Duisburg lässt im Derby nichts anbrennen

Von am 14. April 2012 – 16.30 Uhr 9 Kommentare

Frauenfußball-Bundesligist FCR 2001 Duisburg hat das Aus im DFB-Pokal gut weggesteckt. Im Derby gegen die SG Essen-Schönebeck kamen die Duisburgerinnen zu einem ungefährdeten Sieg, mit dem das Team auf Platz 2 sprang.

Beim 4:0 (2:0)-Sieg trafen Mandy Islacker (5.), Gülhiye Cengiz (30.) sowie zweimal Simone Laudehr (71., 87.).

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Ergebnisse und Tabelle

Frühe Führung durch Islacker
Dabei waren die Gäste gut in die Partie gekommen, die Ex-Duisburgerin Irini Ioannidou hatte mit einem Schuss aus 20 Metern die erste Chance des Spiels (3.). Doch die Duisburgerinnen fackelten nicht lange und gingen schnell in Führung: Eine Flanke von Jennifer Oster leitete Kozue Ando zu Islacker weiter, die hatte keine Mühe, den Ball zur Führung aus kurzer Distanz ins Netz zu drücken (5.).

Geburtstagskind Cengiz trifft
Das Team von Trainer Marco Ketelaer hatte das Spiel nun unter Kontrolle, eine Laudehr-Schuss klärte Essens Torhüterin Uschi Holl (13.). Und die Gastgeberinnen legten schnell nach, mit einem abgefälschten Heber belohnte sich Cengiz an ihrem 20. Geburtstag mit dem Treffer zum 2:0 (30.). In der zweiten Halbzeit taten die Duisburgerinnen gegen zu harmlose Gäste nicht mehr als nötig, dennoch kam das Team zu zwei weiteren Treffern.

Zwei Tore durch Laudehr
Nach Pass von Islacker traf Laudehr zum 3:0, nachdem sie im ersten Versuch noch an Holl gescheitert war (71.). Und die wiedergenesene Nationalspielerin war erneut zur Stelle, als die Essener Abwehr sich nach einer Flanke von Marina Himmighofen im Tiefschlaf befand (87.). Die eingewechselte Barbara Müller hatte zudem zuvor die Latte getroffen (80.).

Frauenfußball - Mandy Islacker (li.) und Kozue Ando

Mandy Islacker (li.) und Kozue Ando freuen sich über den Führungstreffer © Volker Nagraszus / girlsplay.de

Pflicht erfüllt
Duisburgs Trainer Marco Ketelaer meinte: „Wir haben die Pflicht erfüllt und drei Punkte geholt, auch wenn es spielerisch nicht immer gut war. Wir schauen von Spiel zu Spiel, wir haben alle Möglichkeiten, am Schluss wird abgerechnet.“ Und auch bei den Spielerinnen ist der Erfolgshunger lange noch nicht gespielt.

Popp: „Wollen Meister werden“
Torschützin Cengiz erklärte: „Wir wollen jetzt die Bundesliga rocken.“ Und Alexandra Popp, die zur kommenden Saison zum VfL Wolfsburg wechselt, meinte: „Wir haben ein großes Ziel vor Augen, wir wollen Meister werden, dazu müssen wir alle Spiele gewinnen. Wir wissen, was wir können und haben jetzt wieder ein Ausrufezeichen gesetzt.“

Högner beklagt mangelnde Aggressivität
Essens Trainer Markus Högner meinte: „Wir haben gut begonnen, aber das Gegentor hat uns das Genick gebrochen. Danach haben wir überhaupt nicht mehr ins Spiel gefunden und keine Aggressivität in den Zweikämpfen gezeigt. Wir waren alle froh, als der Schlusspfiff ertönt ist. Wir müssen uns nun auf das Heimspiel gegen Leipzig konzentrieren, denn wir können immer noch absteigen.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

9 Kommentare »

  • speedcell sagt:

    Verdienter Sieg. Aber was ist mit Jessica Bade ? Dazu gab es leider weder bei DFB TV noch in diesem Artikel eine Info.

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  • MariaOzawaFan sagt:

    Herzlichen Glückwunsch für den vedienten Sieg der Löwinnen. In der ersten Halbzeit war es ein wirklich gutes Spiel, in der zweiten Halbzeit ist es leider etwas verflacht. Besonders freut mich das Tor des Geburtstagskindes Cengiz.

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  • Jan sagt:

    Lt. Video grätscht Bade zunächst gelbverdächtig gegen Islacker, welche anschl. mit den Stollen voll Bades Achillesferse zu rasieren scheint. Wenn das mal nicht eine nachträgliche Strafe nach sich zieht… (Die Schiri ist ja noch recht jung u. ihr war wohl durch Bade die Sicht etwas versperrt; u. die Schiri-Assistentinnen an den Linien standen halt zu entfernt.)

    Mich würde ja interessieren, wen Frau Neid in eine B-Elf berufen würde (wenn es sowas gäbe); von Duisburg vllt. Islacker? Oster? Himmighofen? Und wen alles aus den anderen Teams? Gegen die könnte die A-Elf dann mal testspielen. 😉 Zudem wüssten jene Spielerinnen dann, dass sie vllt. dicht dran sind (od. wenn z.B. die Verletztenliste in der A-Elf wieder lang ist). Also ggf. Vorschläge bitte! 🙂

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  • Detlef sagt:

    Glückwunsch nach Duisburg!!!
    Die Löwinnen beweisen damit sehr anschaulich, daß man mit der richtigen Konzentration auch aufstrebende Mannschaften wie die SGS klar und deutlich besiegen kann!!!

