Kein Champions-League-Halbfinale im „Karli“?

Von am 16. April 2012 – 21.45 Uhr 21 Kommentare

Nach heutigem Stand der Dinge kann der 1. FFC Turbine Potsdam sein Halbfinal-Rückspiel in der UEFA Women’s Champions League gegen Olympique Lyonnais nicht im Karl-Liebknecht-Stadion austragen.

Erst die 1:5-Niederlage bei Olympique Lyonnais am Sonntag, dann eine weitere Hiobsbotschaft für den 1. FFC Turbine Potsdam.

Aufgrund des schlechten Zustands des Rasens in der Turbine-Heimstätte kam die UEFA bei der Besichtigung am Montag zu dem Schluss, dass das Spiel auf dem aktuellen Untergrund nicht stattfinden kann. Bereits nach dem Heimspiel im Champions-League-Viertelfinale gegen Rossiyanka hatte die UEFA den Potsdamer Verein auf den Missstand hingewiesen und Nachbesserung verlangt.

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Neuer Rasen oder Ausweichstadion nötig
„Wir müssen entweder einen neuen Rasen verlegen oder in ein anderes Stadion ausweichen“, so Turbine-Spielbetriebsleiter Stephan Schmidt. Das das Spiel bereits in sechs Tagen am kommenden Sonntag, 22. April, 14 Uhr angesetzt ist, ist eine schnelle Lösung gefragt.

Frauenfußball - Fans von Turbine Potsdam

Dürfen die Potsdamer Fans am Sonntag in ihr geliebtes "Karli"? © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Springt die Stadt Potsdam ein?
Da für die Verlegung eines neuen Rasen ein gut sechsstelliger Euro-Betrag vonnöten ist, dürfte wohl einzig die Stadt Potsdam als Rettungsanker in Frage kommen, da der Verein selbst nicht in der Lage sein dürfte, die entsprechende Summe aufzubringen.

Hohe Anforderungen
Auch die Austragung in einem anderen Stadion ist kurzfristig nicht so einfach zu bewerkstelligen, da die Spielstätte die Anforderungen der UEFA erfüllen muss, unter anderem müsste das Stadion eine Flutlichtanlage besitzen. In Frage kämen das Waldstadion in Ludwigsfelde bzw. die Alte Försterei in Berlin, Heimstätte von Männer-Zweitligist 1. FC Union Berlin.

Das Unmögliche möglich machen
Doch Turbine wird alles daran setzen, dass das Spiel doch noch im gewohnten Karl-Liebknecht-Stadion ausgetragen werden kann, gilt es doch einen 1:5-Rückstand wettzumachen, um doch noch ins Finale der UEFA Women’s Champions League am 17. Mai in München einzuziehen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

21 Kommentare »

  • xXx sagt:

    Wenn der Rasen so schlecht sein soll im „Karli“, fragt man sich aber schon fast zwangsläufig, wie das Hinspiel im Stade Gerland bei diesem Dauerregen die Spielerlaubnis bekommen konnte.

    Außerdem drängt sich dann auch die Frage auf, wie dann der 1. FFC Frankfurt seine CL-Spiele im Stadion am Brentanobad austragen darf. Denn die Forderungen der UEFA, dass die Spiele in Stadien der Stadienkategorie A gespielt werden sollen, enthält auch die Forderung einer funktionierenden Flutlichtanlage.

    Scheinbar nimmt die UEFA die diese Prüfung nicht sonderlich ernst. Das aus reiner Willkür nun möglicher Weise nicht im „Karli“ gespielt werden darf ist, nach dem Verlauf unter den Bedingungen des Hinspiels, schon fast eine Frechtheit.

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  • Silvijjaaa sagt:

    Wenn man an die Platzverhältnisse aus dem Hinspiel denkt, kann das wohl nur ein schlechter Witz sein.

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  • Trio sagt:

    Seien wir mal ehrlich- das Stadion ist schön geworden, aber: Es ist nicht tauglich für die Belastung, Spielbetrieb Babelsberg und Turbine ist einfach zu viel für ein prächtiges Grün!

    UEFA Statuten und Regularien hin oder her – am Wetter kann man nichts ändern, wohl aber an seinem eigenen Rasen – das weiss jeder Hobbygärtner! Und die Rasenpflege geht eine ganze Saison. Und wer ordentlich hegt und pflegt und dem Rasen die nötige Ruhe gönnt, der hat auch so ein Thema nicht.

    Es ist wohl nicht zu viel verlangt, im Halbfinale der Championsleague, ein Fussballspiel auf Rasen und nicht auf Erd-Sand-Grün-Gemisch abhalten zu müssen…

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  • be sagt:

    Zum Thema Rasen (und Karli allgemein) möchte ich doch an dieser Stelle an ein Interview mit Demuth vom vergangenen Juli in der PNN erinnern: http://www.pnn.de/regionalsport/541981/

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  • Isa sagt:

    Verständlich. Der Platz ist viel zu trocken!

