DFB-Elf will Weichen für die EM stellen

Von am 31. März 2012 – 10.30 Uhr 34 Kommentare

Im November musste sich die deutsche Frauen-Nationalelf in Spanien mit einem 2:2 begnügen, doch im Rückspiel heute in Mannheim (ab 16 Uhr live im ZDF) soll ein Sieg die Weichen für die direkte Qualifikation zur Frauenfußball-EM 2013 in Schweden stellen.

Der Betriebsunfall von Motril, als sich die DFB-Elf eine 2:0-Führung aus der Hand nehmen ließ und somit nach 36 Siegen in Folge erstmals seit 12 Jahren in der EM-Qualifikation nicht als Sieger vom Platz ging, soll auf heimischem Boden vergessen gemacht werden.

Keine Lust auf Play-offs
Denn mit einem Erfolg gegen die punktgleichen Spanierinnen käme die DFB-Elf dem Sieg in Gruppe 2 und einem direkten Startplatz bei der EURO 2013 ein gutes Stück näher, ansonsten würde dem Team von Bundestrainerin Silvia Neid möglicherweise ein Gang in die Play-offs drohen, mit ungewissem Ausgang.

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An Algarve Cup anknüpfen
Die deutsche Mannschaft will am Samstag an die starken Leistungen beim Algarve Cup und auch an die erste Halbzeit aus dem Hinspiel in Spanien anknüpfen. „Da waren wir total überlegen und haben es einfach versäumt, im richtigen Moment die Tore zu machen“, erinnert sich Neid an die Partie. „In der zweiten Halbzeit haben wir uns ein bisschen anstecken lassen, hatten nicht mehr die Ruhe. Auf der Sechserposition waren wir nicht mehr so diszipliniert und nicht mehr so kompakt, obwohl wir auch noch Chancen zum 3:1 oder 4:1 hatten.“

Ballsichere Spanierinnen
Dennoch erwartet Fatmire Bajramaj erneut eine schwere Aufgabe. „Die Spanierinnen sind sehr gut am Ball und haben gezeigt, was sie können. Sie versuchen, das Tiqui-taca des FC Barcelona zu spielen, das haben sie gar nicht so schlecht gemacht. Von daher müssen wir einfach nur ganz schnell Tore schießen. Wenn wir unsere Leistung zu 100 Prozent abrufen, sollte das aber kein Problem sein.“

Frauenfußball - Célia Okoyino da Mbabi

Stürmerin "on fire": Célia Okoyino da Mbabi © Nora Kruse / ff-archiv.de

Nervosität ablegen
Und Célia Okoyino da Mbabi, die in Portugal mit ihren drei Treffern beim 4:3-Sieg gegen Japan im Finale maßgeblichen Anteil am ersten Titelgewinn beim Algarve Cup seit 2006 hatte, erklärt: „Wir wollen das Spiel souveräner gestalten und nicht trotz einer Führung so hektisch und nervös agieren wie in Spanien, wo wir dann noch das Remis kassiert haben. Wir wollen uns direkt für die EM qualifizieren, dafür müssen wir Spanien und die Schweiz schlagen.“

Viele Verletzte
Doch die DFB-Elf hat vor dem so wichtigen EM-Qualifikationsspiel mit Personalsorgen zu kämpfen. Neben den Langzeitverletzten Kim Kulig (Kreuzbandriss), Simone Laudehr (Meniskus) und Inka Grings (Achillessehne) erwischte es kurzfristig Lena Lotzen (Bänderriss), Tabea Kemme (Schultereckgelenkssprengung), Kapitänin Nadine Angerer (Knieentzündung), Luisa Wensing (Muskelfaserriss) und Kathrin Längert (Kapselverletzung).

DFB-Elf kann nicht aus dem Vollen schöpfen
Zudem ist der Einsatz von Außenverteidigerin Verena Faißt nach einer am Donnerstag im Training erlittenen Platzwunde fraglich, Innenverteidigerin Saskia Bartusiak ist wegen ihrer Gelb-Roten Karte aus dem Türkei-Spiel gesperrt und hat zusätzlich Wadenprobleme, so dass ihr Einsatz am kommenden Donnerstag beim EM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz in Aarau ebenso gefährdet ist. „Das ist keine schöne Situation, aber damit müssen wir leben“, so Neid.

Quereda: „Sind ein unbequemer Gegner“
Spaniens Trainer Ignacio Quereda weiß dennoch um die Schwere der Aufgabe für seine Elf: „Gruppenerster zu werden wird schwierig, denn die Deutschen werden uns das Leben schwer machen. Sie wissen, dass wir ein unbequemer Gegner sind. Aber selbst wenn wir verlieren sollten, können wir immer noch die direkte Qualifikation als bester Gruppenzweiter schaffen, wir haben gezeigt, dass wir dazu in der Lage sind.“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

34 Kommentare »

  • Speedy75 sagt:

    @Sheldon

    Welches Spiel hast du eingentlich gestern gesehen? Dass in der ersten Halbzeit vorallem in den ersten 20 Minuten vieles nicht gepasst hat habe ich ja oben schon erwähnt, aber Odebrecht und Goeßling sah ich bei weitem nicht so schlecht wie du.

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  • tomdo sagt:

    @Sheldon

    Ich bin auch nicht gerade ein Fan von Behringer, aber man muß schon fair sein und bei der Wahrheit bleiben.

    Behringer wurde nach der Auswechselung längere Zeit behandelt, und Sivia Neid hat im anschließenden Interwiew auch bestätigt, dass B. Innenbandprobleme hatte.

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  • Lusankya sagt:

    Sehe das wie Speedy75, Goeßling und Odebrecht hatten auch in Halbzeit 1 wenig Probleme in der Defensive. Offensiv ging zwar gar nichts, aber die Zweikämpfe gingen in der Regel zu Gunsten des deutschen Teams aus.
    Da konnte man eigentlich fast nie die Spanierinnen „kombinieren und dribbeln“ sehen.

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  • Detlef sagt:

    @Sheldon,
    Die Deutschen waren die in weiß/schwarz!!! 😉

    Keine Ahnung wo Du da eine Schwäche in der Defensivarbeit bei VIOLA, Lena, SCHMIDTI und BABBS gesehen haben willst???

    Gemessen an der Leistung im Hinspiel, enttäuschten die Ibererinnen doch ziemlich!!!
    Das sie die Schwächephase der Neidelf in Halbzeit 1 nicht für sich ausnutzen konnten, zeigt wohl am Besten ihre Unerfahrenheit!!!
    Die deutsche Defensive hatte nicht wirklich viel zu tun!!!

    Allerdings gebe ich zu, daß ich mit der Offensivleistung von SCHMIDTI und BABBS auch nicht ganz zufrieden war!!!
    Das können beide sehr viel besser!!!

    Aber vor allem VIOLA war ein ständiger Unruheherd im spanischen Strafraum, und eine hervorragende Paßgeberin für Celia!!!
    Einmal gab sie sogar die Stoßstürmerin neben ihr!!! 😉
    Auf VIOLA lasse ich absolut gar nichts kommen, das war eine Superleistung!!!

    Lena war der eher defensivere Teil der Doppelsechs!!!
    Da könnte man in Zukunft noch etwas mehr variieren, indem VIOLA mal defensiver steht, und Lena dafür die Offensive unterstützt!!!
    Das verwirrt den Gegner noch zusätzlich!!!

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