    Also aufgemerkt TURBINEN, ohne Konzentration gibt es auch keinen Sieg!!!

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  • FFFan sagt:

    @ Jan:

    Die Aktion von Islacker gegen Bade wird aus mehreren Gründen kein ‚Nachspiel‘ haben:
    – Voraussetzung dafür wäre erstens, dass die Schiedsrichterin den Vorgang nicht wahrgenommen hat. In dem Video ist aber ein deutlicher Pfiff zu hören und das Spiel wurde mit Freistoß für Essen-Schönebeck fortgesetzt.
    – Zweitens liegt offenbar auch kein krass sportwidriges Verhalten vor. Beim Versuch, den Ball zu spielen, trifft Islacker ihre Gegenspielerin erst am linken Sprunggelenk (?) und dann am rechten Oberschenkel (so richtig deutlich ist das im Video nicht zu erkennen, weil eine andere Spielerin die Sicht versperrt).

    >>“Mich würde ja interessieren, wen Frau Neid in eine B-Elf berufen würde (wenn es sowas gäbe)…“<<

    Was meinst du mit "B-Elf"? Eine B-Nationalmannschaft, wie es sie früher einmal bei den Männern gegeben hat? Und was sollten die Kriterien für eine Nominierung sein?

    Zum Spiel insgesamt: es war ein äußerst niveauarmes 'Revierderby', vor allem natürlich von Seiten der Gäste, die in keiner Phase des Spiels an die Leistung aus dem letzten Heimspiel anknüpfen konnten. Durch die frühe Führung und die "hochhaushohe" (DFB-TV-Kommentator) Überlegenheit der 'Löwinnen' kam der Partie auch schon bald jegliche Brisanz abhanden.

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  • preuße sagt:

    Neidvoller Blick eines Turbinefans auf diese Mannschaft Duisburg.
    Trotz der schon verkrafteten Abgänge und trotz der Angekündigten,
    ist diese Mannschaft intakt.Ohne viel Gewäsch drumrum,hat der
    Trainer und die Mannschaft sich gut im Griff.
    Sowohl spielerisch als auch menschlich scheint da einiges besser zu passen, als momentan in Potsdam.Ich denke um diese Einheit brauchen sich die Duisburganhänger auch in der nächsten Saison keine Sorgen machen.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @preuße
    Neid wäre für mich nicht das richtige Wort, Respekt und Anerkennung treffen es da eher, aber ansonsten finden Deine Worte meine Zustimmung!
    Allerdings waren die Turbinen gegen Rossiyanka eigentlich auch bereits mehrfach abgeschrieben gewesen und dann waren sie auf den Punkt genau und mit Tunnelblick souverän ins HF gelangt.
    Die schwankenden BL-Leistungen sind kaum erklärbar, aber wenn´s ums Ganze geht, kommt vielleicht doch das Glück des Tüchtigen zurück, denn Hängengelassen haben sie sich nie!

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  • Pott sagt:

    Das Spiel war von Seiten der Gäste einfach grausam. So habe ich mir ein Derdy nicht vorgestellt.
    Eine Klasen,die außer, dass sie permanent ihre Hinterleute durch 90%tige Fehlpässe in Bederängnis bringt,( warum der Trainer immer wieder auf diese Spielerin setzt ist mir ein Rätsel)eine I. Wolf,die außer lange Bälle zu erlaufen keinen Ball beherrscht. Hamann war vorne auch keine Gefahr für die Gastgeber und die Portogiesen,die mir pers. wieder gezeigt haben,warum Portugal international beim Frauenfußball keine Rolle spielt.
    Ich hoffe ,dass für die nächste Saison in Essen noch einige Spielerinnen verpflichtet werden,die das Niveau für die 1. Bundesliga haben(weil auch Malinowki wieder einen Rückschlag erlitten hat).
    Glückwunsch an Duisburg,die haben selbstbewusst von der ersten Minute an gezeigt,dass sie das Spiel gewinnen wollten und nicht wie manch eine Essnerin ,die schon durch ihre Körpersprach zeigte,dass sie bei dem Spiel nur als Verliererin vom Platz gehen wird! Es war bei einigen überhaupt kein Kampfgeist vorhanden !Wo war die Mannschaft,die Potsdam besiegt hat?

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  • SGS sagt:

    FFFan schrieb: „Zweitens liegt offenbar auch kein krass sportwidriges Verhalten vor. Beim Versuch, den Ball zu spielen, trifft Islacker ihre Gegenspielerin…“

    Also ein Ball den Islacker hätte versuchen spielen zu können war nirgendwo in der Richtung wohin sie getreten hat. Da war nur Jessica Bade. Es war eher so, dass Islacker den Ball verliert und aus Frust darüber ihrer Gegenspielerin noch eine mitgeben will. Ich würde ihr nicht die Absicht unterstellen, Bade verletzen zu wollen, aber in jedem Falle war die Aktion von Islacker grob unsportlich, und in meinen Augen absolut rotwürdig. Aber wie Du richtig dargelegt hast, ist eine nachträgliche Bestrafung von Islacker wohl leider ausgeschlossen, da die Schiedrichterin die Szene wohl anders bewertet hat.

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