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  • FFFan sagt:

    Wenn man den ‚Rasen‘ im Karl-Liebknecht-Stadion sieht, wundert man sich schon, dass darauf Spiele der Frauen-Bundesliga und der 3.Liga der Männer stattfinden (dürfen). Die Platzsperre durch die UEFA ist also nachvollziehbar. Der Vergleich mit dem Hinspiel in Lyon hinkt, da die widrigen Platzverhältnisse dort erst kurzfristig durch den starken Regen entstanden sind.

    Wieso allerdings eine Ausweichspielstätte unbedingt über eine Flutlichtanlage verfügen müsste, erschließt sich mir nicht. Das Spiel findet doch am Nachmittag statt! Das Frankfurter Stadion am Brentanobad hat im übrigen auch kein Flutlicht.

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  • Katerli sagt:

    ich habe schon beim BL Spiel gegen Jena solch schlimme Befürchtungen gehegt, als ich das sah, was man anderswo Rasen nennt.
    Gegen UEFA-Entscheid kann man nichts tun, hier daran herummeckern hilft auch nichts.
    Vielleicht sollten die vielen Turbine-Fans eine ganz schnelle Spendenaktion ins Leben rufen für einen neuen Rollrasen, Babelsberg 03, denen das Stadion ja wohl gehört, sollte sich beteiligen und wenn sich dann vielleicht noch ein Sponsor findet (für Schloss und so gibts die doch auch) …

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  • Timmy sagt:

    Naja, für die paar Spiele noch 100.000€ raushauen, ich weiß ja nicht. Der muss in der Sommerpause mal etwas Pause kriegen der Rasen.

    Dass man nach der UEFA Rüge im Viertelfinale gar nicht mal nach ner Ausweichstätte oder Geldquellen geschaut hat ist irgendwie der Fehler.

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  • berggruen1 sagt:

    @Trio: Blöde Frage, aber: muß ein Rasen nicht zwei Spiele in der Woche aushalten (und länger als 9 Monate durchhalten)? Liegt es da nicht eher an der Qualität des ausgelegten Rasens und den Fähigkeiten des Gärtners?

    Hat Babelsberg etwa den gleichen „Green“keeper wie Schalke, die offenbar ihre Probleme auch nicht in den Griff bekommen? Ob die Sommerpause das grundlegende Problem wirklich ändert und Potsdam in der nächsten CL-Saison nicht die gleichen Probleme bekommt, sei einmal in Frage gestellt…

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  • waiiy sagt:

    @berggruen1: Das ist der Grund, warum die Stadt kein Geld locker macht, um den Rasen zu erneuern. Immerhin waren es 2011 auch städtische Mittel und Fördermittel…

    waiiy

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  • SGS sagt:

    Die Tatsache, dass in Lyon trotz des heftigen Regens ein Spiel stattfinden konnte, und es sogar möglich war, ansehnlichen Fussball auf dem Platz zu spielen (wie zumindest eine der beiden Mannschaften bewiesen hat), spricht ja eher für die Qualität des Rasens im Stade Gerland.
    Andererseits sah der Rasen im Karl-Liebknecht-Stadion auch in der vergangenen Saison schon mitgenommen aus, wenn ich mich z.B. an Bilder von der Turbine-Meisterfeier nach dem letzten BL-Spieltag Mitte März 2011 erinnere. Ein paar Wochen später durfte das CL-Rückspiel gegen Duisburg aber stattfinden.
    Wie dem auch sei, wenn die UEFA schon nach dem Viertelfinale bemängelt hat, ist es unverständlich, dass man von Vereinsseite erst jetzt tätig wird. Aber tauglich Ausweichplätze sollten zumindest in Berlin doch zu finden sein (Alte Försterei, Jahn-Sportpark,…?).

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  • wfm sagt:

    @berggruen1 & waiiy
    Es empfielt sich bisweilen vorhergehende Beiträge zur Kenntnis zu nehmen. Insbesondere den Hinweis von „be“
    http://www.pnn.de/regionalsport/541981/
    Zitat:

    „Aber der Rasen macht doch einen ordentlichen Eindruck.

    Für den Garten ja. Für Fußball ist er zweite Wahl. Da wurden 20 000 Euro gespart und 50 000 müssen später investiert werden, um ihn wieder aufzubessern.“
    Es ist offensichtlich das eingetreten, was im Juli 2011 prophezeit worden ist.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Wäre es in Anbetracht von Situation und Umstände nicht möglich seitens des DFB Hilfestellung zu geben? Oder hat sich Herr Schröder dafür an anderer Stelle zu weit aus dem Fenster gelehnt?

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  • ballander sagt:

    der rasen ist einfach zu spät verlegt worden im letzten sommer. rasen ist kein teppich! es war völlig klar, dass er die saison nicht übersteht.

    die entscheidung der stadt ist völlig richtig. auch als turbine-fan habe ich es satt, dass die verantwortlichen des sv babelsberg 03 nichts auf die reihe kriegen, und dann jedes mal unter dem druck der fans meinen, die stadt anpumpen zu können.

    wir haben auch noch andere sportvereine in der stadt, die um jeden euro sportförderung kämpfen müssen. aus diesem grund war bereits die üppige millionenförderung aus dem konjunkturpaket nicht unumstritten. man wird dann aber erwarten dürfen, dass mit diesen mitteln verantwortungsbewusst umgegangen wird.

    ich erinnere nur an die flutlichtanlage. erst lässt man die wartung schleifen und pumpt dann wieder die stadt an, um die anlage reparieren zu können. alles sechsstellige beträge aus dem stadtsäckel. es reicht!

    mir ist es egal, wo das spiel stattfindet. hauptsache: es findet statt.

