Champions League: Gelingt Potsdam die Revanche?

Von am 14. April 2012 – 23.09 Uhr 11 Kommentare

In der Vorsaison musste sich der 1. FFC Turbine Potsdam im Finale der UEFA Women’s Champions League gegen Olympique Lyonnais geschlagen geben. Diesmal steht der französische Titelverteidiger dem Team von Trainer Bernd Schröder bereits im Halbfinale im Weg. Eine harte Nuss, doch Turbine will sich im Hinspiel in Lyon eine gute Ausgangsposition verschaffen.

Turbine will Champions-League-Gesicht zeigen
 „Die Chancen stehen 50:50“, erwartet die wegen einer Bauchmuskelzerrung angeschlagene, aber wohl einsatzfähige Mittelfeldspielerin Viola Odebrecht ein enges Duell. „Aber wir haben in der Champions League relativ gute Spiele gemacht und hoffen, dass uns dies auch gegen Lyon gelingt“, setzt sie darauf, dass sich ihr Team in der Königsklasse einmal mehr von seiner Schokoladenseite zeigt, nachdem es in der Bundesliga zuletzt nicht immer rund lief.

Lyon setzt auf Offensive
Im Stade de Gerland wird es am Sonntag (live ab 18 Uhr auf Eurosport) für Turbine darum gehen, die starken Offensivkräfte der Französinnen so gut wie möglich vom eigenen Tor fernzuhalten. „Ich vertraue auf unsere schnellen Spielerinnen im Angriff, sie können den Unterschied ausmachen“, spielt Lyons Trainer Patrice Lair auf Lotta Schelin, Eugénie Le Sommer und Élodie Thomis an. Sein Gegenüber Schröder erwartet ein Spiel auf Biegen und Brechen. „Wir müssen so lange wie möglich ohne Gegentor bleiben und möglichst selbst ein Tor schießen“, gibt er die Devise vor.

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Naeher-Einsatz noch unklar
Allerdings stehen hinter dem Einsatz einiger Spielerinnen noch Fragezeichen. Tabea Kemme wird aufgrund ihrer Schulterverletzung definitiv fehlen, Torhüterin Alyssa Naeher ist nach einem Muskelfaserriss erst unter der Woche wieder ins Training eingestiegen, über ihren Einsatz wird erst kurzfristig entschieden. Hingegen dürfte Yuki Nagasato ihre muskulären Probleme genauso rechtzeitig auskuriert haben, wie Bianca Schmidt ihre Magen-Darm-Grippe, die sie zuletzt geschwächt hatte.

Frauenfußball - Genoveva Anonma (li.) und Viola Odebrecht

Genoveva Anonma (li.) und Viola Odebrecht stehen vor einer schweren Aufgabe © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Schröder: „Vorweggenommenes Finale“
Schröder ist vom Leistungsvermögen beider Mannschaften überzeugt. „Dieses Duell ist ein vorweggenommenes Finale. Natürlich kennen wir die Stärke von Arsenal und Frankfurt, aber Lyon und Potsdam sind seit mehreren Jahren die besten Teams im Frauenfußball. Deswegen glaube ich auch, dass der Sieger dieses Duells das Finale gewinnen wird“, so der 69-Jährige.

Lair: „Haben einige Trümpfe“
Sein Lyoner Trainerkollege ist optimistisch: „Wir haben einige Trümpfe: Geschwindigkeit und Motivation. Ich bin davon überzeugt, dass wir das Finale erreichen werden. Wir müssen uns in den beiden Spielen einfach durchsetzen, um den Wert des französischen Frauenfußballs zu zeigen“, so Lair.

Dickenmann hofft auf viele Zuschauer
Die Schweizer Nationalspielerin Lara Dickenmann, die im Vorjahr mit einem Wechsel zu Turbine Potsdam geliebäugelt hatte, erklärt: „Diesmal müssen wir uns in zwei Spielen gegen sie durchsetzen, das ist ein Unterschied. Aber ich habe große Lust darauf und hoffe, dass der Zuschauerzuspruch gut sein wird.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

11 Kommentare »

  • Mika sagt:

    Endlich geht’s los!

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  • MariaOzawaFan sagt:

    Schade das Lara nicht nach Potsdam gekommen ist. Sie wäre mit Sicherheit eine Bereicherung, nicht nur für TP sondern für die gesamte Buli.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Keine Frage, MOF, aber auch nur, wenn Lira geblieben wäre! So ist der erkennbare und unausweichliche Substanzverlust nicht wirklich kompensierbar. Und welche Knaller soll den Schröder aus dem Hut zaubern, um die Schlagkräftigkeit der letzten 3 Jahre beibehalten zu können?
    Leider explodieren mittlerweile auch im FF regional die Gehälter, so dass Retortenklubs wie Rossiyanka etc. mal eben locker Spitzenfussballerinnen aus der gesamten Welt rekrutieren können, und das geht weiter so.

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  • mas sagt:

    @lista Daß Lira weg ist, ist nicht so schlimm. Es kamen Patti und Anonma. Ich empfinde es nicht als riesigen Nachteil. Der Abgang von Babett, Viola und Anja wiegt schwerer.
    Warten wir mal den Sommer ab.

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  • Sokrates sagt:

    Auch ich hoffe, dass Turbine sein CL-Gesicht zeigen wird, so dass die Zuschauer ein packendes Spiel sehen werden. Allerdings favorisiere ich Lyon. Sie sind spielerisch, technisch und taktisch stärker als Turbine und haben einige der besten Fußballspielerinnen der Welt in ihren Reihen. Sie scheinen zur Zeit die einzige ganz große Mannschft im europäischen Vereinsfußball der Frauen zu sein, nachdem Turbine und der FFC schwächeln.
    Gespannt bin ich auf die Zuschauerzahl heute Abend: Im Hinspiel des CL-Viertelfinale gegen Brondby kamen 10 000 Zuschauer (!) ins Stade de Gerland.

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  • FFFan sagt:

    Turbine Potsdam erlebt gerade ein ‚Waterloo‘: 3-0 für Lyon nach 21 Minuten… 😮

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  • xXx sagt:

    0:5 nach 60 Minuten …

    Alles nur halbherzig was Turbine macht, kaum mit anzusehen

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  • achdugrüneneune sagt:

    Turbine spielt wie ein 3.Liga Verein,voll verdient der hohe Rückstand.

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  • Marcel sagt:

    Oh man an was erinnert mich das Spiel ..ach ja an so ein ominöses und ebenso feuchtes Pokalfinale 🙁

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  • xXx sagt:

    Nur zum kopfschütteln …

    Turbine spielt ne gute Saison und bekommt es hin jeweils in den Pokalwettbewerben gegen die beiden größten Konkurrenten die beiden schlechtesten Saisonleistungen abzuliefern und somit die ganze Saison in nur 2 Spielen zu verhunzen …

    Das man im CL-Halbfinale gegen Lyon oder im DFB-Pokal gegen Frankfurt ausscheiden kann ist kein Thema … aber so? Absolut nicht zu entschuldigen!

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  • Guido sagt:

    Jetzt muss Turbine aufpassen, dass die Saison nicht noch total baden geht. Auch in der Bundesliga wird man mit solchen Leistungen den hauchdünn gewordenen Vorsprung auf Wolfsburg und Duisburg ruckzuck verlieren und am Ende auf Platz 3 oder 4 landen.

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