WM 2015: Kreis der möglichen Austragungsorte wird kleiner

Von am 2. April 2012 – 6.00 Uhr 5 Kommentare

Kanada wird die Weltmeisterschaft 2015 ausrichten – aber zwei namhafte Städte sind aus dem Rennen. Nachdem Toronto von Anfang an kein Interesse an den Titelkämpfen hatte, hat nun auch Halifax abgewunken – die Kosten für ein neues Stadion seien zu hoch.

In Toronto finden zwischen dem 10. und 26. Juli 2015 die Panamerikanischen Spiele statt; die größte kanadische Stadt hatte daher kein Interesse an einem zweiten Großereignis. Der Stadt Halifax sind hingegen die Kosten zu hoch, denn für ein neues Stadion kommt keine Unterstützung der Provinz Nova Scotia.

Kein Zuschuss für neues Stadion
20 Millionen Dollar hätte die Stadt, laut CBC, für das Stadion ausgegeben. Da die Provinz Nova Scotia den Bau jedoch nicht bezuschussen wollte, hätte die Stadt für die Gesamtkosten von rund 100 Millionen Dollar allein aufkommen müssen – zu viel, wie der Kommunalrat befand. Die Finanzierungsprobleme in Halifax waren lange bekannt, der Kanadische Fußballverband (CSA) hatte der Stadt eine Deadline bis zum 31. März gesetzt, um zu erklären, ob man sich das Sportereignis leisten könne – am Dienstag fiel dann die Entscheidung gegen das Großprojekt.

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Der Turm des Olympiastadions in Montréal ist ein Wahrzeichen der Stadt. 2015 könnte dort gespielt werden. © Nora Kruse

WM im ganzen Land?
Durch die Absage Halifax‘ wird der Kreis der möglichen Städte kleiner. Inspektionsreisen führten die CSA bislang außerdem nach Montréal, Ottawa, Moncton, Winnipeg, Edmonton und Vancouver. Nach dem Zuschlag für die Titelkämpfe erklärte man in Kanada im vergangenen Jahr, die Austragungsorte auf viele Bundesstaaten und Zeitzonen verteilen zu wollen – daher könnte es bereits auf die genannten sechs Städte hinauslaufen. Noch in diesem Jahr soll die Entscheidung fallen, denn 2014 wird auch die U20-Weltmeisterschaft in Kanada stattfinden.

Stadien mit unterschiedlichen Kapazitäten
Die in Frage kommenden Stadien der Städte variieren – nach Beendigung der geplanten Ausbauarbeiten – zwischen Kapazitäten von 20.000 und 66.000 Zuschauern. Die meisten Plätze bietet das Olympiastadion in Montréal, direkt daneben liegt mit dem Stade Saputo die kleinste Arena. Die Heimstätte von Montreal Impact wurde 2008 für 13.000 Zuschauer erbaut; momentan laufen die Ausbauarbeiten, die überdachte Tribünen, 7.000 weitere Plätze sowie eine Modernisierung der gesamten Anlage beinhalten. Ausschlaggebend dafür war allerdings nicht die Weltmeisterschaft, sondern der Anschluss des Heimatvereins an die Major League Soccer. Immerhin 60.000 Zuschauer fasst das Commonwealth Stadium in Edmonton, 55.000 der BC Place in Vancouver, das Olympiastadion der Winterspiele 2010.

Anstieg auf 52 WM-Spiele
Die Weltmeisterschaft zumindest auf sechs Städte zu verteilen, dürfte schon aufgrund der Anzahl der Spiele wichtig sein. Das Teilnehmerfeld wird ab 2015 auf 24 Mannschaften erhöht. Das bedeutet, dass die Anzahl der WM-Spiele von 32 auf 52 steigen wird.

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5 Kommentare »

  • intersoccer sagt:

    Sehr schade, dass Toronto nicht interessiert ist. Stadien wären ja durchaus vorhanden.
    Bin mir sicher, es ist bestimmt schwer Infos zu kriegen, aber ich fände es wirklich sehr interessant, wenn mal ein Artikel über den FF in Gambia erscheinen würde. Haben sich ja für die U-17-WM qualifiziert und zumindest ich weiß überhaupt nichts über sie. 🙂

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  • karl sagt:

    Weis man denn schon wieviel Startplaetze von den 24 die UEFA bekommt ?

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  • FFFan sagt:

    @ intersoccer:
    „Bin mir sicher, es ist bestimmt schwer Infos zu kriegen, aber ich fände es wirklich sehr interessant, wenn mal ein Artikel über den FF in Gambia erscheinen würde. Haben sich ja für die U-17-WM qualifiziert und zumindest ich weiß überhaupt nichts über sie.“

    Geht mir genauso. „Gambia? Wo liegt das überhaupt?“ war so ungefähr meine erste Reaktion. 😉 Habe mich dann erst mal bei Wikipedia schlau gemacht…

    Das ist ein ganz kleines Land in Westafrika (flächenmäßig nicht mal halb so groß wie Äquatorialguinea, aber mit etwas mehr Einwohnern)!
    Eine Frauen-Fußballnationalmannschaft haben sie bislang nicht, qualifizieren sich aber erstmals für die U17-WM. Erstaunlich!

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  • spoonman sagt:

    Autsch, eine WM in Kanada ohne Toronto? Das ist aber ganz bitter! Erstens ist es eine multikulturelle Metropole und zweitens auch noch (für nordamerikanische Verhältnisse) eine Fußballhochburg mit dem MLS-Club Toronto FC, der im Viertelfinale der Concacaf Champions League über 47.000 Zuschauer ins Rogers Centre gelockt hat.

    Wenn schon die größte Stadt des Landes kein Interesse hat, ist das für den Stellenwert dieser WM kein gutes Zeichen. Davon abgesehen, halte ich die Aufstockung auf 24 Teams immer noch für einen großen Fehler.

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  • intersoccer sagt:

    Framba hat gerade einen Link getwittert, scheinbar stehen die WM-Städte fest: http://de.fifa.com/womensworldcup/destination/cities/index.html

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