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  • berggruen1 sagt:

    @waiiy: Und das in nicht unbeträchtlicher Höhe, wenn man dem Artikel der Märkischen, den Markus verlinkt hat, glauben darf, weshalb ich Stadt, Land (Fluß;-)) auch verstehen kann, dass man nicht wieder ins Säckel greifen will.

    Die Frage ist nur: Ist der brandenburgische Boden einfach für einen schönen und bespielbaren Rasen nicht geeignet (habe mal gelesen, dass sowohl der märkische als auch der niederlausitzer Boden nicht für alle Kulturpflanzen gleichermaßen geeignet oder besser: eher ungeeignet sei) oder liegt es an der Fähigkeit, den richtigen Rasen auszusuchen und entsprechend zu pflegen? Denn sollte es tatsächlich an der Beschaffenheit des Bodens liegen – was wohl kaum wirklich zu beeinflussen ist – muss vielleicht generell über eine andere Lösung (auch auf DFB-Seite) nachgedacht werden (auch wenn mich jeder Fußballpurist beim Wort „Kunstrasen“ erschlägt… Und bislang noch nicht für Punktspiele erlaubt ist…). Es kann ja nicht im Sinne des Erfinders sein, wenn Vereine aufgrund natürlicher Ungleichheiten alle halbe Jahre das Feld neu auslegen (oder sich im Falle eines Falles ein Stadion teuer anmieten) müssen.

    Gibt es eigentlich schon Neuigkeiten bzgl. Verlegung (des Rasens oder des Spielortes)?

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  • waiiy sagt:

    @berggruen1: Der Boden spielt eigentlich überhaupt keine Rolle, der einfach auf eine bestimmte Tiefe ausgetauscht wird, wenn er nicht passt. Rasen verwurzelt ja nicht so tief, dass er unter eine bestimmte Tiefe geht. Wenn man das allerdings nicht gemacht hat, dann weiß ich auch nicht mehr.

    waiiy

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  • Render sagt:

    Rasen wird wohl neuverlegt!
    http://www.potsdam.de/cms/beitrag/10093730/1463075/
    Hoffentlich ist das für den Rasen ok, sollte der nicht erst anwachsen?
    Schön zumindest nicht sonstwohin fahren zu müssen.

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  • berggruen1 sagt:

    @waiiy: Du siehst, ich habe überhaupt keine Ahnung von Grünem 😉 – war aber auch der vezweifelte Versuch der Ehrenrettung, denn für mich reichen die auf der Homepage genannten Gründe eben nicht aus. 2 x in der Woche 90 Minuten, das muss der Rasen durchhalten. Die Spiele im Winter mögen eine zusätzliche Belastung sein, haben andere Stadien aber auch (zumal bei Potsdam doch auch Spiele abgesagt wurden, wenn ich mich richtig erinnere?).

    @Render: Es steht zu befürchten, dass es auch dieses Mal zu früh ist, oder wann ist der Rasen 2011 „zu spät“ eingelegt worden?

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  • waiiy sagt:

    @Render: Damit hast Du heute die „gute Nachricht des Tages“ geliefert. 🙂

    Ich finde auch gut, dass Babelsberg 03 als Eigentümer dafür aufkommen muss.

    Auch die Begründung der Stadt ist nachvollziehbar. Vielleicht hat auch der Druck, den der DFB zusätzlich ausgeübt hat, noch mehr dazu beigetragen.

    Ich freue mich auf jeden Fall, weil meine „Gäste“ an dem Tag auch die Heimat von Turbine kennen lernen dürfen und nicht irgendeinen anderen Platz. 🙂

    waiiy

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  • Detlef sagt:

    Also wenn genügend Druck auf die Verantwortlichen ausgeübt wird, kommt man erstaunlich schnell zu produktiven Entscheidungen!!!

    Es ist grundsätzlich zu begrüßen, daß nun ein neuer Rollrasen im KARLI verlegt wird!!!
    Allerdings teile ich die Sorge Derjenigen, die dem neuen Grün etwas mehr Zeit zum „Wurzeln schlagen“ einräumen würden!!!

    Da dieses Problem schon so lange besteht, seit ich zu TURBINE-Spielen fahre (2004), denke ich auch eher an mangelhafte Pflege als an „Überbelastung“!!!

    Hinzu kommt mM noch ein Konstruktionsfehler des Haupttribünendaches, daß eigentlich etwas zu weit ins Stadion hineinragt, und damit einen permanenten Schatten auf die ersten 3-4 Meter des Rasens wirft!!!
    Hier sind die Schäden am Grün immer am schlimmsten, und die Pfützen am tiefsten!!!
    Die Erbauer des KARLI dachten wohl eher an die Zuschauer, als an den Rasen!!!

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