass da Menschen auf dem Feld stehen,die gefördert,gefordert,geformt,gelobt,angetrieben und trainiert werden müssen.Mit einem Wort, es fehlt dem Verein an Professionalität, der ein solches Theater gar nicht erst hätte aufkommen lassen dürfen. Schade für die Region, aber irgendwie haben die, die um die Leipziger Spiele wissen, es vorausgeahnt. Zu allem Übel flammt auch wieder der alte Ruf, Frauen raus, auf. Was denken diese Leute sich eigentlich? Der Verein ist für alle da, nicht nur die Herren. Ich bin natürlich dafür,wenn ein Zugpferd pfleglich zum Wohle des Vereines behandelt wird, aber alle anderen Pferde im Stall dafür rausstellen, zeugt von Kleingeistigkeit. Alles Gute Lok

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  • Peter Behringer sagt:

    Hat denn der Herr Tresp die Lizenz, um 1. Liga zu trainieren?

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  • Opossum69 sagt:

    http://www.l-iz.de/Sport/Fu%C3%9Fball/2012/04/Lok-Frauen-Trainer-Juergen-Brausse-gibt-auf.html
    ____
    Quelle:Leipziger I-Zeitung

    Jupp,er sagts ja selber.

    Selbst wenn Herr Tresp die Lizenz nicht hat,bekommt er ne Ausnahmegenehmigung. Aber was wird dann jetzt mit den 2. Frauen? Das Trainergeschiebe kann nicht wirklich gesund sein und eine Lösung ist es schon gar nicht.

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  • Speedcell sagt:

    Dieses trainergeschiebe finde ich auch nicht gut. Lok sollte vielleicht wirklich jemand komplett neues verpflichten,der/die einen richtigen neustart macht.
    Tresp weiss bestimmt auch was in der mannschaft los ist und ist nicht gerade vorurteilsfrei. Wenn man einen neuen trainer(in) verpflichtet hätte, würden bestimmt auch die leute aus der 2.reihe bzw. die suspendierten eine neue chance bekommen. Aber vielleicht wird trotzdem alles besser.

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  • TomS sagt:

    @ waiiy und opossum so sehe ich es auch.
    @ Kati als ich gegen essen da war war die Stimmung auch schon nicht mehr so gut. man hat gemerkt das was nicht stimmt. einige Spielerinnen der 1. (verletzte) und, oder welche aus der 2. mannschaft waren auch auf der Tribüne, aus deren Unterhaltungen und kommentaren konnte man es erahnen das in der Mannschaft was nicht stimmt.

    Es ist wirklich sehr sehr schade für den FF. gerade in dieser Region wo noch ein großer weißer fleck auf der Frauenfussballbundesliga- karte war. Habe mir mehr erhofft das man mehr tut um die frauen zu unterstützen. Man! der Aufstieg im WM jahr wo doch in Sachsen der FF gut ankommt (siehe zuschauerzahlen in Dresden), so ein debakel und so schlecht fing es doch gar nicht an: gegen Duisburg knapp verloren, sogar geführt. auch gegen freiburg hat man nur knapp unglücklich verloren und trotzdem hat man 9 Punke, trotz des fehlens von 3 spielerinnen und des ganzen Chaos. Wäre man von Vereinsseite mit ganzer Kraft und Leidenschaft und realismuss an die Sache rangegangen mit der nötigen unterstüzung vom Umfeld (Stadt, lokale Medien) durch werbung, hätte es was werden können denk ich. Aber so ist es nur schade und peinlich.
    Ja man war Abstiegskanidat nummer eins, aber hätte man es schaffen können. jetzt will man ja gar nicht mehr.

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  • NaviDrH sagt:

    keine Ahnung, ob dieser Kommentar neue Aufschlüsse aufzeigt, aber für Aussenstehende zumindest interessant zu lesen:

    http://fansoccer.de/ersteliga/kommentare/leipzig-21-4-12/leipzig-21-4-12.htm

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  • Speedcell sagt:

    Schöner artikel, der die spielerinnen wieder in ein besseres licht rückt.
    Es kann wirklich nicht sein,dass man dinge verspricht,sie dann aber nicht einhält. Vor allem,wenn es ums liebe geld geht. Die spielerinnen sind auf ihr gehalt und versprechungen angewiesen…das macht mich gerade echt sprachlos wie der vorstand den FF in leipzig im keim ersticken will. Grausam für die spielerinnen, die woche für woche ihre knochen für diesen verein hinhalte und dann keine chance bekommen wieder in der 1. mannschaft zu spielen, nur weil man dann sparen kann.
    Der vorstand sollte sich schämen und die frauen sofort zu einem anderen verein gehen. Das würde dem vorstand glaub sehr gefallen.

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  • Postel sagt:

    Danke an Tom Schlimme, der sich ja bekannterweise das eine oder andere mal hier verirrt und sich als einziger sehr liebevoll um die Possenreißer der Liga kümmert. Sehr gut recherchiert. Was gerade bei Lok gewissermaßen ja sehr schwierig ist. Auch das sollte meiner Ansicht nach zur Berichterstattung im FF gehören um Unzulänglichkeiten erst gar nicht zur Regel werden zu lassen. Bei Tom Schlimme habe ich immer das Gefühl, das es Fair Recherchiert und Wiedergegeben wurde.

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